Als das Hydravision
Entertainment-Spiel Obscure 2004 auf den Markt kam, brachte es frischen Wind
in das Horrorgenre. Vor allem Spieler die einen kooperativen
Zweispielermodus bevorzugen, kamen damals voll auf ihre Kosten. Nach gut
drei Jahren kommt endlich der Nachfolger des hoch gelobten
Survival-Horrorspiels auf den deutschen Markt. Es handelt sich dabei um das
Atari-Spiel Obscure II. Das actionreiche Game ist erst einmal für PC und
PlayStation 2 angekündigt. Wir konnten jetzt die fertige PS2-Version
ausgiebig testen. Ob sich das Spiel für nervenstarke Genrefans lohnt,
erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Obscure II kommt natürlich nicht ohne eine anständige Story aus. Vor zwei
Jahren steckte eine Gruppe von Schülern der Leafmore High School in ihrer
Schule fest - gejagt von Monstern, die der verrückt gewordene Schuldirektor
auf sie hetzte. Manche von ihnen überstanden die schreckliche Nacht, andere
starben. Für die Überlebenden gilt es, das Leben wieder in den Griff zu
bekommen. Sie studieren mittlerweile. Doch etwas ist faul an der Fallcreek
University. Sonderbare schwarze Blumen sprießen plötzlich überall auf dem
Campus. Als sie im Rahmen des Unterrichts untersucht werden, entdeckt man
eine gefährliche Substanz, die ebenso sonderbare wie lebhafte Träume
verursacht. Doch einige Studenten finden heraus, dass es weit mehr als
erwartet auf sich hat mit diesen Blumen - als die Saat aufgeht, wird ein
böser Traum plötzlich zur entsetzlichen Realität. Bevor wir in das
grusselige Abenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem das Spiel gestartet wurde, erscheint das Hauptmenü mit den
Punkten "Neues Spiel", "Weiter" und "Optionen". Wie gewohnt könnt Ihr unter
zu letzt genannten Punkt alle spielrelevanten Einstellungen vornehmen. Ist
ein Spielstand vorhanden, so dürft Ihr diesen unter "Weiter" aktivieren. Am
Anfang bleibt uns allerdings nicht anderes übrig wie ein neues Spiel zu
starten. Bevor es losgeht, müsst Ihr noch entscheiden, ob Ihr alleine oder
mit einem Freund zusammen spielt. Fangt Ihr allein an, so ist das
kein großes Problem. Zu jeder Zeit kann sich ein weiterer Spieler in das Game einklinken. Es erscheint nun ein einführendes Intro. Stimmungsvoll
leitet der kleine Film - mit englischer Sprachausgabe und deutschem
Untertitel - das Spiel ein. Jetzt könnt Ihr endlich in die Haut der ersten
Figuren schlüpfen. Schon nach wenigen Spielminuten kosten wir von den oben
erwähnten Pflanzen und gelangen in eine Parallelwelt. Alles ist wie
ausgestorben, Schreie verunsichern unsere Helden, Blut fließt in Strömen von
den Wänden und fiese Monster nehmen uns in die Mangel. Egal wie sehr Ihr
Euch wehrt, es nutzt nichts und das Spiel ist … zum Glück noch nicht zu
Ende. Wir haben alles nur geträumt. Allerdings wird es nicht das letzte Mal
sein, das wir in die Parallelwelt reisen.
Kommen wir nun zum eigentlichen Gameplay. Wie schon im ersten Teil lenken
wir diversen Figuren durch das Spiel. Insgesamt gönnt man uns 6 Charaktere
mit einzigartigen Fähigkeiten. Es gibt sportliche Figuren wie Corey, genauso
wie das Computergenie Mei. Dementsprechend müssen wir die Figuren auch
unterschiedliche in dem Spiel einsetzen. Amy entziffert zum Beispiel als
einzige Geheimzeichen und nicht mit jeder Figur kommen wir in abgeschlossene
Räume rein. Welche Fähigkeiten die einzelnen Charaktere haben, darf man zu
jederzeit in einem Menü nachlesen. Damit auch jeder weiß, wann er welche
Figur einzusetzen hat, gibt uns das Spiel ausreichende Hinweise. Hinzu kommt
die Tatsache, dass wir immer zu zweit durch die Räume rennen. Somit ist es
auch kein Problem, wenn sich ein Freund in das Spiel einklinkt. Er übernimmt
automatisch die zweite Figur. Ist kein menschlicher Spieler zur Stelle, so
wird die andere Figur vom Computer gesteuert. Wahlweise dürft Ihr dann
zwischen den Charakteren wechseln. Damit wir mit den richtigen Figuren
losziehen, gibt uns das Spiel meistens vor, welche Charaktere aktuell
zusammenarbeiten. Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass wir das Team
selber zusammenstellen sollen. Vor allem, wenn die falschen Leute
mitgekommen sind, bleibt uns oft nichts anderes übrig, wie eine Figur
auszutauschen. Die Figuren müssen allerdings nicht nur bei Rätseln
zusammenarbeiten. Auch bei den diversen Kämpfen führt kooperatives Vorgehen
schneller zum Erfolg. Die actionreichen Auseinandersetzungen werden dann
immer wieder durch kleine Rätselaufgaben unterbrochen. Um diese zu lösen,
sollten wir alles mitnehmen, was wir einstecken können. Das ist dringend
notwenig, denn nur selten bekommen wir einen Hinweis auf wichtige Items.
