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Einleitung:
Firefly Studios und 2K
bringen ein interessantes Genremixspiel auf dem deutschen Markt. Es handelt
sich dabei um das Strategiespiel Stronghold Legends. Das Spiel setzt auf
eine Mischung aus Aufbaustrategie und Burgenbau. Das dieses klappt, haben
die beiden Vorgängerspiele Stronhold Crusader und Stronghold 2 schon
bewiesen. Beide Titel konnten sich im deutschsprachigen Raum über eine
Millionen Mal verkaufen. Wir durften jetzt die fertige PC-Version ausgiebig
testen. Ob das Echtzeit-Strategiespiel die hohen Erwartungen
erfüllen kann, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Bevor wir uns in das mittelalterliche Spielgeschehen von Stronghold Legends begeben, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen.
Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint ein gut
gemachtes Intro inkl. deutscher Sprachausgabe. Dieses führt uns passend in das Spiel
ein. Im Anschluss folgt ein animiertes Hauptmenü, indem neben einem
imposanten Drachen mehrere Menüpunkte auf uns warten. Wie gewohnt kann man
unter Optionen alle spielrelevanten Einstellungen vornehmen. Außerdem dürft
Ihr unter Spiel laden einen bestehenden Spielstand aktivieren. Genretypisch
kann man außerdem - mit einem Karteneditor - eigene Karten und Kampagnen
erstellen. Die Leute, die keine Lust auf den Einzelspielermodus haben,
sollten in den Bereich Multiplayer gehen. Hier fordert man bis zu drei
menschliche oder computergesteuerte Gegner im Internet oder Local Area
Network (LAN) zu einem spannenden Match heraus. Am Anfang werden die meisten
Spieler allerdings den Singleplayerbereich besuchen. Schließlich muss man
das Spiel und die Steuerung erst einmal kennen lernen. Der beste Bereich um
Stronghold Legends zu erlernen ist das Tutorial. Unter Lehrstunde werden uns
die Grundlagen und die Steuerung in kleinen Schritten beigebracht. Haben wir
diesen Übungsbereich durchlaufen, kann man ohne Bedenken in die eigentlichen
Spielmodis wechseln. In dem Bereich Benutzerkarten darf der Spieler z.B. ein
Szenario laden, das er zuvor selber mit dem Karteneditor erstellt hat.
Natürlich kann man auch Karten und Szenarios aus dem Internet holen und
diese anschließend spielen. Interessant ist auch der Modus "Eigenes
Gefecht". Dieser ermöglicht uns, ein Spiel gegen maximal drei andere
KI-Gegner - der Gesinnung Artus, Eis oder Böse. Ihr könnt hierbei die
Startbedingungen der Karte frei wählen, sowie Eure Burg verwalten. In dem
Modus Legenden-Pfad soll der Akteur außerdem noch seine Fähigkeit, Teil
einer Legende zu sein, auf den Prüfstand stellen. Voreingestellte
Gefechtsspiele mit steigendem Schwierigkeitsgrad warten nur darauf
gemeistert zu werden. Die interessanteste Spielart ist ohne Zweifel die
Legenden-Kampagne. Diese setzt diesmal stark auf Mystik und Legenden. Es
gibt davon gleich drei voneinander unabhängige im Spiel, von denen jede eine
berühmte Legende Europas neu erzählt. Da wäre die Legende von Artus und
seiner Tafelrunde, dann die deutsche Rheinlegende um Dietrich und Siegfried
und schließlich die Legende von Vlad dem Pfähler - die wahre Geschichte von
Dracula. Zu Beginn ist allerdings nur die etwas einfachere Artus-Kampagne
freigeschaltet.
