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Einleitung:
Scotland Yard ist ohne
Zweifel eines der bekanntesten und beliebtesten Brettspiele aller Zeiten.
Seit seiner Veröffentlichung 1983 verkaufte sich das Brettspiel weltweit
über vier Millionen Mal. Schon über ein Vierteljahrhundert hinweg versuchen
sich große und kleine Spielefans darin, den mysteriösen Mr.X dingfest zu
machen oder selber als Gauner Scotland Yard zu entwischen. Jetzt kann man
auch unterwegs auf seinem NDS-Handheld auf die Jagd gehen, denn DTP Young
Entertainment bringt das gleichnamige Spiel auf den deutschen Markt. Wir
konnten uns die fertige NDS-Version in den letzten Tagen ausgiebig ansehen. Ob die
Brettspielumsetzung gelungen ist, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Auch bei Scotland Yard: Hunting Mr. X erleben wir die aufregende
Verfolgungsjagd durch verschiedene Metropolen auf der ganzen Welt. Auf der
Seite der Detektive versucht der Spieler einen brillanten Meisterdieb
aufzuspüren und dingfest zu machen, auf der anderen Seite führt Ihr als Mr.
X den Arm des Gesetzes an der Nase herum und bringt Euer kostbares Diebesgut
in Sicherheit. Wir versuchen als Mister X im Verkehr der Großstadt
unterzutauchen und unseren Verfolgern bis zum letzten Spielzug auszuweichen.
Nur dann kann unsere Flucht gelingen. Oder wir spielen als Detektiv und
versuchen mit unserem Team Mr. X im Großstadtdschungel aufzuspüren und ihm
die Fluchtwege zu versperren. Erst wenn wir auf das Spielfeld ziehen, auf
dem sich Mr. X befindet, haben wir die Jagd gewonnen. Bevor die
Verfolgungsjagd beginnt, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen.
Nachdem das Spiel gestartet wurde, erscheint das Hauptmenü mit den Punkten
"Kampagnenmodus", "Schnelles Spiel", "Mehrspielermodus" und "Einstellungen".
Wie gewohnt kann man unter zu letzt genannten Punkt die Optionen anpassen.
Wer gerne eine Partie mit einem Freund bestreiten möchte, der kann das über
den Mehrspielermodus machen. Hier wird mittels drahtloser
DS-Datenübertragung ein Spiel ausgetragen. Wahlweise darf man ein Hotseat,
Multicard und Singlecard-Play wagen. Unter "Schnelles Spiel" kann man
außerdem in einem Szenario unserer Wahl eine Partie bestreiten. Einige
Szenarien sind allerdings zu Beginn nicht verfügbar. Diese müssen erst im
Kampagnenmodus freigespielt werden. Das bringt uns auch schon zum Herzstück
des Spiels. Im Kampagnenmodus wurde das Spiel mit einer netten Story
versehen. Diese motiviert einen immer wieder, weiter zu spielen. Hier sollen
wir nun unser Geschick in fünf verschiedenen Städten unter Beweis stellen.
Mr. X wird in jeder dieser Städte einen wahrhaft spektakulären Diebstahl
begehen. Wir schlüpfen in die Rolle dieses genialen Verbrechers und
entkommen den schlauen Hütern des Gesetzes, oder aber wir übernehmen das
Team der Detektive und bringen Mr. X zur Strecke. Das alles geschieht in den
Städten London, Berlin, Paris, Amsterdam und New York.
Damit kein Spieler überfordert wird, gönnt man uns drei unterschiedliche
Schwierigkeitsgrade. Der Grad der Schwierigkeit wird bestimmt durch die
Anzahl der Detektive, das heißt in einer Mr. X-Kampagne würden ein leichter
Schwierigkeitsgrad bedeuten, dass Mr. X von drei Detektiven gejagt wird, bei
höchster Schwierigkeit wären ihm fünf Detektive auf den Fersen. Für die
Detektiv-Kampagne verhält es sich dann genau umgekehrt. Das Spielprinzip ist
recht einfach. Scotland Yard ist ein rundenbasiertes Spiel, wobei jede
Spielrunde immer mit dem Zug von Mr. X beginnt. Grundlegend agieren wir auf
einer Spielfläche, die ein Stadtplan der Stadt darstellt. Nach Mr. X ziehen
die einzelnen Detektive in einer festen Reihenfolge. Jeder Zug ist eine
Fahrt mit Taxi, Bus oder U-Bahn von einer Haltestelle entlang der Farblinie
zur nächsten Haltestelle. Die verschiedenen Linien auf der Karte stellen
jeweils ein Verkehrsmittel dar, welches mit einem Ticket der gleichen Farbe
benutzt werden kann. Das Spielprinzip ist schnell erlernt. Ein Spieler ist
Mister X der von den anderen Detektiven gejagt wird. Jeder Spieler bewegt
sich mit den drei Verkehrsmitteln auf dem Spielfeld fort. Um diese nutzen zu
können, müssen Tickets eingelöst werden. Mister X agier verdeckt auf dem
Spielfeld. Die anderen Spieler wissen also nicht, wo er sich befindet.
