Einleitung:
Wirtschaftssimulationen sind vor allem
auf dem PC sehr beliebt und so kommen in regelmäßigen Abständen
immer wieder neue Spiele auf den Markt. Nun versucht sich der
Publisher JoWood an einem neuen Projekt. Es handelt sich hierbei um
das Spiel Railroad Pioneer. In dem Spiel sollt Ihr eine Eisenbahn im
Wilden Westen aufbauen. Wir konnten jetzt die fertige Version des
Spiels testen. Da das Thema nicht gerade neu ist könnt Ihr in
unserem Review erfahren, ob sich das Spiel auch für Genreexperten
lohnt.
Zum Spiel:
Wir befinden uns in Amerika im neunzehnten Jahrhundert, wo die
Eisenbahn ihre große Zeit erlebt. Die großen Weiten des Landes
sollen besiedelt werden und dafür wird eine Eisenbahn benötigt. Der
Spieler darf sich dieser Aufgabe zuwenden. Ihr könnt Euch nun in
diversen Missionen von New York Richtung Westen vorarbeiten und das
Land mit einer Eisenbahn beglücken. Bevor es aber mit dem
eigentlichen agieren losgehen kann, muss das Land erst einmal
erkundet werden. Dafür werden Erkundungstrupps angeheuert, die diese
Aufgabe übernehmen. Sie decken mit der Zeit immer neue Bereiche der
Landkarte auf und so erfährt der Spieler, wo sich die Städte und vor
allem die nötigen Rohstoffe wie z.B. Holz befinden. Da der Wilde
Westen aber auch gefahren bietet sollte der Erkundungstruppe eine
bewaffnete Begleitung zugesprochen werden. So können sie besser
gegen Indianer oder Banditen ihre Arbeit verrichten. Diese versuchen
auch später noch entweder den Bau zu verhindert oder Euch
auszurauben. Eine wirkliche Gefahr sind sie aber nicht.
Damit Anfänger schnell klar kommen werden sie in einem Tutorial mit
allen nötigen Infos versorgt. So kann ein Spieler schnell Strecken
samt dazu gehörigen Bahnhöfen bauen. Hinzu kommt z.B. in einer
Mission, dass ein kleines Handelsnetz aufgebaut werden soll. Über
dieses können dann wertvolle und wichtige Waren von anderen kleinen
Städten nach New York City geschafft werden. Wenn das Baumaterial
mal knapp wird schickt Ihr einfach ein paar Pioniere raus die nach
neuen Rohstoffen suchen. Diese werden unbedingt benötigt um weiter
bauen zu können. Verbindet man die Punkte auf der Karte so fahren
auch schon bald die ersten Züge. Das verdiente Geld wird nun in
weitere Baumaßnahmen investiert. Neue Züge sollen erworben werden,
die dann natürlich auch gewartet werden müssen. Neue Techniken sind
wie immer ein wichtiger Aspekt und so darf man in Railroad Pioneer
auch neue erforschen. Außerdem heuert Ihr Revolverhelden an um gegen
Banditen vorzugehen. In den ersten Missionen agiert Ihr noch relativ
alleine auf der Karte. Später kommen dann Konkurrenten hinzu, denen
man die lukrativen Jobs wegschnappen muss. Wollt Ihr die anderen
Betreiber ärgern startet einfach einen Sabotageakt und der
Computergegner wird schwächer.
Als Spielarten stehen dem Spieler die Kampagne und noch freiwählbare
Missionen zur Verfügung. Hier sollen fünf verschiedene Aufgaben
gelöst werden. Alle Levels wurden unterschiedlich gestaltet und
spielen in einer völlig anderen Gegend. So kann sich dann ein
Bastler auch voll in den gigantisch großen Karten auslassen. Wer vom
Einzelspieler-Modus genug hat darf sich auch dem Mehrspieler-Modus
widmen. Hier dürft Ihr mit bis zu vier verschiedenen Spielern den
Wilden Westen unsicher machen. Internetspiele sind genauso möglich
wie Netzwerkspiele.
Technik:
Optisch kann sich das Spiel sehen lassen. Es wird zwar kein
Feuerwerk an Grafik abgefeuert aber für eine Wirtschaftssimulation
ist die dargestellte Optik schon sehr angenehm. Vor allem die
Umgebung kann hier überzeugen. Leider gibt es aber nicht viel
Animiertes zu sehen und so kann man weder Arbeiter erblicken, die an
der Strecke werkeln, noch Tiere die in der Landschaft herumstreunen.
