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Einleitung:
Aktuell können sich
PC-Spieler nicht über mangelnden Nachschub bei Strategiespielen beklagen.
Jeden Monat kommen viele Genrevertreter auf den deutschen Markt. Allerdings
können nur wenige wirklich überzeugen. Ein potenzieller Kracher steht jetzt
in den Startlöchern. Es handelt sich dabei um das THQ-Spiel Supreme
Commander. Wir konnten das Spiel vom Star-Entwickler Chris Taylor (Gas
Powered Games) jetzt ausgiebig testen. Ob das Game den Genrethron erobern
kann, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Wie üblich werden wir nicht grundlos in den Krieg geschickt. Wir schreiben
das Jahr 3844. Die Menschheit hat es geschafft zwei Gruppen zu bilden, die
deren Untergang wollen. Der Ewige Krieg herrscht schon seit über 1000 Jahren
zwischen den drei Fraktionen der Menschen: der United-Earth-Federation (UEF),
den religiösen Erleuchteten der Aeon und der Nation der Cybrans.
Quantum-Gate-Technologie gewährt allen drei Fraktionen die fast
augenblickliche Reise durch die ganze Galaxie. Massive gepanzerte
Kommandoeinheiten können jederzeit und überall ganze Armeen erstellen und
einsetzen. Der Krieg hat schon Milliarden von Leben gekostet. Ganze Planeten
sind in tote Felsen verwandelt worden, die leblos durch den Weltraum
treiben. Es gibt keinen Platz für Kompromisse oder Gnade. Nur wir können den
Ewigen Krieg beenden. Das ganze wird am Anfang durch ein erstklassiges Intro
inkl. deutscher Sprachausgabe passend in Szene gesetzt und so wird jeder
angemessen auf das bevorstehende Strategiespiel eingestimmt. Bevor wir auf
das Schlachtfeld gehen, wollen wir allerdings erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem Supreme Commander installiert und gestartet wurde,
erscheint das obligatorische Hauptmenü mit den Punkten Kampagne,
Mehrspieler, Gefecht, Anleitung, Extras und Optionen. Unter zu letzt
genannten Punkt darf der Spieler alle spielrelevanten Einstellungen wie
Grafik, Sound oder Spieloptionen anpassen. Wechselt man in den Bereich
Extras, so kann der Akteur in die beiden Bereiche Mod-Manager & Wiederholung
gehen. Unter Wiederholung darf man auf alle aufgezeichneten Spiele zugreifen
und bei Mod Manager schaltet der Spieler vorhandene Mods ein bzw. aus. Am
Anfang bietet sich selbstverständlich erst einmal der Anleitungsbereich an.
Das Tutorial bietet detaillierte Erläuterungen zu allen Funktionen von
Supreme Commander. Sobald wir den Übungsbereich gestartet haben, können wir
uns in aller Ruhe Lernvideos ansehen. Anschließend sollte man diese Funktionen im freien
Sandkasten-Modus ausgiebig ausprobieren. Wir empfehlen jeden sich diesen
Bereich gut anzusehen. Das Spiel ist sehr komplex und ohne eine angemessene
Einarbeitungszeit wird man kaum mit dem Game klar kommen. Sehr hilfreich ist
auch das über sechzig Seiten starke Handbuch, das sehr detailliert alle
Bereiche des Spiels erklärt. Kommen wir nun zu den eigentlichen Spielarten.
Da wäre neben den Einzelspielermodis vor allem der Multiplayerbereich. Per
Internet oder LAN kann man spannende Gefechte gegen andere menschliche
Spieler bestreiten. Der Mehrspielermodus bietet natürlich alle gängigen
Spielarten aktueller Echtzeit-Strategiespiele und unterstützt bis zu 8
Spieler. Kooperatives Gameplay ist im Mehrspielermodus genauso möglich, wie
ein Spiel gegeneinander. Viele unterschiedliche Mehrspielerkarten dürfen
z.B. unter Gefecht angegangen werden.
