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Einleitung:
Die Filme der Matrix-Trilogie zählen
mit zu den erfolgreichsten Movies aller Zeiten. Nicht nur auf der Leinwand
konnte Matrix überwältigende Erfolge einfahren. Mit Enter the Matrix kam
auch ein passendes und vor allem kommerziell erfolgreiches Spiel auf den
Markt. Gut zwei Jahre später erscheint ein weiteres Spiel aus dem
Matrix-Universum. Es handelt sich dabei um The Matrix: Path of Neo.
Erscheinen wird das actionreiche Spiel übrigens für PC, Xbox und Playstation
2. Wir konnten jetzt beide Konsolenversionen testen. Ob sich das Spiel nicht
nur für Matrix-Fans lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
In The Matrix: Path of Neo schlüpfen wir erstmals in die Rolle von Neo, der
den zentralen Charakter in der Filmtrilogie spielt. Unser Held ist
allerdings nicht die einzige bekannte Filmfigur in dem Spiel. Fast alle
bekannten Personen sind in dem neusten Teil vertreten. Gleich am Anfang
treffen wir schon auf Morpheus, der uns zwei Pillen anbietet. Da wir noch
nichts in dem Spiel gemacht haben, stehen wir etwas hilflos vor der ersten
Entscheidung. Sollen wir die rote nehmen und das Abenteuer eingehen oder die
blaue schlucken und alles bleibt beim Alten. Es ist eigentlich egal welche
wir wählen. Selbst
wenn Ihr die blaue Pille nehmt, werden wir immer wieder die gleiche
Frage erleben - bis wir die richtige Entscheidung treffen. Der Spieler muss
natürlich die rote Tablette nehmen, um hinter das Geheimnis zu kommen. Das
Abenteuer kann beginnen und wir übernehmen nun die Rolle von Thomas Anderson
alias Neo, der sich in einem Bürogebäude befindet. Damit wir so richtig ins
schwitzen kommen, müssen wir direkt vor Agenten und Polizisten flüchten. Zum Glück
sind wir nicht alleine, denn über ein Telefon bekommen wir Hilfe. So
schleichen wir uns an den Wachen vorbei, verstecken uns in Arbeitskabinen,
bis wir endlich nach draußen kommen. Dort geht es dann an der Außenseite des
Bürogebäudes weiter. Treffen wir auf Polizisten, so werden diese einfach
weggestoßen. Ist dieses Anfangslevel beendet, dürfen wir erst einmal
durchatmen. Anschließend beginnt das eigentliche Spiel mit einem passenden
Tutorial, wo uns die Steuerung und die Fähigkeiten näher gebracht werden.
Wir erlernen nun wie wir uns mit Fäusten und Tritten gegen Angreifer
erwehren, wie wir Personen lautlos ausschalten, Waffen benutzen und die
Zeitlupe einsetzen. Anschließend kommen Szenarien wo der Spieler mit
Schwertern kämpft oder andere Fähigkeiten perfektioniert. Am Ende wartet
Morpheus in dem berühmten Dujo-Duell auf uns. Ist der ganze Bereich
abgehandelt durchlaufen wir chronologisch die ganzen Filme. Dabei werden wir
die wichtigsten Filmereignisse wie Morpheus Befreiung, das Haus des Merowingers, die Kämpfe gegen hunderte Smiths bis schlussendlich den
Endkampf gegen Smith erleben. Das ganze wird zusammengehalten durch die gut
präsentierte Story. Diese besteht zum einen aus Ingameszenen und zum anderen
aus originalen Filmausschnitten. Da alles sehr kompakt vermittelt wird,
sollte man die drei Kino-Filme gesehen haben. Ist das nicht der Fall, so könnte
die Story ein wenig verwirrend sein. Filmkenner werden dagegen so einiges
erfahren. Der Hersteller lässt viele Filmszenen weiterlaufen und so müssen
wir oftmals noch Sachen erledigen, die im Film gar nicht vorkamen.
Unsere Fortschritte werden dabei automatisch gespeichert und schaffen wir
eine Aufgabe nicht, so fangen wir bei dem letzten Checkpoint wieder an. Das
wird leider öfters passieren, denn die gestellten Aufgaben haben es in sich.
