Mit Outcry: Die Dämmerung kommt das
Erstlingswerk der russischen Spieleentwickler Phantomery auf den deutschen
Markt. Bei dem Spiel handelt es sich um ein Myst-artiges Adventure, dass in
der 1st-Person-Perspektive gespielt wird. Wir begeben uns in die Abgründe
des menschlichen Unterbewusstseins und decken mysteriöse Geschehnisse aus
der Vergangenheit auf. In den letzten Tagen konnten wir die fertige
PC-Version ausgiebig testen. Ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in
unserem Review.
Zum Spiel:
Eine Story darf bei so einem Spiel notgedrungen nicht fehlen. In Outcry: Die
Dämmerung schlüpft der Spieler in die Rolle eines gealterten
Schriftstellers, der eine überraschende Einladung seines Bruders erhält. Wir
haben den Wissenschaftler seit Jahren nicht mehr gesehen und stellen wenig
später fest, dass er auf seltsame Weise verschwunden ist. Kurz darauf
entdeckt der Spieler eine geheimnisvolle Maschine in seiner Wohnung, die -
nach Berechnungen des Bruders - das eigene Bewusstsein vom Körper trennen
soll. Mehr wollen wir jetzt nicht verraten, schließlich lebt das Spiel von
der Geschichte. Fangen wir lieber ganz von vorne an. Nachdem das Spiel
installiert und gestartet wurde, erscheint ein einführendes Intro. Durch den
angewendeten Griselfilter mit den Haarlinien und Staubflecken wird das
Render-Adventure passend eingeleitet. Um es schon einmal vorwegzunehmen,
diesen Effekt hat der Hersteller auch im Spiel eingebaut. Was recht
stimmungsvoll ist, wird mit der Zeit allerdings zur reinen Qual für die
Augen. Es folgt nun das obligatorische Hauptmenü mit den Punkten "Neues
Spiel", "Spiel laden", "Spiel speichern" und "Einstellungen". Nachdem wir
nun ein neues Game gestartet haben, kann das Abenteuer endlich beginnen.
Outcry: Die Dämmerung ist ein klassisches Render-Adventure im Stile der
Myst-Spiele. Wir agieren also an einem festen Punkt in einer
360-Grad-Panoramaperspektive. Von hier aus, können wir uns in jeder
beliebigen Richtung umdrehen und alle interessanten Orte anklicken. Sind wir
in einem Bildabschnitt fertig, so gehen wir einen Abschnitt weiter und
beginnen erneut mit der Suche nach wichtigen Dingen. Leider gönnt man uns
keine Hilfefunktion und so muss der Spieler wirklich jeden Punkt im Bild
absuchen, solange bis sich der Cursor verändert. Unsere Hauptaufgabe ist es
nun alles Wichtige in dem Spiel aufzusammeln. Dabei werdet Ihr vor allem
schriftliche Sachen finden, denn in dem Adventure muss fast alles
nachgelesen werden. Neben netten Infos gibt es auch Hinweise auf das
mysteriöse Projekt. Daneben gibt es noch Objekte die man später an die dafür
vorgesehene Stelle einsetzen muss. Hinzu kommen Gerätschaften mit vielen
Schaltern und dementsprechende Rätsel. Da diese sehr logisch aufgebaut sind,
werden diese Aufgaben eine gewisse Gamergruppe bestimmt ansprechen. Neben
den Maschinenrätseln sollt Ihr außerdem Drogen mixen. Dazu müsst Ihr im
Vorfeld die passenden Utensilien einsammeln und das Mischungsverhältnis
kennen. Outcry: Die Dämmerung bringt uns übrigens auch in eine Parallelwelt.
Hier ist irgendwie alles anders und wir werden nicht nur ein merkwürdiges
Haus, sondern auch mächtige Industrieruinen oder Wüsten mit geisterhaften
Wesen erblicken. An diesem Ort darf dann auch die Zeit beeinflusst werden.
