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Einleitung:
Die Stronghold-Reihe kann
auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückschauen. Alles begann vor vier
Jahren mit dem Spiel Stronghold. Anschließend folgten im Sommer 2002
Stronghold Deluxe und im Oktober 2002 Stronghold Crusader. Nach fast drei
Jahren erscheint nun endlich das Nachfolgespiel in Deutschland. Mit
Stronghold 2 versucht 2K Games an die alten Erfolge anzuknüpfen. Wir konnten
jetzt die fertige PC-Version testen. Ob das Spiel genauso spannend ist wie
der erste Teil, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Stronghold 2 entführt den Spieler in eine mittelalterliche Welt. Erstmals
präsentiert sich die Mischung aus Burgen-Aufbau und Belagerungskämpfen in
einer 3D-Optik. In den Burgen, die der Spieler baut, herrscht
mittelalterlicher Alltag. Von farbenprächtigen Festen und Ritterturnieren,
Folterwerkzeugen und verbrecherischen Gesindel bis hin zu Pest verbreitenden
Ratten ist alles vorhanden. Fangen wir aber erst einmal ganz von vorne an.
Nachdem das Spiel gestartet wurde erblickt der Spieler das Hauptmenü. Hier
finden wir die Menüpunkte Spielen, Multiplayer, Karteneditor, Optionen,
Laden und Verlassen. Unter Optionen dürfen wir wie gewohnt alle
spielrelevanten Einstellungen vornehmen. Am Anfang wird sich jeder erst
einmal auf den Singleplayermodus stürzen. Nachdem wir auf den Menüpunkt
Spielen geklickt haben erscheinen zwei große Symbole. Wir dürfen hier aus
den beiden Kampagnen Weg des Friedens und Weg des Krieges eine Spielart
auswählen. Bei Weg des Friedens konzentrieren wir uns eher auf die
Entwicklung einer florierenden Wirtschaft. Der Aufbau einer mächtigen Armee
oder die Belagerung feindlicher Burgen ist hier eher Nebensache. Es stehen
vier Spielarten zur Auswahl. Wenn Ihr das Spiel zum ersten Mal spielt,
empfiehlt es sich die Lehrstunde zu absolvieren. Hier werden ausführlich die
Grundlagen erklärt. Mit ein wenig Erfahrung kann man sich anschließend in
die eigentlichen Spielmodis wagen. In Sim-Kampagne dürfen wir uns fast
ausschließlich um die Wirtschaft kümmern. Im Modus "Freies Bauen" beginnt
der Spieler dagegen auf einer leeren Karte, auf die er nach Lust und Laune
bauen darf. Wir müssen uns hier nicht um Ziele oder feindliche Angriffe
kümmern. Alle Gebäude, die es in Stronghold 2 gibt, sind bei dieser Spielart
schon verfügbar. Daneben besteht die Möglichkeit eine eigene Kampagne zu
spielen, die wir selber mit dem Editor erstellt haben. Etwas aufregender ist
der Weg des Krieges. In diesem Spielmodus muss der Spieler nicht nur sein
mittelalterliches Wirtschaftsleben ins Rollen bringen, sondern er wird auch
noch die Kunst der Kriegsführung erlernen. Die Kampagne "Verlorener König"
ist hervorragend geeignet um alle Bestandteile von Stronghold 2 kennen zu
lernen. Die handlungsorientierte Geschichte betont besonders das Bauen und
Belagern von Burgen. Der Königsmacher-Modus ist dagegen ein Gefechtsspiel,
in dem wir uns gegen verschiedene Gegner behaupten müssen. Neben der
Verwaltung mehrerer Burgen und Ländereien beinhaltet dieser Modus auch ein
Beförderungssystem. Mit jedem Aufstieg werden zusätzliche Gebäude, Truppen
und Verteidigungen freigeschaltet. Wer vom Singleplayermodus genug hat kann
sich auch in den Multiplayerbereich stürzen. Hier darf man eine
Mehrspielerpartie mit bis zu sieben Freunden über ein lokales Netzwerk
(LAN), Direktverbindung (über das Internet) oder via Gamespy Arcade wagen.
Kommen wir nun zum eigentlichen Spiel. In der friedlichen Kampagne starten
wir als freier Bürger, der einen Ort aufbauen soll. Ausgiebige Hilfe im
Spiel bringt uns alles sehr verständlich bei. So bauen wir Farmen,
Schweinezuchten, Vorratslager und so weiter. Neue Gehöfte dürfen natürlich
nicht fehlen und so erhalten wir schnell neue Arbeiter. Diese müssen
allerdings mit Nahrung versorgt werden und da wir am Anfang wenig Platz
haben, solltet Ihr nur die Arbeiter anschaffen die wirklich benötigt werden.