Der interessanteste Bereich dürfte für viele der Kampagne-Modus sein. Bei
Supreme Commander gibt es drei Einzelspielerkampagnen - eine für jede
Fraktion. Diese bieten jeweils drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade an,
wodurch jeder eine passende Herausforderung findet. Jede Mission wird dann
noch passend durch kleine Filme und Missionsbesprechungen eingeleitet und so
werden wir nie ohne Grund ein Schlachtfeld betreten. Nachdem die
Missionsziele festgelegt wurden, kann die Schlacht endlich beginnen. Jede
Gruppierung hat selbstverständlich eigene Truppen und dementsprechende Vor-
aber auch Nachteile. Wir agieren am Anfang auf recht überschaubaren Karten.
Diese werden im späteren Spiel immer größer. Mit größer meinen wir wirklich
größer, denn teilweise umfassen die Terrains mehrere tausend Quadratkilometer. Das bedeutet natürlich, dass langsame Einheiten Stunden benötigen um
an einen Punkt zu kommen. Zum Glück bietet das Spiel diverse
Transportfahrzeuge an, die Truppenbewegungen beschleunigen. Damit der Akteur
den Überblick nicht verliert, kann er die Karte problemlos zoomen. Von der
totalen Kartenansicht bis hin zur Nahaufnahme einzelner Einheiten ist alles
möglich. Durch die gute Übersicht kann man problemlos große Angriffe mit
sehr vielen Einheiten starten und diese dann noch gut koordinieren.
Dementsprechend leistungsstark sollte allerdings Eurer Rechner sein.
Schließlich brauchen die vielen Details, Ansichten und riesigen Armeen
Rechenpower. Zu Beginn starten wir mit der Armored Command Unit in das
Spiel. Dieser Mech kann spielrelevante Gebäude errichten. Seine Leistung
sollte man im späteren Spielverlauf steigern, indem man Aufrüstungen
vornimmt. Wie bei solchen Spielen üblich, braucht jede Fraktion Ressourcen um
Gebäude oder Einheiten zu bauen. Diese gewinnt der Spieler durch Masse und
Energie. Dazu bauen wir entsprechende Gebäude wie Generatoren bzw.
Extraktoren. Durch Kraftwerke darf man an bestimmten Stellen Energiequellen
anzapfen und baut man an den richtigen Orten Extraktoren, wird benötigte
Masse dem Planeten entzogen. Die Gebäude werden später dann noch durch aufleveln effektiver gemacht. Das ist notwenig, denn viele Einheiten
brauchen extrem viel Energie und diese muss erst einmal gewonnen werden.
Haben wir die Grundversorgung hergestellt, müssen weitere Gebäude errichtet
werden. Hier schöpft das Spiel aus dem Vollen, denn von diversen
Verteidigungsanlagen über Produktionsgebäude bis hin zu Angriffswaffen - wie
schlagkräftige Raketen - ist alles vorhanden.
Sehr wichtig ist auch der strategisch richtige Basisbau. Zum Glück gibt es nur
eine Hand voll Gebäude, die allerdings allesamt aufgebaut und erweitert
werden können. Hierdurch ergeben sich dann viele Bauoptionen, die im
späteren Spielverlauf unabdingbar sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass
vieles erst gebaut werden darf, wenn zuvor andere Sachen erschaffen wurde.
Man muss also den Technologiebaum gut kennen um gezielt Einheiten zu
erschaffen. Davon gibt es eine Vielzahl die von Fußtruppen über Fahrzeuge,
Schiffe bis hin zu Luftstreitkräften reichen. Daneben darf der Spieler auch
Prototypen von Land-, See- und Lufteinheiten konstruieren, wenn spätere Techlevel
erforscht sind. Das kostet zwar richtig Knete, allerdings lohnt es sich
auch. Spätere Einheiten können ohne Probleme ganze Stützpunkte auslöschen.
Über diese Möglichkeit verfügt natürlich jede Fraktion und hat man keine
passenden Verteidigungsanlagen gebaut, ist das Spielende schnell gekommen.
Spieler die gerne ausufernde Basisverteidigungen erschaffen wollen, können
dieses gerne machen. So ein Bollwerk muss dann erst einmal von der anderen
Seite durchbrochen werden. Allerdings hilft das Einigeln nur selten, denn um
zu expandieren muss jede Fraktion neue Energiequellen erobern. So entstehen
schnell Lücken in der Verteidigung, die sofort vom Gegner ausgenutzt werden.
