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Einleitung:
Ego-Shooter gibt es auf dem
PC wie Sand am Meer. In regelmäßigen Abständen wird ein Titel nach dem
anderen auf den deutschen Markt gebracht. Durch die große Anzahl von
wirklich guten Genrevertretern, haben es neue Games oft schwer, sich gegen
die breite Konkurrenz durchzusetzen. Sie müssen schon erstklassig sein, um
eine große Käuferschicht anzusprechen. Ob das neuste Atarispiel mit dem
Titel Scorpion: Disfigured das schafft, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Selbst so ein Spiel kommt nicht ohne eine Story aus. Es ist das Jahr 2048.
Die Erde ist nach einer unendlichen Kette von regionalen Bürgerkriegen und
internationalem Terrorismus in weiten Bereichen des Mittleren Ostens und
Südosteuropas nur noch ein zerstörtes, von Stammesfehden heimgesuchtes Land
mit wenigen Inseln relativer Stabilität. In dieser Situation erhält ein
Agent eines amerikanischen Geheimdienstes den Auftrag, im weitestgehend
zerstörten Bosnien einen chemisch-großindustriellen Komplex zu infiltrieren.
Seine Waffen: ein geheimer Kampfanzug, der dort entwickelt wurde - und das
Wissen einer aus diesem Komplex geflohenen Wissenschaftlerin. Sein Auftrag:
einen dort gezüchteten Virus zu finden, der Gerüchten zufolge Menschen in
willenlose, religiöse Selbstmordattentäter verwandelt. Was er findet, ist
weitaus schlimmer. Bevor wir nun zu sehr ins Detail gehen, wollen wir erst
einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet
wurde, erscheint das Hauptmenü mit den Punkten "Neues Spiel". "Spiel laden"
und "Optionen". Wie nicht anders zu erwarten war, könnt Ihr unter zu letzt
genannten Punkt die spielrelevanten Einstellungen für das Spiel - u.a. den
Schwierigkeitsgrad oder die Steuerung - einstellen. Ist ein Spielstand
vorhanden, so darf man diesen unter Spiel laden aktivieren. Zu Beginn bleibt
uns notgedrungen nichts anderes übrig, wie ein neues Spiel zu starten. Es
folgt ein kleines Intro inkl. deutscher Sprachausgabe. Dieser Film leitet
das Spiel passend ein. Im Anschluss schlüpfen wir in die Haut unserer
Spielfigur, mit der wir genretypisch in der Ego-Perspektive agieren. Damit
wir einen leichten Einstieg bekommen, gönnt uns der Hersteller ein kleines Tutorial. Hierdurch wird die Steuerung schnell verinnerlicht und wir können
direkt in das Spielgeschehen einsteigen. Kommen wir nun zum Gameplay. Wir
erblicken den Spielbildschirm. Neben der frei begehbaren Umgebung sieht der
Spieler außerdem eine Lebensanzeige, Schild-Performance-Anzeige, Kompass,
Energieanzeige, Anzeige der angelegten Waffen bzw. Spezialfähigkeiten und
Munitionsanzeige. Agieren könnt Ihr recht genretypisch. Neben den
Standartbewegungen dürft Ihr noch springen, ducken, sprinten und nach links
bzw. rechts sehen.
Daneben ist der Spieler in der Lage, zwischen dem Gebrauch von Waffen und
Spezialfähigkeiten zu wählen. Während Waffen und Munition aufgesammelt
werden können, verbrauchen die Spezialfähigkeiten eine eigene Energie, die
uns als Poweranzeige auf dem Bildschirm angezeigt wird. Ist diese Energie
verbraucht, können die Spezialfähigkeiten nicht mehr genutzt werden. Diese
sind übrigens recht vielfältig und können je nach unserem Level entsprechend
benutzt werden. Regeneration heilt z.B. den Spieler. Psy-Shock dagegen fügt
einem Gegner massiven Schaden zu. Nett ist auch die Gedankenkontrolle. Ein
Gegner kämpft hierdurch für eine gewisse Zeit auf der Seite des Spielers.
Telekinese gibt es auch noch. Mit dieser Fähigkeit kann man Gegenstände aus
der Ferne zu sich heranziehen. Als letztes gönnt man uns noch den Amoklauf.
