|
Einleitung:
Square-Enix bringt schon
seid Jahren Rollenspiele auf den Markt. Die wohl bekannteste Serie ist Final
Fantasy. Daneben gibt es aber noch weitere Rollenspiele. Eines davon wäre
die Saga-Reihe, die schon seid den 16 Bit-Tagen in regelmäßigen Abständen
erscheint. Nun hat es die Serie sogar auf die Playstation 2 geschafft und
Rollenspieler dürfen sich in das neueste Square-Enix Abenteuer stützen. Es
handelt sich hierbei um das Spiel Unlimited Saga. Wir konnten jetzt die
fertige Playstation 2 Version testen. Ob sich das Spiel für Rollenspielfans
lohnt erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Das Spiel wird von Akitoshi Kawazu produziert, der aktuell das neu
gegründete "Game Developers Studio" von Square leitet. Er arbeitete auch
schon an Titel wie Legend of Mana, Final Fantasy und der Saga-Reihe. Zu
dieser gehört auch das Spiel Unlimited Saga, dass nun auf der Playstation 2
erscheint. Wer jetzt glaubt das Unlimited Saga genauso optisch opulent
daherkommt wie die Final Fantasy Reihe muss sich schnell eines besseren
belehren lassen. Das Spiel hat mit diesem Stil überhaupt nichts zu tun und
so wird es mit der ganz eigenen Optik auch viele Spieler erst einmal
abschrecken. Kommen wir aber erst einmal zum Spiel selber. In Unlimited Saga
geht es um die sieben Weltwunder, in denen magische Kräfte schlummern. So
ist schnell klar, dass gerade das Böse davon angezogen wird. Sie wollen die
Kräfte für sich nutzen und so liegt es in der Hand der sieben Helden dieses
zu verhindern.
Die Helden sind die unterschiedlichen Charaktere Laura (Ex-Pirat), Mythe
(Erfinder), Kurt (Abenteurer), Judy (Magierlehrling), Armic (ein männlicher
Chapa), Ventus (Kurier) und Ruby (Wahrsagerin/Schwindlerin). Jeder dieser
Charakter hat unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten die man in dem
Spiel und im Handbuch nachlesen kann. Der Spieler darf nun verschiedene
Spielarten auswählen. Zum einen wäre da der Free Scenario Modus. Hier erlebt
der Spieler das Spiel durch die Augen verschiedener Charaktere. So wird das
Abenteuer aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Zuerst wird ein
Charakter ausgewählt mit dem man dann in das Spiel startet. Jeder Charakter
hat seine eigene Geschichte - auch wenn man sich in das gleiche Abenteuer
stürzt. Im Laufe des Spiels begegnet der Spieler dann den anderen
Protagonisten die in die Gruppe aufgenommen werden.
Im eigentlichen Spiel muss man erst den Punkt New Game aktivieren.
Anschließend erfolgt wieder die Charakterauswahl. Nun kann das Abenteuer
auch hier beginnen. Dieses basiert auf grafisch untermalte Menüs, die der
Spieler nutzt um sich durch die Städte oder Welten zu klicken. In Gilden
oder Kneipen werden neue Missionen angenommen wie z.B. ein Ungeheuer
bekämpfen. Nun klickt man sich Raum für Raum durch die Levellabyrinthe um
auf Fallen, Gegner oder Schlüssel zu treffen. Kommt es zum Kampf wird die
Ansicht von der 2D Comicoptik in eine 3D Kampfansicht geändert. Nun läuft
der Kampf in altbekannter Rollenspielmanier ab. Der Spieler wählt seine
Aktionen aus die dann ausgeführt werden. Je nachdem wie viel Glück und
Können man hat nimmt der Gegner Schaden. Da das Spiel selber in einer Optik
präsentiert wird, die nicht mehr zeitgemäß ist, sind diese Kämpfe eine wahre
Augenweide. Hinzu kommt das die Charaktere Waffen Talente erwerben, die sich
zu Combos verketten lassen. Hat man einen weiteren Charakter dürfen sogar
Teammanöver ausgeführt werden.
Das rundenbasierte Kampfsystem wurde relativ taktisch ausgelegt. Der Spieler
kann 5 Aktionen in einer Runde ausführen, wobei irrelevant ist wie viele
Kämpfer er hat. Diese Befehle lassen sich auf einen oder mehrere
Protagonisten aufteilen und sind somit frei verteilbar. Hinzu kommt das
Spezialattacken oder Magie-Anwendung wertvolle Trefferpunkte kosten. Das
gleiche passiert bei gegnerischen Angriffen. So kann der Spieler nun
stundenlang Combos ausprobieren oder Aktionen optimieren ohne von
Nebensächlichkeiten wie 3D Welten gestört zu werden. Geht ein Spieler ohne
Vorwissen in das Spiel fragt er sich schnell - was soll das denn für ein
Spiel sein. Dazu muss man sagen, dass dieses Spiel für Rollenspielprofis
entwickelt wurde, die sich nur auf umfangreiche Handlung und das komplexe
Charaktersystem konzentrieren sollen. Auf unnötigen Schnickschnack wie guter
Optik und Effekten wurde genauso bewusst verzichtet wie auf wunderbare
Welten in denen der Spieler herumlaufen kann. Ob dieses Prinzip bei der
Masse an Spielern ankommt ist natürlich eine andere Frage. Hier werden sich
die Geister wohl extrem scheiden.
