Schon seit einiger Zeit
sind Musikspiele voll im Trend. Vor allem die Gitarren-Simulationsspiele
schießen wie Pilze aus dem Boden. Ein neuer Genrevertreter kommt aktuell
über Midway auf den deutschen Markt. Es handelt sich dabei um das Broadsword
Interactive-Spiel PopStar Guitar. Keine Sorge, eine Gitarre braucht sich
keiner für das Game anzuschaffen. Bei dem Musikspiel liegt gleich der
Controlleraufsatz AirG bei. Das ist ein Aufsatz, der auf die
Wii-Fernbedienung gesteckt wird. Wir konnten diesen und das Spiel PopStar
Guitar in den letzten Tagen ausgiebig testen. Ob sich das Game für alle
Luftgitarrenspieler lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Ganz grundlos werden wir natürlich nicht auf die virtuelle Bühne geschickt.
Ziel des Spiels ist es, sich vom unbekannten Musiker bis zum Popstar
hochzuarbeiten, um am Ende den hoch angesehenen Battle of the
Bands-Wettbewerb zu gewinnen. Doch bis dahin ist es ein langer und steiniger
Weg, denn es müssen zahlreiche Songs nachgespielt werden. Insgesamt warten
auf uns 58 internationale Pop- und Rocksongs, darunter Tracks von
Interpreten wie den Jonas Brothers, Rihanna, Green Day, Blink 182 oder Avril
Lavigne. Bevor es allerdings losgeht, wollen wir ganz von vorne anfangen.
Der Spieler muss am Anfang eine Band gründen. Wahlweise darf man eine
vorgefertigte Band nehmen oder eine benutzerdefinierte zusammenstellen.
Nehmt Ihr die selbst erstellte Band, so geht es weiter zur Bandgestaltung.
Nun wählt Ihr ein Pop-Idol sowie die übrigen Bandmitglieder aus. Einen
passenden Namen braucht unsere Truppe selbstverständlich auch. Anschließend
kann es endlich losgehen. Es steht eine Reihe an Band-Bereichen zur
Verfügung, auf die wir mit steigender Popularität unserer Band Zugriff
erhalten. Am Anfang beginnt alles in unserer Garage. Gewinnen wir den
Schulwettbewerb, gehört uns ein Bandbus. Die Limo kommt dann nach dem
Landeswettbewerb und nach dem Regionalwettbewerb darf man im VIP-Bus im
angemessenen Stil durch die USA touren. Nachdem wir die US-Auftrittsorte in
der Tasche haben, kann man als Popstar internationale Auftrittsorte mit
einem VIP-Laster erreichen. Innerhalb unseres Bandbereichs darf man
selbstverständlich viele Sachen machen. Beim Konto prüft Ihr Eure
finanzielle Situation. Je mehr erfolgreiche Auftritte wir hinter uns
bringen, desto mehr Geld darf man für Kleidung und Instrumente ausgeben.
Daneben kann man im Studio auch noch Songs aufnehmen und als Video für die
Fans veröffentlichen.
Im Vorfeld sollte jeder diese Lieder im Proberaum üben.
Nette Minispiele wie
"Bis ans Ende der Zeit", "Solo-Herausforderung" oder "Glückssträhne" gibt es
außerdem im Hobbyraum, die man alleine oder mit einem Freund spielt. Wer
mehr über die letzten Neuigkeiten aus der Musikindustrie erfahren möchte,
der sollte das Magazin lesen. Ihr dürft sogar Euer Aussehen verändern oder
nette Statistiken studieren. Im Mittelpunkt stehen allerdings die diversen
Auftritte, die wir über eine Karte erreichen. Auf dieser werden uns alle
aktuell zur Verfügung stehende Orte angezeigt. Je mehr wir schaffen, desto
schwierigere und anspruchsvollere Auftritte stehen zur Verfügung. Ihr müsst
nun einen Song und einen Auftrittsort auswählen. Jetzt steht der Akteur endlich
auf der Bühne. Es gilt nun, die angezeigten Noten mittels des Air-G-Controlleraufsatzes im richtigen Rhythmus nachzuspielen. Dazu haltet
die Bundnote, die der auf dem Bildschirm angezeigten Note entspricht,
gedrückt. Gleichzeitig strummen wir den Controller Stick unseres Nunchuk.
Das bedeutet, dass der Spieler den Controllerstick in eine beliebige
Richtung bewegt, wenn die Note über die Zeitlinie hinausreicht. Erscheinen
zwei Noten, so muss man zeitgleich beide Knöpfe drücken. Eigentlich alles
recht einfach. Nach ein oder zwei Songs habt Ihr das Gameplay verstanden und
die Musikerkarriere kann starten. Das war allerdings noch nicht alles. Wenn
der Spieler die Sache gut macht, dann füllt sich die Explosionsanzeige auf.
