|
Einleitung:
Runden- und Echtzeit-Strategiespiele
gehören seit vielen Jahren mit zu den beliebtesten Genres auf dem
PC. Mittlerweile sind schon unzählige mehr oder weniger gute Spiele
erschienen. Vor allem der 2. Weltkrieg hat es den Entwicklern
angetan. Genau in dieser Zeitepoche ist auch das neuste The Games
Company-Spiel angesiedelt. Es handelt sich dabei um das Spiel War
Leaders: Clash of Nations. Entwickelt wurde das Strategiespiel
übrigens von dem spanischen Entwickler Enigma Software Productions,
die bis jetzt durch Games wie Angels vs Devils, Hello Kitty Football
Cup 2002, Pro Soccer Cup 2002 oder ExcaliBug bekannt wurden. Wir
konnten jetzt die fertige PC-Version inkl. dem Patch 1.2 ausgiebig
testen. Ob sich das Spiel für alle Möchtegerngeneräle lohnt, erfahrt
Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Wie oben schon angedeutet ist War Leaders: Clash of Nations im Zweiten
Weltkrieg angesiedelt. Als eine von sieben historischen Nationen bestimmen
wir den Kriegsausgang selbst. Bevor wir uns allerdings auf das Schlachtfeld
begeben, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel
installiert und gestartet wurde, erscheint ein einführender Film, der uns
auf das bevorstehende Game einstimmt. Es folgt das Hauptmenü. In diesem
Bereich dürft Ihr zum einen unter Optionen alle spielrelevanten
Einstellungen vornehmen. Außerdem kann man eine bestehende Kampagne
fortsetzen oder einen gesicherten Spielstand laden. Am Anfang bietet sich
für jeden der Tutorialsbereich an. In dem Übungsbereich wird uns das
Spielprinzip über kleine Filme inkl. englischer Sprachausgabe und deutschen
Texten näher gebracht. Kommen wir nun zum Einzelspielerbereich, den wir
unter dem Menüpunkt "Neues Spiel" finden. Es folgt ein weiteres Menü, das
uns gleich drei unterschiedliche Spielarten anbietet. Unter schnelle
Schlacht kann jeder recht zügig direkt in den Kampf ziehen. Im Vorfeld dürft
Ihr aber noch alle möglichen Einstellungen vornehmen. Recht ähnlich ist auch
die eigene Schlacht. Bei dieser Spielart dürfen wir noch mehr Spieloptionen
- wie die beteiligten Nationen oder das Wetter - festlegen. Der wichtigste
Modus ist selbstverständlich die Kampagne. Nachdem wir uns für eine der
sieben auswählbaren Nationen (Frankreich, USA, Italien, England,
Deutschland, Russland oder Japan) entschieden haben, wird die Kampagne
passend durch einen kleinen Film und Texte eingeleitet. Natürlich dürft Ihr
auch hier vieles einstellen. Der Schwierigkeitsgrad ist genauso frei
wählbar, wie der Komplexitätsgrad oder die historische Genauigkeit. Endlich
kann der virtuelle Krieg beginnen.
Der Spieler erblickt nun eine 3D-Weltkugel, die in 175 Provinzen unterteilt
ist. Hier sollt Ihr nun rundenweise die wirtschaftlichen und politischen
Geschicke einer Nation leiten. Neben Forschung nach neuen Technologien und
Produktion der Militärausrüstung stehen diplomatische Akte, sowie
Spionage-Aktivitäten auf unserer Arbeitsliste. Dabei dürfen wir nie unser
Bankkonto oder die Rohstoffreserven aus dem Auge verlieren. Hinzu
kommt, dass wir uns auch um die einzelnen Provinzen kümmern müssen. Wie bei
dem Brettspiel Risiko sollen wir außerdem Truppen verschieben. Trifft unsere
Armee dann auf einen Gegner, so kommt es zur Echtzeitschlacht. Diese finden
an vielen unterschiedlichen Orten statt. Wer dazu keine Lust hat, der kann sich
auch den Ausgang der Schlacht direkt anzeigen lassen. Die
Schlachten selber laufen dann in Echtzeit ab. Dabei greift jede Nation auf
viele unterschiedliche Einheiten zurück. Panzer sind in dem Spiel genauso
vorhanden wie Infanteristen, Geschütze oder Flugzeuge. Der Hersteller setzt
bei den Auseinandersetzungen nicht nur auf banale Massenschlachten. Ihr müsst die
unterschiedlichen Einheiten immer taktisch klug einsetzen. So darf man z.B. Truppen in Häuser ziehen. Die Topographie
spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, denn durch die Örtlichkeiten kann man
viele Vorteile erringen. Ebenso wirkungsvoll sind die unterschiedlichen
Formationen. Truppen darf man übrigens auch Generäle zuweisen. Hierdurch
wird die Armee dann eigenständig in der Schlacht handeln. Angehende
Feldherren werden allerdings alles in der Hand behalten wollen und das ist
zum Teil auch ratsam, denn der Computer handelt bei weitem nicht so
geschickt, wie ein menschlicher Spieler. Sind dann noch Flugzeuge oder
Schiffe an einer Auseinandersetzung beteiligt, darf der Akteur zusätzlich
Bombardements anordnen. Diese fegen wirklich alles vom Bildschirm, was zum
Teil auch unfair ist. Zum Glück gibt es aber die passenden Gegenmaßnahmen
wie Abfangjäger oder Flags. So bestreiten wir eine Schlacht nach der anderen
und führen unsere Nation mit wirtschaftlicher, politischer und taktischer Weitsicht zum
Sieg. Wer jetzt glaubt, dass dieses Spiel im Mehrspielermodus sehr spaßig
wird, der muss leider in die Röhre schauen. Der Hersteller hat leider auf
einen Multiplayerpart verzichtet.
