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Einleitung:
Adventurefans können sich aktuell
wirklich nicht beklagen. Obwohl das Genre vor einiger Zeit am Boden
lag, kommen jetzt immer wieder erstklassige Genrevertreter auf den
deutschen Markt. Vor allem bekannte Erfolgsserien erfreuen uns
mit neuen und zeitgemäßen Nachfolgeteilen. Eine der bekanntesten Adventurereihen ist ohne Zweifel Simon the Sorcerer. Die Serie
konnte sich bis jetzt über 600.000-mal verkaufen. Die
Erfolgsgeschichte wird nun mit Simon the Sorcerer: Chaos ist das
halbe Leben fortgesetzt. Wir konnten das Silver Style-Spiel jetzt
ausgiebig testen. Ob das neuste Point&Click-Adventure an alte
Erfolge anknüpfen kann, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Zu einem anständigen Adventurespiel gehört natürlich eine Story. Im
Mittelpunkt steht der chaotische Zauberlehrling Simon. Seit seinen früheren
Abenteuern ist Simon ein wahrer Meister darin, böse Zauberer zu besiegen,
holde Maiden aus dunklen Verliesen zu befreien und giftige Sumpfsuppe
auszulöffeln. Doch diesmal steht er einer Gefahr gegenüber, wie sie
schlimmer gar nicht sein könnte: Sich selbst! Oder vielmehr einem fiesen
Schurken, der genauso aussieht wie er. Simon heftet sich auf die Fersen
seines Doppelgängers, um dessen finstere Pläne auszukundschaften, und erlebt
dabei sein blaues Wunder. Bevor wir nun in das witzige Abenteuer starten,
wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel
installiert und gestartet wurde, erscheint ein einführendes Intro inkl.
deutscher Sprachausgabe, das das Spiel und die Geschichte passend einleitet.
Simon hat es nicht leicht in seiner eigenen Realität. In der fernen
Zauberwelt wurde er als Held gefeiert, doch in seiner eigenen Wirklichkeit
will ihm nichts richtig gelingen. Nicht mal eine kleinliche Diskussion mit
seinem jüngeren Bruder ums Fernsehprogramm kann er für sich entscheiden:
Eine heranfliegende Fernbedienung schickt ihn in den unfreiwilligen
Mittagsschlaf. Im Traum erscheint ihm eine wohl bekannte junge Lady. Es ist
Alix, die Enkelin des Zauberers Calypso, der Simon damals zum ersten Mal in
die Zauberwelt rief. Alix berichtet, dass die ferne Dimension in
schrecklicher Gefahr sei und dass er gebraucht würde, um die Bewohner vor
dem Übel zu retten. Das lässt sich Simon nicht zweimal sagen. Er lädt seinen
guten, alten Dimensionsreise-Kleiderschrank mit einem Energy-Drink auf und
startet seine Reise in die Zauberwelt. Dort angekommen, sollen genretypische
Aufgaben bewältigt werden. Zum einen werden wir viele Objekte untersuchen
müssen. Natürlich kommentiert Simon alle Handlungen und so wird das Absuchen
der Bildabschnitte selten langweilig. Nützliche Gegenstände nimmt der kleine
Zauberer - wie nicht anders zu erwarten - mit, schließlich könnte man sie für eine spätere Aufgabe
noch gebrauchen. In unserem Inventar finden wir dann die eingesammelten
Gegenstände, die wir jetzt in aller Ruhe untersuchen können. Der Akteur darf
diese selbstverständlich auch kombinieren und
an bestimmten Orten einsetzen.
Viele Rätsel lösen wir mit den unmöglichsten Sachen. Zum Glück nimmt unsere
Spielfigur nur Utensilien auf, die auch wirklich benötigt werden. So entsteht
kein Chaos in unserem Inventar. Das schützt uns allerdings nicht vor der
Tatsache, dass wir vieles auszuprobieren müssen. Nicht immer ist in einem
Bildabschnitt sofort erkennbar, welche Gegenstände aktuell benötigt werden.
Damit wir es etwas einfacher haben, hat uns der Hersteller eine Hotspot-Funktion gegönnt. Mit einem einfachen Tastendruck kann man sich alle
spielrelevanten Orte in einem Bild anzeigen lassen. So entgeht einem garantiert
nichts. Wer diese Hilfe nicht mag, darf selbstverständlich auch auf
konventionelle Weise mit der Maus den Bildschirm absuchen. Fahren wir mit
der Maus über ein Objekt verändert sich der Cursor. Somit bekommen wir neben
der normalen Mausanzeige auch eine Aktions-, Kombinations-, Dialog-
Untersuchen- oder Ausgangs-Mausanzeige zu sehen. Hinzu kommt bei Gesprächen
oder Filmen, dass wir diese durch die Fast-Forward-Mausanzeige beschleunigen
bzw. abbrechen dürfen. Neben den Suchaktionen sollen wir auch viele
Gespräche führen, wodurch der Spieler immer wieder wichtige Informationen
bekommt. Diese werden natürlich mit deutscher Sprachausgabe wiedergegeben.