Die vorhandene Story wird passend mit Texten und deutscher Sprachausgabe
eingeleitet. Bevor es
losgeht, wird noch einmal ein Menü eingeblendet. Hier kann man sich die
Aufgaben und Ziele in aller Ruhe ansehen, Tipps holen oder den
Schwierigkeitsgrad festlegen. Anschließend beginnt endlich das Spiel. Damit
wir immer wissen, worum es geht, wurden Text- und Spracheinspielungen
eingebaut. Diese Informieren uns um unsere Ziele und geben auch öfters nützliche Hinweise. Selbstverständlich wird auch jede Wendung
im Spiel erwähnt und so kann sich der Spieler auf jede Situation frühzeitig
einstellen. Das Spiel setzt natürlich wieder auf Burgen bauen und das
bekannte Aufbausystem. Wir starten grundlegend mit einer Burg, die wir
ausbauen müssen. Warenlager, Farmen und Sägewerke sollen genauso gebaut
werden, wie Waffenkammern oder Kasernen. Dazu werden Rohstoffe wie Holz,
Stein, Ruhm und Gold benötigt. Damit die Wirtschaft floriert, muss der
Spieler Arbeiter rekrutieren. Diese kann man allerdings nicht nur für die
Arbeit einsetzen, denn sie sind auch das Grundgerüst für unsere spätere
Armee. Mit unseren Truppen sollen wir dann neutrale Siedlungen angreifen,
damit diese Tribut an uns zahlen. Für unsere Aktivitäten erhalten wir Ehre
und Ruhm - wodurch Spezialeinheiten frei werden. Das Spiel setzt stark auf
die kriegerischen Handlungen. Daher darf sich der Spieler auf viele
unterschiedliche Truppen und Waffen freuen. Von Bögen über Lanzen bis hin zu
diversen Rüstungen ist alles vorhanden. All diese Objekte kann der Spieler
selber herstellen, wofür allerdings entsprechende Gebäude und Entwicklungen
nötig sind. Hinzu kommen dann noch neue mächtige Helden (Merlin, König Artus
oder Graf Dracula), diverse Kreaturen, Zauber und spezielle Attacken.
Selbstverständlich dürfen die bekannten Belagerungseinheiten wie Turm,
Schutzwand, Katze, Katapult und so weiter nicht fehlen. Jede Partei hat
dabei ihre ganz eigenen Einheiten, die spezielle Vor- aber auch Nachteile
besitzen. So werden wir auf Draculas Seite z.B. Höllenhunde und Drachenwesen
erblicken. Der Burgenbau stellt natürlich wieder einen wichtigen Bestandteil
des Spiels dar. Der Hersteller gönnt uns eigentlich alles, was dazu nötig
ist. Tore, Wälle, Treppen, Türme und diverse Verteidigungsanlagen lassen das
Ritterherz schnell höher schlagen. Selbstverständlich wurde auch an einem
Burggraben gedacht. So agieren wir nun in den unterschiedlichen Levels,
bauen eine florierende Wirtschaft auf, kämpfen gegen starke Gegner und
versuchen die missionswichtigen Ziele zu erfüllen.
Technik:
Die Grafik haut einen leider nicht vom Hocker. Wir agieren in grob gestalteten
und etwas sterilen Landschaften.
Zumindest wurde auf eine üppige Vegetation und ansehnliche Burgen
geachtet. Etwas besser hätten dann noch die Texturen ausfallen können. Vor
allem wenn man nah heranzoomt, wirken diese verwaschen und unspektakulär.
