|
Einleitung:
RTL Enterprises bringt mit "Prime Time - Der
Fernsehmanager" ein neues Wirtschaftssimulationsspiel auf den deutschen
Markt. Das Spiel ist eine Mischung aus Lifesim und Aufbaustrategiespiel. Der
Spieler soll den Erfolg eines Fernsehsenders vorantreiben und die Geschicke
einer ganzen Stadt lenken. Wir konnten uns die fertige PC-Version jetzt
näher ansehen. Ob sich das Spiel für angehende Manager lohnt, erfahrt Ihr in
unserem Review.
Zum Spiel:
In Prime Time - Der Fernsehmanager sind wir der frisch gebackene
Geschäftsführer einer kleinen Sendeanstalt. Allein wir sind dafür
verantwortlich aus dem kleinen Provinzsender ein florierendes
Medienunternehmen zu machen. Bevor wir nun den Chefsessel besteigen, wollen
wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und
gestartet wurde, erblickt der Spieler das Hauptmenü. Hier finden wir die
Menüpunkte "Neues Spiel", "Spiel laden", "Optionen" und "Highscores". Wie
gewohnt kann man unter Optionen alle spielrelevanten Einstellungen vornehmen
und unter Spiel laden einen bestehenden Spielstand aktivieren. In den
Highscores findet man die beliebtesten Fernsehproduktionen, geordnet nach
deren Einschaltquoten. Außerdem sind die Namen der erfolgreichsten Spieler
und deren Auszeichnungen aufgeführt. Damit der Spieler dort eingetragen
wird, muss er am Anfang erst einmal ein neues Spiel starten. Vor Spielbeginn
soll noch der Schwierigkeitsgrad - leicht, mittel und schwer - bestimmt und
ein Name eingetragen werden. Anschließend finden wir uns in einer virtuellen
3D-Stadt wieder. Diese ist voll gepackt mit TV-Junkies, die nichts lieber
tun, als den Tag vor dem heimischen Fernsehgerät zu verbringen. Unser Ziel
ist es nun nach vier Jahren den Fernsehpreis für das beste Programm zu
gewinnen. Bis dahin ist allerdings ein langer Weg. Das Spiel ist grundlegend
in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. Zum einen gibt es die Stadtansicht.
Hier darf sich der Spieler recht frei bewegen. Mit einem Klick auf die
rechte Maustaste gelangen wir in ein Navigationsmenü. Hier werden die
wichtigsten Gebäude aufgeführt. Nach einem weiteren Klick gelangen wir
direkt zu den aufgeführten Orten. Natürlich dürfen wir uns auch manuell zu
diesen Gebäuden begeben. Das war natürlich noch nicht alles, was wir auf der
Startkarte machen können. Klicken wir mit der rechten Maustaste auf ein
Gebäude unserer Sendeanstalt, so öffnet sich das Baumenü des jeweiligen
Gebäudes. Auf diese Weise kann der Spieler Aus- und Anbauten in Auftrag
geben. Wie im richtigen Leben sollten wir vorher das Einverständnis unseres
Vorgesetzten einholen und ein passendes Grundstück erwerben. Dieses bekommen
wir übrigens im Bauamt im Rathaus, wenn unsere Finanzen stimmen. Kommen wir
nun zurück zur Stadtkarte. Neben den aktionsrelevanten Gebäuden gibt es auch
viele normale Wohnhäuser. In diesen schauen sich die Bewohner der Stadt das
alttägliche Fernsehprogramm an. Der Spieler erfährt hierdurch, was die
Familie gerade im Fernsehen sieht und welche Vorlieben sie haben. Sehen wir
Personen, so dürfen wir diese ebenfalls unter die Lupe nehmen. Jeder
Stadtbewohner gibt uns diverse Informationen und so kann man die Bewohner in
unterschiedliche Berufe, soziale Schichten oder deren Fernsehvorlieben
einteilen. Mit diesen Erkenntnissen sollte es ein Kinderspiel sein, ein
passendes Programm zusammen zu stellen.
Dazu begeben wir uns nun in die unterschiedlichen Gebäude. Betreten wir
diese, so wird gleich die Ansicht geändert. Der Spieler sieht einen Raum,
indem sich Personen befinden. Wahlweise gibt es auch noch Türen die uns in
andere Bereiche bringen. So gibt es z.B. eine Bank, wo wir unsere
Geldangelegenheiten erledigen oder Kredite holen können. Wollen wir unseren
Kreditrahmen erweitern, so müssen wir extra zum Bankdirektor. Der wird
natürlich nur zustimmen, wenn unsere Finanzen stimmen. Daneben gibt es noch
die Drehbuchagentur, wo wir Scripte für Eigenproduktionen von Filmen oder
Serien erhalten. Diese können wir dann später verfilmen lassen.
Selbstverständlich darf der Spieler auch fertige Filme kaufen. Dazu begeben
wir uns zum Filmhändler, der eine ganze Reihe an fertigen Filmen hat.
Allerdings sollte man die Informationen der Filme gut durchlesen um den
Geschmack der Zuschauer zu treffen. Im späteren Spielverlauf werden auch
einige Formate von der Filmbörse zur Auktion freigegeben. Hier kann man dann
echte Schnäppchen erwerben - wenn es die Konkurrenz zulässt. Das
Sportstadion und die Konzerthalle sind ebenfalls quotenbringende Ereignisse.
