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Einleitung:
In Japan kam Bandais Projekt .hack
vor gut zwei Jahren auf den Markt. Nach langem hin und her erscheint
das Rollenspiel .hack Part 1: Infection über Atari nun auch in
Deutschland. Mit dem ersten Teil startet eine Serie die vier Spiele
umfasst. Die anderen drei Teile werden in den nächsten Quartalen auf
den Markt kommen. Neben dem Videospiel sollen auch noch jede Menge
anderer Produkte wie eine Anime-Serie und eine Comic-Reihe
erscheinen. Somit will der Hersteller einen gewissen Kultstatus
erreichen. Spieler die sich das Spiel zulegen kommen auch in den
Genuss einer Anime-DVD die gut 45 Minuten dauert. Wir konnten jetzt
die fertige Playstation 2 Version von .hack Part 1: Infection
testen. Ob das Spiel das Potenzial zum Hit hat erfahrt Ihr in
unserem Review. Zum
Spiel:
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Kite. Mit ihm startet Ihr in die Welt
des Online-Rollenspiels The World. Das Spiel simuliert allerdings nur ein
MMORPG. Eine Internetverbindung wird also nicht benötigt da wir nur im
Offlinemodus spielen können. Natürlich hat das Spiel auch eine Story. Über
eine Einladung eines Freundes wird Kite zu einer Runde The World gebeten.
Sein Freund hat schon einen sehr starken Charakter. Nach einer gewissen Zeit
wird dieser aber durch einen geheimnisvollen Gegner vernichtet. Außerhalb
des Spiels und kurze Zeit später erfährt unser Held das sein Freund ins Koma
gefallen ist. Woran das liegt müssen wir nun herausfinden. So starten wir in
das Spiel The World und kämpfen und dort durch um am Ende das Geheimnis zu
lüften. Wer jetzt gleich parallelen zu einem bekannten Onlinerollenspiel
erkennt, liegt nicht ganz falsch. Das Spiel hat in vielen Bereichen starke
Ähnlichkeiten zu Phantasy Star Online, nur das wir hier nicht Online
agieren. Es braucht sich aber keiner verschreckt abzuwenden denn was hier
geboten wird schaffen so machen Onlinerollenspiele nicht.
Wir starten in einer Stadt auf einem der fünf vorhandenen Server. Im ersten
Teil sind aber nur 2 spielbar. Von hier aus brechen wir zu verschiedenen
Expeditionen auf. Außerdem rüsten wir uns hier aus und nehmen mit anderen
Spielern Kontakt auf. Mit denen können wir u.a. dann Gegenstände tauschen.
Außerdem befindet sich in der Stadt auch unser eigenes Lager wo bis zu 100
Items gebunkert werden können. Die Personen die wir treffen sind aber nicht
nur für Tauschgeschäfte gut. Mit ihnen bestreiten wir die anstehenden
Missionen. Über eine Adresse laden wir sie ein an einem Auftrag
teilzunehmen. Ein Team besteht aus drei Personen. Nachdem eine Gruppe
zusammengestellt ist starten wir in eines der vielen Dungeons. Welches wir
nehmen ist uns freigestellt. Wir haben die Wahl zwischen einem Zufallslevel
oder einem das wir über ein Keyword-System selber erstellen. Aus drei Worten
wird so eine Mission kombiniert. Jedes Wort hat eine bestimmte Bedeutung die
wir in einer Tabelle nachlesen können. So bestimmen wir die Anzahl der
Monster oder das Aussehen des Levels. Nach einer gewissen Zeit hat der
Spieler das System so gut verstanden das er gezielt ein Level kreieren kann.