Mit den möglichen Technologie-Stufen wird das Spiel dann recht komplex, denn
eine Vielzahl von Möglichkeiten steht dem Spieler nun offen. Es ist uns
komplett freigestellt, in welche Richtung wir uns entwickeln und so läuft
jede Schlacht grundlegend anders ab. Die eigene Stärke kann
selbstverständlich nur dann ausgespielt werden, wenn genügend Nachschub
vorhanden ist. Dazu dienen dann Transportrouten, die frische Einheiten an
die Front werfen. Wenn die Ressourcen erst einmal ausgiebig zur Verfügung
stehen, kann der Aufbau der riesigen Armee in Angriff genommen werden. Mit
unseren vielen Einheiten gehen wir dann gegen unsere Feinde vor. Damit
dieses koordiniert abläuft, stehen unterschiedliche Formationen zur
Verfügung, die für verschiedene Truppenteile genutzt werden können. Kommt es
dann zu einem Treffen, so kämpfen gleich hunderte von Einheiten
gegeneinander. Durch die große Anzahl von unterschiedlichen Einheiten kann
man unendlich viele taktische Varianten ausprobieren. Dabei sollte auf eine
gute Mischung geachtet werden, denn jede Einheit hat ihre speziellen Vor-
aber auch Nachteile. So agieren wir nun auf den riesigen Terrains, bauen
unsere Basis und Verteidigung aus, verbessern und erschaffen neue Einheiten, lösen die Missionsziele und
versuchen unseren Gegner vom Schlachtfeld zu fegen.
Technik:
Die technische Seite kann wirklich überzeugen. Da wäre zum einen die
opulente Grafik. Optisch wird ein wahres Feuerwerk abgefeuert. Es sieht
schon bombastisch aus, wenn Explosionen dargestellt werden oder Massen an
Einheiten über den Bildschirm ziehen. Klar gibt es auch Spiele die eine noch
beeindruckendere Grafik zeigen. Diese stellen aber nicht eine so große
Anzahl an Einheiten dar. Eine nette Landschaft ist ebenfalls vorhanden.
Viele Details und eine angemessene Vegetation lassen das Schlachtfeld sehr
realistisch aussehen. Toll sind dann noch die vielen Effekte und eine
nachvollziehbare Physikengine. Vor allen wenn atemberaubende Explosionen - wie
gigantische Atompilze - den Bildschirm zum beben bringen, möchte man gar
nicht mehr wegsehen. Ordentlich sind ebenfalls die passenden Animationen.
Diese kann man sich - durch eine sehr nahe Zoomansicht - wunderbar ansehen.
Mit Hilfe der verfügbaren Perspektiven verschafft man sich einen super Überblick über das gigantische
Terrain. Selten hat man ein so großes Schlachtfeld gesehen. Die Grafikpracht und das Gezeigte kann man
allerdings nur bewundern, wenn man einen leistungsstarken Rechner besitzt.
Spieler die das Game auf schwächeren PC´s installieren, werden leider nur üble Ruckler erblicken. Da hilft nur das herunterdrehen der Grafik, was
allerdings auch bedeutet, dass die Optik etwas unansehnlicher wird. Mit dem
Sound kann man ebenfalls leben. Neben vielen Ingamegeräuschen wird auch eine
stimmungsvolle Musik eingespielt. Hinzu kommen professionelle deutsche
Synchronsprecher. Diese vermitteln die Story sehr gut und so startet man
hoch motiviert in die nächste Schlacht. Dazu tragen vor allem die
eingespielten Filme bei. Durch die zeitgemäße Präsentation wird eine gute
Spannung aufgebaut, die einen immer wieder anspornt weiter zu spielen. Die
KI ist bei diesem Spiel einfach nur erstklassig. Schon auf einfachen
Schwierigkeitsstufen zeigt der Computer geschickte Manöver und taktische
Vielfalt. Man darf CPU-Gegner nie unterschätzen, denn sie setzen ihre
Truppen genauso gut ein, wie menschlicher Spieler. Hierdurch macht das Spiel
auch alleine sehr viel Spaß. Gleichzeitig bedeutet das natürlich auch, dass
der Schwierigkeitsgrad relativ hoch ist. Kleinste Fehler werden sofort
ausgenutzt und da das Spiel dann noch sehr komplex ist, werden gerade
Anfänger schnell frustriert sein. Etwas besser hätte außerdem die Wegfindung
der Einheiten ausfallen können. Es ist nicht immer ersichtlich, warum sie
einen bestimmten Weg bevorzugen. Ansonsten ist die Steuerung in Ordnung. Die
vielen Einheiten kann man genretypisch lenken und sie reagieren auch sehr
direkt auf unsere Anweisungen. Hinzu kommen aufgeräumte Menüs und gut
positionierte Schaltflächen. Auch wenn das Spiel sehr komplex ist, kommt man
mit der generellen Steuerung - schon nach einer kurzen Einarbeitungszeit -
sehr gut klar.