Technik:
Optisch ist das Spiel zweigeteilt. Bis auf die Kämpfe wird man sich in
animierten Bildern wieder finden die absolut nichts zu bieten haben außer
einem netten Comicstil. So etwas wie Polygon-Umgebungen oder
computergerenderte Hintergründe wird der Spieler nicht finden. Gespräche
bzw. Story werden per Text eingeblendet und über Sprechblasen den
Charakteren zugeordnet. In Städten oder z.B. Kneipen angekommen wird es nur
bedingt besser. In knappen Menüs wählt der Spieler zwischen den einzelnen
Aktionen wie Shopping, Gespräche oder einer neuen Mission aus. In einem
Labyrinth angekommen wird dieses mit den geringsten Mitteln angezeigt.
Auftauchende Schlüssel oder Gegner blitzen durch Bilder auf. Kommt es dann
mal zu einem Kampf sieht die Sache ein wenig besser aus. Hier gibt es
endlich gute Animationen und Effekte zu sehen. Nur die Kämpfer hätten mehr
Details vertragen können. Geschockt wird man dann noch, wenn aus der
normalen Spielegrafik ab und zu ein nett anzusehendes Intros eingespielt
wird. Mit so etwas rechnet man gar nicht. Daneben gibt es noch einen Sound.
Dieser kommt eigentlich recht gut rüber. Die Stimmen sind - wie das ganze
Spiel - in englischer Sprache. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse wird man
leider von der Story wenig mitbekommen. Zumindest bringen die Stimmen die
Charaktere gut rüber, auch wenn es durch die fehlenden Animationen etwas
ärmlich aussieht. Ansonsten ist die Steuerung recht schnell erlernt. Mit
Hilfe des deutschen Handbuchs muss man sich allerdings erst einmal in das
Spiel einarbeiten.
Fazit:
Unlimited Saga wird nicht jedem gefallen. Es soll allerdings auch Spieler
ansprechen, die sich auf das wichtigste in einem Rollenspiel konzentrieren
wollen. Spieler die neben den Kämpfen und dem Aufbauen noch eine nette
Umgebung erleben möchten werden hier komplett enttäuscht werden. Nur bei den
Fights wird die ansonsten ärmliche Optik von einer zeitgemäßen Grafik
abgelöst. Da hilft auch nicht, dass die Comicfiguren liebevoll gezeichnet
worden sind. Negativ fällt vor allem auf das nur die Kämpfe animiert worden
sind. Auf diese Spieloptik muss man sich erst einmal einstellen. Die
eigentliche Stärke des Spiels liegt eindeutig bei dem komplexen
Charaktersystem und den umfangreichen Multihandlungen. So kann das
Talentsystem mit den erstellbaren Manöver- und Combolisten vor allem
überzeugen. Rollenspielfanatiker wird dieses Prinzip bestimmt ansprechen.
Auch die Spielzeit ist extrem lang, denn locker wird der Spieler hier 350
Stunden verbringen können. Enttäuscht werden vor allem die Spieler sein, die
viel Action und eine dauerhaft gute Grafik fordern. Leider kommt dann auch
noch hinzu, dass Unlimited Saga nicht richtig lokalisiert wurde. Wenn es in
deutscher Sprache erschienen wäre hätte es bestimmt noch mehr Spieler
ansprechen können. So werden nur die extremen Rollenspielfans von der
Vielfalt und der Spieltiefe angesprochen. Alle anderen werden wohl alleine
von der Optik und der Präsentation abgeschreckt. Es schadet nicht, wenn
interessierte Käufer ein Probespiel durchführt, da sich die Spielergemeinde
bei Unlimited Saga bestimmt extrem spalten wird. Entschließt sich ein
Spieler zum Erwerb des Spiels, so bekommt er eine zusätzliche selbstlaufende
Demo-DVD von Final Fantasy X-2 mitgeliefert. Das entschädigt ein wenig für
die im Spiel gebotene Grafik.
Features:
- Mehr als 350 Stunden Spielspaß
- "Sketch-Motion" Grafik-Technologie
- Umfangreiches Kampfsystem
- 7 spielbare Charaktere
- 7 unterschiedliche Handlungsstränge mit verschiedenen Endings
|