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Einleitung:
Koch Media bringt mit Take
Command 2nd Manassas ein neues historisches Strategiespiel auf den deutschen
Markt. Das im Amerikanischen Bürgerkrieg angesiedelte Spiel wurde übrigens
von Paradox Interactive entwickelt. Der Spieler erlebt in dem Spiel hautnah
die wichtigsten Schlachten des Amerikanischen Bürgerkriegs. Wir konnten uns
das Echtzeit-Strategiespiel jetzt genauer ansehen. Ob sich eine Anschaffung
für angehende Generäle lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Natürlich werden wir nicht grundlos auf das Schlachtfeld geschickt. Während
des Amerikanischen Bürgerkrieges fand die zweite Schlacht von Manassas im
August 1862, in der Nähe von Manassas im nördlichen Virginia statt. Im
Norden wird sie auch zweite Schlacht von Bull Run genannt. Die
unterschiedlichen Bezeichnungen ergeben sich aus verschiedenen
Namenskonventionen der Nordstaaten (Union) und der Südstaaten
(Konföderation). Die Konföderation benannte Schlachten nach der
nächstgelegenen Stadt oder markanten Geländeteil und die Union nach dem
nächstgelegenen Fluss oder Wasserlauf. Nun liegt das Schicksal Amerikas in
unserer Hand, während wir die bedeutendsten Schlachten des Bürgerkrieges
ausfechten! Dabei spielen wir auf Seiten der Union oder der Konföderierten.
Bevor wir nun das Kommando über eine Armee übernehmen, wollen wir erst
einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet
wurde, erblicken der Spieler erst einmal das Hauptmenü. Hier finden wir die
Menüpunkte "Schlachten", "Freies Spiel", "Eigene Szenarien", "Laden",
"Tutorial" und "Optionen". Wie gewohnt kann man unter Optionen alle
spielrelevanten Einstellungen vornehmen und unter Laden einen bestehenden
Spielstand aktivieren. Am Anfang sollte allerdings jeder Spieler erst einmal
den Übungsbereich durchspielen. Das Spiel verfügt über insgesamt vier
Tutorials (Brigade-Tutorial, Artillerie-Tutorial, Divisions-Tutorial und
Korps-Tutorial). Jeder Bereich führt uns in die unterschiedlichen
Spielkonzepte und Funktionen der verschiedenen Kommandoebenen ein. So
erlernen wir recht schnell die Grundlagen von Bewegungen, Formationen und
taktischen Befehlen. Außerdem lernen wir, wie man Truppenteile koordiniert
und diese befehligt. Daneben findet der Spieler auch noch ausgiebige Hilfen
im über 130 Seiten starken Handbuch. Nachdem Ihr das Handbuch angesehen und
die Tutorials durchgespielt habt, kann es in die eigentlichen Spielmodis
gehen. Unter Schlachten finden wir nun die historischen Szenarios. Insgesamt
gibt es vier Schlachtenbildschirme. Diese listen alle in Take Command 2nd
Manassas verfügbaren Szenarien auf. Diese Szenarien decken die drei
wichtigsten Schlachten ab, die während der 2. Manassas-Feldzugs geschlagen
wurden. Die Schlachten sind in chronologischer Folge angeordnet. Sie
beginnen mit der Schlacht von Cedar Mountain, gefolgt von den drei Tagen der
Kampfhandlungen von 2nd Manassas und kulminieren in der Schlacht von
Chantilly/Ox Hill.
Wenn der Spieler seine Fähigkeiten als Meistertaktiker unter Beweis stellen
möchte, ohne sich durch die historischen Szenarien kämpfen zu müssen, dann
ist der Spielmodus "Freies Spiel" genau das Richtige. Diese Schlachten
können wir wieder und wieder spielen, da jede Schlacht anders ist und ohne
Skripte abläuft. Es gibt übrigens zwei Möglichkeiten ein Szenario für
"Freies Spiel" zu generieren: "Zufallsschlacht" und "selbst entworfene
Schlacht". Bei "Zufallsschlacht" werden automatisch Seite, Schlachtfeld,
Schlachtordnung, Kommandant, Art des Gefechts, Größe und Spiellänge gewählt.
Die "selbst entworfene Schlacht" lässt dagegen zu, dass der Spieler eine
eigene Schlacht entwirft. Dazu können wir alles frei wählen und so eine
Schlacht ganz nach unseren Vorstellungen generieren. Außerdem kann der
Spieler auch noch ein Szenario um einen bestimmten Charakter herum
entwerfen. Egal welche Spielart wir nun wählen, irgendwann erblicken wir
endlich das Schlachtfeld. Nachdem der Spieler eine Schlacht begonnen hat,
übernimmt er das Kommando über eine riesige Armee. Natürlich werden wir über
wichtige Ereignisse auf dem Schlachtfeld (über Texteinblendungen)
informiert. Hinzu kommen Kuriernachrichten unseres Oberkommandierenden.