Fazit:
Supreme Commander ist ein wirklich gutes und vor allem ausbalanciertes
Strategiespiel. Nur knapp verpasst es den Genrethron. Das liegt an mehreren
Punkten. Zum einen könnte die Grafik ein Tick besser sein. Allerdings muss
man bedenken, wie viele Einheiten auf einem Schlachtfeld dargestellt werden.
Hinzu kommt, dass bei futuristisch angehauchten Spielen oftmals eine eher
karge Landschaft bevorzugt wird. Trotz dieser kleinen Einschränkung kann die
Optik dennoch überzeugen. Viele unterschiedliche Einheiten erfreuen unser
Herz, genauso wie bombastische Effekte und ein riesiges Terrain. Ein so
großes Schlachtfeld hat man selten in einem Echtzeitstrategiespiel gesehen.
Etwas Schade ist dann noch, dass die Kampagnen wenig kreativ ablaufen. Es
müssen Basis gebaut und verteidigt, Konvois beschützt und Gegner
besiegt werden. Hier hätte man sich ein etwas originelleres Gameplay
gewünscht. Zumindest sind die einzelnen Missionen sehr anspruchsvoll und langwierig. Ist ein Ziel erreicht, wird gleich die nächste Karte
eingeblendet, die das Schlachtfeld um interessante Orte erweitert. Eine
Auseinandersetzung ist dann erst nach Stunden beendet und so kann man sich
sehr lange im Kampagnenmodus aufhalten. Dazu trägt auch die Tatsache bei,
dass man jede Fraktion spielen darf. Bis Ihr wirklich alles gesehen habt,
werden viele Tage vergehen. Wer dann immer noch nicht genug hat, darf sich
auch in den Mehrspielermodus stürzen. Hier warten dann viele Multiplayermatches über LAN oder Internet auf Euch. Die Mehrspielerduelle
laufen übrigens sehr spannend ab. Allerdings ist dieses Spiel nicht für ein
schnell Match für zwischendurch gedacht. Bis eine Schlacht beendet ist,
werden Stunden vergehen. Viel Zeit muss man auch mitbringen, um das Spiel
kennen zu lernen. Auch wenn ein Tutorial vorhanden ist, wird man nicht
direkt in das Spiel einsteigen können. Ihr müsst nicht nur dieses
durchspielen, sondern auch das Handbuch ausgiebig studieren - um mit der
Vielfalt klar zu kommen. Gerade Anfänger könnten ein wenig überfordert
werden. Eine etwas bessere Story wäre ebenfalls ganz nett gewesen.
Allerdings wissen altgediente Strategieexperten, dass solche Spiele nie mit
einer imposanten Geschichte aufwarten. Viel wichtiger ist das Gameplay und
dieses ist bei Supreme Commander fantastisch. Wirklich langweilig wird es in
dem Spiel nie, denn immer gibt es irgendetwas zu tun. Wer also aktuell
ein tolles aber auch forderndes Echtzeitstrategiespiel sucht,
der muss bei Supreme Commander einfach zuschlagen. Uns hat das neuste
THQ-Spiel wirklich gut gefallen und daher können wir es jedem Genrefan ans
Herz legen.
Features:
- die beste Strategie entscheidet: in SC geben Sie nicht länger bloß
taktische Befehle, sondern kontrollieren die Gesamtstrategie
- 3 unterschiedliche Kriegsparteien: UEF, Cybrans, Aeons
- mehr Action: besonders wertvolle Super Units und Mega Units
- zahlreiche Mehrspielermodi mit bis zu 8 Teilnehmern
- umfangreiche Modding-Tools unterstützen nach Release den Aufbau einer
starken Community und machen SC zu einem der modifizierbarsten RTS-Spiele
überhaupt
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