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Einleitung:
Adventurefans der älteren Generation
werden sich mit Sicherheit gerne an die gut 20 Jahre alte Monkey
Island-Reihe erinnern. Die Spiele The Secret of Monkey Island,
Monkey Island 2: Lechucks Revenge, The Curse of Monkey Island und
Escape from Monkey Island zählten vor Jahren ohne Zweifel mit zu den
besten Genrevertretern. Vor über einem Jahr wurde dann der
Nachfolger in Episodenform angekündigt. Leider kam diese nur in
englischer Sprache auf den Markt. Zum Glück gönnt man uns jetzt auch
eine komplett lokalisierte Version, die sogar Norman Matt
beinhaltet, die bekannte deutsche Stimme von Guybrush. Wir konnten
in den letzten Tagen Tales of Monkey Island ausgiebig testen. Ob das
Spiel von Telltale Games und LucasArts an alte Erfolge anknüpfen
kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Monkey Island war bekannt für seinen guten Humor und einer interessanten
Geschichte. Auch bei Tales of Monkey Island darf eine mitreißende Story
nicht fehlen. Sieben Jahre sind seit Guybrushs letztem großen Abenteuer
vergangen aber natürlich war unser Held auch in dieser Zeit nicht faul.
Guybrush hatte sich auf die Suche nach den Teilen des legendären verfluchten
Entermessers von Kaflu gemacht, um seinen Erzfeind LeChuck ein für alle Mal
zu vernichten und dieses ewige Gezeter zu beenden. Es wird ja auch wirklich
mal Zeit für Guybrush sich einen anderen Sinn im Leben zu suchen, als einen
stinkenden, untoten Fleischsack zu verfolgen. Am Fels von Gelato kommt es
schließlich zum großen Showdown. Guybrush hat LeChuck eingeholt, der mit
Elaine und ihrem Schiff hierher geflüchtet ist. Wird er Elaine befreien
können? Wir begleiten in dem Spiel unseren Lieblings-mächtigen-Piraten, wie
er den Golf von Melange unsicher macht, LeChuck verfolgt und nebenbei noch
versucht die Karibik von einer Piraten-Grippe zu befreien. Im Mittelpunkt des
turbulenten Piratenabenteuers steht natürlich der gerade genannte Guybrush
(Ulysses) Threepwood, mächtiger Pirat, gewiefter Rätsellöser,
Aushilfs-Zombiebändiger und Schatzsucher aus Leidenschaft. Seit seinem
ersten Abenteuer auf Monkey Island vor sieben Jahren hat sich in seinem
Leben so einiges getan und damit meine ich nicht seine ständig wechselnde
Garderobe. Nach anfänglichen Problemen konnte er endlich seine große Liebe
Elaine Marley heiraten und alle Gefahren überwinden, kurzum er ist zu einem
noch viel mächtigerem Piraten geworden. Einzig die Tatsache, dass er nach
wie vor über die Konstitution eines sechsjährigen Mädchens verfügt, könnte
man als kleines Handicap ansehen. Eines seiner besonderen Talente besteht
darin, dass er seine Luft für ganze 10 Minuten anhalten kann. Des Weiteren
ist er noch Meister des Beleidigungs-Schwertkampfes,
Beleidigungs-Arm-Drückens, des legendären Affen-Kampfes und beherrscht zum
Teil die Affensprache. Nachdem er es in den vergangenen Jahren immer wieder
geschafft hat, LeChuck und seine teuflischen Pläne zu durchkreuzen, wartet
diesmal die bislang größte Herausforderung auf ihn. LeChuck ist in den
Besitz der dreizehn Affen von Montevideo gelangt und versucht nun mit ihrer
Hilfe an noch mächtigeres Super-Extra-Voodoo-Mojo zu gelangen - mal wieder -
um endlich seine Auserwählte Elaine zu seiner Dämonenbraut machen zu können.
Nachdem wir das Spiel gestartet haben, erscheint erst einmal ein Menü. Von
hier aus kann man eine Galerie, Videos, Wallpapers und Avatarebilder
ansehen. Hinzu kommt die Wahl der einzelnen fünf Episoden, die wir nun
spielen können. Bevor das Abenteuer startet, kann der Spieler noch die
Gameplay-Einstellungen wie Hinweisfrequenz, Untertitel und allgemeine Sound-
und Grafikeinstellungen vornehmen. Haben wir alles angepasst, kann das
Abenteuer endlich beginnen. Dieses wird selbstverständlich durch ein
passendes Intro inkl. deutscher Sprachausgabe stimmungsvoll eingeleitet. Wir
schlüpfen nun in die Haut von Guybrush Threepwood. Kommen wir nun zum
Gameplay. Anders als bei aktuellen Point-&-Click-Adventure-Spielen lenken
wir unsere Spielfigur nicht durch drücken der Maustaste auf einen Punkt im
Bild. Vielmehr steuern wir unseren Charakter entweder mit den WASD- oder
Pfeil-Tasten unserer Tastatur oder wir halten die linke Maustaste gedrückt
und ziehen so unseren Helden durch das Bild. Durch einen eingeblendeten
Kreis hat man recht gut im Blick, wohin unser Held gerade geht. Dennoch ist
diese Art der Lenkung etwas gewöhnungsbedürftig. An interessanten Stellen
können wir dann Aktionen durchführen oder Gegenstände einpacken. Das bringt
uns schon zum Inventar. Dieses wird mit der TAB-Taste oder durch unsere Maus
auf der rechten Seite des Bildschirms geöffnet. Hier dürft Ihr dann mit
einer Lupe die Objekte ansehen, kombinieren oder verwenden. Auch im Inventar
zeigt sich die mit unter nicht durchdachte Steuerung. Anstatt wie üblich
zwei Gegenstände zu kombinieren, indem man sie einfach übereinander zieht,
muss man hier beide Objekte in einen Slot stecken und eine extra Taste
drücken. Das hätte man einfacher lösen können. Ansonsten erkunden wir die
unterschiedlichen Örtlichkeiten und lösen diverse Rätsel und Aufgaben. Diese
sind sehr vielseitig, denn immer wieder sollen wir etwas anderes machen.
