|
Einleitung:
Anfang 2004 wurde mit dem Spiel X2 -
Die Bedrohung die erfolgreiche X-Serie fortgesetzt. Endlich konnte
man sich in einem Weltraumspiel so richtig auslassen. Jetzt bringt
Deep Silver den Nachfolger auf den deutschen Markt. Es handelt sich
dabei um das Egosoft-Spiel X3: Reunion. Wir konnten uns das
Weltraum-Simulations-Spiel jetzt ausgiebig ansehen. Ob sich ein
Ausflug in das virtuelle Universum lohnt, erfahrt Ihr in unserem
Review.
Zum Spiel:
Natürlich kommt so ein Spiel nicht ohne eine Story aus. Die argonische
Raumflotte ist schwer angeschlagen, die ständigen Angriffe der aggressiven
Khaak halten die Menschheit in Atem, und schon wirft eine neue Bedrohung
ihren Schatten auf das X-Universum: Ein mysteriöses Schiff mit der
Fähigkeit, sich scheinbar in Nichts aufzulösen und rücksichtslose
Yaki-Piraten, die einem geheimnisvollen Relikt nachjagen. Warum stehen die
Yaki-Piraten mit dem mysteriösen Schiff in Verbindung und warum wurde eine
Maschine vom Alten Volk zurückgelassen? Viele Fragen und keine Antworten und
so müssen wir mal wieder in unser Cockpit steigen um endlich ein paar
Antworten zu bekommen. In X3: Reunion schlüpfen wir in die Haut von Julian
Brennan. Bevor wir aber in das Spiel starten, dürfen wir erst einmal ein
einführendes Intro ansehen. Anschließend erblicken wir das Hauptmenü. Hier
sehen wir die Menüpunkte "Neues Spiel", "Fortsetzen", "Simulator",
"Optionen" und "Movies". Unter dem letzten Punkt finden wir alle Filme, die
wir im Spiel frei gespielt haben. Wer mag darf sich diese noch einmal
ansehen. Wie immer können wir außerdem unter Optionen alle spielrelevanten
Einstellungen vornehmen. Wer neben dem Hauptspiel etwas anderes spielen
möchte, sollte sich in den Simulator begeben. Dieser ist im Wesentlichen ein
Mini-Universum, in dem wir uns austoben können, ohne dass es sich auf unser
eigentliches Spiel auswirkt. Im Raumkampfsimulator erwartet den Spieler ein actiongeladenes Gefecht, in dem wir grundlegende Kampftechniken üben können.
Kommen wir nun zum eigentlichen Spiel. Ist ein Spielstand vorhanden, so
starten wir diesen über den Menüpunkt Fortsetzen. Am Anfang müssen wir
allerdings erst einmal ein komplett neues Spiel beginnen. Zur Auswahl stehen
mehrere Spielarten. Die ersten drei Spiele starten jeweils mit dem 21
jährigen Hauptdarsteller Julian Brennan und aktivierter Handlung. Wir können
den Hauptstrang jederzeit verlassen um unsere Spielstrategie zu überlegen
und unsere Kampf- und Handlungsränge zu steigern. Natürlich ist auch ein
Schwierigkeitsgrad vorhanden. Dieser schlägt sich lediglich in unserem
Startkapital und der Ausrüstung unseres ersten Schiffes nieder. Darüber
hinaus hat der Schwierigkeitsgrad keinerlei Auswirkung auf das Spiel. Neben
den ersten drei Spielen gibt es außerdem eine Reihe optionale,
charakterbasierte Möglichkeiten, ein Spiel zu starten. Diese verlaufen ohne
die Haupthandlung und unterscheiden sich durch individuelle
Startbedingungen, Problemstellungen sowie Belohnungen voneinander. Wir
spielen in diesen Modis einen aufstrebenden Forscher, einen bescheidenen
Händler oder einen bankrotten Attentäter. Hinzu kommt die Möglichkeit ein
eigenes Spiel zu starten. Dieses hat keinerlei Handlung oder sonstige
Vorgaben. Für eingefleischte Fans gibt es dann noch den Galaxie-Editor. Mit
diesem können wir unser eigenes Universum erstellen. Kommen wir nun zum
eigentlichen Spiel zurück. Das Spiel wird durch ein kleines Briefing-Video
eingeleitet. Wir können nun der Story folgen oder uns in dem gigantischen
Universum auslassen. Dabei ist es egal welche Richtung Ihr einschlagt, denn
möglich ist wirklich alles. Der Spieler kann eine Piraten-Karriere genauso
starten wie die Laufbahn eines Großhändlers, Forschers oder Polizisten.