Die anschließende Mission besteht aus einem Höhlenbereich und einer
Oberwelt. Je nach Thema sehen die Bereiche anderes aus. So agieren wir mal
in Wälder aber auch in Wüsten. Am Ende wartet meistens ein nettes Item das
wir aufnehmen können. Im Spiel selber müssen wir vor allem Kämpfen und
Sammeln. Letzteres ist genauso wichtig wie das Fighten denn die Levels
strotzen nur so vor Items. Leute die gerne sammeln werden hier einiges zu
tun bekommen. Waffen sind genauso vorhanden wie Ausrüstungsgegenstände und
da wir später alles gut gebrauchen können sollten der Spieler soviel
mitnehmen wie er tragen kann. Gegenstände die wir übrig haben werden dann
über ein Fenster mit anderen Spielfiguren getauscht. Dabei markieren wir das
Objekt was wir gerne haben wollen. Ist das geschehen bieten wir ein anderes
Objekt an. Ist der Tauschhandel perfekt werden die Items gewechselt. Wer
fleißig sammelt und mitbekommt was andere brauchen, wird so viele
Tauschgeschäfte eingehen. Daneben dürfen wir aber auch Objekte verschenken.
Sinn macht das zum Beispiel wenn wir Mitstreitern besser ausrüsten wollen,
damit sie in anstehenden Abenteuern besser mithalten können.
Neben diesen Tauschgeschäften muss der Spieler vor allem eins machen …
kämpfen. Dieses geschieht in Echtzeit. Unsere Mitstreiter können wir über
ein Fenster Befehle erteilen. Daneben dürfen wir auch noch Items und Skills
verwenden. Ansonsten werden wir uns voll auf den Kampf konzentrieren können.
Wir fighten zum einen im Nahkampf und zum anderen mit Magie. Eine Reihe von
unterschiedlichen Möglichkeiten steht uns zur Verfügung. Die Magie zeigt
natürlich nur Wirkung wenn die richtige Elementarklasse gewählt wurde. Jeder
Gegner gehört einer bestimmten Klasse an die wir bei der Wahl der Zauber
berücksichtigen müssen. Diese Klassen bezieht sich oft auf das aktuelle
Level. So können wir uns schon im Vorfeld entsprechend ausrüsten. Stirbt ein
Mitstreiter so erwecken wir ihn mit einem passenden Item wieder zum Leben.
Anders herum geht das natürlich auch. Sterben wir so kann eine andere Figur
uns wieder ins Leben zurückholen. So agieren wir nun in den verschiedenen
Dungeons und bauen unseren Charakter immer weiter auf. Über News und Mails
bekommen wir wichtige Informationen. Außerdem steht uns ein Forum zur
Verfügung, indem die anderen Spieler fleißig Beiträge posten. So erfahren
wir schnell wo was los und was als nächstes zu tun ist. Die eigentliche
Story wird dann immer wieder über englischsprachige Zwischensequenzen
weitererzählt. Ein Untertitel in deutscher Sprache übersetzt das ganze.
Technik:
Negativ fällt vor allem die Grafik auf. Das Spiel schwächelt vor allem bei
den Texturen die sehr verwaschen aussehen. Man sieht dem Spiel stark an das
es eigentlich schon fast zwei Jahre alt ist. Was damals fast Standard war
ist allerdings heutzutage etwas ärmlich. Vor allem wenn man die Optik mit
anderen aktuellen Spielen vergleicht. Zumindest schmälert die Grafik nur
gering den Spielspaß und ein paar Effekte wie Spiegelungen oder Staubwolken
bekommen wir dann doch noch zusehen. Das die Dungeons zusammengebaut wurden
kann man leider auch sehr gut sehen. Immer wieder wiederholen sich
Abschnitte. Da wir aber immer beschäftigt sind ist das schnell vergessen.
Die Magieeffekte und Kampfaktionen entschädigen dann ein wenig. Figuren und
Animationen sehen zumindest besser aus wie die Umgebungsgrafik. Die
Kameraführung bei den Fights ist dann wieder etwas problematischer. Ständig
ist der Spieler gefordert hier nachzujustieren. Zumindest können wir uns
durch einen Zoom ein wenig mehr Überblick verschaffen. Der Sound bewegt sich
auf einem annehmbaren Niveau. Die Gespräche laufen allerdings in englischer
Sprache ab was aber zumindest mit deutschem Untertitel übersetzt wird. Die
Soundeffekte und die Musik passen zum Spiel und so entsteht insgesamt ein
nettes Ambiente. Nett ist auch, dass der Hersteller darauf geachtet hat das
die Figuren im Spiel nicht immer die gleichen Sätze sagen. Zwar wird man
irgendwann auch auf bekannte Sätze stoßen aber bis dieses geschieht vergeht
einiges an Zeit. Überzeugen kann die KI der Mitstreiter. Sie agieren alleine
sehr klug und wenn wir mal eingreifen folgen sie sofort unseren Anweisungen.
