Einleitung:
Schizm: Mysterious Journey erschien vor
ein paar Jahren und kam damals mit gut 260.000 verkauften Exemplaren
sehr gut bei den Spielern an. Es zählt durch die Verkaufszahlen
sogar mit zu den erfolgreichsten Science-Fiction-Adventure-Spielen
in Deutschland. Nun sind einige Jahre vergangen und der Nachfolger
Schizm 2 - Trügerische Wahrheit kommt auf den Markt. Wir konnten
jetzt die fertige Version testen. Ob das Spiel von Adventure Company
an alte Erfolge anschließen kann erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Nach über 200 Jahren Kälteschlaf erwacht Sen Geder auf einer
Raumstation. Er kann sich an nichts erinnern da sein Gedächtnis
ausgelöscht wurde. Durch eine holographische Projektion erfährt er,
dass er der Verantwortliche für die Ausrottung seiner Rasse ist. Zur
Strafe wurde er in einer Raumstation in den Orbit seines Planeten
verbannt. Diese soll in wenigen Tagen zerstört werden. Durch einen
Stromausfall wird die Übertragung unterbrochen und der Spieler
übernimmt nun die Steuerung der Spielfigur. Es muss nun ein Weg von
der Raumstation gefunden werden, bevor diese zerstört wird.
Natürlich schaffen wir dieses und das Spiel geht anschließend auf
dem Planeten weiter. Nun sollen wir herausfinden, warum sich die
Katastrophe vor über 200 Jahren auf dem Planeten ereignet hat. Wir
spielen aus einer Ego-Perspektive und bewegen uns frei durch die
Räume. Anders wie im ersten Teil haben wir vollen Bewegungsfreiraum
und diesen können wir nun sehr gut nutzen um uns in der Umgebung
auszulassen. Dabei beschränken sich unsere Bewegungen aber auf das
Laufen und Anklicken von Gegenständen.
In der Mitte des Bildschirms befindet sich ein Cursor mit dem wir
das Spiel nach wichtigen Objekten absuchen. Zur weiteren Hilfe
werden Pfeile eingeblendet die den Spieler auf Gegenstände in der
näheren Umgebung aufmerksam machen. So müssen wir nicht jedes Objekt
anklicken das interessant aussieht. Trotz der Steuerung aus der
Ego-Perspektive braucht der Akteur keine wilde Action ausführen.
Unsere Aufgaben beschränken sich hauptsächlich auf das erkunden und
erforschen unserer Umgebung. Hinzu kommen dann diverse Rätsel die zu
lösen sind. Vor allem Schalterrätsel müssen vom Spieler bewältigt
werden damit Gänge oder Fahrstühle wieder funktionieren und uns
weiterbringen. Viele dieser Rätsel sind auf Logik aufgebaut. Leider
werden in dem Spiel nur selten Hinweise gegeben, so dass wir oft nur
durch herumexperimentieren auf die Lösung kommen. So bleibt Euch
unnützes herumlaufen auch nicht erspart, da immer wieder die Frage
aufkommt was eigentlich aktuell zu tun ist. Immer wieder wird das
Geschehen durch kleine Filme unterbrochen, wo wir unsere Spielfigur
auch mal zu sehen bekommen. Hier wird dann die Story gut
wiedergegeben. So agieren wir nun in den vielen 3D Umgebungen und
versuchen die Aufgaben und Geheimnisse zu lösen.
Technik:
Optisch wird so einiges geboten. Die Umgebung sieht wirklich toll
aus, vor allem durch die guten Texturen. Geht Ihr mal näher an eine
Wand heran so seht Ihr erst richtig wie fein strukturiert diese ist.
Vor allem kann Sarpedon mit den über 40 frei begehbaren Schauplätzen
begeistern, wo wir uns non-linearen Erkundungstouren hingeben
können. Auch bei der Vielfalt kann man nicht meckern. Ihr werdet
kaum eine Umgebung zu sehen bekommen die nicht mit vielen kleinen
Details ausgestattet ist. Schade ist da eigentlich nur, dass wir
kaum eine andere Person zu sehen bekommen. Meistens laufen wir in
leeren Räumen herum. Wenn es mal zu Unterhaltungen kommt sind das
meistens Gespräche mit intelligenten Maschinen. Wenigstens werden ab
und zu einmal ein paar kleine Filme eingeblendet in denen unsere
Spielfigur zu sehen ist. Die beste Figur machen wir hierbei
allerdings nicht, denn die Animationen sehen bescheiden aus. Mit den
Maschinen hat der Hersteller wohl weniger Probleme gehabt. Sobald
Maschinen sich bewegen wirken diese sehr realistisch und passen
optimal zu der guten Umgebungsgrafik. Hinzu kommen dann auch noch
Licht- und Schatteneffekte und diverse dynamische
Umgebungsbewegungen die das Spiel ein wenig auflockern. Die ganze
Zeit lauschen wir orchestralen Soundtrack die sehr dezent
eingespielt wird. Hinzu kommen noch diverse Geräusche die gut zum
Spiel passen. Wirklich toll klingen die Stimmen von den guten
deutschen Synchronsprechern. Diese treiben sehr motiviert die Story
voran. Die Steuerung ist ebenfalls angenehm einfach. Das liegt aber
auch daran das der Spieler nur wenig machen muss. Vor allem können
wir uns bewegen und durch die Räume gehen. Hier wird kein Spieler
Probleme bekommen, denn wir können kaum was falsch machen. Fassen
wir dann alles zusammen wird uns ein technisch ausgereiftes Spiel
geboten das allerdings ein wenig zu sehr auf Puzzle und Rätsel
ausgelegt ist.
Fazit:
Vor allem die Story und die nette Optik können begeistern.
Allerdings wird man einiges in kauf nehmen müssen um das Ende zu
sehen. Die vielen Aufgaben müssen erst einmal gelöst werden um voran
zu kommen. Da kaum Hilfen angeboten wird darf der Spieler solange
herumtesten bis er die Lösung findet. Man kann die meisten Aufgaben
auch mit Logik bewältigen. Der Schwierigkeitsgrad ist aber sehr
hoch. Es gibt allerdings auch viele Spieler die auf schwere Rätsel
stehen. Erst wenn ein Rätsel gelöst ist wird man in dem Spiel
weiterkommen und die interessante Story verfolgen können. Diese wird
von den tollen Synchronsprechern erzählt die eine gute Stimmung
rüber bringen. Die Atmosphäre stimmt durch den Sound und die Optik
dann auch noch und so werden rätselfreudige Spieler gut unterhalten.
Da das Spiel recht schwer ist wird Schizm 2 wohl nur Fans des ersten
Teils und echte Rätselprofis ansprechen können. Alle Neueinsteiger
werden wohl schnell frustriert abwinken. Trotzdem bietet das Spiel
einige interessante Ansätze so das wir Schizm 2 allen empfehlen
können die gute Nerven haben. Hat jemand genügend Mut für die vielen
schweren Aufgaben wird er eine interessante Story verfolgen können
die für einige Frustmomente entschädigt.
Features:
- Story vom Sci-Fi-Autor Terry Dowling
- die aus No One Lives Forever 2™ bekannte 3D-Jupiter™-Engine wird
bei der Grafik eingesetzt
- non-lineares Gameplay und uneingeschränkte Freiheit um die
Spielumgebung zu erkunden
- mehr als 40 Schauplätze
- über 30 anspruchsvolle, mit Logik zu knackende Rätsel
- orchestraler Soundtrack.