American McGee dürfte in
der Gamerszene recht bekannt sein. Schließlich arbeiteten die Entwickler
schon an Spiele wie Quake, Doom und Alice. Nun kommt ein ganz neues
futuristisches Spiel auf den deutschen Markt. Es handelt
sich dabei um das Spiel Scrapland. In dem Spiel werdet Ihr in eine
faszinierende Roboterwelt gebracht. Erscheinen wird das Action-Adventure
übrigens über Koch Media Deutschland GmbH. Wir konnten jetzt die fertige PC
und Xbox-Version testen. Ob sich das Spiel gegen die breite Konkurrenz in
dem Genre durchsetzen kann und ob sich beide Versionen lohnen, erfahrt Ihr
in unserem Review.
Zum Spiel:
Wie in jedem guten Action-Adventure ist auch bei Scrapland eine Story
vorhanden. Der Roboter D-Tritus baute sich selber auf einem weit entfernten
Schrottplatz zusammen und entschied eines Tages, das Universum zu erforschen
und andere Wesen zu treffen. Seine Reise brachte ihn zuerst zum Asteroiden
Scrapland, der von einer merkwürdigen Robotergesellschaft bewohnt wurde.
Scrapland ist eigentlich der alte Planet Erde, der von Menschen
ausgeplündert wurde. Die Menschen verließen die Erde, und die Roboter kamen.
Seitdem halten Roboter nicht viel von der Menschheit, sie schauen auf
Menschen herab und fürchten sie. Unter den Überresten der Myriaden in
Scrapland gestrandeter Raumschiffe fanden die Roboter die Große Datenbank
GDB, eine Maschine die jeden toten Roboter wieder zum Leben erwecken kann,
so lange sie seine Daten noch hat. Es ist also kein Platz für den Tod auf
Scrapland … Aber eines schönen Tages wird der Erzbischof von Kimera - die
Stadt der Roboter - ermordet, offensichtlich von einem Menschen. Als die DGB
versucht, ihn wiederzubeleben, wird entdeckt, dass seine Daten gestohlen
wurden, was bedeutet, dass der Erzbischof auf ewig tot ist. D-Tritus findet
einen Job als Fotograf bei dem örtlichen Mediennetzwerk. Sein erster
Auftrag, er soll über den schrecklichen Mord am Erzbischof berichten. Jeder
denkt, der Mörder sei ein Mensch, aber … mehr wollen wir jetzt nicht
verraten. Schließlich möchten wir die Handlung nicht vorweg nehmen. In dem
Spiel steuert der Spieler natürlich D-Tritus, wenn er sich zu Fuß bewegt,
sonst seine Schiffe, die er auf Kimeras Straßen navigiert. Unser Held kann
sich dabei in 15 verschiedene Figuren verwandeln. Jede dieser Figuren hat
ganz besondere Fähigkeiten. Natürlich steuern wir auch alle 20 verfügbaren
Raumschiffe. Hinzu kommt eine Sammlung einmaliger Schiffe die wir
zusammenstellen können. Hunderte Kombinationen sind möglich, da wir hier
bestehende Einzelteile frei kombinieren können. Das Ziel des Spiels ist es
das mörderische Monster zu finden. Allerdings dürfen wir noch viel mehr
machen. Der Spieler agiert sehr frei in der großen Spielwelt. Es gibt hier
Innen- und Außenbereiche. Mit unserem Kampfschiff fliegen wir z.B. durch die
Straßen der großen Stadt. Hinzu kommt das wir auch in die Häuser gehen
dürfen. Dort treffen wir auf unterschiedliche Bewohner, mit denen wir uns
unterhalten können. Wichtig ist in dem Spiel auch noch das Geld. Dieses
verdienen wir auf unterschiedliche Weise. Jede Figur oder Schiff das wir
z.B. zerstören hinterlässt Geld. Dieses können wir aufsammeln. Daneben gibt
es aber noch viele andere Möglichkeiten um an Knete zu kommen. Wer
Langeweile hat kann zusätzlich Rennen und diverse Kämpfe bestreiten. Wetten
dürfen natürlich auch abgeschlossen werden. Außerdem kann der Spieler in dem
Spiel für Chaos sorgen, sich als eine andere Figur ausgeben, eine Bank
überfallen und so weiter. Es liegt allein in unserer Hand was wir aktuell
machen möchten. Auf Scrapland wird der Spieler auf unterschiedliche Roboter
treffen. Diese unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch durch
ihre Funktionen. Da wir eine spezielle Fähigkeit besitzen, können wir uns in
jeden Robotertyp verwandeln. Das ist allerdings illegal und so sollten wir
dabei nicht beobachtet werden. Hierdurch können wir alle möglichen Aufgaben
und Probleme lösen. Eine Polizeisperre wird z.B. überwunden, indem wir uns
einfach in einen Polizeiroboter verwandeln. Machen wir etwas illegales, so
wird die Polizei einschreiten … der Spieler muss also höllisch aufpassen.
