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Einleitung:
Adventurefans kamen letztes
Jahr voll auf ihre Kosten. Ein Highlight jagte das andere und so konnte man
sich kaum noch von seinem heimischen Computer losreißen. Kaum beginnt das
neue Jahr, schon flattert der erste Genrevertreter bei den Händlern ein. Es
handelt sich dabei um ein recht viel versprechendes 3D-Adventurespiel von der
deutschen Entwicklerschmiede TML-Studios. Wir konnten das Spiel Sunrise The
Game jetzt ausführlich testen. Ob sich das Spiel von anderen Genrevertretern
abheben kann und ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in unserem
Test.
Zum Spiel:
Was wäre ein Adventurespiel ohne eine anständige Story? Auf diese Frage
wollen wir jetzt nicht näher eingehen, denn zum Glück haben diese Spiele so
gut wie immer eine ansprechende Hintergrundgeschichte. Das ist auch bei
Sunrise nicht anders. Drei junge Männer bereiten ihr bahnbrechendes
Experiment vor: Ein Gegenstand soll gebeamt werden. Doch irgendetwas geht
schief, es gibt eine riesige Explosion und die Männer verlieren das
Bewusstsein. Nach dem Erwachen stellen sie mit Entsetzen fest, dass ganz
Manhattan menschenleer und dunkel ist. Wo sind die Bewohner des Big Apples?
Einzig eine hübsche junge Frau liegt bewusstlos und durchnässt vor der Tür
ihres Lofts. Hier beginnen die Rätsel: Die Identität der Frau muss geklärt
werden. Rydec, Max und Brian suchen fieberhaft nach einer Lösung für die
sich stellenden Probleme. Bevor wir allerdings in das Abenteuer starten,
wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel
installiert und gestartet wurde, erscheint das obligatorische Hauptmenü mit
den Punkten "Neues Spiel", "Spielstand laden", "Optionen" und "Tutorial".
Wie nicht anders zu erwarten war, kann man unter Optionen alle
spielrelevanten Einstellungen vornehmen. Daneben dürft Ihr noch unter
Spielstand laden einen bestehenden Spielstand aktivieren oder unter
gleichnamigen Punkt ein komplett neues Spiel starten. Bevor Ihr dieses aber
macht, sollte jeder in den Tutorialbereich wechseln. Wer jetzt glaubt, dass
er diesen nicht braucht, der wird etwas verpassen. Hier wird uns nämlich ein
nett gemachtes und vor allem witziges Video gezeigt, das uns alle
Besonderheiten des Spiels zeigt. Schon hier wird klar, dass Sunrise ein
etwas anderes Adventurespiel ist. Haben wir das Spielprinzip verstanden, so
kann endlich das eigentliche Game beginnen. Im Vorfeld kommt noch ein Menü,
wo wir u.a. eine Schnullerhilfe aktivieren können. Das ist nichts anderes
wie eine visuelle Hilfe bei der ersten Aufgabe. Kommen wir nun zum
eigentlichen Spiel. Dieses wird selbstverständlich genretypisch durch ein
recht langes Intro inkl. deutscher Sprachausgabe eingeleitet. Im Anschluss
schlüpfen wir in die Haut des Hauptcharakters Rydec. Diesen lenken wir nun
recht genretypisch aus der Third-Person-Perspektive mit Hilfe der Maus durch
die diversen Hintergrundbilder. Die anderen beiden Charaktere stehen uns
natürlich zu jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Dabei hat jede Figur
seine ganz eigene Persönlichkeit. Brian ist das Computergenie und der
Wissenschaftler in der Truppe. Er kennt sich bestens mit technischen Sachen
aus und daher ist er ein idealer Ansprechpartner für solche Angelegenheiten.
Max dagegen war bei der Army. Er ist unser bester Freund und zu fast jeder
Situation hat er einen mehr oder weniger passenden Spruch auf Lager. Der
Kopf der Truppe ist Rydec, ein cooler Typ der die Truppe zusammen hält. Es
liegt an ihm, aktuell Probleme zu lösen und so stellen wir uns mit dem
sympathischen Helden den diversen Aufgaben.
