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Einleitung:
Vor gut
vier Monaten erschien auf dem PC das heiß erwartete Rollenspiel Two Worlds.
Der angebliche Oblivion-Killer konnte leider nur bedingt überzeugen. Viele
kleine Bugs trübten das Gamerherz. Nach diversen Verschiebungen ist es jetzt
auch auf Microsofts Xbox 360 soweit, denn Zuxxez bringt das Reality
Pump-Spiel auf den deutschen Markt. Käufer können sich übrigens schon im
Vorfeld freuen, denn der Hersteller gönnt uns nicht nur die einfache
PC-Umsetzung. Sämtliche bis dato erschienenen Updates sowie der
Service-Release 1.5 sind bereits in der Version für Xbox 360 enthalten. Wir
konnten uns jetzt die Konsolenumsetzung ausgiebig ansehen. Ob sich das Spiel
für alle Genrefans lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum
Spiel:
Wie bei solchen Spielen üblich, kommt so ein Rollenspiel nicht ohne eine
Story aus. Die Schlacht der Götter vor Urzeiten erschütterte die Welt in
ihren Grundfesten. Der mächtige Kriegsgott Aziraal plante damals, mit seinen
dunklen Anhängern die Macht an sich zu reißen. Aber die übrigen Götter
konnten den finsteren Plänen Einhalt gebieten und verbannten Aziraal an
einen geheimen Ort. Die riesigen Armeen der Orks irrten ohne ihren
göttlichen Führer kopflos umher und zogen sich schließlich in das südliche
Ödland zurück. Ein trügerischer Frieden brach an. Selbst jetzt, tausende von
Jahren später, kennt kein menschliches Wesen die Stelle, an der Aziraal
begraben liegt. Die Götter hüten dieses Geheimnis gut. Zu groß ist die
Gefahr, dass dunkle Machenschaften Aziraal wieder auf diese Welt verhelfen.
Aber das labile Gleichgewicht zwischen den zivilisierten Reichen und den
wilden Horden des Ödlands ist bedroht. Einige Zwerge sind bei ihren
Expeditionen in die Tiefen der Berge von Thalamont zufällig auf den Tempel
einer unbekannten Gottheit aus uralten Zeiten gestoßen. Rasch verbreiten
sich Gerüchte, dass sich die gefundenen Artefakte und Schriftrollen auf
keinen Geringeren als Aziraal selbst beziehen und zudem Hinweise auf die
Lage seine Grabstätte liefern. Die Jagd auf die sagenumwobenen Fundstücke
beginnt, und auch die Orks haben Wind von der Neuigkeit bekommen. Angespornt
von einer neuen Spur ihrer Gottheit flammen die Vorbereitungen für eine neue
Invasion der dunklen Horden auf. Aber die eigentliche Gefahr für die Welt
lauert in einer anderen Sphäre: Hinter den Kulissen hat bereits ein stiller
Krieg begonnen. Urkräfte wirken im Hintergrund und wollen das Schicksal der
Welt nach ihrem Gutdünken gestalten. Eine Welt mit oder ohne Aziraal. Eine
Welt des Guten oder des Bösen. Nur eine der zwei Welten kann existieren.
Bevor wir in das Abenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem das Spiel gestartet wurde, erscheint das obligatorische
Hauptmenü. Hier findet Ihr die Menüpunkte "Neues Spiel", "Spiel fortsetzen",
"Xbox Live", "Steuerung" und "Einstellungen". Wie gewohnt kann man unter zu
letzt genannten Punkt alle spielrelevanten Einstellungen wie Video oder
Sound vornehmen. Die Steuerung wird dann unter gleichnamigen Punkt erklärt.
Wer mag, der kann das Spiel auch über Xbox-Live spielen. Im
Mehrspielerbereich können bis zu acht Spieler gleichzeitig die
mittelalterliche Fantasywelt entdecken. Die meisten werden sich natürlich
erst einmal auf den Einzelspielermodus stürzen. Diesen starten wir über den
Punkt "Neues Spiel". Bevor das Abenteuer beginnt, muss der Akteur noch einen
Charakter erstellen. Diverse Einstellmöglichkeiten lassen es zu, dass wir
unseren Avatar ganz individuell gestalten. Nachdem wir dann noch den
Schwierigkeitsgrad bestimmt haben, folgt ein einführendes Intro inkl.
deutscher Sprachausgabe. Hierdurch wird die Story passend eingeleitet. Unser
Held ist im Norden des Landes als Kopfgeldjäger unterwegs und sucht Hinweise
auf den Verbleib seiner Schwester, von der er bei einem Überfall auf ihr
Heimatdorf vor drei Jahren getrennt wurde.