Ebenfalls sehr einfach werden die Züge dargestellt. Auch hier wurde
auf Details wie drehende Räder nicht geachtet. Schade eigentlich da
so alles ein wenig trist wirkt. Leider kann man die Menüs und die
Statistiken ebenfalls nicht lobend erwähnen, da sie sehr unleserlich
sind und vor allem nur die wichtigen Zahlen anzeigen, an denen der
Spieler seine Erfolge mehr oder weniger nachlesen darf. Der Sound
befindet sich auf einem ähnlichen Niveau. Richtig positives oder
negatives kann man nicht erwähnen. Er ist eigentlich so wie man es
von so einem Spiel erwartet. Die Musikstücke passen zumindest
wunderbar zu dem Spiel und zu der Zeit in der gespielt wird. Hinzu
kommen auch mal ein paar Geräusche in den Städten und in der Prärie.
Die Steuerung ist recht passabel gelungen. Alle Aktionen kann der
Spieler in wenigen Sekunden ausführen, so dass Ihr schon nach kurzer
Zeit etwas vorzeigen könnt.
Die Spieltiefe ist leider nicht mehr zeitgemäß, da man von heutigen
Wirtschaftssimulationen einfach mehr erwartet. Bahnhöfe und weitere
Betriebe sind schnell erbaut und da der Spieler kaum Finanznöte hat
wird er nur selten gefordert. Eigentlich macht man nichts anderes
wie in Städte zu reisen um dort ein paar Industriezweige zu
errichten. Genau dasselbe geschieht auch bei Tunneln, Brücken usw.
die jederzeit ohne Probleme erschaffen werden können. Ein paar
Klicks und ein Berg ist überwunden. Auf wirtschaftliche Dinge muss
man nur selten achten. So agiert der Spieler weniger in einer
Simulation als in einem Bauspiel. So ist das Spiel allerdings nicht
für lange Zeit motivierend. Schön wäre es ja gewesen, wenn die
Gegner wenigsten einem das Leben ein wenig schwer machen würden,
aber diese fordern Euch genauso wenig. Ebenso einfach ist das Geld
verdienen und so fließen schnell die Moneten. Städte müssen dann
noch nicht einmal mit bestimmten Waren versorgt werden und so darf
der Spieler stundenlang ein und dieselbe Ware liefern. Besser wäre
es gewesen, wenn man hier Beschränkungen eingebaut hätte, die den
Spieler zwingen bestimmte Waren zu liefern. Am Anfang freut man sich
zwar noch darüber aber mit der Zeit wird dieses langweilig. So
werden wohl auch nur Anfänger sich mit dem Spiel länger beschäftigen
können.
Fazit:
Wenn das Spiel ein wenig anspruchsvoller gewesen wäre, hätte man
viel Spaß damit haben können. Leider wird Railroad Pioneer aber
schnell langweilig, weil man so gut wie keine Probleme bekommt. Auch
der Wirtschaftsbereich ist einfach zu gering ausgefallen, genauso
wie die Statistiken. Daher ist es eigentlich kein
Wirtschaftssimulationsspiel, sondern eher ein Spiel, wo man so lange
bauen kann bis der Arzt kommt. Da noch nicht einmal eine gewisse
Spieltiefe vorhanden ist werden Genrekenner schnell die Lust
verlieren. So wird das Spiel wohl nur Spielanfängern gefallen, die
noch nicht einmal durch einem hohen Schwierigkeitsgrad bei ihren
Aktionen gestört werden. Daher kann man das Spiel vor allem
Modellbaufans empfehlen die gerne mal ein großes Projekt auf dem PC
erschaffen wollen. Zumindest bekommen sie eine passable Optik
geboten. Hervorheben kann man aber die Grundidee. Die Umgebung
kombiniert mit dem Kundschaften und den Revolverhelden bringt ein
wenig Schwung in das ansonsten abgenutzte Genre. Wer also lieber
baut wie wirtschaftet kann sich Railroad Pioneer kaufen. Echte
Wirtschaftsfans werden dagegen wohl eher enttäuscht über das Spiel
sein. Schade eigentlich.
Features:
- Einzigartiger Mix aus Entdeckung, Wirtschafts- und
Transportsimualtion in Echtzeit
- Fog-of-War für eine neuartige Erfahrung in einer
Wirtschaftsimulation
- Echtzeit-Wirtschaftssimulation komplett in detaillierter 3D Grafik
- Historische Kampagne mit 10 stroybasierten Missionen
- Unterschiedliche Spielmodi für langanhaltenden Spielspaß
- 13 unterschiedliche Berufe wie Pioniere, Indianer, Trapper für
abwechslungsreiches Erkunden
- 25 historische Lokomotiven mit individuellem Upgradesystem
- 22 ausbaubare Industrien von Farmen bis zu Waffenfabriken
- 10 unterschiedliche Waggonstypen zum Transport von 18
verschiedenen Waren
- Multiplayer via LAN, Internet mit bis zu 4 Spielern
- 5 komplett unterschiedliche Landschaftssetting sorgen für eine
abwechslungreiche Atmosphäre
- Einfaches, schnell zu lernendes Spielsystem mit strategischem
Tiefang durch unterschiedliche Spielstrategien