Sunrise setzt natürlich auf viele Rätseleinlagen. Diesmal müssen wir
gestellte Aufgaben allerdings ein wenig anders lösen. So etwas wie ein
Inventar gibt es in dem Spiel nicht. Vielmehr können wir nur das einsammeln, was aktuell
wirklich gebraucht wird. Das bedeutet selbstverständlich auch, dass wir
oftmals durch die Bilder rennen um benötigte Objekte zu bekommen. Das ist
zwar realistisch aber zum Teil auch nervig. Im Vorfeld sollte der Spieler
natürlich trotzdem alles anklicken was ansatzweise wichtig erscheint. So
lernen wir die Umgebung gut kennen und finden gesuchte Objekte recht
schnell. Damit dieses ohne lästiges absuchen des Bildschirms klappt, gönnt
uns der Hersteller eine Hotspotfunktion. Drückt Ihr die Leertaste, so werden
alle relevanten Punkte im Bild hervorgehoben. Somit weiß der Spieler immer,
was er in einem Bild noch untersuchen muss. Zu jedem Gegenstand lässt unser
Protagonist übrigens witzige Sprüche ab, die einen bestens unterhalten. Ist
unsere aktuelle Aufgabenstellung klar, gehen wir los um die benötigten
Gegenstände zu besorgen. Im Anschluss brauchen wir nur das Ziel unserer
Begierde anzuklicken und schon wird die Aufgabe automatisch erledigt. Das
Interessante dabei ist, das wir oftmals mehrere
Lösungswege haben. Es ist uns komplett freigestellt, wie wir ein Problem aus
der Welt schaffen. Hinzu kommt, dass wir gleich mehrere Gegenstände für eine
Aufgabe benutzen können. Ein altes T-Shirt ist genauso gut, wie ein Handtuch
und so muss der Spieler nicht nach einem bestimmten Gegenstand suchen, der
sich irgendwo im Spiel befindet. Eine Sache die vor allem Genrefans
ansprechen wird. Wer dennoch nicht weiß, was er aktuell machen soll, darf
übrigens eine nützliche Hilfe aktivieren. Hierdurch wird es nur selten
passieren, dass Ihr in dem Spiel stecken bleibt. Neben dem nützlichen PDA
gibt es noch mehr, was unser Held benutzen kann. Er hat zum Beispiel ein
Multifunktionswerkzeug in seiner Tasche. Mit Hilfe des Messers, einer Zange
und eines Schraubenziehers lassen sich so gut wie alle Probleme aus der Welt
schaffen. Kommen wir mal in eine Situation, die unsere körperlichen
Fähigkeiten überschreitet, so holen wir uns einfach einen Freund zu Hilfe.
Mit ihm können wir dann zum Beispiel einen schweren Gegenstand verschieben.
So agieren wir nun mit unserem wortgewaltigen Helden durch über 140
zusammenhängende Schauplätze, erkunden diese nach nützlichen Gegenständen,
lösen diverse logische und realistische Aufgaben, sprechen mit den
vorhandenen Charakteren, genießen die über 70 eingespielten Sequenzen und
folgen der ansprechenden Story. Diese teilt sich im späteren Spielverlauf
sogar auf, wodurch sich ein erneutes durchspielen lohnt.
Technik:
Mit der technischen Seite kann man ganz zu frieden sein, auch wenn nicht
alles Perfekt ist. Da wäre zum einen die Grafik. Ihr werdet zum einen
wirklich viele unterschiedliche Hintergrundbilder erblicken, in denen es
jede Menge zu entdecken gibt. Diese zeichnen sich vor allem durch gute Licht
und Schattenspiele aus. Hinzu kommen kleinere Effekte, die immer wieder
unser Auge erfreuen. Teilweise sehen die Bilder und Objekte sogar sehr
realistisch aus. Allerdings werden wir auch immer wieder sehr künstliche und
grob gestaltete Sachen erblicken, die irgendwie nicht wirklich ins Bild
passen. Etwas dürftig sehen auch die Figuren aus. Sie wurden recht mager
modelliert. Hinzu kommen bei den Filmen eher mittelmäßige Gesichter. Hier
hat man noch nicht einmal auf eine wirklich lippensynchrone Sprachausgabe
Wert gelegt. Bei den Körperanimationen hat man ebenfalls schon besseres
gesehen. Wirklich geschmeidige Bewegungen werden leider nicht gezeigt.