Allerdings gibt es auch gute Seiten. So sind Effekte wie das Wasser ganz
nett ausgefallen. Dürftig kommen auch die Figuren rüber. Sie wurden recht
klobig modelliert. Hinzu kommen staksige und sich oft wiederholende
Bewegungen. Ein wenig besser kommen die Helden rüber. Sie wurden mit feinen
Details versehen und dank ihrer Spezialfähigkeiten zaubern sie auch mal ein
"kleines" Grafikfeuerwerk auf unseren Bildschirm. Der Sound ist grundlegend
in Ordnung. Neben diversen Ingamegeräuschen und einer stimmungsvollen Musik,
werden wir auch gute deutsche Synchronstimmen zu hören bekommen. Diese geben
nicht nur wichtige Informationen, sondern sie treiben die Story auch
immer wieder gut voran. Die Kamera ist sehr bedienerfreundlich. Diese darf
der Spieler frei drehen und zoomen und so ist man immer selber für einen
optimalen Blickwinkel zuständig. Die Steuerung ist genretypisch. Wir dürfen
Truppen individuell zusammenfassen und diverse Formationen bestimmen. Hinzu
kommen Haltungen wie Verteidigungsstellung oder aggressives Verhalten und
diverse unterschiedliche Einheitenbefehle (Patrouillieren usw.). Dank einem
übersichtlichen Interface bzw. Menüs wird jeder schnell mit der Lenkung klar
kommen und so kann man direkt in das Spielgeschehen einsteigen. Die KI ist
gewohnt mager. Die eigenen Einheiten aber auch computergesteuerte Feinde
verhalten sich nur selten intelligent. Allerdings kennt man das ja von
solchen Spielen. Fasst man nun alles zusammen, so gibt es bei der Technik so
einige Kritikpunkte. In der heutigen Zeit erwartet man doch ein wenig mehr
von einem Vollpreisspiel.
Fazit:
Der Hersteller hat einen Weg gewählt, den nicht jeder Spieler begrüßen
dürfte. Grundlegend ist Stronghold Legends leichter geworden. Das kommt vor
allem durch den abgespeckten Wirtschaftspart zustande. Produktionsprozesse
hat man vereinfacht, komplizierte Warenkreisläufe muss man nicht mehr
beachten und das Burgen bauen wurde etwas in den Hintergrund gestellt.
Hierdurch ist das Spiel viel einsteigerfreundlicher geworden.
Stronghold-Veteranen werden allerdings etwas unterfordert. Einen dicken
Vorteil ergibt sich natürlich aus dieser Veränderung, denn das Spiel setzt
jetzt viel mehr auf den Kampf. Hierdurch wird das Gameplay actionlastiger
und spannender - was viele Spieler nicht gerade abschrecken dürfte. Hinzu
kommt, dass die Einzelspielermodis immer noch sehr viel Spaß machen. Eine
große Vielfalt bei den Kampagnen und Einheiten versüßt uns genauso die
Spielzeit, wie die berühmten Belagerungen. Durch die vielen spielerischen
Möglichkeiten ist es uns komplett freigestellt, wie wir eine Burg knacken.
Neben dem vielseitigen Einzelspielerbereich, mit den drei Kampagnen und
diversen Singleplayerspielen, kann man sich auch wunderbar im
Mehrspielerbereich auslassen. Hier kommt natürlich der ganz große Spielspaß
auf. Etwas Schade ist aber, dass die technische Seite einige störende Punkte
hat. So hinkt die Grafik z.B. aktuellen Genregrößen meilenweit hinterher. In der
heutigen Zeit erwartet man einfach mehr von einem PC-Spiel. Wer damit leben
kann und gerne mittelalterliche Echtzeitstrategiespiele spielt, der darf
gerne bei Stronghold Legends zuschlagen. Allerdings erwartet nicht zu viel
von dem Spiel.
Features:
- Mix aus Echtzeit-Strategie und Burgen-Aufbausimulation
- Ausgefeiltes und leicht zu bedienendes Wirtschaftssystem
- 26 Missionen in drei Kampagnen, jede mit einem einzigartigen Helden
- Je nach Kampagne andere Helden mit individuellen Spezialfähigkeiten
- 5 Singleplayer-Modi, von der Lehrstunde bis zur Legenden-Kampagne
- Multiplayer für bis zu 4 Spieler, auch mit neuen Spielmodi: Capture the
Flag, King of the Hill und Handelskrieg
- Verschiedene Zauber, Spezialgebäude und Angriffswaffen für jede Partei
- Stark vereinfachtes Mikromanagement, Schneller Burgenbau
- Unterschiedliche Einheiten-Formationen
- Einzigartige Baustile bei Burgen, von realistischem Aussehen bis hin zum
Fantasy-Look
- Umfangreicher Karteneditor zum Basteln eigener Level mit drei
unterschiedlichen Landschaftstypen, die unterschiedliche Strategien nötig
machen
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