Kommen potenzielle
Blockbuster in die Kinos, so sind passende Spiele zu den Filmen nicht weit. So
auch bei dem Sequel zu Tron. Der Kinofilm wird Ende Januar mit dem Titel
Tron: Legacy in den deutschen Filmspielhäusern anlaufen. Gleichzeitig bringt
Disney das 3rd-Person-Action-Adventure Tron: Evolution auf den Markt.
Erscheinen wird das Game übrigens für Xbox 360, Playstation 3, PC, Wii,
Nintendo DS und PSP. Wir konnten uns in den letzten Tagen die fertige
PS3-Version ausgiebig ansehen. Ob sich das Spiel nicht nur für Filmfans
lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Selbstverständlich werden wir nicht grundlos in das Spiel geschickt. Tron:
Evolution erzählt die Geschichte, die zeitlich zwischen den beiden
Kinofilmen liegt. Der Spieler geht auf eine Abenteuerreise durch eine
riesige Digitalwelt voller hochdynamischer Wurfscheibenduelle und
fortschrittlicher Lichtmotorräder. In dem Prequel zum Blockbuster Tron:
Legacy erkunden wir mit der Freerunning-Variante Parkour die Städte von Tron,
bekommen es mit verschiedenen Gruppierungen zu tun und kämpfen einen
epischen Kampf gegen eine scheinbar unaufhaltbare Armee. Hier treffen wir
auf rebellische Splittergruppen und einen fiesen Diktator. Bevor wir
allerdings in das Abenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem das Spiel gestartet wurde, erscheint nach einem kleinen
Film das Hauptmenü. Dort befinden sich die Punkte Storymodus, Mehrspieler,
Optionen, Extras und herunterladbare Inhalte. Wie üblich kann man unter
Optionen die spielrelevanten Einstellungen für das Spiel, den Sound und die
Steuerung vornehmen. Hinzu kommt eine Komboliste, die eine nützliche
Auflistung von Tastenkombinationen zeigt. Daneben kann man noch die
3D-Optionen unter gleichnamigen Punkt einstellen. Natürlich müsst Ihr dafür
über ein 3D-fähiges Anzeigegerät verfügen. Unter Extras befinden sich dann
noch die Geheimnisse des Tron-Universum. Diese müssen allerdings im Spiel
erst freigeschaltet werden. Kommen wir nun zu den Spielarten. Wie in der
heutigen Zeit schon üblich darf ein Mehrspielerbereich nicht fehlen. Bei
Spielarten wie Deathmatch, Team-Detahmatch oder den Lightcycle-Rennen könnt
Ihr euch gegen andere Gamer auf den Spielrastern online messen. Das
Herzstück des Spiels ist wie üblich der Storymodus. Nachdem Ihr den
Schwierigkeitsgrad (Leicht/Normal und Schwer) bestimmt und die Helligkeit
eingestellt habt, kann das Abenteuer endlich beginnen. Es folgt ein
einführendes Intro inkl. deutscher Sprachausgabe. Dieses stimmt uns auf das
Spiel ein. Wir schlüpfen nun in die Haut unserer Spielfigur, einem
Wächterprogramm, der sich mehr oder weniger frei in einer virtuellen 3D-Welt
fortbewegt. Dieses Programm wurde übrigens von Kevin Flynn, einer der
Hauptcharaktere aus dem ersten Film, im System aktiviert. Neben den
ursprünglichen Basic-Programmen haben sich allerdings auch neue Subroutinen
sog. Isos gebildet. Da keiner weiß, woher diese kommen, möchte Flynn
herausfinden, was es damit auf sich hat. Außerdem droht eine baldige
Revolution. Ihr sollt also u.a. wieder Ordnung auf dem Raster herstellen.
Viel mehr wollen wir jetzt nicht verraten, denn das Spiel soll noch einige
Überraschungen für Euch bereithalten.
Gespielt wird aus der 3rd-Person-Perspektive in einer virtuellen Welt, die
hier Raster genannt wird. Damit wir die Orientierung nicht verlieren, gönnt
uns der Hersteller diverse Hilfen wie eine kleine Map oder eine
Hinweislinie im Spiel, die uns die Richtung für anstehende Ziele
vorgibt. Damit der Spieler die Steuerung kennen lernen, durchläuft er am
Anfang erst einmal ein Tutorial. Hier wird uns die Lenkung und das
Kampfsystem ausgiebig erklärt. Das ist auch notwenig, denn unser Held kann
nicht nur laufen. Daneben kann er noch an Wänden entlang rennen, klettern
und diverse Sprünge ausführen. Das muss dann auch immer wieder kombiniert
werden um die unterschiedlichen Sprungpassagen zu meistern. An bestimmten
Orten werden außerdem extrem weite Sprünge automatisch durchgeführt. Unsere
Spielfigur hat - wie bei solchen Spielen üblich - eine Grundwaffe, den so
genannten Diskus. Diesen können wir im laufe des Spiels in vier
verschiedenen Ausführungen bekommen. Den anfänglich schweren Diskus werdet
ihr mit der Zeit durch Upgrades zu Bomben-, Stör- oder Stasisversionen
aufpäppeln. Das war natürlich noch nicht alles. Durch absolvierte Aufgaben
bekommt der Akteur Punkte, die er an dafür vorgesehenen Terminals gegen
diversen Verbesserungen eintauschen kann. Hierdurch macht unsere Waffe noch mehr
Schaden oder er entzieht unseren Feinden Energie. Unsere Angriffe werden
zusätzlich mit Faustschlägen und anderen körperlichen Attacken ergänzt.