Nicht ganz so toll ist die Speicherfunktion gelöst worden. Speichern dürfen
wir nur in der Stadt, was gleichbedeutend ist, das ein Spieler seine
gefundenen Items verliert wenn er im Spiel stirbt. Besonders ärgerlich ist
das, wenn es bei einem Endgegner passiert. Das mühevolle sammeln im Vorfeld
ist somit umsonst gewesen. Mit der Steuerung wird sich jeder schnell
anfreunden können. Trotz der vielen Möglichkeiten wird hier keiner
überfordert werden. Die Lenkung ist einfach und sehr direkt und selbst in
den hektischsten Situationen wird jeder den Überblick behalten. Technisch
ist das Spiel recht gut gelungen vor allem wenn man bedenkt, dass es sich
hier um ein simuliertes Onlinerollenspiel handelt. Leider krankt das Spiel
vor allem an der Optik was sehr schade ist.
Fazit:
Vor allem wird man bei dem Spiel eine zeitgemäße Grafik vermissen. Die
Umgebungen sehen wirklich sehr detailarm aus. Hinzu kommen die unscharfen
Texturen die ebenfalls kaum was hergeben. Man hätte vor gut zwei Jahren noch
damit leben können aber in der heutigen Zeit will man doch was anderes
sehen. Wirklich schlimm ist dieses aber auch wieder nicht da man hoch
motiviert durch das Spiel jagt. Durch das Kämpfen, Sammeln und Tauschen
vergisst man schnell was hier optisch geboten wird. Aber es ist nicht alles
schlecht was Ihr zu sehen bekommt. Die Figuren können genauso überzeugen wie
die Animationen und Effekte. Da dann auch keine Ruckler zu sehen sind, wird
man im Endeffekt mit der gesamten Optik leben können. Die Stärken liegen bei
dem Spiel auch ganz wo anders. Spieler die gerne sammeln werden durch die
vielen unterschiedlichen Items sehr lange beschäftigt. Hinzu kommt eine
packende Story die fesseln kann. Dadurch verfliegt die Zeit unheimlich
schnell. Der eigentliche Hauptstrang dauert je nach Spielweise gut 20 bis 30
Stunden. Setzen wir mehr aufs Sammeln und auf die Sidequests so dürfen wir
das Spiel um einiges länger nutzen. Dank der vielen guten Features im Spiel
werdet Ihr die kleinen technischen Macken schnell vergessen. Wirklich
interessant ist die Idee die hier verwirklicht wurde. Wer also schon immer
mal ein Onlinerollenspiel offline spielen wollte darf .hack Part 1:
Infection ruhig kaufen.
Features:
- Simulation oder Wirklichkeit? .hack lässt Sie in eine phantastische
Rollenspiel-Welt eintauchen, in der die Grenzen zwischen Realität und
Fiktion verschwimmen.
- Innovation und Kult: die Verknüpfungen zwischen TV-Serie, Comic-Reihe und
OVA-Filmen schaffen eine einzigartige Atmosphäre voller Action, Spannung und
Mystery.
- Vielfalt und Räsel: zahlreiche Aufgaben, Neben-Missionen und Puzzles
halten Sie auf Trab.
- Online obwohl offline: ohne jeglichen Internetzugang nehmen Sie in .hack
via E-Mail und Message Boards Verbindung zu anderen 'The World'-Spielern
auf.
- Film und Spiel: das Set enthält die 45 Minuten-DVD .hack//Liminality mit
der ersten OVA-Folge, die von den 'Ghost in the Shell'- und 'Evangelion'-Machern
erstellt wurde. |