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Einleitung:
Der Autor von "Die Siedler von Catan" setzt
mit Dartmoor Softworks GmbH seine Brettspielreihe mit dem Spiel Löwenherz
fort. Das Spiel Löwenherz: Die Rückkehr des Königs ist die originalgetreue
Umsetzung der neuen Edition des mehrfach preisgekrönten Spieles von Klaus
Teuber, herausgegeben vom Kosmos Verlag. Die erste Ausgabe erschien
erstmalig 1997 und wurde seinerzeit mit dem "Deutschen Spielepreis"
ausgezeichnet. Wir konnten nun die PC-Version des Spiels testen. Ob sich das
Spiel lohnt erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Der König weilt in einem fernen Land. Während seiner Abwesenheit stürzt sein
Reich in Anarchie und Chaos. Jeder Fürst möchte seine Macht und seinen
Einfluss stärken. Grenzen werden neu gezogen, Länder werden neu verteilt.
Wer hat sich die wertvollsten Gebiete gesichert, wenn der König zurückkehrt?
Dartmoor Softworks hat dieses Brettspiel mit 3D-Figuren und einem
3D-Spielbrett mit freier Kameraführung umgesetzt. Bevor es aber losgehen
kann schauen wir uns das Hauptmenü ein wenig genauer an. Hier finden wir die
Punkte "Neues Spiel", "Spiel laden", "Optionen" und "Hilfe". Unter Hilfe
kann der Spieler alle wichtigen Informationen für die Bereiche Steuerung,
Aktionen, Punktewertung, Karte, Gebiete, Machtmarkt, Monopol und das
Spielende nachlesen. Bestehende Spiele dürfen unter Spiel laden im Hauptmenü
gestartet werden. Neueinsteiger müssen notgedrungen ein neues Spiel starten.
Nun dürfen sie aus den Punkten Einzelspieler, Multiplayer und Tutorial
wählen. Wer das Spiel noch nicht kennt sollte erst einmal das ausführliche
Tutorial anklicken. Hier wird das Spielprinzip und die Steuerung in kleinen
Schritten vorgeführt. Dabei werden die Informationen in deutscher Sprache
und Text präsentiert. Wenn man dieses Lernprogramm durchgeführt hat steht
dem Spielvergnügen nichts mehr im Wege. Leider hat das Spiel kein separates
Handbuch, so dass man sich auf dem PC eine Textdatei ansehen muss um alles
nachzulesen. Das hilft leider wenig, wenn man im Spiel mal schnell was
nachschlagen will.
Das Spielprinzip ist denkbar einfach. Eigentlich läuft es so ab wie man es
von dem Brettspiel kennt. Jeder Spieler setzt Burgen und umgibt diese mit
Grenzen. Wer eine Burg vollständig mit Grenzen umgeben hat, besitzt ein
Gebiet. Wälder und Städte in Gebieten zählen Siegpunkte. Wer am Ende die
meisten Siegpunkte besitzt, gewinnt. Auf dem Spielfeld sind bereits einige
Landschaftselemente eingearbeitet. Diese sind Wald, Wiesen, Dörfer, Minen
und die Königsstadt. Durch das Setzen von Grenzen und der Bildung von
Gebieten können diese Elemente später zu Siegpunkten genutzt werden. Bei dem
Spiel gibt es unterschiedliche Spielelemente wie Burgen, Ritter, Machtkarten
und Grenzen. Diese werden wie beim Brettspiel eingesetzt. Jeder Spieler
erhält zu Beginn eines Spieles insgesamt 4 Burgen. Die Burgen werden vor
Beginn des eigentlichen Spieles nach bestimmten Regeln eingesetzt. Weiterhin
erhält der Spieler 15 Ritter. Von diesen Rittern muss jeder Spieler vor
Beginn des eigentlichen Spieles pro eingesetzte Burg gleichfalls einen
Ritter einsetzen. Die übrigen Ritter bleiben zunächst draußen. Am Anfang
bekommt der Spieler dann noch 3 Machtkarten. Diese können während der
aktuellen Spielrunde ausgespielt und anschließend von Machtkartenstapel
wieder aufgefüllt werden. Die Grenzen dienen dann zur Abgrenzung von
Gebieten.