Allerdings stört das nur wenig, denn wir werden erstklassig durch den Sound
entschädigt. Neben einer stimmungsvollen Musik werden auch viele
Umgebungsgeräusche immer passend eingespielt. Der absolute Oberhammer ist
allerdings die Sprachausgabe. Kein Wunder, denn es wurden professionelle
Sprecher wie Andreas Fröhlich (John Cusack), Thorsten Michaelis (Martin
Lawrence), Ulrike Stürzbecher (Kate Winslet) und Dirk Müller (Peter Lamb)
engagiert. Sie sprechen hoch motiviert und so hauchen sie den Figuren
wirkliches Leben ein. Außerdem wurde eine ordentliche Portion Humor
eingebaut. Immer wieder lassen die Charaktere witzige Sprüche ab, die einen
zum Schmunzeln bringen. Mit der Steuerung kommt man auch sofort zurecht.
Alle Aktionen lassen sich mit der Maus sicher ausführen und so kann wirklich
jeder sehr schnell in das Spielgeschehen einsteigen. Das liegt auch am
anfänglichen Übungsbereich, der wirklich kinderleicht die Lenkung und das
Spielprinzip erklärt. Die Kamera hat dann auch noch alles im Blick. Eine
feste Kameraeinstellung zeigt immer einen perfekten Blickwinkel und so kann
man alles gut erkennen. Der Schwierigkeitsgrad ist relativ einfach. Die
Aufgaben sind allesamt logisch und dank einer Hotspotfunktion und einer
eingebauten Hilfe wird man kaum im Spiel hängen bleiben. Fasst man nun alles
zusammen, so kann man trotz kleinerer Kritikpunkte mit der technischen Seite
zufrieden sein.
Fazit:
Sunrise ist doch ein wenig mehr, wie ein stink normales Adventuregame. Zwar hat das Spiel kleinere
Defizite bei der Grafik und auch bei den Rätseln werdet Ihr nicht wirklich
ins Schwitzen kommen. Allerdings kann man bei diesem Spiel ruhig ein wenig
darüber hinweg sehen. Das Adventure entschädigt uns mit vielen zum Teil
einzigartigen Vorzügen. So ist es uns oftmals komplett freigestellt, wie wir
eine Aufgabe lösen. Etwas nervig ist natürlich, dass unser Held nur das aufnimmt, was aktuell
gebraucht wird. Da die Wege aber meistens nicht allzu weit sind, kann man gut
damit leben. Es ist ja auch nicht verkehrt ein Spiel realistisch zu
gestalten, denn wer nimmt schon im realen Leben alles mit, was in der Gegend
herum liegt. Nett ist auch, dass das Gameplay insgesamt sehr flüssig
abläuft. Die intuitive Steuerung kommt gerade Anfängern entgegen. Hinzu
kommen diverse Hilfestellungen, die einen immer wieder an die Hand nehmen.
Das Spiel ist daher auch mehr wie ein interaktiver Film, der einen bestens
unterhalten kann. Die Story packt einen von der ersten Spielminute an und
durch über 60 Minuten Film und diversen Wendungen kommt man kaum noch vom
Monitor los. Erstklassig sind auch die Sprecher, die unzählige witzige
Sprüche, Kommentare und Dialoge raus hauen. Trotz kleinerer Kritikpunkte ist
und bleibt das Spiel ein sehr unterhaltsames Point- und Click-Adventure. Uns
hat Sunrise wirklich gut gefallen und daher können wir eine klare
Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
- Filmreife Dialoge und witzige Sprüche
- Über 12 Stunden Sprachausgabe
- Professionelle Synchronsprecher
- Über 150 zu erkundenden Orten
- Tolle Licht-, Schatten und Wettereffekte
- Unterschiedliche Lösungswege
- Einem alternativen Handlungsstrang
- Integriertes Hilfesystem
- Spannende Story
- Gut 20 Stunden Spielspaß
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