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Einleitung:
Daedalic Entertainment bringt
ein neues Krimi-Adventure in bester Agatha-Kristie-Manier auf den
deutschen Markt. Es handelt sich dabei um das PC-Spiel Sinking
Island: Mord im Paradies. Dieses stammt aus der Feder von Benoit
Sokal. Der belgische Comic-Zeichner ist u.a. der Schöpfer der
bekannten Syberia-Reihe. Wir konnten die fertige Version jetzt
ausgiebig testen. Ob Hobbykriminologen sich das Spiel zulegen
sollten, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Ein zeitgemäßes Adventurespiel braucht selbstverständlich eine anständige
Story. Walter Jones ist tot. Die Leiche des eigenwilligen Milliardärs wird
auf der Insel Sagorah am Fuß einer Klippe aufgefunden, sein Gesicht
zerkratzt und blutig. Gestorben ist er nur wenige hundert Meter entfernt vom
Jones Tower - dem monumentalen Luxus-Hochhaus, das er auf der Insel
errichten ließ. Der erfahrene Ermittler Jack Norm wird zu Hilfe gerufen:
Eine mörderische Jagd auf der einsamen, tropischen Insel beginnt. Zehn
Personen waren zum Zeitpunkt der Tat auf Sagorah - zehn Verdächtige, alle
mit einem Motiv, den ungeliebten Magnaten zu töten. In Sinking Island
schlüpft der Spieler nun in die Rolle des Privatdetektivs Jack Norm. Bevor
wir allerdings die Ermittlungen aufnehmen, wollen wir erst einmal ganz von
vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, muss der
Spieler ein Profil anlegen. Im Hauptmenü angekommen, erblickt
Ihr die Punkte "Neues Spiel", "Spiel laden", "Optionen" und "Filme
abspielen". Wie immer dürft Ihr unter Optionen alle spielrelevanten
Einstellungen wie Untertitel, Grafik oder Sound einstellen. Nett ist auch
der Bereich Filme abspielen. Hier dürft Ihr Euch die Filme, die im Spiel freigespielt wurden, in aller Ruhe noch einmal ansehen. Ist ein Spielstand
vorhanden, so könnt Ihr diesen unter Spiel laden aktivieren. Am Anfang
bleibt uns natürlich nichts anderes übrig, wie ein neues Spiel zu starten.
Bevor es losgeht, sollt Ihr noch den Spielmodus bestimmen. Sinking Island:
Mord im Paradies bietet gleich zwei Spielarten an: "Adventure" und "Gegen
die Zeit". Die erste Spielart ist die klassische Variante ohne Zeitdruck. Je
nachdem wie der Spieler spielt und bestimmte Ereignisse in Gang setzt,
verläuft die Erkundung des Spiels. Gegen die Zeit läuft ein wenig anders ab,
denn es handelt sich hierbei um den Echtzeit-Modus. Ihr müsst Aufgaben
erfüllen und die Ermittlungen müssen zügig weiterlaufen. Jede Aufgabe muss
dabei rechtzeitig und zu einer bestimmten Uhrzeit erledigt werden. Solltet
Ihr daran scheitern, wird Norm vom Fall abgezogen und das Spiel ist
verloren. Was die anderen Personen angeht: Sie leben Ihr Leben weiter und
die Ereignisse nehmen zu genauen Zeitpunkten ihren Lauf. Welche
Spielvariante Ihr nehmt, bleibt natürlich komplett Euch überlassen. Habt Ihr
Euch für einen Modus entschieden kann das Abenteuer endlich beginnen. Kommen
wir nun zum eigentlichen Spiel. Das ganze wird genretypisch durch ein gut
gemachtes Intro passend eingeleitet. Im Anschluss schlüpfen wir in die Haut
des Inspektors und beginnen mit unseren Ermittlungen.
Wir agieren in dem Spiel in vorgerenderten Hintergründen, in denen wir uns
frei bewegen können. Die Steuerung unserer Spielfigur ist kinderleicht, denn
mit der Maus können wir alle Aktionen wie Rennen, Reden oder Suchen
problemlos durchführen. Jeden Abschnitt sucht der Detektiv nun nach wichtigen
Hinweisen ab. Von bestimmten Beweisstücken kann der Spieler z.B. Fotos
machen und sie später in seinem PPA nachschlagen. Außerdem dürfen wir
bestimmte Bereiche näher betrachten. Das war selbstverständlich noch nicht
alles. Ihr sollt auch mit Objekten im Spiel oder Gegenständen im Inventar
interagieren. Unsere Mausanzeige ändert sich, wenn wir über ein
aufnehmbares Objekt fahren und so weiß der Spieler sofort, was er aktuell zu
tun hat. Außerdem sollen wir hin und wieder Fingerabdrücke nehmen. Türen und Keycards gibt es in dem Spiel dann auch noch. Da wir uns in einem Hotel
befinden, funktionieren die meisten Türen mit Keycards. Man muss daher daran
denken, eine Keycard mit dem Türschloss zu benutzen, falls sich eine Tür
nicht öffnen lässt. Allerdings kann man nur mit bestimmten Kartenschlüsseln
die diversen Türen öffnen. Hinzu kommen Werkzeuge, die ermöglichen
Mechanismen zu betätigen. Ein wichtiger Bestandteil des Spiels sind die
obligatorischen Gespräche. Davon gibt es wirklich viele. Klicken wir eine
Figur an, so wird in den Dialog-Modus gewechselt. Hier kann man dann
zwischen vier großen Themen wählen. Klicken wir auf das Lupen-Icon
besprechen wir die gesammelten Beweisstücke. Bei dem Blasen-Icon werden
dagegen die gesammelten Zeugenaussagen besprochen. Wollt Ihr lieber über
Personen reden, so drückt einfach den Personen-Icon. Als letztes gibt es
dann noch den Puzzleteil-Icon. Hier kann man über die laufenden Aufträge
sprechen. Ihr seht schon, dass so ein Gespräch recht lange dauern kann.
