|
Einleitung:
Seid dem der Film Fluch der Karibik in
den Kinos kam kommen Piratenspiele immer mehr in Mode. So erscheint
auch zur richtigen Zeit das Spiel Piraten - Herrscher der Karibik
von Ascaron. In diesem Spiel schlüpft der Spieler in die Rolle eines
Freibeuterkapitäns der die Karibik unsicher macht. Wir konnten jetzt
die fertige Version testen. Ob sich das Spiel von der breiten Masse
absetzen kann erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Nachdem das Spiel gestartet wurde könnt Ihr im Hauptmenü die
Optionen einstellen, die Ruhmeshalle begutachten und ein bestehendes
Spiel laden. Neueinsteiger müssen notgedrungen ein neues Spiel
starten. Leider werdet Ihr keinen Multiplayerbereich finden und so
bleibt nur der Singleplayermodus. Wird ein neues Spiel im Hauptmenü
angewählt muss der Spieler entscheiden welches Szenario er spielen
möchte. Die einzelnen Abschnitte sind nach Zeitepochen aufgeteilt
und in Nationen. Wenn man Piraten - Herrscher der Karibik das erste
mal spielt steht nur ein Modus zur Verfügung. In diesem recht
einfachen Spielmodus tritt der Spieler der spanischen Nation bei. Da
es eher ein Trainingslevel ist kann hier jeder erst einmal alles in
Ruhe kennen lernen. Natürlich haben wir auch ein Hauptziel. Wir
müssen in einer bestimmten Zeit eine gewisse Anzahl von Städten
erobern. Da wir aber diese nur erobern können, wenn wir einen
Auftrag von unserem Gouverneur erhalten, müssen wir erst einmal
abwarten. Davon mal ab wäre der Spieler am Anfang sowieso zu schwach
dafür. Den Befehl erhalten wir erst, wenn wir das Vertrauen des
Gouverneurs erlangt haben. So dürfen wir erst einmal andere Aufträge
erfüllen, bevor uns die heiß ersehnten Stadtangriffe angeboten
werden. Mal müssen wir Piraten jagen oder Transporte durchführen.
Daneben kann man aber auch andere Aufträge annehmen um sich ein
kleines Zubrot zu verdienen. Dazu sprechen uns Bürger in den
verschiedenen Städten an, die uns gegen Bezahlung verschiedene
Aufgaben zuschanzen wollen. Es ist uns immer freigestellt diese
Aufträge anzunehmen. Haben wir gerade was anderes zu tun lehnen wir
diese Aufgaben einfach ab. Das kommt nicht selten vor denn wir haben
ein weiteres Ziel in diesem Spiel - Beute machen.
Geld verdienen steht in Piraten - Herrscher der Karibik ebenfalls im
Mittelpunkt und wir haben verschiedene Möglichkeiten an das ersehnte
Gold zu kommen. Wir können Plündern, Kapern, Auftragsarbeiten
erledigen oder Handeln. Plündern und Kapern erfolgt im Anschluss
einer erfolgreichen Schlacht. Ebenso lukrativ ist das Handeln. In
jeder Stadt finden wir einen Marktplatz der diverse Waren anbietet.
In jeder dieser Stadtzentren ist der Preis der Waren anders. Ganz
nach unserer Geldbörse und dem Fassungsvermögen unseres Schiffes
wird nun Ware eingekauft die wir Profit bringend in der nächsten
Stadt veräußern. Das Geld wird zum einen benötigt um neue Waren zu
kaufen aber vor allem um das eigene Schiff besser auszustatten oder
reparieren zu lassen. Nicht nur die Gegner nehmen in den Schlachten
schaden, sondern auch wir und nach einer gewissen Zeit kommt man gar
nicht daran vorbei sein Schiff in die Werft zu schicken. Hat man
genügend Geld wird das Schiff komplett repariert. Nach einer
gewissen Zeit will aber auch die Mannschaft ihren Anteil an der
Beute sehen und so müssen wir das Geld aufteilen. Machen wir das
nicht verschwinden mit der Zeit Leute mit einem großen Teil der
Beute. Da wir ja Kapitän sind lohnt sich das Aufteilen und so
bekommen wir auch den größten Anteil den wir zu unserem
Privatvermögen hinzufügen. In dem Spiel können wir aber noch mehr
erreichen als nur Reichtum. Es werden diverse Ränge vergeben die
leistungsabhängig sind. Durch bestimmte Aktionen steigt die
Erfahrung und immer, wenn der Erfahrungsbalken gefüllt ist, steigt
der Spieler im Rang auf. Erfahrung bekommt der Akteur in dem Spiel
durch das Versenken und Entern von Schiffen, neue Städte entdecken,
erfüllen von Aufträgen oder Vernichtung eines bekannten Piraten.
Desto höher der Rang ist um so schwieriger werden die anstehenden
Missionen, die der Gouverneur anbietet. Man kommt aber nicht daran
vorbei da nur mit den letzten Rängen die benötigten
Stadteroberungs-Aufträge angeboten werden.