Dadurch wird ein Explosionseffekt aufgeladen. Steht dieser zur Verfügung,
haben wir 5 Sekunden Zeit, um ihn auszulösen. Zudem füllt sich die Anzeige
des Punkte-Multiplikators auf, wodurch der Multiplikator erhöht wird. Wenn
Ihr allerdings Fehler macht, leert sich diese wieder. Das Publikum spielt
ebenfalls eine wichtige Rolle. Eine Fananzeige gibt Aufschluss darüber, was
das Publikum von uns hält. Je besser wir abschneiden, desto höher steigt die
Anzeige. Versagt Ihr allerdings, so wird man auch schnell von der Bühne
verjagt. So stellen wir uns nun einer Herausforderung nach der anderen,
spielen viele unterschiedliche Songs, erblicken 25 Schauplätze und schalten
über 70 Instrumente frei.
Technik:
Die Grafik ist eigentlich ganz nett. Spielen wir Songs, so erblicken wir im
Hintergrund unsere Band die passend zur Musik abrockt. Die Figuren sehen
leider etwas detailarm aus und ein wenig hölzern bewegen sie sich auch. Da
man allerdings viel zu sehr mit seinem Instrument beschäftigt ist, wird man
sowieso kaum Zeit haben, darauf zu achten. Kleinere Effekte gibt es dann
genauso, wie die spielrelevante Notenliste. Diese beschränkt sich auf das
nötigste. Das ist allerdings nicht schlimm, denn durch den minimalistischen
Stil wird man nicht von irgendetwas anderem abgelenkt. Der Sound kann
dagegen voll überzeugen. Fett werden die bekannten Musikstücke
heruntergespielt. Da man die meisten kennt, spielt man sie hoch motiviert
nach. Die Steuerung ist leider eine kleine Katastrophe. Der AirG-Controlleraufsatz erleichtert uns das spielen der Noten
nicht. Das Hauptproblem sind die Tasten. Diese sind viel zu weit
auseinander. Erwachsene Spieler mit großen Händen, könnten noch damit klar
kommen. Alle anderen müssen ihre Finger unnatürlich strecken um an die
Tasten zu kommen. Das klappt allerdings nur wenige Minuten. Anschließend
schmerzt die Hand zu sehr, um mit Freude weiter zu spielen. Zumindest kommt
man aber mit der Spielmechanik schnell klar. Das bringt uns auch schon zum
Schwierigkeitsgrad. Dieser ist vor allem im späteren Spielverlauf recht
ordentlich. Allerdings hat man bis dahin genügend Praxis gesammelt. Falls
das immer noch nicht ausreicht, darf man ja auch noch im Übungsraum
ausgiebig trainieren.
Fazit:
PopStar Guitar wird das Genre nicht revolutionieren. Dafür wird
einfach zu wenig Neues angeboten. Eigentlich machen wir nichts anderes, wie
bei anderen Musikspielen auch. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass das
Spiel keinen Spaß macht. PopStar Guitar kann im Komplettpaket überzeugen.
Dazu gehören zum einen die vielen bekannten Songs. Gerade Musikfans wird es
motivieren, diese fehlerfrei nachzuspielen. Das klappt dann mit dem
AirG-Controlleraufsatz ganz gut, falls man große Hände hat. Bei den meisten
wird das allerdings nicht der Fall sein. Gehört Ihr dazu, so werdet Ihr
wenig Freude mit dem Aufsatz haben. Wer also aktuell ein
Gitarren-Simulationsspiel sucht, der darf ruhig bei PopStar Guitar
zuschlagen. Dank eines einfachen Gameplays, vielen Songs und freischaltbaren
Extras wird man über Stunden am Bildschirm gebunden. Spielt man dann noch
mit einem Freund, so kommt der ganz große Spaßfaktor auf. Da die Steuerung
allerdings schrecklich ist, solltet Ihr im Vorfeld mit dem Aufsatz einen
Praxistest machen. Kommt Ihr damit nicht klar, so kann man sich das
Geld sparen.
Features:
- Tobe dich an der Luftgitarre aus: Im Einzelspielermodus oder in
Minispielen für mehrere Spieler beweist Du dein Talent.
- Gründe eine Band, bring die Mitglieder modisch auf den neuesten Stand und
besorg ihnen tolle Instrumente.
- Ruhm und Reichtum warten auf Dich. Gib über 50 Pop-Hits auf deinem Weg zum
Superstar zum Besten.
- Der AirG-Gitarrenaufsatz (liegt dem Spiel mit bei) passt genau auf deine
Wii-Fernbedienung. Einfach aufstecken und loslegen.
- Mit über 50 Pop-Hits wie z.B.: Rihanna, Maroon 5, Paramore, All American
Rejects, Fall Out Boy, Blink 182, Miley Cyrus, Simple Plan, Jonas Brothers,
3 Doors Down und viele mehr...