Technik:
Wie oben schon erwähnt, haben wir das Spiel mit dem Patch 1.2 getestet. Leider
mussten wir feststellen, dass dieser nicht alle Probleme behebt. Viele
kleine Bugs trüben immer noch das Gesamtbild. Hinzu kommen sehr lange
Ladezeiten. Die Grafik haut einen dann auch nicht vom Hocker. Die Weltkarte
zeigt nur wenige Details und wirklich schön ist sie auch nicht. Zumindest
werden uns ordentliche und übersichtliche Fenster angeboten, mit denen man
schnell klar kommt. Um einiges besser wird die Optik bei den Schlachten.
Allerdings müssen wir dazu sagen, dass Euer Rechner das auch mitmachen muss.
Obwohl wir das Spiel auf mehreren leistungsstarken PC´s getestet haben,
konnten wir das Spiel nicht in voller Grafikpracht problemlos laufen lassen.
Üble Ruckler und fiese Fehler schlichen sich ein. Erst als wir die Optionen
ein wenig heruntergeschraubt haben, konnte man das Spiel genießen. Dazu
müssen wir natürlich sagen, dass wir keinen kleinen Rechner haben. Die
angegebenen Systemanforderungen schaffen wir locker. Wer das Spiel zum
laufen bekommt, der wird zumindest nett modellierte und animierte Einheiten
und eine abwechslungsreiche Umgebung erblicken. Diese kann man sogar
zerstören. An gute Effekte hat der Hersteller dann auch noch gedacht. Der
Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Neben einer stimmungsvollen
Musik lauscht Ihr auch vielen passend eingespielten Ingamegeräuschen. Selbst
die englischen Synchronsprecher klingen ganz passabel - auch wenn man sich
für die deutschen Soldaten eine deutsche Sprachausgabe gewünscht hätte. Die
Steuerung geht einem erfreulich einfach von der Hand. Die Menüs bzw.
Schaltflächen sind allesamt selbsterklärend und da sich das Spiel am Genre
orientiert, wird jeder recht schnell mit der Lenkung klar kommen. Die KI der
computergesteuerten Einheiten ist leider nicht so gut. Wirklich intelligente
Handlungen sieht man so gut wie nie und so macht das Kämpfen gegen den
Computer nur selten Spaß.
Fazit:
War Leaders: Clash of Nations wäre ein wirklich gutes Spiel geworden, wenn
sich nicht viele kleine Fehler eingeschlichen hätten. Da sind zum einen die
unzähligen Bugs, die einen die Zornesröte ins Gesicht treiben. Wie kann es
in der heutigen Zeit sein, dass ein Spiel - selbst mit einem 1.2 Patch - immer
noch so viele Fehler aufweist. Damit verschreckt man viele Kunden. Der
Hersteller hätte lieber noch ein halbes Jahr länger an dem Spiel arbeiten
sollen um dann ein wirklich fertiges Game auf den Markt zu bringen. Mehr als
unverständlich ist auch, dass wir keinen Mehrspielermodus erhalten. Leider müsst Ihr darauf genauso verzichten, wie auf
kurze Ladezeiten. Allerdings ist nicht alles schlecht in dem Spiel. Das
Grundkonzept kann schon überzeugen. Zum einen müsst Ihr die Geschicke einer
Nation im wirtschaftlichen und diplomatischen Bereich leiten um dann auf dem
Schlachtfeld Eure Interessen durchzusetzen. Selbst diese Kämpfe laufen recht
spaßig ab, denn nur, wenn man taktisch klug vorgeht, wird man schnell ein
Match gewinnen. Leider können die Spiele gegen den Computer nur wenige
Stunden am Bildschirm binden. Recht schnell durchschaut man ihn und seine
Vorgehensweise, wodurch das Gameplay verflacht. Wer also Runden- und
Echtzeit-Strategiespiele mag und gerne im Zweiten Weltkrieg eine Nation zum
Sieg führen möchte, der kann gerne bei diesem Spiel zuschlagen. Allerdings
solltet Ihr mit vielen Macken leben können. Wahlweise würden wir sogar jedem
raten zu warten, bis ein weiterer Patch die gröbsten Fehler beseitigt. Kommt
dieser irgendwann, so könnte das Spiel sogar richtig Spaß machen.
Features:
- 175 kontrollierbare Territorien rund um die Welt
- über 250 spielbare Einheiten aus 25 verschiedenen Gattungstypen (Land,
Wasser, Luft)
- völlige Kontrolle über Ressourcen, Handel, Produktion, Forschung &
Entwicklung, Truppenbau etc.
- zerstörbare Maps mit Terraforming-Effekten
- Integration von historischen Fakten (Filmmaterial, Zeitungsberichte, etc.)
- Erstmals die sieben wichtigsten Anführer des Zweiten Weltkrieges spielbar
- Packende Mischung aus Echtzeit- und Runden-Strategie
- Über 80 Stunden Spielzeit in der Kampagne
- Vollkommen freier Spielverlauf
|