In dem Spiel erwarten Euch zwölf zeitgenössische Schiffstypen die
von kleinen Pinassen bis hin zur Galeone reichen. Jedes Schiff
unterscheidet sich in Ladekapazität, Kanonenanzahl, Besatzung,
Geschwindigkeit, Wendigkeit und Trefferpunkte. Daher ist es an der
Tagesordnung immer bessere Schiffe zu bekommen. Vor allem wenn man
feststellt, dass eine gewisse Größe benötigt wird um nicht wie
Freiwild für die anderen Schiffe zu wirken. Zu beginn besteht unser
Konvoi aus nur einem Schiff. Mit der Zeit und diversen Seeschlachten
fügen wir immer neue Schiffe hinzu, die wir behalten aber auch
verkaufen können. Wenn wir mit allen Nationen befreundet bleiben
wollen dürfen wir uns nur auf die Piraten stützen. Diese sind die
ersten Opfer die wir überfallen. Im späteren Spielverlauf bekommen
wir aber auch Kaperbriefe angeboten und so dürfen nun auch Schiffe
anderer Nationen angegriffen werden. Treffen wir auf ein Schiff
stehen uns drei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen wir segeln
einfach weiter. Grüßen wir so bekommt man die aktuellen Nachrichten
zugeschanzt. Die dritte Möglichkeit ist die des Angriffs. Klickt man
hier so sucht man sich sein Schiff aus und die Schlacht auf See kann
beginnen. Nun tritt unser ausgesuchtes Schiff gegen den ganzen
Konvoi an. Jedes Schiff unterscheidet sich in Kanonenanzahl und
Besatzungsgröße. Nun muss der Spieler den Wind sinnvoll ausnutzen um
die anderen Schiffe auszumanövrieren. Dabei sollte beachtet werden
das man dem Gegner wenig Gelegenheit bietet auf das eigene Schiff zu
feuern. Kommen wir mit unserer Breitseite in Schussposition können
wir auf das Schiff feuern. Wir haben beim angreifen vier
unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen feuern wir mit
Massivkugeln, die großen Schaden am Rumpf und der Besatzung
anrichtet. Daneben können wir mit Kettenkugeln auch die Segel
zerfetzen damit das feindliche Schiff langsamer wird. Möchten wir
das Schiff nicht zerstören, so bieten sich die Streukugel an, die
besonders effektiv gegen die Besatzung sind. Als letztes dürfen wir
auch Entern. Dieses bietet sich nur an, wenn wir mehr
Besatzungsmitglieder auf unserem Schiff haben wie unser Gegner. Wir
aber auch die Feinde haben noch eine weitere Möglichkeit - die
Flucht. Dieses kann erreicht werden, wenn ein Schiff den Kartenrand
erreicht. Dabei muss auf den Wind und die Geschwindigkeit des
Schiffs geachtet werden damit man schneller ist wie der Gegner. Ist
nur noch ein Schiff auf der Karte zu sehen hat dieses die Schlacht
gewonnen und kassiert die Schiffe ein die vorher nicht versenkt
wurden. Nun darf sich der Gewinner entscheiden, ob er die Waren
möchte oder gleich das ganze Schiff.
Technik:
Optisch wird das Spiel ganz ansehnlich präsentiert. Auf der
Hauptkarte werden neben den Schiffen auch Inseln gezeigt die mit
Bäumen und Bergen bedeckt sind. Die Schiffe selber sehen recht gut
aus. Noch deutlicher werden sie in den Seeschlachten gezeigt, wo die
Kamera auch mal näher an die Schiffe heranzoomt. Ansonsten merkt man
leider der Grafik an das sie schon einige Jahre auf dem Buckel hat
denn sie ähnelt sehr stark an die von Port Royale. Trotzdem bietet
sie auch schöne Seiten. Das Wasser glitzert und die Wolken ziehen
wunderbar an uns vorbei. Besser sieht die Optik dann in den
Schlachten aus. Zwar sieht man hier nur die Schiffe und kein Land
aber dafür ist der Detailreichtum hier deutlich höher. Sogar Leute
kann der Spieler auf dem Deck entdecken und selbst Masten fallen mal
runter, wenn die Beschädigungen zu groß sind. Auch auf Details wie
Schatten hat der Hersteller geachtet, so dass hier nichts zu
bemängeln ist. Bei der Auflösung wird leider nur zwei Varianten
angeboten. Es sind die beiden Auflösungen 1024x768 und 1280x1024.
Hinzu kommen die nett anzusehenden Städte. Diese sehen zwar gut aus
und unterscheiden sich auch aber dafür ist ansonsten kein Leben zu
spüren. Nur die einzelnen Gebäude zum anklicken werden hier dem
Spieler angeboten. Ansonsten werden alle Gespräche und Informationen
mit Textfenstern dargestellt, so dass man sich noch nicht einmal auf
ein nettes Intro freuen kann.