Die Action wird natürlich groß geschrieben und so passiert eigentlich immer
etwas in dem Spiel. Da die bekannte Bullet-Time vorhanden ist, haben wir
selbstverständlich Vorteile gegenüber unseren Kontrahenten. Durch dieses
Feature wird die Zeit gestreckt und wir bewegen uns schneller als unsere
Umwelt. Schalten wir diesen Modus ein, verändern sich gleich die Optik und
der Sound. Abgefeuerte Kugeln ziehen Streifen hinter sich her, die Geräusche
klingen anderes und unsere Spielfigur verfügt über unmenschliche
Fähigkeiten. Betonpfeiler bersten durch unsere Schläge und Neo nutzt die
Umgebung für seine atemberaubenden Moves. Diesen Vorteil würden wir am
liebsten immer nutzen, allerdings hat uns der Hersteller einen Riegel davor
geschoben. Sobald wir die Fähigkeit benutzen, reduziert sich unsere
Energieleiste. Leider ist unser Balken am Anfang nicht gerade groß. Zum
Glück bauen wir unsere Fähigkeiten mit der Zeit weiter aus und so können wir
die Specials immer häufiger nutzen. Allerdings ist das noch nicht alles
gewesen. Der so genannte Auserwählten-Bonus bringt noch andere nette Sachen
mit sich. Neo erlernt mit der Zeit weitere Sprünge auszuführen, an der Wand
zu laufen oder Kugeln auszuweichen. Auch unsere Kampfkunst wird mit der Zeit
verbessert. Die Kämpfe laufen übrigens nicht immer gleich ab. Es gibt in dem
Spiel bewaffnete und unbewaffnete Kämpfe, die zum Teil ineinander
verschmelzen. Neo kann diverse Waffen aufnehmen und nutzen. Da viele Waffen
Munition verbrauchen, sollten wir diese nur verwenden, wenn es unbedingt
sein muss. Ist die Munition verbraucht, bleibt uns nur noch der Nahkampf
übrig. Dieser macht unheimlich viel Spaß, denn wir werden oftmals gegen
mehrere Gegnern antreten müssen. Dank unterschiedlicher und vor
allem einfacher Kombos kann man - gerade gegen mehrere Kontrahenten - sehr
kontrolliert kämpfen. Klar man schafft ein Level auch mit banalem
Buttongehämmere. Der Hersteller hat allerdings das kontrollierte Kämpfen
sehr einfach gemacht. Ist eine Kombo angefangen, so werden uns
Folgekombinationen - über zu drückende Tasten - angezeigt. So kämpfen wir
uns nun durch die vielen unterschiedlichen Levels. Die PS2-Version
unterscheidet sich inhaltlich übrigens nicht von der Xbox-Version. Geht es
nur um die Action und Story, so ist es egal, welche Version Ihr spielt.
Technik:
Optisch sieht das Spiel richtig gut aus. Das fängt bei den gut gemachten
Umgebungen an, die viele Details aufweisen. Hinzu kommen annehmbare
Texturen, coole Licht- und Schatten- sowie Glanzeffekte. Nett ist auch, dass
viele Objekte zerstörbar sind und so agiert man gerne in den
unterschiedlichen Levels. Auch die Figuren wurden gut modelliert und
animiert. Vor allem unsere Spielfigur bewegt sich geschmeidig durch die
Kulissen. Hinzu kommt eine gute Ähnlichkeit mit den Filmschauspielern. Etwas
schlechter sehen bei Massenszenen die CPU-Figuren aus. Hier hätte man ruhig
ein paar Polygone mehr einbauen können. Ein dickes Lob muss man dem
Hersteller auch noch für die exzellenten Kampfchoreographien aussprechen.
Was hier gezeigt wird, hat man nur selten in einem Spiel gesehen. Die
Präsentation ist ebenfalls in Ordnung. Nette Filmeinspielungen lassen die
Herzen von Matrixfans sofort höher schlagen. Außerdem gibt es gut gemachte Ingame-Filmsequenzen zu sehen, die sogar Tiefenunschärfe aufweisen.
