Das Echtzeit-Taktik-Spiele
auch im Wilden Westen stattfinden können, haben Titel wie Desperados 2
eindrucksvoll bewiesen. Genrefans können sich nun auf ein weiteres Spiel mit
dem legendären Kopfgeldjäger John Cooper freuen. Es handelt sich dabei um
das Spellbound-Spiel Helldorado. Wir konnten uns das neuste
Wild-West-Abenteuer ein wenig genauer ansehen. Ob sich das Spiel für alle
Möchtegerncowboys lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Helldorado ist ein brandneues, eigenständiges 3D-Echtzeit-Taktik Spiel.
Natürlich kommt das Game nicht ohne eine anständige Story aus. Die
Geschichte führt die sechs Helden um den berühmten Kopfgeldjäger John Cooper
in den düsteren Abgrund einer tödlichen Verschwörung, mitten durch völlig
neue und packende Schauplätze des Wilden Westens. Bevor wir allerdings den
Colt umschnallen, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem
das Spiel installiert und gestartet wurde, erblickt der Spieler das
Hauptmenü mit den Punkten "Spielen", "Weiterspielen", "Neustart", "Laden",
"Speichern" und "Optionen". Wie gewohnt kann man unter zu letzt genannten
Punkt alle spielrelevanten Einstellungen wie Grafik, Sound, Steuerung oder
den Schwierigkeitsgrad anpassen. Unter Speichern darf man außerdem einen
Spielstand sichern oder einen schon vorhandenen unter Laden aktivieren.
Während einer aktuellen Mission kann der Akteur außerdem unter Neustart eine
angefangene Mission neu starten oder über Weiterspielen zum gerade laufenden
Spiel zurückkehren. Am Anfang bleibt uns selbstverständlich nichts anderes
übrig wie ein neues Spiel zu starten. Wir beginnen nun das Spiel im Jahre
1883 in Santa Fé. Cooper stellt dort fest, dass sein Freund Doc McCoy
verschwunden ist. Dahinter steckt die Witwe von Goodman, die Docs Leben nur
verschont, wenn wir diverse Aufgaben erfüllen. Darauf geht der Held
natürlich ein. Wir agieren nun mit unserer Truppe, bestehend aus dem Helden
und fünf Mitstreitern, durch diverse Westernortschaften. Dabei stellen wir -
wie schon im Vorgänger - Fallen und erledigen Feinde aus dem Hinterhalt.
Mittels Mausklick gibt der Spieler seinen Leuten diverse Anweisungen. So
können die Protagonisten z.B. in die Hocke gehen oder auf Gegner schießen.
Dabei sollten wir immer das Sichtfeld der Gegner beobachten. Werden wir
entdeckt, bedeutet das immer Ärger. Diesen können wir umgehen, indem unsere
Truppe vorsichtig und umsichtig in den Missionen agiert. Selbstverständlich
dürfen wir feindliche CPU-Figuren auch ablenken. Hinzu kommt, dass der Spieler
seine Kontrahenten gut beobachten sollte. Kennen wir deren Laufwege, so sehen
wir schnell Lücken. Neben der normalen Ansicht
dürfen wir auch einen Helden aus der Action-Perspektive steuern. Per Maus
und Tastatur wird so eine Figur mit der Schulteransicht gelenkt. Hierdurch
rücken wir noch näher in das Geschehen. Etwas übersichtlicher ist die
drehbare Taktikansicht. Diese darf wieder einmal frei gezoomt werden.
Grundlegend soll der Akteur seine Spielfiguren immer taktisch klug
einsetzen. Schließlich hat jeder Charakter andere Fähigkeiten. So kann McCoy z.B. Gegner mit Hilfe seines
Scharfschützengewehrs nieder stecken. Außerdem kann der Doktor Leute heilen oder eine Ätherflasche werfen,
um Feinde zu betäuben. Cooper lenkt dagegen feindliche Einheiten mit seiner Spieluhr
ab. Sam kann dafür mit Sprengstoff sehr gut umgehen und die attraktive
Kate bezirzt ihre Widersacher so lange, bis diese nichts anderes mehr sehen.