Das wissen allerdings auch die anderen Sender und so entbrennt schnell ein
feilschen um die besten Übertragungsrechte. Im späteren Spielverlauf wird
auch die Marktforschungsagentur freigeschaltet. Diese Agentur beschäftigt
sich mit den aktuellen Vorlieben und Abneigungen der Stadtbewohner. Daneben
gibt es auch noch eine Werbeagentur. Diese setzen wir gekonnt ein um uns
bekannter zu machen. Mit dem nötigen Kleingeld werden wir schnell neue
Zuschauer gewinnen, die uns attraktiver für Werbepartner machen. Erfüllen
wir bestimmte Kriterien wie Zuschauerzahlen, so können wir lukrative
Werbspots ausstrahlen. Wir sollen nun alles gut koordinieren um eine
ansprechende Programmplanung zu erstellen. Machen der Spieler hier einen
Fehler, so bekommt er es schnell mit der Medienaufsicht zu tun. Die strengen
Damen und Herren dieser Aufsichtsbehörde schalten sich immer dann ein, wenn
wir bei Filmen die Richtlinien des Altersschutzes missachten. Außerdem
erteilen sie wichtige Sendelizenzen. Da wir gegen andere Sender arbeiten,
sollten wir uns auch über deren Aktivitäten gut informieren. Diverse
Statistiken stehen dafür zur Verfügung. Diese geben u.a. auch Auskunft über
unsere aktuelle finanzielle Situation. Nur wenn wir diese im Griff haben
wird unser Sender erfolgreich sein. Der wichtigste Bereich ist natürlich
unser Sender. Betreten wir das Gebäude erblicken wir als erstes die
Empfangshalle. Hier befindet sich u.a. auch eine Trophäenvitrine mit
errungenen Preisen. Über weitere Türen kommt der Spieler dann in die anderen
Bereiche des Gebäudes. Im Filmarchiv befinden sich z.B. alle Sendungen, die
sich im Besitz des Senders befinden. Wenn wir Sonder- oder Live-Berichte
erstellen wollen, dann können wir das in der Nachrichtenzentrale machen. Das
war bei weitem noch nicht alles. Der Regieraum ist einer der wichtigsten
Räume unseres Senders, denn hier wird unser Fernsehprogramm erstellt.
Erfüllen wir diverse Bedingungen, so kann man später auch weitere
Mitarbeiter einstellen - die dann wichtige Positionen besetzen.
Technik:
Prime Time - Der Fernsehmanager haut einen technisch nicht wirklich vom
Hocker. Zum einen werden wir eine etwas sterile Grafik zu sehen bekommen.
Hinzu kommen nicht sonderlich gut animierte Personen. Ganz nett ist
zumindest die Stadtansicht. Hier dürfen wir uns recht frei durch die City
bewegen. Von dort aus kommen wir dann in alle wichtigen Gebäude, wo diverse
Aktionen ausgeführt werden können. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen
Niveau. Neben einer etwas nervigen Musik werden wir auch ein paar
Ingamegeräusche zu hören bekommen. Hinzu kommen deutsche Synchronsprecher,
die ihre Arbeit ganz ordentlich machen. Bei den Dialogen wird auch gleich
ein kleiner Fehler sichtbar, denn die gleichzeitig eingeblendeten
Sprechblasen stellen das gesprochene nicht komplett dar. Wirklich schlimm
ist dieses allerdings nicht, da alles Wichtige durch die Sprecher
übermittelt wird. Dennoch sieht es etwas unschön aus. Mit
der Steuerung wird jeder sofort klar kommen. Alles wurde sehr übersichtlich
angeordnet und durch die Schnelltastenfunktion kann man viele Aktionen
binnen Sekunden ausführen. Hinzu kommen ansehnliche Statistiken, die alle
wichtigen Informationen beinhalten. Die Technik setzt zwar keine neuen
Maßstäbe, dennoch wird das Gameplay gut unterstützt.
Fazit:
Prime Time - Der Fernsehmanager ist ein ansprechendes
Wirtschaftssimulationsspiel. Nett ist vor allem, dass der Spieler nicht nur
mit Statistiken kämpfen muss. Es ist schon interessant, dass wir in Gebäude
reingehen und uns in der Stadt frei bewegen können. Dank netter
Sprachausgabe und häufigen Bildwechseln mutiert das Spiel auch nicht zur
reinen Statistikschlacht. Neben der guten Vielfalt kann auch die Steuerung
überzeugen. Schon nach wenigen Minuten hat man diese verinnerlicht und so
kann man sich schnell auf seine Arbeit als Manager konzentrieren. Schade ist
dann noch, dass wir es nur mit fiktiven Filmen zu tun bekommen. Es wäre ganz
nett gewesen, wenn man mit Originalfilmen oder -serien handeln könnte.
Grundlegend können sich angehende Manager sehr lange mit dem Spiel
beschäftigen. Der Hersteller hat eigentlich an alles gedacht und so wird der
Fernsehalltag gut simuliert. Wer also damals Spiele wie Mad TV mochte, kann
ruhig zu diesem Spiel greifen. Obwohl es ein paar Kritikpunkte gibt, hat uns Prime
Time - Der Fernsehmanager ganz gut gefallen und so können wir das Spiel auch
zum Kauf empfehlen.
Features:
- Riesige Spielwelt
- Über 500 Objekte und Gebäude
- 150 Spielereignisse
- 30 Bevölkerungsgruppen
- 20 plastisch gestaltete Innenräume
- 3 konkurrierende TV-Sender mischen die Stadt auf
- 10 zugängliche Gebäude offen (Filmbörse, Werbeagentur uvm.)
- Realistisches Publikumsverhalten
- Erstellung eigener Serien, Shows und Filme
|