Die betroffenen Einheiten greifen nun wahllos alles in ihrer Umgebung an -
ob Freund oder Feind. Im Verlauf des Spiels besteht übrigens die
Möglichkeit, sowohl Waffen, als auch Spezialfähigkeiten zu verbessern, um
deren Stärke, Präzision etc. zu erhöhen. Da wir oft in dunklen Abschnitten
spielen, werden weitere nützliche Features angeboten. So könnt Ihr einen
Nachtmodus aktivieren, Bullettime nutzen, einen Schild anschmeißen oder eine
Taschenlampe zücken. Neben den Kämpfen und den Einsatz unser Waffen und
Fähigkeiten, sollt Ihr auch die Umgebung untersuchen, denn hin und wieder
gibt es nützliche Objekte. Immer wieder werden dann kleine Nachrichten
eingespielt. Hierdurch erhalten wir unsere Aufgaben. Damit diese immer
in Erinnerung bleiben, darf man ein nützliches Logbuch nutzen. Hier wird
alles Wichtige aufgelistet. Das war noch nicht alles. Ein Charaktermenü gibt
es auch noch. Innerhalb dieses Menüs hat man die Möglichkeit, bis zu drei
verschiedene Waffen und ebenso viele Spezialfähigkeiten an den Charakter
anzulegen. Damit man genau weiß, was man hier macht, wird ein Wikimenü
angeboten. Dahinter verbirgt sich eine Auflistung aller Waffen, Fähigkeiten,
Gegner, Orte, Rüstungen und weiterer Spielinhalte, auf die wir während
unserer Missionen stoßen. Hinzu kommt außerdem ein Scanner. Mit diesem kann
der Gamer seine Position innerhalb der verschiedenen Räume des Spiels
erkennen. Darüber hinaus wird durch eine gelbe Markierung angezeigt, wo sich
der jeweils nächstliegende Zielpunkt befindet. So erkunden wir nun die
Levels, erledigen Gegner, finden Levelausgänge, suchen Schlüssel oder lösen
kleine Rätsel um unsere Missionen zu erfüllen.
Technik:
Die Grafik haut einen nicht wirklich vom Hocker. Die Umgebungen sind gerade
am Anfang wenig abwechslungsreich. Später gönnt man uns zumindest
interessantere Orte, die auch nettere Texturen aufweisen. Neben kleineren
Effekten wie Explosionen werden wir außerdem kleinere Licht- und
Schattenspielereien zu sehen bekommen. Wirklich dürftig sind die
Animationen. Diese sehen alles andere als realistisch aus. Sehr nervig ist
außerdem die Musik. Immer wieder werden die gleichen Musikstücke
eingespielt, was nicht gerade die Stimmung hebt. Nett sind zumindest die
deutschen Synchronsprecher, auch wenn diese nicht viel sagen. Der
Waffensound kam bei anderen Spielen auch schon mal wuchtiger aus den Boxen.
Viele Waffen klingen einfach zu schwach. Die Steuerung ist grundlegend
einfach. Da man am Anfang alles erklärt bekommt und die Lenkung sich am
Genre orientiert, wird jeder schnell mit der Steuerung klar kommen. Das
heißt noch lange nicht, dass alles in dem Spiel klappt. Oft gibt es Probleme
bei Leitern. Negativ ist uns auch die Kollisionsabfrage aufgefallen. Gerade
bei den Trefferzonen wurde ganz schön geschlampt. Einige Gegner muss man
minutenlang malträtieren, während andere schon nach zwei Treffern aus den
Latschen kippen. Genauso dürftig ist die KI der Gegner. Diese handeln nur
selten intelligent und so sind die Kämpfe nicht wirklich spannend. Daneben
dürft Ihr Euch noch über einige Bugs im Spiel und diverse Abstürze ärgern.
Hoffentlich kommt bald ein Patch raus, der diese Fehler behebt.
Fazit:
Scorpion: Disfigured ist leider nur ein mittelmäßiges Egoshooterspiel. Die
Story packt einen genauso wenig, wie die Rätsel oder die eher langweiligen
Kämpfe. Zwar gönnt man uns große Levels, die zu ausgiebigen Erkundungstouren
einladen. Dennoch überschatten vor allem die negativen Punkte das Gameplay.
Vor allem die merkwürdigen Trefferzonen bzw. das Erkennen der Schüsse und
die katastrophale KI der Gegner lässt die Motivationskurve schnell absinken.
Hinzu kommen dann noch eine eher mäßige Grafik, eine dürftige Soundkulisse
und eine magere Steuerung. So können Egoshooterspiele in der heutigen Zeit
keinen Spaß machen. Scorpion: Disfigured ist somit nur etwas für eisenharte
Genrefans, die über so manche Macke großzügig hinwegsehen können. Evtl.
werden ja durch nachfolgende Patches einige Probleme behoben. Man soll die
Hoffnung ja nie aufgeben.
Features:
- 8 Waffen, von einer futuristischen Beretta bis zur guten alten Sniper
Rifle
- 7 Waffen mit zwei Waffenmodi
- Sehr wirkungsvoller Faustkampf als zusätzliche Kampfoption
- 2 verschiedene Granatentypen für den Einsatz gegen Geschütztürme und
Gegner
- 5 spezielle Fähigkeiten wie Nachtsicht, Zeitlupe und Energieschild
- RPG-Elemente durch eine begrenzte Anzahl Upgrades für spezielle
Fähigkeiten
- 20 gigantische Level in 4 unterschiedlichen Grafiksets für über 25 Stunden
Spielspaß
- 23 verschiedene Gegnertypen mit stark unterschiedlichem KI-Verhalten
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