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Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt - Review (PC)

Wertung:
82 %

Einleitung:

Adventurefans dürfen sich freuen, denn ein neuer Genrevertreter erblickt das Licht der Welt. Es handelt sich dabei um das Anaconda/dtp-Spiel Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt. Mit Overclocked thematisieren die Adventure-Veteranen von House of Tales ein ebenso archetypisches wie aktuelles Menschheitsproblem: Gewalt. Durch die Thriller-Fiktion mit Erkenntnissen über reale Kriegspsychologie- und Kriegssimulationsforschung könnte neuer Schwung in das Genre kommen. Die Entwickler House of Tales wurden übrigens bekannt durch Spiele wie The Moment of Silence und X-Files: The Deserter. Wir konnten uns jetzt das neuste Point & Click-Adventure ausgiebig ansehen. Ob das Spiel in keiner Sammlung fehlen sollte, erfahrt Ihr in unserem Review.

 

Zum Spiel:

Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt ist ein klassisches Point & Click-Adventure. Dementsprechend darf eine Story nicht fehlen. Fünf junge Menschen werden orientierungslos, verängstigt, schreiend und ohne Gedächtnis über das Stadtgebiet verstreut aufgefunden. David McNamara, ehemals Nervenarzt bei der US Army, wird als Spezialist für forensische Psychiatrie ins Hospital von Staten Island berufen und mit den rätselhaften Fällen betraut. In behutsamen Sitzungen beginnt Dave, in den Erinnerungen der Kids nachzuforschen. Der Spieler schlüpft nicht nur in die Rolle von McNamara, der in der Gegenwart seine Untersuchungen betreibt, sondern übernimmt in Rückblenden auch die Steuerung der fünf Patienten. Die Erinnerungen der Patienten werden spielerisch erkundet, und zwar chronologisch rückwärts. Je weiter McNamara dabei voranschreitet, desto tiefer dringt er in die Vergangenheit vor und macht beängstigende Entdeckungen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint erst einmal ein einführendes Intro. Stimmungsvoll und mit deutschen Synchronstimmen wird das Spiel passend eingeleitet. Im Anschluss schlüpfen wir in die Haut von McNamara. Die Steuerung ist recht einfach. Mit der Maus lenken wir unsere Spielfigur durch die feststehenden Bilder. Jeder Ort muss nun von uns nach nützlichen Infos oder Gegenständen abgesucht werden. Damit wir nicht das ganze Bild mit der Maus abgrasen müssen, gönnt uns der Hersteller eine Hilfefunktion. Drückt Ihr die Space-Taste, so werden alle wichtigen Orte durch Symbole kenntlich gemacht. Wir sehen also auf Anhieb, wo Übergänge oder spielrelevante Objekte sind. Befinden wir uns nun mit der Maus auf einer interessanten Stelle des Bildschirms, so drücken wir die linke Maustaste und ein Aktionsmenü öffnet sich. Grafische Symbole zeigen jetzt an, welche Interaktion möglich ist. Solange das Aktionsmenü aktiv ist, könnt Ihr per Maus eine der angebotenen Aktionen wie ansehen oder Gegenstand nehmen auswählen. Wichtige Objekte packt unsere Spielfigur genretypisch in sein Inventar, wo wir es uns in aller Ruhe ansehen oder gegebenenfalls benutzen können. Allerdings gibt es auch Gegenstände die wir direkt vor Ort verwenden. Bestimmte Objekte sollen wir außerdem im Inventar kombinieren, um z.B. aus zwei einzelnen Teilen einen neuen Gegenstand herzustellen.

Wie bei Adventures üblich, treffen wir in dem Spiel jede Menge Leute. Es folgen ausgiebige Dialoge, die uns wichtige Informationen, Hinweise oder Aufgaben geben. Wahlweise werden uns verschiedene vorgegebene Themen angeboten, aus denen wir das nächste Gesprächsthema bestimmen. Somit bekommt der Spieler das Gefühl, das er selber die Dialogfolge beeinflusst. In Abhängigkeit von der Spielsituation, der Tageszeit oder des Tages können bei Gesprächspartnern neue Optionen hinzukommen oder völlig neue Gespräche aktiv werden. Es kann sich also lohnen, zu Personen zurückzukehren um noch einmal eine Unterhaltung zu führen. Zum Handwerkszeug eines Psychiaters gehört in heutiger Zeit ein PDA, das alles aufzeichnet was wichtig ist. Außerdem kann man damit telefonieren, E-Mails empfangen und Sitzungen aufzeichnen. Wir werden in dem Spiel allerdings nicht nur in die Haut des Psychiaters schlüpfen. Insgesamt gibt es sechs spielbare Charaktere. Neben David wären das u.a. die Patienten Laura Fawcett, Cliff Mandrake, Ray Thornton und Victoria Montgomery. Durch unsere spezielle Untersuchungsmethode versuchen wir herauszufinden, was mit den Jugendlichen passiert ist. Die Charaktere sind übrigens sehr charismatisch. Jede hat eine andere Geschichte und Persönlichkeit. Wir versuchen durch diverse Tricks die Erinnerungen zu wecken. Schaffen wir das, so schlüpfen wir in die Haut dieses Charakters und erleben deren Geschichte. Mit dem erworbenen Wissen konfrontieren wir dann die anderen Patienten, wodurch wir immer tiefer in die Story eintauchen. Da wir durch die interessante Erzählstruktur die Geschichte rückwärts aufrollen, der Film-Hit Memento lässt grüßen, kommt ein weiterer Vorteil auf. Wir wissen meistens schon im Vorfeld, wofür ein Objekt gebraucht wird. Somit sind die meist einfachen Rätsel kein wirkliches Problem für uns. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass alles logisch ist. Oftmals ertappt man sich dabei, wie man über aktuelle Situationen die Stirn runzelt. Das sind allerdings Momente, die Adventurefans öfters in solchen Spielen erleben. Mit der Zeit werden die Rätsel dann immer weniger, denn im späteren Spielverlauf werden mehr Filme anstatt Aufgaben eingestreut. Dennoch ist das Gameplay sehr flüssig und durch die spannende Erzählform wird man sowieso an den Bildschirm gefesselt. So agieren wir nun mit den unterschiedlichen Charakteren durch die diversen Locations, untersuchen diese nach spielrelevanten Orten bzw. Gegenständen, lösen kleinere Rätsel, folgen der Story und führen vor allem viele interessante Gespräche.