Der Einstieg in das Spiel ist leider nicht sonderlich gut gelungen, denn wir
laufen ein wenig orientierungslos durch die Gegend. Am
Anfang lernen wir erst einmal unseren Helden und die Steuerung ein wenig
kennen. Dann können wir uns in die riesige Spielwelt begeben. Die Betonung
liegt auf riesig, denn Euch erwartet eine unglaublich große und vor allem frei begehbare
Welt, die einen fast vom Sessel haut. Wir agieren mit unserer Spielfigur aus
der Third-Person-Perspektive. Davon gibt es unterschiedliche Ansichten, die
wir frei bestimmen dürfen. Zum Glück müssen wir unsere Umwelt nicht
ausschließlich zu Fuß erkunden. Im späteren Spielverlauf gönnt uns der
Hersteller neben einem Pferd auch andere Reittiere. Hinzu kommen Teleporter,
die uns zu den wichtigsten Orten bringen. Nützlich ist auch eine Karte, die
uns den Weg zu Städten oder anderen relevanten Orten weist. Auf unserer
Karte werden übrigens alle wichtigen Bereiche automatisch eingezeichnet. Es
lohnt sich also die Welt ausgiebig zu erkunden, um später gezielt Orte
aufzusuchen. Auf unserer Reise und durch erledigen von Aufgaben erfahren wir
mehr über die Welt. Es gibt z.B. diverse Gilden in dem Spiel. Bei jeder
Gruppierung dürfen wir Aufträge annehmen, die neben diverse Belohnungen auch
Vergünstigungen einbringen. Ist ein Quest erledigt, so werden gleich weitere
freigeschaltet. Haben wir also erst einmal einen Einstieg gefunden, so
werden wir recht gut durch das Spiel geführt. Daneben sollten wir aber die
Hauptstory nicht aus den Augen verlieren. Diese ist insgesamt recht kurz
ausgefallen. Da aber unzählige Nebenjobs auf uns warten, ergibt sich
insgesamt eine ordentliche Spielzeit. Wie wir das Spiel durchspielen und
welche Aufträge wir annehmen, bleibt selbstverständlich komplett uns
überlassen. Ihr dürft wirklich frei das Spiel erkunden und das machen, wozu
Ihr gerade Lust habt. Während des Abenteuers werden wir immer wieder auf
Gegner treffen, die uns nach dem Leben trachten. Das eigentliche Kampfsystem
ist sehr einfach ausgefallen. Taucht ein Feind auf, ziehen wir unsere Waffe
und prügeln solange mit einer Taste auf unseren Widersacher ein, bis dieser
das zeitliche segnet. Neben physischen Schäden kann unser Held auch Magie
einsetzen. Daneben können wir auch noch Tränke benutzen, um unsere Mana-
oder Lebensenergieleiste aufzufüllen. Mit welcher Waffe wir kämpfen, bleibt
ebenfalls uns überlassen. Der Hersteller gönnt uns eigentlich alle
genretypischen Tötungswerkzeuge. Von Schwertern über Äxte bis hin zu Magiestäben
ist alles vorhanden. Durch die gewonnenen Kämpfe erhält unser Held dann
obligatorische Erfahrungspunkte. Hierdurch dürfen wir unseren Charakter
individuell aufbauen. Vom kräftigen Krieger bis hin zum mächtigen Zauberer
ist alles möglich und so können sich Rollenspielfans so richtig auslassen.
Damit wir noch stärker werden, dürfen wir unsere Zauber und Waffen auch
aufrüsten. Daneben gibt es noch die Alchemie. Im Spiel findet Ihr immer
wieder Kräuter und Mineralien, die zu Tränken usw. zusammengemischt werden
können. So erkunden wir nun die große Spielwelt, reden mit Leuten, nehmen Quests an, kämpfen gegen eine Vielzahl von unterschiedlichen Gegnern, bauen
unsere Figur immer weiter auf und folgen der recht einfach gestrickten
Story.
