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Einleitung:
Vor über sieben Jahren
wurde das Pferdesportgenre mit dem PC-Spiel Riding Star neu entdeckt. Erst
2006 folgte ein zweiter mehr oder weniger erfolgreicher Teil. Auf den
dritten mussten Pferdefans nicht lange warten, denn der Hamburger
Software-Pubslisher dtp bringt aktuell mit Riding Star 3 eine weitere Folge
auf den deutschen Markt. An diesem arbeitete übrigens der Olympiasieger im
Springreiten Ludger Beerbaum mit. Das Game erscheint für Nintendo DS,
PlayStation 2 und PC. Wir konnten uns die fertige PS2-Version ein wenig
genauer ansehen. Ob sich das Reitsimulationsspiel nicht nur für Pferdenarren
lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Bevor wir uns auf den Rücken eines virtuellen Vierbeiners schwingen, wollen
wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel gestartet wurde,
erscheint das obligatorische Hauptmenü mit den Punkten "Schnelles Spiel",
"Karriere" und "Optionen". Wie üblich dürft Ihr unter zu letzt genannten
Punkt alle spielrelevanten Bild- und Toneinstellungen ändern und die
Steuerungsschemata im Detail betrachten. Wer direkt ein Pferd besteigen
möchte, kann dieses unter "Schnelles Spiel" machen. Mit einem vorgegebenen
Vierbeiner darf man in diesem Modus ohne Training und Pflege einen Kurs aus
allen Disziplinen reiten. Hinzu kommt ein freies Reiten, wo wir ganz nach
Lust und Laune mit unserem Pferd herumtollen können. Viel interessanter ist
selbstverständlich der Karrieremodus. Bei dieser Spielart macht der Gamer
eine Karriere als professioneller Reitsportler und trainiert sein eigenes
Pferd in den Disziplinen Dressur, Springreiten und Cross Country. Bevor Ihr
allerdings eine neue Karriere startet, müssen noch kleinere Einstellungen
vorgenommen werden. Zu Beginn legt der Akteur ein Spielprofil an. Im
Anschluss erblickt der Spieler den Umkleideraum, wo wir unseren Avatar
gestalten. Nach dem Namen, wird das Aussehen beeinflusst und das Geschlecht
bestimmt. Jetzt landen wir im Innenhof unseres Gestüts. Von hier aus könnt
Ihr Pferde auswählen oder das Büro betreten. Zu Beginn unserer Karriere
steht uns allerdings nur ein Pferd zur Verfügung. Dieses dürfen wir optisch
verändern und gegebenenfalls einen neuen Namen geben. Die anderen Pferde und
Disziplinen werden nach und nach freigeschaltet. Im Büro kann man dann seine
Fortschritte verfolgen, unsere Erfolge und Trophäen ansehen oder den Avatar
umkleiden. Damit auch ungeübte Spieler einen guten Einstieg bekommen,
durchläuft nun jeder erst einmal einen kleinen Übungsbereich. Hier wird uns
die Steuerung und das Spielprinzip in kleinen Schritten erklärt. Praktische
Übungen verfestigen das erlernte und so kann jeder direkt in das Spiel
einsteigen. Das Game bietet nun mehrere Bereiche an. Da wäre zum einen der
Pferdebereich. Hier kümmern wir uns um unsere Pferde, streicheln und füttern
diese. Eine Parameteranzeige gibt uns ständig Auskunft darüber, was für
Bedürfnisse in den Bereichen Hygiene, Hunger, Durst oder Gesundheit erfüllt
werden müssen. Damit verbessern wir dann u.a. die Pferdegrundwerte
Geschwindigkeit, Kraft, Ausdauer, Impulsion und Gehorsam.
Es gibt selbstverständlich viele Aktionsmöglichkeiten. So müsst Ihr bei der
Pflege zum Beispiel die Vierbeiner striegeln, kämmen, streicheln, füttern,
Hufe auskratzen oder Wasser geben. Schmücken darf man seinen vierbeinigen
Freund dann auch noch. Von diversen Sätteln über Decken bis hin zu Bandagen
ist alles möglich. Selbst das Zaumzeug und die Mähne darf man einstellen.
Viel wichtiger ist natürlich das Training. Hier gelangen wir zum
Trainingsgelände, wo man das Pferd für das nächste Turnier fit machen kann.
Die Turniere in dem Spiel entsprechen den realen Turnierklassen des
Pferdesports. Bevor Ihr an einem Turnier einer bestimmten Klasse (Anfänger,
Fortgeschrittenen, Starke Fortgeschrittenen oder Profi) teilnehmen dürft,
muss unser Pferd erst die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllen, das
heißt, wir müssen unser Pferd richtig trainieren und pflegen. Kommen wir nun
zu den unterschiedlichen Disziplinen. Da wäre zum einen das Dressurreiten.