Nach einiger Zeit wächst der Ort zu einer kleinen Stadt heran. So ein
aufstrebender Ort zieht natürlich das Böse an und so werden die Bauern von
Wölfen und feindlichen Einheiten bedroht. Auch wenn Ihr die friedliche
Kampagne spielt seid Ihr von kleineren Angriffen nicht geschützt. Allerdings
nimmt man diese Störungen gerne in Kauf, da sie für ein wenig Abwechslung
sorgen. Der Hersteller hat noch weitere nette Extras eingebaut. Krankheiten
sind in dem Spiel genauso vorhanden wie Rattenplagen. Hierdurch wird das
Mittelalter realistisch wiedergegeben. Der Adel muss ebenfalls unterhalten
werden. Ab und zu solltet Ihr ein Fest veranstalten, wodurch Euer Rang
steigt und das Ansehen beim König wächst. Die Ehre ist nicht ganz unwichtig,
denn mit dieser könnt Ihr neutrale Ländereien erwerben und Ritter ausbilden.
In der friedlichen Kampagne läuft alles ein wenig ruhiger ab wie in der
kriegerischen Kampagne. Vor allem Simulationsfans werden hier auf ihre
Kosten kommen. Wer es ein wenig aufregender mag sollte den Weg des Kampfes
beschreiten. In diversen Missionen sollt Ihr einen Ritter zum Sieg führen.
Die Missionen sind hier sehr abwechslungsreich gestaltet worden. Der Spieler
muss mal eine Burg erstürmen oder seine eigene gegen angriffsfreudige Feinde
verteidigen. Um seine Aktivitäten zu finanzieren dürfen Ressourcen genutzt
und Tribut gefordert werden. In einem Singleplayermodus ist die KI ein
wichtiger Punkt. Diese bereitet bei dem Spiel ein paar Probleme. Die
künstliche Intelligenz ist leider nicht allzu groß ausgefallen. Der Computer
hat eigentlich nur eine Chance, wenn seine Truppen um einiges mächtiger sind
wie unsere Einheiten. Nur selten führt er mal eine Aktion aus die uns
überrascht. Schade das der Hersteller hier nicht mehr gemacht hat. Dafür
werden wir aber in den Kampagnen einige Überraschungen erleben, die uns
sogar vor die Wahl stellen für die Gute oder die Böse Seite zu kämpfen. Die
Story selber wird übrigens mit netten aber unspektakulären Sequenzen
vorangetrieben. Ein wenig störend ist noch die Tatsache, dass die Missionen
immer gleich ablaufen. Man kann sich also wunderbar auf diese einschießen
und beim zweiten Versuch begangene Fehler vermeiden. So agieren wir nun mit
unseren Einheiten die mit Bögen, Armbrust, Lanzen, Piken, Streitkolben und
Schwerter ausgestattet sind. Eine passende Bekleidung wie Leder- oder
Metallrüstung darf natürlich nicht fehlen. Das gekonnte auswählen und
bewegen von Einheiten ist in Stronghold 2 der Schlüssel zum militärischen
Erfolg. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit kommt jeder mit den
Einheiten, Gebäuden und so weiter zu recht. Aufgrund der Fülle von
Möglichkeiten können wir leider nicht alles aufzählen was in diesem
Strategiespiel möglich ist. Wirklich Spaß machen vor allem die
Massenangriffe in der kampfbasierten Kampagne. Egal ob Ihr nun angreift oder
verteidigt, es ist ein wahre Pracht, wenn große Truppenteile aufeinander
treffen. Dabei hat der Hersteller darauf geachtet, dass der Spielspaß vom
ersten Teil wieder vorhanden ist. Aber auch die neuen Punkte wie die Ehre
oder Ritterspiele haben ihren Reiz. Der Spieler muss auf viele Punkte achten
und so wird das Spiel nie langweilig. Schließlich muss auch in einer ruhigen
Zeit auf die Kriminalität geachtet werden und wer keine Gerichtsgebäude
baut, Foltereinrichtungen aufstellt und Wachposten einstellt wird schnell
Probleme bekommen. Wichtig ist immer das eine gute Wirtschaft und eine
funktionsfähige Burg existiert. So dürft Ihr Euch nun in der
mittelalterlichen Umgebung friedlich oder kämpferisch voll auslassen.
Technik:
Die Grafik kann insgesamt überzeugen. Die Levels wurden mit vielen Details
ausgestattet und selbst die Animationen wirken ansatzweise realistisch.