Bekannt ist nur, welche Verkehrsmittel er aktuell verwendet. In bestimmten
Abständen muss Mister X aber zeigen, wo er sich befindet. Dann können die
anderen spekulieren, wohin er mit seinen Tickets weitergefahren ist.
Erwischt ein Spieler Mister X ist das Spiel beendet. Mister X kann nur
gewinnen, wenn die anderen ihn nicht erwischen. Um eine bessere Chance zu
haben, kann der gejagte auch noch Black Tickets einsetzen. Dadurch wissen
die Spieler nicht, welches Verkehrsmittel er benutzt hat. Allerdings ist die
Anzahl der Black Tickets begrenzt. Den Detektiven stehen dafür
Hubschrauberflüge und Sperren zur Verfügung. Hiermit kann man dann Wege
überbrücken oder Stationen für den Verbrecher versperren. So dürfen nun die
Detektive versuchen Mister X zu fangen. Ob das Einfangen klappt, hängt auch
davon ab, wie stark die Gesetzeshüter zusammenarbeiten.
Technik:
Erwartet bei der Technik nicht zu viel. Wir werden zum einen eine
brettspieltypische Spielfläche zu sehen bekommen. Diese sieht eigentlich so
aus, wie bei dem bekannten Brettspiel. Alle Details kann man auf der Karte gut
erkennen. Allerdings wirkt alles etwas spartanisch. Ein Grafikfeuerwerk
werdet Ihr also nicht erleben. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen
Niveau. Neben kleineren Ingameräuschen lauschen wir auch einer netten Musik.
Die Steuerung ist schnell erlernt. Hauptsächlich kann man alles mittels
Touchscreen erledigen. Wahlweise darf man seine Aktionen auch über die
Tasten ausführen. Im oberen Bildschirm wird die Stadtkarte gezeigt. Ein
aufgehelltes Rechteck zeigt uns an, welcher Bildschirm der Karte gerade auf
dem unteren Bildschirm dargestellt wird. Jeder Detektiv wird dann durch
einen kleinen Kreis dargestellt. Die einzelnen Aktionen werden nun mit dem
Touchpen ausgeführt. Hinzu kommen übersichtliche Menüs, mit denen man
schnell klar kommt. Die Lenkung hat man schnell erlernt und so kann jeder
direkt in das Spielgeschehen einsteigen. Dank unterschiedlicher
Schwierigkeitsgrade wird außerdem ein Anfänger genauso gefordert, wie ein
Genrekenner. Auch wenn die Grafik einen nicht vom Hocker haut, so kann man
dennoch mit der technischen Seite ganz zu frieden sein.
Fazit:
Scotland Yard: Hunting Mr. X ist eine nette Brettspielumsetzung.
Das Spielprinzip wurde gut auf den Handheld übertragen und so machen die
Partien auf dem Nintendo DS sehr viel Spaß. Nett ist auch der Kampagnenmodus. Hier
wurden die einzelnen Spiele in eine kleine Story gepackt. Hinzu kommen dann
noch die fünf unterschiedlichen Spielorte. Wahlweise darf man natürlich als
Detektiv oder Mr. X spielen. Beide Varianten bieten die gewohnte Spannung.
Schließlich ist es auf beiden Seiten nicht einfach, seine Ziele zu erfüllen.
Eine Zeit lang kann man sich außerdem im Mehrspielermodus aufhalten. Die
Spiele gegen einen menschlichen Gegner sind selbstverständlich noch
spannender. Das war es dann allerdings schon. Viel mehr darf man von solchen
Umsetzungen aber auch nicht erwarten. Zum Glück kostet das Game keine 30
Euro und so kann man mit dem Preis-/Leistungsverhältnis zufrieden sein. Wer
also schon immer einmal das Brettspiel auf seinem NDS spielen wollte, der darf
gerne bei Scotland Yard: Hunting Mr. X zugreifen. Das Spiel macht eine Zeit
lang sehr viel Spaß und wenn man nicht zu viele erwartet, wird man einen
Kauf nicht bereuen.
Features:
- 5 verschiedenen Spielpläne
- Kampagnenmodus mit spannender Story
- Multiplayer im Hotseat, Multicard und Singlecard-Play
- Handschriftliche Bildschirmnachrichten im Multiplayermodus
- Jeder Modus wahlweise spielbar als Mr. X oder Detektiv
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