Unser Ziel ist es, das exakte Ausführen einer gewollten Bewegung. Eine
Dressur-Aufgabe besteht aus einer Anzahl von Lektionen, für die man Punkte
erhält. Geritten wird auf einem vorgegeben geraden oder gebogenen Pfad in
der jeweils geforderten Gangart (Schritt, Trab, Galopp), vorwärts, seitwärts
oder rückwärts und der richtigen Versammlung. Diese beeinflusst die Haltung
des Pferdes durch feines Zügelspiel. Damit wir stets über unseren aktuellen
Status Bescheid wissen, gönnt man uns diverse Anzeigen. Mithilfe dieser kann
jeder sehr schnell, gestellte Aufgaben bewältigen. Interessant ist auch das
Springreiten. Hier sollt Ihr einen aus mehreren Hindernissen bestehenden
Parcour in festgelegter Reihenfolge fehlerfrei überwinden. Wird zu früh oder
zu spät abgesprungen, reißt das Pferd ein Hindernis und wir werden bestraft.
Die dritte Disziplin ist das Cross Country-Reiten. Man versteht darunter das
Reiten im freien Gelände. Natürliche Hindernisse müssen - wie beim
Springreiten - überwunden werden. So trainieren und kümmern wir uns nun um
unser Pferd und bestreiten diverse Turniere, bis wir schlussendlich ein
echter Champion sind.
Technik:
Die technische Seite ist ganz in Ordnung, leider aber auch nicht mehr. Zum
einen erblicken wir nette Bereiche wie den Innenhof und das Büro, die
ansprechend gestaltet wurden. Hinzu kommen übersichtliche und
selbsterklärende Menüs. Nett sind auch die Pferde, die vor allem bei der
Pflege voll zur Geltung kommen. Auf den Parcours ist der Detailgrad etwas
geringer. Zumindest bewegt sich der Vierbeiner recht geschmeidig und so
sieht man ihm gerne zu. Die Außenbereiche zeigen ebenfalls eine üppige
Vegetation, auch wenn diese recht grob gestaltet wurde. Für PS2-Verhältnisse
kann man aber mit der Optik gut Leben. Nett sind dann noch diverse
Tageszeiten und Wettereffekte. Vor allem beim Cross Country kommt hierdurch
eine recht authentische Stimmung auf. Der Sound bewegt sich auf einem
ähnlichen Niveau. Diverse Ingamegeräusche und eine nette Musikuntermalung
begleiten das Geschehen auf dem Bildschirm. Erwartet hier aber nicht zu
viel. Sehr einfach ist auch die Steuerung. Das Pferd reagiert sehr direkt
auf unsere Anweisungen und so kann man eigentlich jede gestellte Aufgabe
direkt lösen. Hinzu kommen kleine Hilfeanzeigen, die uns nützliche Tipps
geben. Etwas nervig ist allerdings die Kollisionsabfrage. Viel zu oft bockt
das Pferd, obwohl wir noch weit genug von einem Gegenstand entfernt sind.
Die Kamera hat dann auch noch alles im Blick, denn wir können den
Blickwinkel zu jeder Zeit manuell verändern. Fasst man nun alles zusammen, so
kann die Technik als solide bezeichnet werden.
Fazit:
Riding Star 3 wird selbstverständlich nur echte Pferdefans ansprechen. Dafür
ist das Gameplay viel zu sehr auf die Vierbeiner abgestimmt. Wir sollen uns
nicht nur um das Training kümmern, sondern auch die Pflege übernehmen.
Kleine Minispiele sorgen dann dafür, dass wir recht motiviert diesen
Aufgaben nachgehen. Die eigentlichen Reitaufgaben gehen einen dann auch
leicht von der Hand. Dank einer einfachen Steuerung und kleinen Hilfen, wird
man gestellte Aufgaben recht schnell lösen. Das bedeutet natürlich auch,
dass Ihr nach wenigen Stunden alles gesehen habt. Wirklich umfangreich ist
das Spiel leider nicht. Könnt Ihr Euch allerdings lange mit den
Nebenhandlungen aufhalten, so wird Euch das Spiel - für ein paar Tage - gut am
Bildschirm binden. Wer also Pferde mag und schon immer einmal ein echter
Reitchampion werden wollte, der darf gerne einen Blick riskieren. Alle
anderen müssen hier nicht zuschlagen.
Features:
- Authentische Reitsimulation
- Turniere in Dressur, Springreiten und Querfeldein
- Empfohlen von Olympiameister Ludger Beerbaum
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