Zwischen den gesprochenen Sätzen stellt uns das Spiel immer wieder vor die
Wahl, andere Antworten zu geben. Hierdurch beeinflussen wir die Dialoge und
können so den Gesprächen ganz neu Wendungen geben. Die Gespräche laufen
selbstverständlich nicht ohne ausreichenden Humor ab. Immer wieder feuern
die Figuren Sätze ab, die einen zum schmunzeln bringen. Da dann noch - während
unserer normalen Handlungen - viele Kommentare von Simon eingespielt werden,
wird man während des gesamten Spiels bestens unterhalten. Damit wir den
Überblick nicht verlieren, finden wir im Menü ein Journal. In diesem werden
alle aktuellen und bereits erledigten Aufgaben aufgelistet. Der Spieler weiß
also immer, was er als nächstes erledigen soll. Meistens beschränken sich
die Aufgaben darin, dass der Akteur etwas besorgen muss. Haben wir den
richtigen Gegenstand eingesammelt, brauchen wir diesen nur mit einem anderen
zu kombinieren und/oder diesen an den dafür vorgesehenen Ort benutzen. Hierdurch
werden fast alle Rätsel gelöst. So agieren wir nun durch die
unterschiedlichen Spielabschnitte, untersuchen die detailreiche Welt nach
wichtigen Objekten, führen viele witzige Gespräche, lösen ein Rätsel nach
dem anderen und folgen der recht ansprechenden Story.
Technik:
Mit der technischen Seite kann man sehr gut leben. Wir werden zum einen eine
tolle Spielwelt erblicken, die viele Details aufweist. Dabei zeigt das Spiel
immer wieder andere Umgebungen. Vom Wald bis hin zur Stadt ist alles
vorhanden.
Die einzelnen Abschnitte wurden liebevoll gestaltet und dank kleinerer
Animationen sieht jeder Ort sehr lebendig aus. Nett wurden auch die
Spielfiguren animiert und modelliert. Sie bewegen sich ansprechend durch die
Hintergrundbilder. Etwas schade ist allerdings, dass die Sprachausgaben nicht
Lippensynchron sind. Hier hätte man eindeutig mehr machen können.
Der Sound bewegt sich auf einem guten Niveau. Zum einen werden wir viele
Umgebungsgeräusche hören. Hierdurch entsteht eine tolle Atmosphäre. Hinzu
kommt eine stimmungsvolle Musik, die selbst nach Stunden nicht nervt. Die
Synchronsprecher machen dann noch ihre Arbeit recht gut. Allerdings passt
nicht jede Stimme zur gezeigten Person. Das stört allerdings nur wenig. Viel
zu sehr konzentriert man sich auf die vielen witzigen Sprüche, die einen
immer wieder zum schmunzeln bringen. Sehr einfach ist auch die Steuerung.
Diese ist genretypisch und so kommt jeder sehr schnell mit der Lenkung klar.
Hinzu kommt, dass unsere Spielfigur sehr direkt auf unsere Anweisungen
reagiert. Nett sind auch die eingebauten Hilfen und die Hotspot-Funktion.
Wer keine Lust auf langwierige Absuchaktionen hat, der kann diese ausgiebig nutzen.
Die Menüs und das Inventar sind außerdem sehr übersichtlich. Die feste
Kameraeinstellung hat dann noch zu jeder Zeit alles gut im Blick. Egal wohin wir
uns bewegen, kein Detail entgeht unserem Auge. Relativ einfach ist auch der Schwierigkeitsgrad. Wenn Ihr den Gesprächen gut lauscht und alles gründlich
absucht, werdet Ihr fast jedes Rätsel auf Anhieb lösen. Fasst man nun alles
zusammen, so kann die Technik voll überzeugen.
Fazit:
Simon the Sorcerer: Chaos ist das halbe Leben ist ein nettes Adventurespiel.
Viele unterschiedliche Orte laden uns zu ausgiebigen Erkundungstouren ein.
Die skurrile Märchenwelt passt ideal zu Spiel und so hält man sich sehr
gerne dort auf. Nett sind vor allem die vielen Dialoge, die einen oftmals
zum lachen bringen. Dank auswählbarer Antworten, darf man diese auch beeinflussen. Hierdurch bekommt man das Gefühl, die Story maßgeblich zu
beeinflussen. Nett ist auch, dass wir viele bekannte Charaktere wieder
treffen. Gerade altgediente Simon the Sorcerer-Fans werden dieses begrüßen.
Das Gameplay selber ist leider recht einfach ausgefallen. Wohl nur Anfänger
werden bei den leichten Rätseln auf ihre Kosten kommen. Genrefanatiker dagegen
werden kaum gefordert. Wirklich schlimm ist dieses allerdings nicht,
denn dadurch kann man das Spiel sehr flüssig durchspielen. Das liegt
selbstverständlich auch an der guten Bedienung. Wer schon einmal ein Adventurespiel gespielt hat, wird sofort mit dem Game klar kommen. Klar gibt
es auch ein paar Punkte die stören. Es sieht zum Teil etwas lächerlich aus,
wenn Figuren nicht Lippensynchron sprechen. Ein paar Sprecher passen dann
auch nicht zu den gezeigten Charakteren. Nervig sind ebenfalls manche zu
lang geratenen Dialoge, die ruhig etwas kürzer hätten ausfallen können.
Dennoch stören die kleinen Kritikpunkte kaum das ansonsten gute Gameplay.
Wer also gerne klassische Point&Click-Adventure mag, der kann ohne Bedenken
bei diesem lustigen Spiel zuschlagen. Uns hat Simon the Sorcerer: Chaos ist
das halbe Leben sehr gut gefallen und daher können wir es jedem Genrefan ans
Herz legen.
Features:
- Erleben Sie das Abenteuer Ihres Lebens mit dem einzig wahren
Zauberlehrling
- Wendungsreiche Story mit mehr als 40 originellen Charakteren
- Hunderte innovativer und durchgängig logischer Rätsel
- Komfortables Questtagebuch für die optimale Übersicht zu allen Aufgaben
- Toller Soundtrack und Sprachausgabe für alle Charaktere
- Einfache Point & Click-Steuerung für direkten Einstieg in das
Spielgeschehen
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