Allerdings taucht die Polizei nicht sofort auf, erst wenn der
Verdächtigungsgrad ein gewisses Maß übersteigt, wird der Alarm ausgelöst. Jetzt versuchen uns Wachen das Leben
schwer zu machen. Wir sollten nun solange fliehen bis der Alarm aufgehoben
ist.
Technik:
Das Spiel bzw. die Levels sind relativ bunt ausgefallen. Alles wurde sehr
farbenfroh gestaltet. Das ist aber nicht negativ, denn optisch passt einfach
alles. Hinzu kommen viele kleine Details wodurch alles sehr lebendig wirkt.
Auch das futuristische Design der Fluggeräte und der Roboter können voll
überzeugen. Außerdem erwartet uns eine gigantisch große und
abwechslungsreiche Stadt, in der es viel zu erkunden gibt. Nach einer
gewissen Zeit erkennt man schnell wo man sich gerade befindet, denn jede
Gegend sieht komplett anders aus. Als Orientierungshilfe dient uns ein
kleines Radar. Dieses zeigt die Umgebung allerdings nur in 2D an. Nicht
berücksichtigt werden die unterschiedlichen Ebenen - was ein wenig
irritiert. Zumindest zeigt uns ein Richtungspfeil an, wohin wir als nächstes
gehen sollen. Kennt man sich dann ein wenig in der Stadt aus, so wird man
sich recht gut orientieren können. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen
Niveau wie die Grafik. Neben einer netten Musik, guten Soundeffekten,
ansprechenden Umgebungsgeräuschen wird man auch gute deutsche
Synchronsprecher zu hören bekommen. Allerdings sollte der Spieler die
Soundabmischung etwas nachjustieren. Die Gespräche gehen teilweise unter.
Das Gameplay wird ebenfalls viele ansprechen. Am Anfang läuft aber alles
erst einmal sehr gradlinig ab. Nach den ersten Aufgaben steht die Story und
wir bekommen mehr Freiheit zugesprochen. Jetzt beginnt der eigentliche
Spielspaß. Nachdem die wichtigsten Orte verfügbar sind, wir die ersten guten
Raumschiffe gebastelt und die anfänglichen Missionen erfüllt haben dürfen
wir die Stadt Kimera erforschen. Jetzt kann sich der Spieler vielen kleinen
Nebenhandlungen zuwenden. Natürlich sollte die Hauptstory nicht
vernachlässigt werden. Mit der Steuerung beider Versionen wird man sofort klar
kommen. Der Spieler wird in dem Spiel mit zwei Lenkungen konfrontiert. Zum
einen mit der Steuerung der Spielfigur. Diese lässt sich auf dem PC genauso
gut und sicher lenken wie auf der Xbox. An die Steuerung mit den Fluggeräten
muss man sich dagegen erst einmal gewöhnen. Nach einer gewissen Zeit kommt
man aber auch damit gut zurecht. Einzig bemängeln kann man bei der gesamten
Lenkung, dass diese ein wenig zu sensibel ist. Ein wenig Fingerspitzengefühl
braucht man schon um alle Aktionen sicher auszuführen. Die Xbox aber auch die PC-Version von Scrapland bieten einen Mehrspielerbereich. Leider wird man bei der
Xbox-Version nur über Splitscreen mit einem Freund spielen können. Die
PC-Version erlaubt uns dagegen im lokalen Netzwerk oder über das Internet zu
spielen. In beiden Versionen können wir nun diverse Mehrspielermatches
bestreiten. Diese ähneln bekannten Spielarten wie Deathmatch oder Capture
the Flag. Leider
muss man die Multiplayerspiele einzeln betrachten. Sie haben nichts mit dem
Singleplayermodus zu tun.
Fazit:
Beide Versionen von Scrapland können voll überzeugen. Nett sind vor
allem die interessante Story, die vielen Details, die deutschen
Synchronsprecher und die riesige Spielwelt. Hinzu kommt ein gutes und vor
allem abwechslungsreiches Gameplay - das über viele Stunden fesseln kann. Der
Mehrspielerbereich ist zwar nur ein netter Bonus, aber wer mal etwas anderes
machen möchte, darf sich auch hier für eine gewisse Zeit auslassen. Wirklich
Spaß macht vor allem der Singleplayermodus. Hier dürfen wir in eine
fantastische, futuristische Zukunftswelt eintauchen. Das erkunden der großen Stadt Kimera
mach wirklich viel Spaß. Der Humor kommt dann auch nicht zu kurz. Wir werden
hier wunderbar unterhalten. Wer also mal ein etwas
anderes Action-Adventure-Spiel spielen möchte, sollte hier unbedingt zugreifen. Da
die Xbox und PC-Version gut spielbar sind können wir beide Versionen zum Kauf empfehlen.
Features:
- Uneingeschränkte Bewegungsfreiheit in einer riesigen, knallbunten Science
Fiction-Welt
- Fesselnde und abgedrehte Story
- Realistische Physik-Engine
- Bis zu 140 Hauptmissionen bieten fast ungegrenzten Spielspaß
- Spektakuläre Rennen mit frei entworfenen oder geklauten Raumschiffen
- Multiplayer-Modus via LAN oder Internet (PC-Version) bzw. Splitscreen
(Xbox-Version)