Wirkliche Kopfnüsse sind zwar nicht vorhanden, dennoch können die Rätsel gut
unterhalten. Vor allem, wenn man alles gründlich untersucht und mitnimmt,
wird man problemlos durch das Spiel kommen. Nett sind dann noch die diversen
Unterhaltungen. Hier spielt das Game sein volles Potenzial aus. Die
Charaktere sind gut getroffen und dank eines tollen Wortwitzes und flotten
Sprüchen wird man öfters zum Lachen gebracht. Das war es dann auch schon.
Ihr untersucht die Umgebungen, sammelt, kombiniert und benutzt die
unterschiedlichen Objekte, löst Rätsel und führt unzählige Gespräche bzw.
folgt der Story. Halt so, wie man es von solchen Point-&-Click-Adventure-Spielen
kennt.
Technik:
Die Grafik haut leider keinen vom Hocker. Diese sieht doch etwas veraltet
aus. Wenige Details und schwache Texturen werdet Ihr genauso zu sehen
bekommen, wie mittelmäßig animierte Figuren. Zumindest gönnt man uns
vereinzelte Effekte. Irgendwie erwartet man in der heutigen Zeit doch ein
wenig mehr von einem Vollpreisspiel. Um einiges besser hat uns der Sound
gefallen. Bekannte Musikstücke begleiten das Geschehen und dank passender
Sprecher wird den Figuren ordentlich Leben eingehaucht. Die Steuerung ist,
wie oben schon erwähnt, sehr gewöhnungsbedürftig. Die Lenkung per Tastatur
oder Maus ist einfach zu umständlich. Auch beim Inventarsystem muss man die
Frage stellen, warum der Hersteller das so kompliziert gemacht hat. Seid
Jahren zeigen andere Genrevertreter, wie man das sehr bedienerfreundlicher
machen kann. Zumindest müssen wir zugestehen, dass man sich mit der Zeit an die
eigenwillige Steuerung gewöhnt und so stört diese nicht wirklich das Gameplay. Das kann man leider nicht immer von der Kamera sagen. Diese zeigt
vereinzelt das Geschehen aus einer nicht optimalen Perspektive. Hin und
wieder steht dann noch unsere Figur im Sichtfeld. Ansonsten wird aber alles
ordentlich in Szene gesetzt. Der Schwierigkeitsgrad ist grundsätzlich
angenehm. Zwar kommen vereinzelte Rätselherausforderungen vor, aber mit ein
wenig Kombinationsgabe kann man alle Aufgaben gut lösen. Wer dennoch
Probleme bekommt, der kann die Hinweisfrequenz erhöhen und so öfters
Hinweise bekommen. Fasst man nun alles zusammen, so gibt es doch einige
Punkte bei der Technik die stören. Leider kann das Spiel hier nicht mit
anderen Genrevertretern mithalten.
Fazit:
Tales of Monkey Island ist ein nettes aber leider kein überragendes Point-&-Click-Adventure-Spiel.
Gut gefallen hat uns vor allem der erstklassige Humor, der serientypisch
sehr gut unterhalten kann. Auch die Story und die Rätsel können überzeugen.
Hinzu kommt eine nette Musikuntermalung und gute deutsche Sprecher. Hier
kann man kaum klagen. Leider gibt es aber auch ein paar Punkte die stören.
Der Schwierigkeitsgrad könnte ruhig ein wenig fordernder sein. Etwas
zeitgemäßer hätte auch die Grafik sein können. Spiele die in der oberen Liga
mitspielen möchten, müssen schon mehr zeigen. Warum der Hersteller dann noch
auf eine dermaßen komplizierte und bedienerunfreundliche Steuerung gesetzt
hat, bleibt ebenfalls offen. Hier hätten wir eindeutig mehr erwartet.
Dennoch macht das Spiel jede Menge Spaß. Vor allem Fans der Monkey
Island-Reihe werden voll auf ihre Kosten kommen. Permanent schwelgt man in
Erinnerungen, da viele bekannte Charaktere vorhanden sind. Wer also auf
lustige Adventure steht, der kann bei dem Spiel genauso zuschlagen wie Fans
der Serie. Allerdings solltet Ihr gerade bei der Technik nicht zu viel von
dem Point-&-Click-Adventure erwarten.
Features:
- Komplett deutsche Version mit der Original-Stimme von Guybrush - For
Besserknowers auch in englisch spielbar.
- Eine epische Piratengeschichte in fünf Kapiteln - mit mehr Wendungen als
im Darm einer Seekuh!
- Triff alte Seegefährten und neue furchtlose Freibeuter!
- Inklusive allerlei digitalem Tinneff auf dem Datenträger!
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