Besser kommt bei dem Spiel der Sound rüber. Die Hintergrundmusik
kann der Spieler auch nach Stunden noch hören und da sie thematisch
zum Spiel passt ist sie zusätzlich motivierend. Hinzu kommen die
anderen Geräusche wie Wind, Schreie und Kanonenschüsse die ideal zum
Spiel passen. Leider fehlt die Sprachausgabe die in der heutigen
Zeit einfach dazu gehört. Schade dass der Hersteller hier gespart
hat. Schnell kommt der Spieler dafür mit der Steuerung zurecht. Sie
ist einfach und schnell erlernt. Die gut geordneten Menüs sorgen
ebenfalls dafür, dass man sich in wenigen Minuten mit allen Aktionen
auskennt. Wer dann noch Fragen offen hat wird genügend Hilfe in dem
Handbuch finden, das sehr ausführlich alles beschreibt. Hinzu kommt
die Hilfe im Spiel die gerade am Anfang alle aufkommenden Fragen
sofort beantwortet. Es gibt aber auch negatives zu berichten. So
fehlt eine Suchfunktion was vor allem bei den Städten negativ
auffällt. Wir der Spieler in einem Auftrag gebeten irgendwo
hinzusegeln sucht er erst minutenlang die vielen Punkte auf der
Karte ab. Schade auch, dass es keine Landkämpfe gibt und beim Entern
wünscht man sich ebenfalls eine andere Darstellung wie einen Counter
der herunterzählt. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte wird das
Gameplay dadurch nicht gestört und so kann man mit der technischen
Umsetzung gut leben.
Fazit:
Es ist zwar nicht alles Perfekt bei Piraten - Herrscher der Karibik
aber trotzdem macht es einen riesigen Spaß mit seinem Schiff auf die
Jagd nach anderen Konvois zu gehen. Das Ambiente stimmt hierbei
genauso wie die Spieltiefe und so kommt schnell ein Suchtfaktor auf,
so dass der Spieler kaum noch von dem Spiel ablassen kann. Jeder
Spieler kommt auch schnell mit dem Spiel klar, da die Steuerung sehr
einfach erlernt ist. Leider gibt es auch ein paar Punkte die man
besser gestalten könnte. Vor allem bei der Präsentation. Eine
richtige Story ist nicht vorhanden und wenn mal Aufträge oder
Gespräche kommen werden diese lieblos durch Textfenster präsentiert.
Ein paar nette Intros hätten hier nicht geschadet. Auch ein wenig
mehr Abwechslung im Spiel hätte man sich gewünscht, denn eigentlich
ist der Spieler nur mit seinem Schiff unterwegs und greift andere
Schiffe an. So etwas wie Landgefechte oder mal echte Enteraktionen
fehlen genauso wie die Tageszeiten. Schade auch, dass es keinen
Multiplayermodus gibt. Das hätte den Spielspaß noch weiter nach oben
getrieben. So muss man sich leider mit dem Einzelspielermodus
begnügen. Dieser ist aber insgesamt gut gestaltet worden, so dass
der Spieler sich immer motiviert in das nächste Abenteuer stürzt. So
macht Piraten - Herrscher der Karibik trotz kleiner Fehler und
Macken richtig Spaß. Durch den günstigen Kaufpreis und dem hohen
Suchtfaktor können wir das Spiel auch allen empfehlen, die schon
immer einmal Pirat sein wollten.
Features:
- Schneller und einfacher Spielstart durch Einstiegslevel und
Hilfefenster (abschaltbar)
- 16 umfangreiche Szenarien mit 5 Schwierigkeitsstufen und
Endlosoption müssen nach und nach freigespielt werden.
- Freies Spiel: Der Spieler entscheidet selbst, wann er am Erreichen
des Spielzieles arbeiten, oder aber lieber auf eigene Faust
losziehen möchte.
- Wählbarer Schwierigkeitsgrad durch Auswahl einer bestimmten Nation
in einer speziellen Epoche. England ist eventuell schwächer als
Spanien, aber stärker als Holland usw.
- Riesige Spielwelt mit 60 Städten der Nationen Spanien, England,
Frankreich und Holland.
- Die schwer bewaffnete spanische Schatzflotte gilt als besonders
lohnender Konvoi und ist somit eine extrem lukrative Beute.
- Unzählige Missionen, vom Transportauftrag bis zur Eroberung von
Städten sorgen für reichlich Abwechslung.
- 12 verschiedene Schiffstypen, von der kleinen Schaluppe bis zum
mächtigen Linienschiff.
- Die Seeschlachten werden in Echtzeit-3D-Grafik dargestellt.
Schiffe schaukeln auf dem animierten Wasser und Schäden werden
unmittelbar am Schiff angezeigt.
- Auflösung 1024 x 768 oder 1280 x 1024 |