Damit der Spieler seine Truppen im Griff hat, wird er mit diversen
Statistiken und Menüleisten arbeiten müssen. Die Werkzeugleiste ist eines
der Hauptinterfaces, die uns während des Spiels zur Verfügung steht.
Sämtliche Kommandanten und Einheiten verfügen über diese Leiste. Mit diesen
Werkzeugleisten kann man nun seinen Kommandanten und Einheiten Befehle
erteilen. Außerdem kann der Spieler sich die Minimap anzeigen lassen,
empfangene Nachrichten lesen, die Schlachtordnung des Szenarios oder den
Zustand seiner Einheiten betrachten und auf das Hauptmenü zugreifen. Unsere
Kommandanten, Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Kuriere und Nachschubwagen
verfügen außerdem über einen Qualitätswert. Dieser bestimmt, wie gut ein
Kommandant oder eine Einheit sich in der Schlacht schlägt. Einheiten mit
hohen Werten kämpfen länger und ihre Moral schwindet langsamer. Es gibt
dabei insgesamt 8 Qualitätswerte: Kampfgestählt, Elite, Veteran, Gut,
Normal, Annehmbar, Trainiert und Unerfahren. Das war natürlich noch nicht
alles. Wir erhalten noch weitere Infos über unsere Truppenteile wie z.B. die
aktuelle Soldatenanzahl, die momentane Moral oder den Erschöpfungszustand.
Außerdem haben wir eine Statusanzeige, die angibt, was die Einheit aktuell
macht. Sind unsere Jungs z.B. auf dem Ruckzug oder Rasten sie, kann der
Spieler keinen Einfluss auf sie nehmen. Erst wenn sie sich wieder zur Front
begeben, kann der Spieler das Kommando übernehmen.
Natürlich spielt die Geländeart ebenfalls eine wichtige Rolle. Je nachdem wo
sich unsere Armee befindet, haben unsere Soldaten Angriffs- oder
Verteidigungsvor- bzw. Nachteile. Die Truppen kann der Spieler zum einen mit
der Maus koordinieren. Mit einem Klick auf den Boden geben wir unseren
Soldaten einen Zielpunkt an. Daneben können wir noch weiter Befehle geben.
Dieses geschieht über die Befehlsschaltfläche. Hiermit kann der Akteur z.B.
seine Truppen ausrichten. Außerdem kann der Spieler eine bestehende
Formation vorrücken oder zurückfallen lassen. Damit wir schneller zu unserem
gewünschten Ziel kommen, kann man die Soldaten auch im Eilschritt zur Front
schicken. Dieses kostet allerdings Kondition und sind unsere Jungs erst
einmal Müde, so ziehen sie sich automatisch zurück - um sich zu erholen.
Erreicht eine Armee einen Feind, so erteilt der Spieler den Befehl zum
Angriff. Natürlich schießen unsere Soldaten auch automatisch, wenn sie
angegriffen werden. Ist die Distanz zu klein geworden, gehen die Einheiten
zum Nahkampf über. Jetzt wird Mann gegen Mann gekämpft. Wird es mal eng, so
kann man auch den Befehl zum Rückzug erteilen. Anschließend ziehen sich die
Soldaten 300 Meter zurück und positionieren sich neu. Außerdem gibt es
verschiedne Formationen, die alle Vor- aber auch Nachteile haben. Wem das zu
viel wird, schaltet einfach den Computer ein. Dieser übernimmt dann die
Betreuung der einzelnen Truppenteile. Selbstverständlich gibt es auch noch
viele spezielle Anweisungen für die Kommandanten, Kavallerie- oder
Artillerieeinheiten. Zur besseren Orientierung kann der Akteur dann noch
eine übersichtliche Karte nutzen. Hier wird uns nicht nur das Gelände
gezeigt, sondern auch unsere Ziele und die Position unserer bzw. der
feindlichen Einheiten. Allerdings werden nur die Feinde angezeigt, die im
Spiel entdeckt wurden. Daneben gibt es noch viele weitere Bereiche, die wir
leider nicht alle aufzählen können. So agieren wir nun strategisch Klug auf
dem Schlachtfeld und versuchen die feindliche Armee mit unseren diversen
Truppenteilen zu besiegen.
