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Einleitung:
Fans von Rollenspielen bekommen endlich
neues Futter, denn Atari bringt das heiß erwartete Spiel The Witcher
auf den deutschen Markt. Entwickelt wurde dieses von dem recht
unbekannten polnischen Studio CD Project. Schon im Vorfeld sorgte
das Rollenspiel durch sein taktisches, spannendes
Echtzeit-Kampfsystem für Aufsehen. Wir konnten uns die fertige
PC-Version jetzt ausgiebig ansehen. Ob die hohen Erwartungen erfüllt
wurden und ob sich eine Anschaffung für Genrefans lohnt, erfahrt Ihr
in unserem Test.
Zum Spiel:
Ganz ohne Grund werden wir natürlich nicht in das Abenteuer
geschickt. Der Spieler schlüpft bei The Witcher in die Haut des
weißhaarigen Hexers Geralt, einem sagenumwobenen Monsterjäger und
meisterhaften Schwertkämpfer mit überirdischen Fähigkeiten und
Reflexen. Auf der Suche nach seinen verlorenen Erinnerungen wird
Geralt ohne seinen Willen in einen Machtkampf verstrickt, der die
Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Das Ganze wird
selbstverständlich zu Beginn passend durch ein gut gemachtes Intro
inkl. deutscher Sprachausgabe eingeleitet. Hier lernen wir Geralt
und seine Fähigkeiten ein wenig kennen. Im Anschluss folgt das
Hauptmenü mit den Punkten "Neues Spiel", "Spiel laden" und
"Optionen". Wie gewohnt könnt Ihr unter zu letzt genannten Punkt
alle spielrelevanten Einstellungen wie Grafik, Sound, Spiel oder
Steuerung vornehmen. Wer einen bestehenden Spielstand hat, darf
diesen unter Spiel laden aktivieren. Alle anderen müssen zu Beginn
ein neues Spiel unter gleichnamigen Menüpunkt starten. Nachdem wir
den Schwierigkeitsgrad (Leicht/Mittel/Schwer) bestimmt haben, dürfen
wir noch festlegen, ob wir mit Maus oder Maus und Tastatur spielen
wollen. Es folgt ein weiterer recht langer Film, der die Story
stimmungsvoll einleitet. Jetzt schlüpfen wir endlich in die Haut des
Hexers, der verwundet und ohne Gedächtnis auf einem Karren liegt.
Dieser wird gerade zu einer Burg gebracht, wo sich freundlich
gesinnte Leute um uns kümmern. Allerdings herrscht nicht lange Ruhe,
denn die Burg wird von dem so genannten Professor und seinen Leute
angegriffen. Somit werden wir direkt mit einem Kampf konfrontiert.
Dieser wird allerdings keinen Spieler überfordern, denn wir
durchlaufen ein Tutorial. Der Übungsbereich bringt uns das
Spielprinzip und die Steuerung in kleinen Schritten näher. Das ganze
wird dann noch durch viele Filmeinspielungen zusammengehalten und so
wird selbst dieser Bereich nicht langweilig. Hier merken wir auch
schon, dass The Witcher eine wirkliche Story inkl. vieler
interessanter Wendungen hat. Wir agieren nun mit unserem Helden in
einer düsteren mittelalterlichen Welt. Diese ist sehr lebendig, denn
überall bewegt sich etwas. Allerdings können wir keine riesige
Spielwelt im Format anderer Genrevertretern erkunden. Vielmehr gönnt
man uns recht gradlinige und vor allem vorgegebene Wege. Es stehen
zahllose Haupt- und Nebenquests an. Wir sollen immer wieder etwas
anderes erledigen. Mal soll der Held diverse Monster töten oder
bestimmte Aufgaben erfüllen. Mit eingebunden in diese Quests sind
auch die diversen Charaktere, die alle eine eigene Persönlichkeit
haben. Diese wurden in dem Spiel hervorragend ausgearbeitet und so
wachsen einen die Figuren richtig ans Herz.
Damit wir bei den Aufgaben den Überblick nicht verlieren, gönnt man
uns ein Questbuch. Hier kann man Quest direkt anwählen und auf der
übersichtlichen Karte anzeigen lassen. Ein Pfeil deutet dann immer
an, wohin wir als nächstes müssen. Auf den ausschweifenden
Erkundungstouren trefft Ihr zahllose Gegner, die es auf uns
abgesehen haben. Es folgen spannende Kämpfe, die ein wenig anders
ablaufen. Banale Hack&Slay-Einlagen gibt es nicht, denn die
Auseinandersetzungen sind vielmehr eine Mischung aus Kämpfen und
direkten Reaktionsaufgaben. Gekämpft wird nämlich in Echtzeit, wo
wir über Schaltflächen unsere Kampfstile anwählen. Wer eine kurze
Überlegungspause einlegen möchte, braucht nur die Leertaste drücken.