Der Spielablauf ist in Runden aufgeteilt. Im Uhrzeigersinn setzen alle
Spieler je eine Burg auf ein freies Wiesenfeld und einen Ritter auf ein
waagerecht oder senkrecht benachbartes Wald- oder Wiesenfeld ein. Es folgen
die Spieler im Uhrzeigersinn, so lange, bis jeder seine 4 Burgen und 4
Ritter gesetzt hat. Um Gebiete zu schaffen, setzen die Spieler im laufe des
Spiels Grenzen um ihre Burgen. Ein Gebiet ist dann entstanden, wenn genau
eine Burg lückenlos von Grenzen umgeben ist. Die Innenkanten des
Spielfeldrahmens zählen dabei als natürliche Grenzen. Daher benötigt eine
Burg in einer Ecke des Spielfeldes zur Bildung eines Gebietes zunächst
weniger Grenzen als eine Burg in der Mitte. Gebiete sind um so wertvoller,
je mehr Wälder, Dörfer und Minen sich in ihnen befinden. Wälder und Dörfer
und vor allem die Königsstadt bringen wertvolle Siegpunkte. Minen verhelfen
zu zusätzlichen Einnahmen. Man sollte Burgen daher in die Nähe dieser Felder
setzen. Daneben kann man auch noch Machtkarten verkaufen. Diese Aktion dient
dazu, seine Dukatenvorräte aufzustocken. Diese Machtkarten dürfen aber auch
ausgespielt werden. Hier sind die Karten vorhanden die man aus dem
Brettspiel kennt. Je nachdem wie viele Ritter abgebildet sind, muss man 1
oder 2 Ritter einsetzen. Dann gibt es noch die Möglichkeit sein Gebiet zu
erweitern. Diese Aktion erlaubt einem Spieler eines seiner Gebiete um 1 oder
2 Felder zu erweitern. Hierzu werden Grenzen des Vorrates verwendet.
Erweitert ein Spieler sein Gebiet, erhält er für jedes hinzugewonnene Feld
unterschiedliche Punkte. Verliert ein Spieler durch die Erweiterung eines
Gegners Wälder oder Dörfer bzw. die Königsstadt, verliert er seinen
entsprechende Siegpunkte. Dann gibt es noch Überläufer, Bündnis, Einnahmen
aus Minen und Minenmonopol. Spieler die das Brettspiel kennen werden sofort
wissen was gemeint ist. So kann man nun alleine oder im Multiplayermodus
spielen.
Technik:
Wenn Brettspiele umgesetzt werden haben diese meistens keine gute Grafik.
Ähnlich ist es auch hier. Optisch wird das notwendigste angeboten um das
Spiel auszuführen. Trotz einfacher Technik werden aber alle Spielrelevanten
Objekte gut dargestellt. Hinzu kommt - vor allem im Tutorial - eine
Sprachausgabe die alles sehr gut erklärt. Zusätzlich gibt es Textfenster die
ebenfalls in deutscher Sprache sind und alle nötigen Informationen in
Textform wiedergeben. Insgesamt wird viel Hilfe in dem Spiel geboten - auch
wenn kein Handbuch zur Verfügung steht. Druckt man sich die vorhandene
Textdatei aus hat man zumindest ein wenig Hilfe in der Hand. Ackert der
Spieler dann noch das Tutorial durch, so bekommt er im Spiel kaum große
Probleme. Eine nette Musik begleitet den Spieler, so dass ein wenig Stimmung
aufkommt. Die Steuerung ist relativ gut gelungen - allerdings muss der
Spieler auch recht wenig machen. Alle Aktionen können sicher ausgeführt
werden. Mit Hilfe der Maus wird die Kamera eingestellt. Dazu kommt noch ein
einstellbarer Zoomfaktor. Insgesamt gesehen bietet das Spiel nicht viel aber
dafür wurde alles solide auf dem PC umgesetzt, so dass man aus technischer
Sicht kaum Mängel feststellen kann.
Fazit:
Es ist natürlich nicht einfach ein geniales Brettspiel auf den PC
umzusetzen. Der Spielspaß bei Brettspielen ist vor allem deswegen vorhanden,
weil man gegen Menschen spielt. Hat man aber keine große Wahl bekommt man
nun mit "Löwenherz: Der König kehrt zurück" die Gelegenheit gegen einen
nichtmenschlichen Gegner zu spielen. Natürlich sind auch Mehrspielerspiele
möglich. Allerdings würde man im direkten Vergleich das Brettspiel wohl
bevorzugen. Ansonsten wurde das Spiel technisch recht passabel auf den PC
umgesetzt. Eine nette Grafik und ein guter Sound untermalen das
Spielgeschehen. Natürlich wird bei so einem Spiel kein grafisches Feuerwerk
abgefeuert. Das hat aber bestimmt auch keiner erwartet. Bei so einem Spiel
steht der Spielspaß im Mittelpunkt und der ist bei dem PC-Spiel ähnlich hoch
wie beim Brettspiel. So kann man das Spiel auch denjenigen Empfehlen die
schon immer mal Löwenherz auf ihrem Computer spielen wollten.
Features:
o originalgetreue Umsetzung der neuen Edition des mehrfach preisgekrönten
Spieles von Klaus Teuber
o wahlweise animiertes 3D-Spielbrett oder original Brettspiel-Perspektive
o animierte 3D Figuren und Objekte
o Einzelspieler-Modus gegen bis zu drei Computergegner
o Mehrspieler-Modus bis zu 4 Spieler über T-Onlines Catan-Online-Welt
o einstellbare Schwierigkeitsgrad der Computergegner
o einstellbare Filter für gegnerische Spiel-/Legezüge
o stimmungsvolle Sounduntermalung und Effekte
o interaktives Tutorial
o niedrige Systemvoraussetzungen
o komplett deutsch
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