Technik:
Die Grafik kann leider nicht ganz mit dem guten Gameplay mithalten. Vor
allem stören die verwaschenen Texturen. Allerdings gibt es auch Punkte die
überzeugen. Eine üppige Vegetation ist genauso vorhanden, wie viele Details
auf dem Schlachtfeld. Nett sind auch die ansprechend dargestellten
Einheiten. Zoomt man allerdings zu nah an diesen heran, so wird die
Darstellungsqualität schlechter. Ebenso hätte der Hersteller mehr bei den
Animationen machen können. Etwas entschädigt wird der Spieler durch viele
kleine Effekte wie z.B. Explosionen oder Rauch. Lobend erwähnen muss man
auch, dass kaum Ruckler zu sehen sind und das obwohl hunderte von Einheiten
und ein riesiges Areal dargestellt werden. Natürlich sollte man über einen
etwas leistungsstärkeren Rechner verfügen. Nett ist auch, dass an
unterschiedliche Wetter- und Lichtbedingungen gedacht wurde und so wird das
Schlachtfeld insgesamt gut wiedergegeben. Beim Sound kann man auch nicht
klagen. Passende Ingamegeräusche untermalen das gezeigte. Dabei klingen die
Waffengeräusche genauso gut, wie der Kampftumult. An die Steuerung muss man
sich erst einmal gewöhnen. Erst nach einiger Spielpraxis wird man mit der
Kombination aus Maus- und Menüsteuerung klar kommen. Hinzu kommt, dass die
Einheiten etwas verzögert auf unsere Anweisungen reagieren. Allerdings muss
man auch berücksichtigen, dass wir gleich hunderte von Soldaten auf einmal
lenken. Die Menüs selber sind sehr übersichtlich und so kommt man recht
schnell mit diesen klar. Etwas nervig ist dann noch, dass die
Texteinblendungen nicht sonderlich gut dargestellt werden. Hier hätte man
eindeutig mehr machen können. Mit der Kamera kann man sehr zufrieden sein.
Diese kann der Spieler frei drehen und kippen und dank einer Zoomfunktion
wird nichts auf dem Schlachtfeld verborgen bleiben. Der Schwierigkeitsgrad
ist relativ hoch. Nur mit ein wenig taktischem Verständnis wird man eine
Schlacht gewinnen können. Allerdings gehört das irgendwie auch zu so einem
Spiel - schließlich will man anständig gefordert werden. Fasst man nun alles
zusammen, so kann man - trotz kleinerer Macken - insgesamt mit der
technischen Seite zufrieden sein.
Fazit:
Take Command 2nd Manassas ist ein wirklich gutes Echtzeit-Strategiespiel. Es
macht wirklich Spaß die historischen Schlachten nachzuspielen. Dank vieler
unterschiedlicher Einheiten und einem riesigen Schlachtfeld können sich
Strategieexperten wunderbar auslassen. Durch die hohe Anzahl von Einheiten
und dem riesigen Areal werden wir immer etwas zu tun bekommen und so wird
eine Schlacht niemals langweilig. Außerdem bietet das Spiel viele taktische
Möglichkeiten. Selbst bei dem gleichen Schlachtfeld und identischen
Vorraussetzungen wird eine Auseinandersetzung immer wieder anders ablaufen.
Hierdurch kann man sich über Wochen mit dem Spiel und den unterschiedlichen
Szenarios beschäftigen. Nett wären allerdings eine etwas bessere Grafik und
ein niedrigerer Schwierigkeitsgrad gewesen. Gerade Anfänger werden mit dem
Spiel Probleme bekommen. Dafür finden Genrekenner eine passende
Herausforderung. Allerdings sollte jeder am Anfang erst einmal das Tutorial
durchspielen und das Handbuch durchackern. Das Spiel ist wirklich sehr
komplex und so benötigt man eine gewisse Einarbeitungszeit. Hat man die
Anfangzeit überstanden, warten sehr interessante und spannende Gefechte auf
uns. Wer also schon immer einmal die großen Schlachten des Amerikanischen
Bürgerkriegs nachspielen wollte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Uns hat das
historische Strategiespiel wirklich gut gefallen und so können wir Take
Command 2nd Manassas jedem Strategiefan ans Herz legen.
Features:
- 48 Szenarios aus den drei wichtigsten Schlachten des 2.
Manassass-Feldzuges
- Verlinkter Szenario-Baum: Die Ergebnisse einer Schlacht werden in die
nächste übertragen
- 5 gigantische Schlachtfeldkarten auf der Grundlage historischer
Aufzeichnungen aus der Library of Congress
- 3 Spielmodi: Historische Schlacht, Offenes Spiel und Selbst erstellte
Schlachten
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