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Einleitung:
Wer gerne japanische
Importrollenspiele spielt, weiß schon seid gut zwei Jahren, wie die Story
von Digital Devil Saga weiter geht. Der erste Teil erschien bei uns
allerdings erst im Sommer 2006. Jetzt kommt endlich der heiß erwartete
Nachfolger auf den deutschen Markt. Es handelt sich dabei um das Spiel Shin
Megami Tensei: Digital Devil Saga 2. Wir konnten das Rollenspiel von dem
Entwicklerstudio Ghostlight jetzt ausgiebig testen. Ob sich das Spiel für
Genrefans lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga 2 bildet gleichzeitig die Fortsetzung
und den Abschluss der Geschichte, die im Vorgängertitel begonnen wurde. Der
zweite Teil setzt direkt dort an, wo der erste endet. Serph, der Anführer
des Embryon Stamms und seine Gefolgsleute haben nun endlich das Nirvana
erreicht. Dort stellen sie allerdings fest, dass es nicht das erhoffte
Paradies ist. Der Kampf geht selbst im Nirvana weiter. Näher wollen wir
jetzt nicht auf die Story eingehen, da wir ansonsten den ersten Teil zu sehr
behandeln müssten. Da allerdings die meisten den Vorgänger kennen, dürfte
dieses kein großes Problem sein. Kommen wir also nun zum eigentlichen Spiel.
Nachdem das Game gestartet wurde, wird erst einmal ein einführendes Intro
gezeigt. Im Anschluss folgt das Hauptmenü mit den Menüpunkten "Load Game",
"New Game" und "Config". Wie gewohnt darf man unter Config die
spielrelevanten Einstellungen vornehmen. Ist ein Speicherstand vorhanden, so
kann man diesen unter Load Game aktivieren. Am Anfang bleibt uns
selbstverständlich nichts anderes übrig, wie ein neues Spiel zu starten.
Nachdem wir auf den Menüpunkt geklickt haben, hat der Spieler die
Möglichkeit eine abgeschlossene Datei - vom ersten Teil - zu laden.
Hierdurch erhält man nette Extras. Allerdings beginnen alle Helden, egal ob
man eine Datei hat oder nicht, mit Level 1. Nach einem weiteren Film inkl.
englischer Sprachausgabe und Untertitel kann das Abenteuer endlich beginnen.
Der Spieler schlüpft nun in die Haut von Serph. Wir agieren mit unserer
Spielfigur recht frei durch eine ansprechende postapokalyptische Spielwelt,
die es zu erforschen gilt. Diese ist recht linear aufgebaut. Außerdem
agieren wir in recht eckigen Umgebungen, die teilweise sehr verzweigt sind.
Zum Glück hilft uns eine eingebaute Karte dabei, die Orientierung nicht zu
verlieren. Unsere lenkbare Figur soll beim erkunden der Umgebung diverse
Behälter untersuchen, in denen es nette Extras gibt. Damit wir nicht jedes
Objekt anklicken müssen, hat der Hersteller diese kenntlich gemacht. Ihr
werdet also sofort sehen, welche Gegenstände wichtig sind. Mit vorhandenen
Figuren kann man außerdem sprechen. Die Gespräche werden dann über Text
wiedergegeben. Dank diverser Auswahlmöglichkeiten kann der Akteur die
Dialoge immer wieder beeinflussen. Daneben erblicken wir öfters kleine
Filme, die über englische Sprachausgabe die Story vorantreiben. Leider hat
der Hersteller das Spiel nicht lokalisiert und so sollte man der englischen
Sprache mächtig sein um die Story zu verstehen.
Der Nachfolger bietet grundlegend die gleichen Spielmechaniken wie der erste
Teil. Beim erkunden der Spielwelt treffen wir viele unterschiedliche Gegner.
Die Kämpfe laufen dann rundenbasiert in einem extra Kampfbildschirm ab.
Unsere Party kämpft immer gemeinsam gegen die Widersacher. Jeweils getrennt
machen nun die einzelnen Fraktionen ihre Aktionen. Dabei darf jede
Spielfigur pro Runde eine Handlung ausführen. Diese beziehen sich nicht nur
auf diverse Angriffsvarianten. Daneben darf man auch Objekte einsetzen oder
den Gegner analysieren - um seine Schwachstellen herauszufinden. Das ist
recht wichtig, denn kennt Ihr die Schwächen eines Gegners, so bringt Euch
das immense Vorteile ein. Weicht eine Figur z.B. einem Angriff aus, so ist
der Angriff für die gesamte Gruppe beendet und die andere Seite darf ihre
Aktionen ansetzen. Attacken dürfen dann noch auf einzelne Gegner oder ganze
Gruppen gerichtet werden. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir in Dämonen-
oder Menschen-Gestalt agieren. Beides hat dementsprechende Vor- aber auch
Nachteile. Sind wir mit unseren Zügen fertig, ist der Gegner dran. Die
Auseinandersetzungen laufen dann so lange ab, bis eine Seite besiegt ist
oder wir durch Flucht einen Kampf vorzeitig beenden. Wirklich schwer sind
diese Fight nicht. Mit ein wenig Übung und etwas Geschick kann man sogar
starke Gegner schnell besiegen. Hinzu kommt, dass der Hersteller großzügig
Speicherpunkte verteilt hat. Ihr werdet also nicht viel machen müssen, wenn
Eure Spielfiguren das Zeitliche segnen. Was natürlich ebenfalls bei einem
klassischen Rollenspiel nicht fehlen darf, ist ein anständiges Aufbausystem.