Also suchen wir wirklich jeden Ort nach Gegenständen ab. Dabei finden wir
auch diverse Waffen, die wir frei auf die Figuren verteilen können. Das
Waffenarsenal ist reichhaltig. Von diversen Schlagwerkzeugen, über
Kettensäge bis hin zu mächtigen Schießprügeln ist alles vorhanden. Passende
Munition findet Ihr dann im Spiel, genauso wie lebenswichtige Medipacks. So
agieren wir nun an den unterschiedlichen Orten, suchen diese nach nützlichen
Objekten ab, lösen kleinere Rätsel mit den diversen Fähigkeiten der
spielbaren Figuren, kämpfen gegen unendlich viele Gegner und folgen vor allem der
ansprechenden Story.
Technik:
Das Spiel braucht sich nicht hinter anderen PS2-Spielen zu verstecken. Wir
werden eine wirklich ansprechende Grafik zu sehen bekommen. Die düsteren
Räume haben uns genauso gut gefallen, wie die netten Außenbereiche. Vor
allem durch die gut eingesetzten Licht- und Schatteneffekte kommt mächtig
Stimmung auf. Hinzu kommen immer wieder plötzlich eingespielte
Effekte, die einen den Schauer über den Rücken laufen lassen. Ganz nett sehen
auch unsere Figuren aus, die ordentlich modelliert und animiert wurden.
Einzig bei den Monstern kann man ein wenig klagen, denn sie sehen recht grob
und ungelenk aus. Der Sound ist wirklich erstklassig. Zum einen hören wir
eine stimmungsvolle Musik, die ideal zum Spiel passt. Außerdem werden immer
passende Soundeffekte eingespielt. Hierdurch wir ein gutes Ambiente
erschaffen. Mit den englischen Sprechern kann man ebenfalls sehr zufrieden
sein. Sie passen zu den Charakteren und so hört man den Gesprächen gerne zu.
Alle die der englischen Sprache nicht mächtig sind, dürfen übrigens die
Dialoge über
deutsche Texte nachlesen. Die Steuerung ist leicht erlernt. Sie orientiert sich am Genre und so kann man direkt in das
Spielgeschehen einsteigen. Selbst Aktionen wie Klettern oder Kämpfen klappen
auf Anhieb. Etwas nervig ist allerdings die Kamera, die wir immer selber
nachjustieren müssen. Oft bleibt diese an Ecken hängen und bei
Auseinandersetzungen kommt - durch das ewige nachregeln - schnell unnötige Hektik auf. Mager ist dann auch
noch die KI der Gegner. Naja man kennt das ja von solchen Spielen. Fasst man
nun alles zusammen, so kann man - trotz kleinerer Kritikpunkte - zufrieden mit
der technischen Seite sein.
Fazit:
Obscure II ist ein wirklich ansprechendes Survival-Horrorspiel. Es macht
einfach viel Spaß mit den sechs steuerbaren Charaktere und deren
Spezialfähigkeiten gestellte Aufgaben zu lösen. Hinzu kommen eine gute
Präsentation und schaurig schöne Schockmomente. Der Sound sorgt für eine
tolle Atmosphäre und steigt dann noch ein Freund in das Spiel ein, so wird
die Zeit nur so verfliegen. Allerdings ist nicht alles Perfekt in dem Spiel.
Die Speicherpunkte sind viel zu selten gesetzt und ein paar Hinweise mehr im
Spiel, hätten ebenfalls nicht geschadet. Oft wissen wir gar nicht, was wir
mit eingesammelten Gegenständen machen sollen. Dennoch bleibt das Gameplay
insgesamt flüssig. Nur selten stehen wir vor wirklich schweren Problemen.
Wer also den ersten Teil mochte, der wird an diesem Spiel kaum vorbei
kommen. Aber auch alle anderen Genrefans dürfen ruhig bei diesem Game
zuschlagen. Mögt Ihr dann noch einen tollen Zwei-Spieler-Koop-Modus, so
stellt Obscure II schon fast einen Pflichtkauf dar. Uns hat das Spiel
wirklich gut gefallen und daher können wir eine Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
- Abenteuer und Action mit der Atmosphäre eines Teenager-Horrorfilms
- 6 faszinierende Charaktere mit einzigartigen Fähigkeiten
- Origineller Kooperations-Modus: Der zweite Spieler kann jederzeit
einsteigen
- Detail- und abwechslungsreiche 3-D-Umgebung
- Es gilt Hinweise zu finden und die verschiedensten Rätsel und Geheimnisse
zu lüften
- Eine gewaltige Vielzahl an Waffen und furchterregenden Monstern
- Ein packender Soundtrack, eingespielt vom Boston Symphonic Orchestra und
dem Kinderchor der Pariser Oper