Natürlich gibt es bei den beiden Versionen kleine Unterschiede. Bei der
grafischen Pracht wird die Playstation 2 oftmals an ihre Leistungsgrenze
gebracht. Unschöne Ruckler sind oftmals die Folge. Das Gameplay wird dadurch
allerdings nur selten in Mitleidenschaft gezogen. Der Sound bewegt sich auf
einem ähnlichen Niveau. Bei beiden Versionen werden wir neben einer
ansprechenden Musik auch passende Töne zu hören bekommen. Hinzu kommt eine
erstklassige Synchronisation, die keine Wünsche offen lässt. Mit der
Steuerung muss man sich erst einmal beschäftigen. Da wir viele
unterschiedliche Moves ausführen können, muss man diese erst einmal mühsam
erlernen. Hat man die Schläge dann drauf, werden wahre Feuerwerke auf dem
Bildschirm abgefeuert. Etwas problematischer ist der Umgang mit Waffen. Vor
allem die Zielauswahl ist alles andere als Perfekt. Insgesamt hat uns die
Tastenbelegung bei der Playstation 2-Version ein wenig besser gefallen. Dank
mehrerer Schultertasten hat das PS2-Pad klar die Nase vorne. Trotzdem kommt
man auch mit dem Xbox-Pad gut klar. Mit der Kamera gibt es auch ein paar
Probleme. Diese zeigt leider nicht alles aus einem optimalen Blickwinkel.
Selbst das manuelle nachjustieren hilft nicht immer. Teilweise werden
Objekte nur zur Hälfte ausgeblendet oder die Kamera fährt so dicht an unsere
Spielfigur heran, dass wir kaum noch kontrolliert handeln können. Fasst man
nun alles zusammen, so können beider Versionen technisch überzeugen. Es gibt
zwar ein paar kleinere Kritikpunkte aber diese stören nur selten das
Gameplay.
Fazit:
Insgesamt ist The Matrix: Path of Neo ein ordentliches Actionspiel. Vor
allem Fans der Filme werden sich sofort wohl fühlen. Das liegt vor allem an
den vielen Filmschnipseln und den bekannten Figuren. Hinzu kommen
atemberaubende Kämpfe und bekannte Umgebungen - die teilweise zerstörbar
sind. Auch die Grafik und der Sound inkl. deutscher Sprachausgabe können in
beiden Versionen überzeugen. Es macht viel Spaß der Story zu folgen. Nett
ist auch der nicht-linearer Spielverlauf. So lohnt sich auch ein erneutes
durchspielen. Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte, die man nicht
verschweigen sollte. Die tolle Grafik bringt vor allem die PS2-Version
öfters mal zum ruckeln und so manche Figur hätte auch optisch ansprechender
gestaltet werden können. Hinzu kommen leichte Probleme bei der Steuerung und
vor allem bei der Kamera. Der Einstieg hätte ebenfalls besser sein können.
Das Tutorial setzt viel zu spät ein. Gerade Anfänger werden hierdurch ein
paar Probleme bekommen. Leichte Frustmomente kommen dann noch bei den
Rücksetzpunkten auf. Diese liegen viel zu weit auseinander und so wird man
so manche Aktionen mehrmals ausführen müssen. Trotz des etwas öden Einstiegs
wird das Spiel mit der Zeit immer interessanter. Vor allem durch die vielen
Fähigkeiten und Moves nimmt man die vielen Herausforderungen gerne an. Wem
also das Vorgängerspiel schon zugesagt hat, darf bei The Matrix: Path of Neo
sofort zuschlagen. Aber auch Fans von Actionspielen werden bei diesem Spiel
auf ihre Kosten kommen. Habt Ihr die Wahl, dann greift lieber zur
Xbox-Version. Da die Konsole leistungsstärker ist, werden ihr weniger
Probleme mit der Technik bekommen. Trotzdem ist die PS2-Version nicht viel
schlechter und so kann man grundsätzlich beide Spiele zum Kauf empfehlen.
Features:
- Erstmals kann man die Rolle von Neo in einem Videospiel spielen.
- Das Spiel enthält viele Szenarien, die nur für das Spiel geschrieben
wurden und in keinem Film zuvor zu sehen waren.
- Schwerkraft und Logik umgekehrt: Der bekannteste Special Effect aus den
Filmen Bullet Time kann nachgespielt werden.
- Der Spieler kann neue Fähigkeiten wie Fliegen, Telekinese und Neo Vision
erlernen.
- Die Wachowski Brüder haben bei allen neuen Filmszenen Regie geführt, sie
geschrieben und geschnitten - inklusive einem neuen Ende!
- Das Spiel beinhaltet über eine Stunde neu zusammengefügtes Material aus
den original Kinofilmen, welches die Geschichte aus Neos Perspektive
erzählt. Ein Director´s Cut im Videospiel.
- Unglaubliche Charaktere und Orte, die in den Filmen nicht zu sehen waren.
- Das Spiel beinhaltet auch die Kampfkunstchoreographie von Yuen Wo Ping und
wertet die bestehende Bibliothek der Moves aus, die für die Trilogie
aufgezeichnet wurden.
- "Technological Excellence Award" auf der E3 2005
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