 

Technik:

Die Grafik von Overclocked ist ganz in Ordnung, auch wenn sie einen nicht vom Hocker haut. Wir agieren zum einen in wirklich gut gestalteten und detailreichen Hintergrundbildern, in denen es jede Menge zu entdecken gibt. Diverse Licht- und Schatteneffekte erfreuen unser Auge und so agiert man recht gerne in den Räumen. Etwas schlechter sehen die Animationen aus. Hier werden wir sehr hölzerne Bewegungen erblicken, die zum Teil wirklich erbärmlich aussehen. Zumindest werden wir durch die guten Gesichtsanimationen ein wenig entschädigt. Viel besser hat uns der Sound gefallen. Neben einer stimmungsvollen Musik lauschen wir auch vielen passend eingespielten Ingamegeräuschen. Hierdurch wird ein wirklich ansprechendes Ambiente erschaffen. Hinzu kommen die guten Synchronsprecher, die den Charakteren mächtig Leben einhauchen. Die Sprecher passen einfach zu den Personen. Die Steuerung ist kinderleicht. Mit der Maus kann man alle Aktionen sicher ausführen und durch eine praktische Hilfefunktion, braucht man auch nicht jedes Bild haarklein nach wichtigen Orten absuchen. Selbst das agieren im Inventar klappt auf Anhieb. Der Schwierigkeitsgrad ist ebenfalls in Ordnung. Die Rätsel sind nicht zu schwer und so werden selbst Anfänger an diesen nicht scheitern. Leider gibt es aber ein paar Logikfehler, die allerdings in dem Genre schon fast normal sind. Fasst man nun alles zusammen, so kann man insgesamt mit der technischen Seite sehr zufrieden sein.

 

Fazit:

Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt ist endlich mal ein etwas anderes Point & Click-Adventure. Der Hersteller hat es verstanden, mit einer extrem interessanten Erzählstruktur, den Spieler an den Bildschirm zu fesseln. Vor allem die Charaktere wurden erstklassig ausgearbeitet. Jeder hat eine andere Persönlichkeit, die im Spiel voll zur Geltung kommt. Selbst unser Hautcharakter kann auf eine bewegende Hintergrundgeschichte blicken. Nett sind auch die interessanten Rätsel, die kaum einen Spieler überfordern. Gut Leben kann man ebenfalls mit den realistisch ausgearbeiteten Umgebungen, die zu ausgiebigen Erkundungstouren einladen. Das Prunkstück sind aber die vielen packenden Gespräche und die toll inszenierte Präsentation. Man wird dadurch förmlich am Monitor kleben. Allerdings müssen wir auch erwähnen, dass nicht alles Perfekt ist. So sind die Charaktere selber nicht immer optimal animiert und modelliert worden. In der heutigen Zeit erwartet man doch ein wenig mehr von so einem Spiel. Etwas schade ist auch, dass die Rätsel mit der Zeit immer weniger werden. Nach einer gewissen Zeit gleitet das Spiel sehr storylastig ab, was gerade Fans von klassischen Adventurespielen aufstoßen könnte. Auch bei der Logik hätte man einiges besser machen können. Etwas enttäuschend ist auch das Ende, auf das wir jetzt nicht näher eingehen wollen. Trotz kleiner Kritikpunkte ist und bleibt Overclocked ein tolles Adventurespiel. Wer ansatzweise Psycho-Thriller-Spiele mag, der muss hier einfach zuschlagen.

 

Features:

- Hochspannung in einem verstörenden Psychothriller
- Point & Click-Adventure mit ungewöhnlichem Gameplay
- Hochbrisante Story, chronologisch invers erzählt
- sechs einzigartige, spielbare Charaktere
- Detaillierte und liebevoll animierte Schauplätze
- Hochwertige Sprachausgabe mit bekannten Stimmen aus Film und Fernsehen
- Edle 3D-Grafik inkl. aufwändiger Wetter-, Licht- und Mimikeffekte

 

 

 

Screenshots:
 
 
 
 
 

Wertungsbox:

Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt (PC)

 
 Overclocked - Eine Geschichte über Gewalt
EUR 39,99
Bei GAME WORLD bestellen

Grafik: 78 %  
Sound: 87 %  
Bedienung: 85 %  
Singleplayer: 80 %  
Multiplayer:   --  %  
Spielspaß: 81 %  
Gesamtwertung:  82 %  

Systemanforderungen:

- Prozessor: 1,3 GHz oder vergleichbarer Prozessor
- Arbeitsspeicher: 256 MB RAM / 256 MB bei Windows Vista
- Festplattenspeicher: 1,5 GB freier Festplattenspeicher
- DVD-Laufwerk
- Tastatur und Maus

 


 

 

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