Hierdurch ergeben sich viele unterschiedliche
Angriffsvarianten. Damit unsere Figur nicht zu viel Schaden nimmt, nutzt
auch die Blockfunktion ausgiebig. Wer nur auf Angriffe setzt, der wird
schnell einen Spielabschnitt noch einmal durchspielen müssen. Das war noch
nicht alles. Durch längeres drücken der Vierecktaste kann unser Held auch
noch einen mächtigen Superangriff ausführen. Dieser dauert allerdings bis zu
seiner Ausführung recht lange und so ist es nicht leicht diesen anzusetzen.
Immer wieder werden nach einer gewissen Zeit Sequenzen eingespielt.
Hierdurch wird die Story immer weiter vorangetrieben. Ihr habt also nie das
Gefühl grundlos in einen neuen Spielabschnitt zu starten. Damit das ganze
Spiel nicht zu eintönig wird, müssen wir hin und wieder noch Panzer fahren
oder ein Lichtrennen auf dem Motorrad absolviert. So durchlaufen wir die
unterschiedlichen Levelabschnitte, meistern diverse Sprungpassagen und
Schalterrätsel, kämpfen gegen eine Vielzahl von Gegnern, lösen kleinere
Aufgaben, verbessern unsere Ausrüstung und folgen - dank netter
Filmeinspielungen - der Geschichte.
Technik:
Die Grafik haut einen leider nicht wirklich vom Hocker. Das liegt zum einen
an der Umgebung. Ihr agiert in recht trostlosen Räumen. Wirklich viele
Details oder tolle Texturen werdet ihr leider nicht zu sehen bekommen.
Zumindest gibt es nette Spiegelungen. Ab und zu erfreuen auch ein paar
kleinere Effekte unsere Augen. Man muss allerdings hierbei erwähnen, dass es
sich um eine künstliche Computerwelt handelt. Also eine blühende Vegetation
kann gar nicht vorkommen. Etwas besser haben uns die Figuren gefallen. Diese
wurden nett modelliert und animiert. Vor allem bei den Kämpfen zeigt unser
Held nette Bewegungsabläufe. Der Sound ist insgesamt ganz in Ordnung. Eine
nette stimmungsvolle Musik ist genauso vorhanden, wie gute Soundeffekte und
deutsche Synchronsprecher. Allerdings stellt sich schnell die Frage, warum
unser Avatar keine Stimme hat. Schade eigentlich, denn durch sein Schweigen
wird die Atmosphäre etwas gedrückt. Die Steuerung ist leider schwammig.
Gerade bei den akrobatischen Sprungeinlagen bekommt ihr das zu spüren.
Oftmals fallen wir ins Nirwana, da unsere Spielfigur nicht das macht, was
wir von Ihr verlangen. Zumindest klappt die Lenkung bei den Kämpfen ganz
gut. Lobend erwähnen muss man die Kontrollpunkte. Ein Ableben wird nicht
wirklich bestraft. Da die Punkte recht kurz gesetzt wurden, muss man nur
wenig machen um an der gleichen Stelle des Spiels zu gelangen. Die KI der
Gegner ist genretypisch mager. Wirklich intelligent verhalten sie sich
nicht. Schade eigentlich. Der Schwierigkeitsgrad ist dank einstellbarer
Stufe fair. Anfänger werden genauso gefordert wie Genrekenner.
Fazit:
Tron: Evolution ist ein nettes aber kein wirklich tolles Spiel. Gefallen
können vor allem die spannende Story, die vielen unterschiedlichen
Gegnertypen und die kleinen Rollenspielelemente. Nett ist auch, dass das
Spiel Playstation-Move und 3D unterstützt. Auch die Kombination aus
actionreichen Kämpfen und anspruchsvollen Sprungpassagen kann eine Zeit lang
am Bildschirm binden. Allerdings vergeht einem der Spaß ein wenig durch die
schwammige und ungenaue Steuerung. Auch das sehr lineare Missionsdesign und
die etwas dröge Grafik hätten besser sein können. Wirklich störend ist
außerdem die Kamera, die nicht immer optimal das Geschehen zeigt. Da aber
eine gute Geschichte erzählt und diese dann noch durch viele kleine
Sequenzen immer wieder vorangetrieben wird, können sich Tron-Fans gut mit
den kleinen Macken arrangieren. Wer also die Filme mag und schon immer gerne
in das Tron-Universum eintauchen wollte, der darf gerne bei dem Game
zuschlagen. Erwartet allerdings nicht zu viel von dem Spiel.
Features:
- Rasante Kämpfe - Bekämpfe die Feinde auf Deiner Mission mit Licht-Discs
und einer dynamischen Kampfstil-Mischung mit Parkour-Elementen.
- Heiße Rennaction - Fahre Hochgeschwindigkeitsrennen und kämpfe auf
blitzschnellen Lichträdern aus dem TRON-Universum.
- Erforsche die Hintergründe - TRON: Evolution erzählt die Vorgeschichte zum
Kinofilm "TRON: Legacy" und offenbart viele Hintergrundinformationen zum
umfangreichen TRON-Universum.
- Online/Multiplayer - TRON: Evolution liefert ein innovatives
Online-Spielerlebnis, in dem sich die Figuren ständig weiterentwickeln.