Damit wir die gesammelten Beweise und Aussagen bearbeiten können, gönnt man
uns den oben schon erwähnten PPA. Es handelt sich dabei um den "Personal
Police Assistant". Dieses Werkzeug ermöglicht es uns Beweisstücke,
Zeugenaussagen, Verdächtige usw. zu verwalten und Schlussfolgerungen
anzustellen. Außerdem kann man hier Beweistücke wie zum Beispiel
Fingerabdrücke vergleichen. Eine Fortschrittanzeige gibt uns dann zu jeder
Zeit Aufschluss darüber, wie weit die Ermittlungen fortgeschritten sind. So
untersuchen wir nun die unterschiedlichen Orte nach wichtigen Hinweisen,
führen viele Gespräche mit den Verdächtigen, kombinieren und vergleichen die
Beweisstücke um den Mörder immer mehr in die Enge zu treiben. Das ganze wir
dann noch durch gut gemachte Filme zusammengehalten, die immer wieder die
Story vorantreiben.
Technik:
Mit der Grafik kann man gut leben. Es werden viele unterschiedliche
vorgerenderten Hintergründe gezeigt, die zu Erkundungstouren einladen. Dabei
wurden auch kleinere Animationen eingebaut, die das Geschehen immer wieder
auflockern. Hinzu kommen unzählige Details in den Innenräumen und eine tolle
Beleuchtung. Etwas schlechter sehen allerdings die Figuren aus. Sie wurden
nicht nur hölzern animiert, sondern auch etwas dürftig modelliert. Sie
passen nicht ganz zu den erstklassigen Hintergründen und daher schmiegen sie
sich nicht wirklich gut in das Spiel ein. Der Sound ist dagegen Spitze. Das
liegt zum einen an den erstklassigen deutschen Synchronsprechern. Sie machen
ihre Arbeit wirklich gut und so hört man den vielen Gesprächen auch gerne
zu. Außerdem werden immer wieder passende Töne eingespielt, die für ein
nettes Ambiente sorgen. Die Steuerung orientiert sich am Genre. Mit der Maus
kann man alle Aktionen sicher ausführen und so kommt jeder Spieler sehr
schnell mit der Lenkung klar. Gut sortiert und aufgeräumt sind auch die
Menüs. Anfängliche Erklärungen bringen uns auch die Funktion des PPA gut bei
und so kann man direkt eingesammelte Beweise verarbeiten. Der
Schwierigkeitsgrad bewegt sich auf einem guten Niveau. Die Rätsel sind
logisch und eingesammelte Hinweise geben uns immer wieder Aufschluss
darüber, was wir als nächstes machen sollen. Fasst man nun alles zusammen,
so kann die technische Seite grundlegend überzeugen.
Fazit:
Sinking Island: Mord im Paradies ist ein nettes Spiel für
Krimi-Adventurefans. Wer Point&Click-Adventure mag und mal wieder einen
Mordfall aufklären möchte, der wird viele Stunden mit dem Spiel verbringen
können. Allerdings ist nicht alles Perfekt in dem Spiel. Da wären zum einen
die übertrieben langen Laufwege. Immer wenn wir neue Informationen bekommen,
muss unser Held alle anderen Leute noch einmal ansprechen. Hierdurch rennen
wir unendlich oft durch die Bilder - um Hinweise sachlich zu verarbeiten. Auch
das teilweise nervige Absuchen des Bildschirms stört mit der Zeit, denn eine
Hilfefunktion hat der Hersteller nicht eingebaut. Etwas besser hätten auch
die Figuren aussehen können. Viel zu stark setzen sie sich von den ansonsten
vorbildlichen Hintergründen ab. Allerdings werden wir durch viele gute
Features ordentlich entschädigt. Die spannende Story überzeugt von der
ersten Spielminute und durch die charismatischen Charaktere wird man bis zum
Ende am Bildschirm gefesselt. Auch das Spuren einsammeln und das
anschließende Kombinieren macht Laune und so vergehen die Spielstunden wie
im Flug. Wollt Ihr dann noch eine ganz besondere Herausforderung, so
spielt das Game auch mal im Gegen-die-Zeit-Modus durch. Sucht Ihr also
aktuell ein nettes Krimi-Point&Click-Adventure und könnt Ihr mit ein paar
kleineren Macken gut leben, so solltet Ihr schnell zum nächsten Händler
laufen. Sinking Island: Mord im Paradies hat uns ganz gut gefallen und somit
können wir auch eine Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
- Der Name Benoit Sokal steht für traumhafte Kulissen
- Innovatives, unlineares Gameplay: Schlüpfen Sie in die Haut eines echten
Vermittlers und finden Sie die Lösung auf Ihrem eigenen Weg
- Klassischer Abenteuer-Modus, oder Zeitattacke für puren Nervenkitzel:
Entlüften Sie das Geheimnis bevor die Insel sinkt!
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