Selbst Flottenkommandant oder Wirtschaftsmogul sind möglich. Leider muss man
hinzufügen, dass diese freien Spiele viel interessanter sind wie die
eigentliche Story. Diese ist nicht sonderlich spannend. Hinzu kommt, dass sie
etwas verwirrend und unspektakulär präsentiert wird. Spielt Ihr dagegen nach
Eurem Geschmack, so könnt Ihr Euch alle Ziele setzen die Ihr wollt.
Schließlich gilt es unzählige Sektoren zu erforschen und viele Fraktionen
kennen zu lernen. Außerdem bietet das Spiel unglaublich viele Raumschiffe,
Stationen und Ausrüstungsgegenstände, die Ihr kaufen könnt.
Am Anfang haut uns die Optik erst einmal vom Stuhl. Gigantische Planeten
sind genauso vorhanden wie eindrucksvolle Raumschiffe. Über ein Sprungtor
gelangen wir in den nächsten Sektor, der einem wiederum den Atem verschlägt.
Wir dürfen in dem Spiel frei durch unzählige Sektoren fliegen und an fast
jeder Raumstation andocken. Dort kann der Spieler Handel betreiben, indem er
preisgünstige Waren einkauft und diese teuer an anderen Orten verkauft.
Dabei hat der Hersteller darauf geachtet, dass die Preise nicht immer gleich
sind. Diese richten sich nach Angebot und Nachfrage. Mit Hilfe einer
Handelscomputererweiterung können wir uns die Preise von anderen Stationen
einholen und wissen hierdurch immer, wo wir welche Waren am besten Verkaufen
aber auch Kaufen können. Allerdings können sich die Preise - während der
Reisezeit - ändern. Dieses geschieht z.B. wenn ein computergesteuerter
Frachter - kurz vor unserem Eintreffen - Waren abliefert. Es kann also
vorkommen, dass wir den Weg umsonst gemacht haben. Also den nächsten Ort
suchen und einen neuen Versuch starten. Hierdurch entwickelt sich ein echter
Wirtschaftskreislauf und wir werden gezwungen auf mehrere Waren zu setzen.
Das verdiente Geld können wir dann in neue Schiffe oder einer eigenen
Raumstation investieren. Kaufen wir z.B. eine Mine so werden dort ständig
Ressourcen produziert. Nett ist auch das wir eine Station durch Röhren
erweitern können. So kann eine Station auch fortgeschrittene Waren
herstellen. Allerdings benötigen die Arbeiter auch produktionsbedingte
Rohstoffe. Diese müssen wir in regelmäßigen Abständen liefern. Haben wir
später eine eigene Flotte, so können wir auch Kommandos erteilen. Hierdurch
erledigen dann andere Schiffe unsere Arbeit und wir können uns um wichtigere
Sachen kümmern. Unser Anfangsschiff ist natürlich nicht das ideale
Händler-Raumschiff. Der Laderaum ist viel zu klein und so müssen wir erst
einmal Geld zusammensparen um ein Frachtschiff zu kaufen. Neben dem Handel
können wir natürlich auch durch Kurier-Dienste Geld verdienen. Ist
dieser Bereich zu langweilig so dürft Ihr Euch auch ein actionreicheres
Betätigungsfeld suchen. Kauft z.B. eine Polizeilizenz und macht Jagd auf
Piraten oder werdet Attentäter. So kommt es dann auch zu den ersten
Gefechten. Hier zeigt der Computer - mit seinen Raumschiffen - so richtig was er
drauf hat. Nicht selten bildet er erst einmal eine Formation, bevor er
angreift. Die Gefechte laufen durch die gute Vorgehensweise der CPU-Schiffe
sehr spannend ab. Natürlich hängt der Erfolg eines Kampfes auch von unseren
Bordwaffen ab. Hinzu kommen weitere Faktoren wie Schilde, unsere
Geschwindigkeit, Wendigkeit oder Kampfsoftware. Bis wir ein wirkliches
Kampfraumschiff zusammengebastelt haben wird viel Zeit vergehen. Zum Glück
finden wir ab und zu mal verlassene Schiffe, die wir kapern können. Durch
ihren Verkauf können wir unser Schiff um ein paar Extras erweitern. In dem
Spiel werden wir es außerdem mit mehreren Fraktionen wie Argonen, Split,
Boronen oder Teladi zu tun bekommen. Durch unser Verhalten erhalten wir mit
der Zeit einen bestimmten Ruf. Dieser ist nicht zu verachten. Wir steigen im
Ansehen, wenn wir Handel betreiben oder die Feinde einer Fraktion
vernichten. Allerdings verschlechtert sich der Ruf automatisch bei der
Fraktion die wir angreifen. Wir müssen also gut überlegen, welche Seite wir
als Freunde oder Feinde haben wollen. Schließlich hat jede Fraktion
spezielle Waffen, Gegenstände oder Waren die wir haben möchten. So
erforschen wir nun die Unendlichkeit des Universums, handeln mit diversen
Gütern, kämpfen als Pirat, Attentäter, Polizist oder Krieger, bauen Kontakte
zu fremden Spezies auf, errichten ein Wirtschaftsimperium oder erkunden
zahlreiche Mysterien. Das geht natürlich alles mit oder ohne Story. Wir
können in dem Spiel halt machen was wir wollen.