Daneben gibt es
noch den bärenstarken Sanchez und den Indianer Hawkeye, der besonders gut
schleicht. Die starken Jungs transportieren natürlich spielendleicht ausgeschaltete
Gegner in nicht einsehbare Bereiche. Werden diese nämlich entdeckt, so wird ebenfalls sofort Alarm
ausgelöst. Setzen wir die vielfältigen Fähigkeiten gekonnt ein, so wird
keine Aufgabe zu schwer für uns sein. Das Beste an der Sache ist, dass wir
frei entscheiden können, wie wir eine Aufgabe lösen. Mal agieren wir mit der
Brechstange, während wir ein anderes Mal leise und ohne aufzufallen eine
Mission bewältigen. Nett ist auch die Kombo-Aktion. Mit dieser dürft Ihr die
Fähigkeiten zweier Figuren verknüpfen. So darf man z.B. Dynamit an einen
Pfeil binden und so ein ganz neue Waffen entwickeln. Der Einsatz von Waffen
benötigt natürlich Munition, die nicht unendlich zur Verfügung steht.
Nachschub erhaltet Ihr hin und wieder in der Mission. Dennoch solltet Ihr
sehr sparsam mit dieser umgehen. Zum Glück kann man fast jede Mission auch
ohne Waffeneinsatz schaffen. Dann nutzten unsere Figuren die vielen
Versteckmöglichkeiten und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten. Kate lockt
z.B. Gegner an, die wir dann betäuben bzw. erledigen. Grundsätzlich
muss der Spieler sowieso sehr vorsichtig vorgehen. Entdeckt uns eine Wache,
so ruft diese sofort Verstärkung herbei, die uns gnadenlos ins Jenseits
schickt. Es kommt also nicht selten vor, dass wir ein Level erneut
durchspielen. Das geschieht auch, wenn wir z.B. neutrale Personen
ausschalten. Damit das agieren nicht zu hektisch wird, gönnt uns der
Hersteller übrigens Ruhepausen bei unseren Aktionen. Während wir die
Handlungen planen, pausiert das Spiel und wir haben alle Zeit der Welt
unsere Vorgehensweise zu überdenken. Das ganze wird selbstverständlich durch eine
ansprechende Story zusammengehalten. Diese wird immer wieder durch etwas
karge Zwischensequenzen vorangetrieben. Bis auf ein paar öde animierte
Zeichnungen werden wir leider nicht viel mehr zu sehen bekommen. Entschädigt
wird der Spieler aber durch die erstklassigen Synchronsprecher. So agieren
wir nun durch die unterschiedlichen Orte, folgen der Story und versuchen
gestellte Aufgaben taktisch klug zu lösen.
Technik:
Mit der technischen Seite kann man voll zufrieden sein. Da wäre zum einen
die wunderschöne Grafik. Die Umgebungen haben viele Details, die man auch in
das Spiel mit einbeziehen darf. Natürlich ist auch so manches zerstörbar, wenn z.B.
eine Dynamitstange explodiert. Zahlreiche andere Effekte sorgen ebenfalls
dafür, dass wir eine ansprechende Western-Atmosphäre zu sehen bekommen.
Hinzu kommen dann noch toll animierte und modellierte Figuren. Diese agieren
wirklich gekonnt in den Umgebungen und so schaut man ihnen gerne bei ihren
Aktivitäten zu. Da stört es auch nur wenig, dass der Hersteller bei den
Sequenzen gespart hat. Leider werden wir nur leicht animierte Bilder zu
sehen bekommen. Die Stroy wird trotzdem gut erzählt. Das liegt vor allen an
den erstklassigen Synchronsprechern. Das bringt uns auch schon zum Sound.