Fährt man allerdings mit der Kamera etwas näher heran, so wird man doch
einige Mängel erkennen. Hinzu kommen diverse Clippingfehler. Allerdings
stören diese Punkte nur wenig, wenn man in einer wilden Massenschlacht steckt. Dafür
muss aber ein leistungsstarker Rechner zur Verfügung stehen, ansonsten könnt
Ihr Euch ein spannendes Mehrspielerduell klemmen. Der Sound ist ebenfalls in
Ordnung. Das Geschehen wird mit einer mittelalterlichen Musik begleitet und
eine ansprechende Sprachausgabe ist ebenfalls vorhanden. Auch mit den
Umgebungsgeräuschen kann man gut Leben. Zu jeder Zeit wird ein passender Ton
eingespielt. Leider ist die KI ein wenig dürftig ausgefallen. Gerade bei
Angriffen würde man sich ein besseres Verhalten der CPU gesteuerten Figuren
wünschen. Aber das Problem kennt man ja von vielen anderen Strategiespielen.
Mit der Steuerung wird man genauso schnell klar kommen wie mit der Kamera.
Fasst man alles zusammen, so kann die technische Seite leider nicht ganz überzeugen.
Trotzdem lässt sich das Spiel ordentlich spielen.
Fazit:
Das Spiel hat viele gute aber auch so manche schlechten Seiten. Fangen wir
erst einmal mit den positiven Punkten an. Überzeugen können vor allem die
vielen Spielmodis, die Story, die große Vielfalt bei den Militäreinheiten
und Gebäuden und die witzigen Sprüche im Spiel. Wer vom Singleplayermodus
genug hat, kann sich zusätzlich mit dem Editor oder mit dem
Mehrspielerbreich beschäftigen. Aber auch im Einzelspielermodus wird man
dank eines umfangreichen Wirtschaftskreislauf, vielen Waren, spannenden
Schlachten und einer Reihe interessanter Features gut unterhalten. Leider
gibt es auch ein paar negative Punkte, die das Gameplay ein wenig trüben.
Vor allem stört die magere KI. Hierdurch wird man sich nicht nur über seine
eigenen Truppen ärgern, sondern auch über feindliche Einheiten. Außerdem
solltet Ihr einen schnellen Rechner haben um problemlos zu spielen. Obwohl
nicht alles Perfekt ist macht das Spiel grundsätzlich Spaß. Egal ob alleine
oder gegen Freunde - hat das Spiel euch erst einmal gepackt, so wird es Euch
nicht mehr loslassen. Dank vieler unterschiedlicher Spielarten kann man sich
problemlos wochenlang mit dem Spiel beschäftigen. Wer also den ersten Teil
mochte kann trotz kleiner Kritikpunkte bei Stronghold 2 zuschlagen.
Features:
- Kehren Sie aus dem Exil zurück auf ihre alte Burg, von der Sie schmählich
vertrieben wurden. Dann beginnt sich die nicht-lineare, interaktive Handlung
von Stronghold 2 zu entfalten.
- Betrachten Sie das mittelalterliche Geschehen in 3D-Grafik oder wählen Sie
aus zahlreichen anderen Perspektiven, um Ihr Reich zu überwachen.
- Werden Sie Burgherr einer authentischen Burganlage. Beobachten Sie die
Falkner, wie sie mit dem Rattenproblem fertig werden. Schauen Sie den
Webern, Kerzenmachern und Bierbrauern bei der Arbeit zu.
- Veranstalten Sie Feste, Ritterturniere und Tänze und öffentliche
Hinrichtungen, um das Volk bei Laune zu halten.
- Nutzen Sie neue Kampfeinheiten, Belagerungswaffen und
Verteidigungseinrichtungen.
- Als Burgherr bleibt Ihnen nichts verborgen. Werden Sie Zeuge einer
Gerichtsverhandlung, sehen Sie zu, wie Mägde das Essen bereiten oder
genießen Sie den Anblick hübscher Burgfräuleins beim Baden.
- Verdienen Sie Ehrenpunkte, die Ihnen in der Hierarchie nach oben helfen -
vom einfachen Leibeigenen bis zum mächtigen Fürsten. Mit genügend
Ehrenpunkten können Sie einen Untertanen zum Ritter schlagen und ihn als
Statthalter in einer eroberten Burg einsetzen, um Ihr Reich auszubauen.
- Entwerfen sie Ihre eigene Rüstung und schmücken Sie Ihre Burg mit bunten
Flaggen und Bannern - oder mit den Köpfen Hingerichteter auf langen Spießen,
ganz nach Ihrem Geschmack.
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