Schon pausiert das Spiel und wir können in aller Ruhe unsere
nächsten Handlungen überdenken. Neben unseren diversen
Schwertattacken kann der Held auch unterstützende Magie einsetzen.
Am meisten benutzt Ihr allerdings das Schwert, das nach einer
Aktivierung automatisch auf die Gegner eindrischt. Zum richtigen
Zeitpunkt müsst Ihr allerdings die Maustaste noch einmal drücken um
wirkungsvolle Kombos auszulösen. Hinzu kommen dann noch
Finishing-Moves. Wir werden hierdurch förmlich gezwungen, den
Kämpfen aufmerksam zu folgen. Nur wenn wir reaktionsschnell die
Taste drücken, wird ein Gegner schnell besiegt sein. Geralt verfügt
nicht nur über eine Waffe. Das normale Schwert setzt der Held gegen
menschliche Gegner ein. Daneben hat er auch noch ein Silberschwert,
das Monster schnell ins Jenseits schickt. Die jeweiligen
Schwertattacken kombiniert man dann noch mit drei Kampfmodi. Welchen
wir einsetzen, hängt klar vom Gegner ab. Schwere und langsame Feinde
brauchen schwere Attacken, während leichte und flinke Gegner eher
mit schnellen Schlägen niedergestreckt werden. Hinzu kommen dann
noch Gruppenangriffe, die gleich mehrere Gegner ins Visier nehmen.
Wie bei solchen Spielen üblich, spielen auch Tränke eine wichtige
Rolle. Vor allem bei den schwereren Schwierigkeitsstufen werdet Ihr
ohne diese kaum Erfolge einfahren. In der virtuellen Welt findet der
Hexer diverse Zutaten, die er einsammelt und mit Hilfe von Büchern
bzw. Rezepte zu nützlichen Tränken umwandelt. Diese solltet Ihr
allerdings nicht zu häufig einwerfen, denn sie vergiften unseren
Helden auch. Durch die vielen unterschiedlichen Objekte herrscht schnell
Chaos im Inventar. Bei Truhen und obligatorischen Händlern kann man
allerdings vieles ausmisten und so für Ordnung sorgen. Ein
genretypisches Charaktersystem gibt es dann auch noch. Durch die
Kämpfe und erledigten Quests erhält unsere Spielfigur
Erfahrungspunkte, die uns mehrstufige Talente einbringen. Damit kann
man z.B. seine Fähigkeiten beim Kampf oder bei der Magie steigern.
So agieren wir nun durch die diversen Umgebungen, suchen diese nach
nützlichen Objekten ab, erledigen diverse Aufgaben, kämpfen gegen
eine Vielzahl von Gegnern, bauen unseren Charakter immer weiter auf
und folgen vor allem der sehr interessanten Story.
Technik:
The Witcher kann nicht nur spielerisch
überzeugt.
Auch bei der Grafik kann man wenig aussetzen. Ihr werdet sehr viele
unterschiedliche Umgebungen zu sehen bekommen. Diese wurden liebevoll
gestaltet und mit
vielen Details versehen. Tolle Licht- und Schattenspiele sind
genauso vorhanden, wie diverse Effekte. Vor allem die Außenbereiche
können hier glänzen. In Gebäuden geht die Grafikpracht dann ein
wenig verloren, denn das Innere sieht oftmals sehr gleich und etwas
dröge aus. Allerdings wurde auch hier vieles animiert. Wirklich
beeindruckend sind die unzähligen Filme, die wir immer wieder zu
sehen bekommen. Vor allem die Gesichter wirken äußerst realistisch
und durch eine interessante Kameraführung wird das Spiel sehr
spannend in Szene gesetzt. Wirklich gelungen sehen auch die Figuren
aus. Sie wurden nicht nur gut modelliert, sondern auch erstklassig
animiert. Vor allem bei den Kämpfen werden wir viele atemberaubende Moves
erblicken. Zufrieden kann man auch mit dem Sound sein.