Dieser haut einen förmlich um. Neben den gerade schon erwähnten Sprechern
kann vor allem die stimmungsvolle Musik begeistern. Hinzu kommen immer
passend eingespielte Soundeffekte. Wirklich gelungen ist auch die Steuerung.
Mit dem übersichtlichen Interface kommt man sofort klar und so kann man
direkt in das Spielgeschehen einsteigen. Selbst das agieren mit den
unterschiedlichen Figuren
funktioniert
auf Anhieb. Hinzu kommt, dass diese dann noch direkt auf unsere Anweisungen
reagieren. Der Schwierigkeitsgrad ist relativ hoch. Das liegt vor allem an
den aufmerksamen Gegnern. Zum
Glück gibt es drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und so werden
Anfänger genauso gefordert wie Genrekenner. Gut gelungen ist auch die
Kamera. Mit den verschiedenen Ansichten kommt man gut zurecht und so hat man
eigentlich immer alles im Blick. Fasst man nun alles zusammen, so kann man
mit der Technik sehr gut leben.
Fazit:
Helldorado ist ein wirklich gutes Echtzeit-Taktik-Spiel. Es macht richtig viel Laune, sich in der gut inszenierten Westernumgebung aufzuhalten.
Die gestellten Aufgaben motivieren einen ebenfalls. Immer wieder soll der
Spieler andere Jobs erledigen. Da stören die etwas dürftigen Sequenzen nur wenig. Hier hätte man
ruhig etwas mehr machen können. Zum Glück wird man
spielerisch ordentlich entschädigt. Vor allem das taktisch kluge agieren - mit
den unterschiedlichen Figuren - macht sehr viel Spaß. Toll ist hierbei vor
allem, dass es uns komplett freigestellt ist, wie wir eine Aufgabe lösen.
Hierdurch ist der Widerspielwert auch relativ hoch. Wer also nicht immer
pure Action braucht, sondern auch mal taktische Wild-West-Spiele bevorzugt,
der wird an Helldorado kaum vorbei kommen. Vor allen kann man das Game den
Fans des Vorgängerteils ans Herz legen. Das Gameplay ist noch besser
geworden und trotz der verbesserten KI, gibt es weniger
Frustmomente. Das liegt vor allem an der nützlichen Pausefunktion. Endlich
können wir in aller Ruhe Aktionen planen. Man kann außerdem durch Beobachten
von Feinden jede Situation wirklich gut einschätzen. Wer also aktuell ein Spiel mit
einem gigantischen Westernfeeling sucht, sollte schnell zum nächsten Händler
eilen. Selten hat ein Spiel aus dem Strategiegenre so viel Spaß gemacht. Für
uns ist das neuste Spellbound-Spiel ein klarer Pflichtkauf.
Features:
- Echtzeit-Strategie und Taktik vom Feinsten in einer düsteren Geschichte
mit völlig neuen, packenden Locations
- 15 neue, vielseitige Spezialfähigkeiten als Combo-Aktionen zweier Helden
im trickreichen Teamwork
- Film-Modus zum Aufnehmen, Ansehen und Exportieren der eigenen Heldentaten
in packender Hollywood-Manier
- Reward-Screen mit unterschiedlichen Dollarmünzen für die verschiedensten
Spielweisen und Taktiken
- Spannendes Step-by-Step Tutorial für Neulinge als auch für gestandene
Helden
- 3 neu ausgefeilte Schwierigkeitsstufen von Desperado bis Greenhorn - für
jeden genau das Richtige
- Intelligentes Frühwarn-System zum geschickten Vermeiden von
Alarmsituationen
- Strategische Anzeige von Schwächen und Vorlieben der Gegner wie Alkohol,
Verführung, Musik oder Gentleman
- Einfache Planung von Quickactions durch Wegpunkt-System
- Abwechslungsreiche Landschaften mit üppiger Vegetation und lebendiger
Tierwelt
- Atemberaubende Atmosphäre durch Regen und Gewitter-Effekte