Technik:
Die Grafik ist wirklich atemberaubend. Das fängt schon bei den sehr
detaillierten Raumschiffmodellen an. Diese lassen kaum Wünsche offen. Von
kleinen Kampfjägern bis hin zu kilometerlangen Raumkreuzern ist alles
vorhanden. Über 200 neu designte, aufrüstbare Schiffe und Raumstationen
lassen das Weltall sehr lebendig aussehen. Hinzu kommen gigantische
Planeten, die alle etwas anders aussehen. Selbst die Wolken wurden auf
diesen animiert. Genauso toll sehen Nebel, Asteroidenfelder, Sonnen, Sterne
und diverse Lichteffekte aus. Nur selten hat man so eine gute
Weltraumumgebung in einem Spiel gesehen. Das hat natürlich seinen Preis. Nur
mit einem wirklich leistungsstarken PC könnt Ihr das Spiel ansatzweise
spielen. Selbst wenn Ihr so einen Computer besitzt, werdet Ihr trotzdem
Ruckler zu sehen bekommen. Außerdem stellt Euch schon mal darauf ein, den
aktuellen Patch zu installieren. Nur so werdet Ihr das Spiel problemlos
spielen können. Allerdings werdet Ihr auch dann einige Bugs zu sehen
bekommen. Die Präsentation selbst ist leider nicht so gut ausgefallen. Die
Cutszenen sind viel zu unspektakulär und vermitteln nur bedingt die Story.
Außerdem wurden die Figuren noch nicht einmal Lippensynchron synchronisiert.
Das bringt uns auch schon zum Sound. Dieser ist ganz in Ordnung.
Unterschiedliche Musikstücke begleitet das Geschehen und auch mit den
Soundeffekten kann man gut leben. Allerdings wäre es nicht schlecht gewesen,
ein paar Soundtracks mehr einzuspielen. Diese hört man nämlich viel zu
selten. Die deutschen Synchronsprecher machen ihre Arbeit eigentlich ganz
ordentlich. Grundlegend passen sie zu den Charakteren und so hört man ihnen
recht gerne zu. Mit der Steuerung muss man sich erst einmal
auseinandersetzen. Es dauert eine gewisse Zeit bis man mit dem ewigen Hin
und Her schalten - zwischen der direkten Schiffssteuerung und der
HUD-Kontrolle - klar kommt. Hinzu kommt, dass wir gerade am Anfang durch die
ganzen Fenster ein wenig überfordert werden. Hat ein Spieler dann ca. zwei
Stunden mit dem Spiel verbracht, so findet er sich eigentlich gut damit
zurecht. Hilfreich wäre hier ein ordentliches Tutorial gewesen. Leider
werden wir nur ein paar Hilfetexte sehen. Die Steuerung mit einem Joystick
klappt sehr gut. Hier kommt dann das richtige Weltraum-Feeling auf. Die KI
der CPU-Schiffe kann man als wirklich gelungen bezeichnen. Sie verhalten
sich sehr gut in Kämpfen und so sind sie eine echte Herausforderung für
jeden Spieler. Das bringt uns nun zum Schwierigkeitsgrad. Eine wirkliche
Abstufung ist nicht vorhanden. Einzig der Start ist ein wenig anders. Daraus
resultiert natürlich auch, das Anfänger im späteren Spielverlauf ein paar
Probleme bekommen - denn als einfaches Spiel kann man X3: Reunion
wirklich nicht bezeichnen. Fasst man nun alles zusammen, so kann man mit der
Technik - trotz diverser Macken - recht zufrieden sein. Schließlich bleibt
die Hoffnung, das nachfolgende Patches alle aktuellen Fehler beseitigen.
Fazit:
X3: Reunion hat viele gute aber auch schlechte Seiten. Fangen wir erst
einmal mit den negativen Punkten an. Wirklich ausgereift ist dieses Spiel
nicht. Viele kleine Bugs und Abstürze verderben einen oftmals das Gameplay.
Zumindest kann man drauf hoffen, dass der Hersteller diese Fehler durch
Patches bald abstellt. Auch den Einstieg hätte man besser machen können.
Dieser ist viel zu schleppend und da auch kein wirkliches Tutorial vorhanden
ist, wird man einige Stunden Einarbeitungszeit investieren müssen.