Neben diversen Kampf- und Ingamegeräuschen lauscht Ihr auch einer
stimmungsvollen Musik. Hinzu kommen professionelle Synchronsprecher,
die den Charakteren Leben einhauchen. Mit der Steuerung kommt man
eigentlich recht schnell klar. Dank eines einführenden Tutorial wird
man sehr schnell in das Spielgeschehen eintauchen können. Leider muss
man aber auch erwähnen, dass unser Held etwas träge auf unsere
Anweisungen reagiert. Es dauert eine gewisse Zeit, bis man sich an
seine Eigenarten gewöhnt. Zu späteren Zeitpunkten kommt man aber mit
der Lenkung gut zurecht und so kann man grundlegend alle Aktionen
sicher ausführen. Die KI der Gegner ist leider genretypisch.
Wirklich intelligente Handlungen sieht man so gut wie nie. Na ja,
man kennt das ja von solchen Spielen. Nerviger sind dagegen die
extrem langen Ladezeiten. Da dann noch recht häufig geladen wird,
muss man sehr oft unfreiwillige Pausen einlegen. Hinzu kommen
außerdem kleinere Bugs, die allerdings durch einen Patch recht gut
behoben wurden. Fasst man nun alles zusammen, so kann man eigentlich
zufrieden mit der technischen Seite sein.
Fazit:
The Witcher ist ohne Zweifel ein wirklich gutes Action-Rollenspiel.
Getragen von der vielschichtigen Story und der sehr lebendigen
Umgebung agiert man immer hoch motiviert durch die Spielwelt. Die
Charaktere können in dem Spiel genauso überzeugen, wie das
Kampfsystem, die unterschiedlichen Quests und die komplette
Präsentation. Es macht einfach nur Spaß die
Gegend zu erkunden und gestellte Aufgaben zu erledigen. Allerdings
gibt es auch ein paar Punkte die stören. Da wären zum einen die
extrem nervigen Ladezeiten. In der heutigen Zeit sollte das nicht
mehr passieren. Das gleiche gilt für die diversen Bugs in der
Kaufversion. Zum Glück hat der Hersteller einen Patch nachgereicht,
der einige Fehler behebt. Auch bei der Steuerung gibt es kleine
Kritikpunkte. Es braucht schon Stunden, bis Ihr Euch an die diversen
Macken gewöhnt. Dennoch kann man mit den negativen Seiten gut leben,
schließlich wird man durch viele positiven Features anständig
entschädigt. Wer also ansatzweise Rollenspiele - mit einer
interessanten Geschichte - mag, der sollte schnell zum nächsten Händler eilen.
Features:
- Mutant Geralt, ein Schwertmeister und professioneller
Monsterjäger, ist ein einzigartiger charismatischer Charakter.
- Der Spieler kann zwischen 250 Spezialfähigkeiten wie Attributen,
Kampffähigkeiten und magischen Kräften wählen und den Charakter so
seiner Taktik und seiner Spielweise anpassen.
- Inspiriert von den Werken des bekannten polnischen Autors Andrzej
Sapkowski.
- Die gar nicht märchenhafte Fantasy-Welt behandelt auch
gesellschaftliche Themen für Erwachsene wie Rassismus, politische
Intrigen und Völkermord.
- In dieser rauen Welt gibt es kein Schwarz oder Weiß, Richtig oder
Falsch. Der Spieler muss das kleinere von zwei Übeln wählen, um
voranzukommen.
- Nicht-lineare fesselnde Handlung
- Viele Wendungen und zwiespältige moralische Entscheidungen wirken
sich auf den Handlungsverlauf aus.
- Es gibt immer mehrere Möglichkeiten, einen Auftrag auszuführen,
und drei unterschiedliche Spielenden, die von den Taten und
Entscheidungen des Spielers während seines Abenteuers bestimmt
werden.
- Taktisch anspruchsvolle Action mit atemberaubender Grafik
- Komplexe, aber dennoch intuitive Echtzeit-Kämpfe, die auf realen
mittelalterlichen Schwertkampftechniken basieren.
- Im renommierten Frankfurter Studio Metric Minds wurden Experten
mittelalterlicher Kampfkunst im "Motion Capture"-Verfahren
aufgenommen. Das Ergebnis sind 600 spektakuläre und authentische
Kampfanimationen im Spiel.
- Sechs Kampfstile, Dutzende Tränke, ein komplexes Alchemie-System,
modifizierbare Waffen und mächtige Zauber sorgen für ein taktisch
anspruchsvolles Spielerlebnis in Echtzeit.
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