Technik:
Der technische Bereich hat gute aber auch schlechte Seiten. Da wäre zum
einen die Grafik. Leider wird die Xbox 360 nicht voll ausgereizt. Zwar
werden wir zum Teil atemberaubende Landschaften zu sehen bekommen,
allerdings gibt es auch viele triste Innenlevel. Hier erwartet man eindeutig
mehr von einem Next-Gen-Titel. Zum Glück werden wir durch die sehr
detailreichen Außenareale anständig entschädigt. Hinzu kommt eine
bombastische Weitsicht. Wir können wirklich kilometerweit sehen und so die
virtuelle Welt voll genießen. Der Spaß wird dann aber in den Ortschaften
gebremst. Es ist leider nur selten möglich ein Haus zu betreten. Nett sind
auch die Tag- und Nachtwechsel. Durch schöne Lichteffekte sieht die Umwelt immer
wieder anders aus. Überzeugen kann auch das Design der Gegner. Sehr oft werden andere
Figuren gezeigt, die sich sogar recht geschmeidig
bewegen. Auch unsere eigene Spielfigur wurde ordentlich modelliert und
animiert. Das tröstet dann auch ein wenig über so manche Texturqualität
hinweg. Mager sind außerdem die Gesichter der Charaktere. Sie wurden recht karg
gestaltet, was vor allem bei den Gesprächen auffällt. Viel schmerzhafter
sind die immer wieder auftretenden Ruckler. Der Sound ist dagegen um einiges
besser. Neben diversen Ingamegeräuschen, werden wir auch einer
stimmungsvollen Musik lauschen. Hinzu kommen professionelle deutsche
Synchronsprecher, die ihre Arbeit wirklich gut machen. Leider wird die
Sprache nicht ganz Lippensynchron wiedergegeben. Die Steuerung klappt
grundlegend auch recht gut. Schnell hat man die Padbelegung erlernt und so
kann man direkt in das Spielgeschehen einsteigen. Übersichtliche Menüs und
selbsterklärende Schaltflächen erleichtern ebenfalls unser Leben und so
werden selbst Anfänger keine Probleme bekommen. Der Schwierigkeitsgrad ist
grundlegend recht fair. Da wir diesen frei bestimmen können, wird jeder eine
passende Herausforderung finden. Auf hammerharte Gegner werden wir trotzdem
immer wieder treffen. Die KI der Gegner ist ebenfalls nicht Perfekt. Sie verhalten sich häufig gleich und so sind sie eigentlich schell
auszurechnen. Hinzu kommt, dass sich neutrale Personen oftmals sehr unlogisch
verhalten. Da haben andere Spiele schon besseres abgeliefert. Obwohl es so
einige Macken in dem Spiel gibt, kann man dennoch mit der Technik grundlegend zufrieden sein.
Fazit:
Two Worlds ist ein gutes Rollenspiel, das aber nicht den Genrethron erobern
kann. Das liegt an vielen Kleinigkeiten. So ist z.B. die Grafik nicht immer
zeitgemäß. Vor allem die Innenbereiche sehen oftmals sehr öde aus. Außerdem
ist es sehr schade, dass wir viele Gebäude nicht betreten dürfen. Zumindest
werden wir durch die imposante Außenansicht, viele Effekte und eine enorme
Weitsicht anständig entschädigt. Hinzu kommt ein interessanter
Mehrspielerbereich, indem bis zu acht Leute auf Monsterjagd gehen können.
Das Kampfsystem wird allerdings vielen zu einfach sein. Oftmals arten die
Kämpfe in reinen Buttonorgien aus. Hinzu kommen dann noch sehr berechenbare
Gegner. Gerade in der heutigen Zeit erwartet man ein wenig mehr Intelligenz
von seinen computergesteuerten Widersachern. Wirklich toll ist die Freiheit
in dem Game. Wer Lust auf ausgiebige Erkundungstouren hat, der kann stundenlang
durch die riesige Welt streifen. Steht Ihr lieber auf Nebenquests und
aufleveln Eures Charakters, so könnt Ihr auch dieses ausgiebig machen. Da
wir dann noch unseren Helden frei entwickeln dürfen, wir jeder das Spiel
anders erleben. Die Hauptstory selber ist dagegen zu Kurz und unspektakulär
ausgefallen. Wer also auf westliche und vor allem frei spielbare
Rollenspiele steht und technische Macken genauso verschmerzen kann, wie
etwas dröge Hack & Slay-Kämpfe, der wird sich in der riesigen Welt von Two
Worlds bestimmt sehr wohl fühlen. Auch wenn nicht alles Perfekt ist, so hat
uns das Spiel insgesamt gut gefallen.
Features:
- riesige Entscheidungsfreiheit. Die Welt lebt ihren eigenen Rhythmus und
reagiert auf die Aktionen des Spielers.
- packende, nicht lineare Geschichte. Der Spieler kreiert seine eigene
Story, indem er Einfluss durch die Lösungsweise des Hauptziels sowie
verschiedener kleinerer Quests nimmt.
- spektakuläre und sehr dynamisch choreographierte Kämpfe. Das Kampfsystem
kombiniert intuitive Entscheidungen und taktische Maßnahmen zu einem
kinoreifen visuellen Erlebnis.
- umfangreiche Möglichkeiten zur Charakterentwicklung. Spieler können mit
verschiedenen Karrieren experimentieren und sogar Persönlichkeitsattribute
zurücknehmen, indem sie so genannte ?Karriererwechsler? aufsuchen.
- große Vielfalt versteckter Gegenstände. Zufällig generierte Utensilien,
verschiedenste Kombinationsmöglichkeiten und Sammelreihen bilden einen
ständigen Anreiz, nach neuen Gegenständen Ausschau zu halten.
- großzügiger Einsatz grafischer Hochglanzmittel. Pixel Shader 2.0 und 3.0,
High Dynamic Range Rendering und eine einzigartige Schatten-Engine sorgen
für visuellen Hochgenuss.
- realistische Umweltdarstellung. Die natürliche Darstellung von Bäumen und
Sträuchern sowie ein hoch entwickeltes Wettersystem sorgen für noch mehr
Realismus.
- packender Multiplayermodus. Im Mehrspielerbereich können bis zu acht
Spieler gleichzeitig die mittelalterliche Fantasywelt entdecken.
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