Anschließend entfaltet das Spiel seine spielerischen Vorzüge. Schade ist
dann auch noch, dass die Story einen nicht wirklich umhaut. Das liegt zum
Teil an der etwas dürftigen Präsentation. Zum Glück muss man die Story nicht
spielen. Das Spiel macht viel mehr Spaß, wenn man keiner vorgegebenen
Geschichte folgt. Allerdings muss man sich dann immer wieder selber
motivieren und neue Ziele setzen. Es ist wirklich spaßig, wenn man durch den
lebendig wirkenden und gigantisch großen Weltraum fliegt und das macht,
worauf man gerade Lust hat. Die Freiheit die der Hersteller uns bietet,
lässt uns wirklich jede Möglichkeit offen und so kann man problemlos Wochen
mit dem Spiel verbringen. Dabei ist es egal was wir machen. Das Handeln
macht hier genauso viel Spaß wie das Kämpfen. Gigantisch groß ist auch die
Vielzahl der Raumschiffe und Stationen. Bis wir diese alle mal gesehen
haben, wird einiges an Zeit vergehen. Der Hersteller hat sogar drauf
geachtet, dass sich die Schiffe alle ein wenig anders steuern. Wirklich
atemberaubend ist dann natürlich die Grafik. Leider braucht man aber dafür
einen leistungsstarken Computer. Habt Ihr diesen und mögt Ihr
Weltraum-Simulationsspiele, so dürft Ihr sofort zu dem Spiel greifen.
Grundlegend hat uns X3: Reunion gut gefallen und daher können wir das Spiel
- trotz diverser Kritikpunkte - auch zum Kauf empfehlen.
Features:
- Die Grafikengine von X3 - REUNION reizt DirectX 9 bis an seine Grenzen
aus. Mit der Pixel-Shader-Technologie können realistische Reflexionen auf
verschiedensten Oberflächen generiert werden, während die Geometrie der
Objekte durch Bump Maps, Specular Maps und echter Per-Pixel-Beleuchtung um
ein Vielfaches detailreicher gestaltet wird.
- Das völlig neu entwickelte Wirtschaftssystem erlaubt unterschiedliche
Strategien, um in einer sich frei entwickelnden Wirtschaft siegreich aus
Handelskriegen hervorzugehen. Ob Monopol-Bildung oder Sabotage - alle Wege
stehen dem erfahrenen Händler offen. Fabriken werden nun auch von
Nichtspieler-Charakteren errichtet, die ihre Strategien den wechselnden
Bedingungen anpassen. In einzelnen Sektoren ausbrechende Kriege wirken sich
auf die gesamte Wirtschaft aus. Dadurch (und durch viele andere Ereignisse)
bieten sich immer wieder Gelegenheiten, welche sowohl Neulinge als auch
X-Veteranen vor ständig neue Herausforderungen stellen.
- Die neue grafische Benutzeroberfläche erleichtert die Navigation und
ermöglicht dank Mausunterstützung den schnellen Zugriff auf sämtliche
Spieloptionen. Die Steuerung kann selbstverständlich nach wie vor auch per
Joystick oder Tastatur erfolgen.
- Die Funktionen sämtlicher Steuerungselemente lassen sich frei zuweisen und
speichern, sodass jeder Spieler seine bevorzugte Eingabemethode individuell
festlegen kann.
- Für X3 wurden mehr als 200 neue 3D-Modelle entworfen, deren Detailgrad in
einer völlig anderen Liga als noch bei X2 spielt. Raumschiffe aus zigtausend
Polygonen (im Schnitt etwa zehnmal mehr als im Vorgänger) und in
Kinoqualität erstellte Objektoberflächen machen X3 zu einem der ersten Titel
einer neuen Generation von Computerspielen.
- Auch das X-Universum selbst wurde komplett überarbeitet und enthält nun
hochdetaillierte Szenarien wie Asteroidenfelder, dichte Gasnebel,
Raumschiff-Friedhöfe und vieles mehr. Raumstationen schweben oft in
niedrigen planetaren Umlaufbahnen, wodurch Raumpiloten den Planeten viel
näher kommen, als es bisher möglich war.
- Zahlreiche neue Technologien und Waffensysteme erlauben dem Spieler in
Gefechten eine noch höhere Feuerkraft. Mithilfe der überarbeiteten
Zielerfassung lassen sich darüber hinaus mehrere Ziele gleichzeitig
verfolgen und bekämpfen.
- Die Collector's Edition mit 3 DVDs beinhaltet zusätzlich ein Hörspiel in
Topqualität, einen Kalender und ein Handbuch mit ca. 120 Seiten in Farbe
|