Ist ein Kampf beendet, erhalten unsere Streiter Erfahrungspunkte die
obligatorische Aufstiege mit sich bringen. Erfolgt dieser, so darf der
Spieler Punkte auf die jeweiligen Bereiche verteilen. So steigern wir recht
einfach die Fähigkeiten unserer Spielfiguren. Über einen Tastendruck kommen
wir im normalen Spiel auch direkt in ein Menü, das alle wichtigen Bereiche
wie Skill, Item, Set, Combo, Status, Party, Config und Recover abdeckt. Hier
können wir uns über unseren aktuellen Status informieren oder unsere Gruppe
bzw. deren Fähigkeiten managen. Neuerungen gibt es natürlich auch. Der neue
Berserker Modus bringt mehr Abwechslung in die Kämpfe und ein neues
Karma-Ring-System erlaubt tiefer gehende Charakterentwicklungen. Nach einem
Kampf geht das erforschen der Umgebung natürlich weiter. So erkunden wir die
Spielwelt, lösen kleinere Rätsel, sammeln interessante Items, erlernen neue
Fähigkeiten und folgen der Story durch Gespräche oder eingespielten Filmen.
Technik:
Mit der technischen Seite kann man grundlegend zufrieden sein. Wir agieren
zum einen in sehr linearen Umgebungen die viele Verzweigungen aufweisen.
Dank einer guten Kartenfunktion wird man sich immer in den Spielabschnitten
zurecht finden. Etwas mehr Details und Abwechslung in den Levels wären zwar
wünschenswert gewesen, dennoch wird eine tolle postapokalyptische Spielwelt
dargestellt. Gefallen können dann noch die spielbaren Charaktere und Gegner,
die detailliert modelliert wurden. Bis auf die Laufbewegungen von Serph
sehen die Animationen ebenfalls Klasse aus. Hinzu kommen diverse Effekte,
die vor allem bei den Kämpfen gezeigt werden. Der Cel Shading Look passt
optimal zum Spiel und so kann man insgesamt mit der gezeigten Grafik
zufrieden sein. Nett ist auch die Präsentation. Viele eingespielte Filme
treiben die Story gut voran. Hier müssen wir allerdings drauf hinweisen,
dass dieses Spiel nicht lokalisiert wurde. Alle textbasierten Gespräche und
eingespielten Spracheinspielungen werden in englischer Sprache
wiedergegeben. Wer der Sprache nicht mächtig ist, wird leider nicht viel von
der Story mitbekommen. Die Sprachausgabe selber ist erstklassig.
Professionelle Sprecher verleihen den Charakter Leben und so folgt man den
Dialogen sehr gerne. Der übrige Sound bewegt sich auf einem ähnlichen
Niveau. Neben diversen Ingamegeräuschen werden wir auch einer
stimmungsvollen Musik lauschen, die selbst nach Stunden nicht nervt. Sehr
einfach ist auch die Steuerung. Schon nach wenigen Minuten kommt man mit der
Tastenbelegung klar und selbst unsere Spielfigur lässt sich sicher lenken.
Hinzu kommen aufgeräumte und übersichtliche Menüs, in denen man sich sofort
zurecht findet. Der Schwierigkeitsgrad ist relativ einfach. Seid Ihr erst
einmal hinter das Spielprinzip gestiegen, werden selbst fette Gegner kein
wirkliches Hindernis darstellen. Dank fairer Speicherpunkte frustrieren
selbst Niederlagen nicht und so kann man das Spiel recht flüssig
durchspielen. Das Ende werdet Ihr dann nach gut 40 bis 45 Stunden sehen.
Fazit:
Shin Megami Tensei: Digital Devil Saga 2 ist ein wirklich solides und
taktisch motivierendes Oldschool-Rollenspiel. Das Ambiente stimmt genauso,
wie das recht flüssige Gameplay. Hinzu kommt eine interessante Story, die
toll in das Spiel eingebunden wurde. Leider gönnt uns der Hersteller keine
deutsche Übersetzung. Für viele wird das ein Hindernis darstellen, das Spiel
nicht zu kaufen. Zählt Ihr zu diesen Leuten, so verpasst Ihr ein gutes Spiel
das über viele Stunden toll unterhalten kann. Klar gibt es auch ein paar
Punkte die stören. Allerdings wirken sich diese nicht negativ auf das
Gameplay aus. Die große Stärke des Spiels ist eindeutig das klassische
Kampfsystem. Es ist extrem wichtig die Schwächen der Gegner heraus zu
finden. Schafft Ihr das, so werden selbst Bosskämpfe zum Kinderspiel. Sehr
motivierend ist auch das modifizierte Talent-System. Es gibt in dem Spiel
immer wieder neue Sache zu entdecken und so wird man förmlich an den
Bildschirm gefesselt. Wem der erste Teil gefallen hat, der wird sowieso beim
zweiten zuschlagen. Schließlich will man wissen, wie die Story weiter geht.
Alle anderen sollten dagegen schnell zum nächsten Händler eilen und den
Vorgänger kaufen. Seid Ihr damit fertig, so wartet mit Shin Megami Tensei:
Digital Devil Saga 2 ein tolles Spielerlebnis auf Euch. Uns hat das
japanische Rollenspiel sehr gut gefallen und daher können wir eine klare
Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
- Eine neue Welt mit ausgefallenen Gegnern wartet auf uns
- Über 40 Stunden Spielspass
- Führt die Geschichte des ersten Teils grandios fort
- Mit Hilfe importierter Daten aus dem ersten Teil lassen sich extra Boni
freischalten
- Berserker Modus bringt mehr Abwechslung in die Kämpfe
- Überarbeitetes Mantra- und Kampf-System
- Das neue Karma Ring System erlaubt tiefer gehende Charakter-Entwicklung
- Zwischensequenzen mit englischer Sprachausgabe und atmosphärischem
Soundtrack
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