Somit habt Ihr die Chance in die nahe Vergangenheit zu reisen um Sachen
mitzunehmen oder Dinge zu manipulieren. So erkunden wir nun die einzelnen
Spielabschnitte, suchen diese nach wichtigen Objekten ab, lösen diverse
Rätsel und folgen der Story. Viel mehr dürft Ihr jetzt nicht von diesem doch
sehr klassischem Render-Adventure erwarten.
Technik:
Die Grafik ist eigentlich ganz in Ordnung. Wir agieren in Renderbildern die
natürlich nur so vor Details strotzen. Allerdings muss man auch dazu sagen,
dass sich an der Technik kaum etwas in den letzten zehn Jahren geändert hat.
Negativ fällt bei diesem Spiel noch auf, dass weder Animationen noch
Charaktere eingebaut wurden. Wirklich lebendig ist das Spiel also nicht.
Hinzu kommt dann noch der Griseleffekt. Klar hebt dieser die Stimmung, da
alles noch mysteriöser rüber kommt. Allerdings geht das ewige zucken auf dem
Bildschirm schnell auf die Augen und so kann man das Spiel nicht wirklich
lange spielen. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Neben einer
dezenten Musik, gönnt man uns auch noch vereinzelt eingespielte
Ingamegeräusche. Die deutschen Sprecher machen Ihre Arbeit auch recht gut.
Die Steuerung ist - wie nicht anders zu erwarten ist - sehr mühselig. Wir
durchqueren die Räume Bildweise. Diese Übergänge werden dann noch durch drei
bis vier schnelle Standbilder überbrückt. Schon haben wir ein paar Meter
gemacht. Hinzu kommen unnötige Umwege die Ihr laufen müsst, um an einen
bestimmten Punkt im Raum zu gelangen. Wollt Ihr so nur kurz zurückgehen,
weil Ihr etwas vergessen habt, dann kann das manchmal sehr lange dauern. Das
agieren ansonsten ist selbstverständlich kinderleicht. An einem Punkt
angekommen, drehen wir uns in jede Richtung und suchen alles haarklein mit
unserem Cursor ab. Leider gönnt man uns keine Hilfefunktion, die z.B.
wichtige Orte kenntlich macht. Hierdurch müsst Ihr wirklich alles haarklein
absuchen. Eine Sache die vielen missfallen wird. Vor allem da spielrelevante
Dinge wirklich mit der Hintergrundgrafik verschmelzen. Es ist also nicht
erkennbar, was in dem Spiel wichtig ist. Hier hätte eine Hotspot-Anzeige
enorm geholfen. Fasst man nun alles zusammen, so muss man leider sagen, dass
Outcry: Die Dämmerung technisch kaum noch mit aktuellen Spielen mithalten
kann.
Fazit:
Outcry: Die Dämmerung ist ein Game, das nur wenige Spieler anspricht.
Ihr müsst Spiele wie Myst heute noch genauso gerne spielen, wie früher.
Ansonsten werdet Ihr einen Kauf bereuen.
Gehört Ihr zu dieser Gruppe, dann findet Ihr in diesem Render-Adventure
viele einfallsreiche Rätsel und eine bizarre Spielwelt. Natürlich müsst Ihr
viel lesen und keine Action mögen. Das Spiel ist halt ein sehr klassischer
aber auch solider Genrevertreter. Leider gibt es aber auch viele Punkte die
stören. So gönnt man uns keine optionale Hotspotfunktion
um Gegenstände zu finden. Da diese sehr gut in der Umgebung versteckt sind,
wird man vieles erst beim wiederholten absuchen finden. Auch die Steuerung
ist nicht optimal und ein wenig Leben in den Bildern hätte auch nicht
geschadet. Wer damit keine Probleme hat, der darf gerne bei dem Spiel
zuschlagen. Allerdings schraubt Eure Erwartungen ein wenig zurück.