|
Einleitung:
Mit Guild Wars: Factions bringt Publisher
NCsoft und Entwickler ArenaNet die Fortsetzung des Erfolgs-MMOs Guild Wars
auf den deutschen Markt. Dabei handelt es sich nicht um eine Erweiterung,
denn das Spiel ist eine eigenständige Fortsetzung. Bestehende Spieler wie
auch Neulinge kommen in den Genuss eines atemberaubenden Fantasy-Abenteuers.
Natürlich fallen dafür auch diesmal keine Monatsgebühren an. Wir konnten uns
das Spiel jetzt ausgiebig ansehen. Ob sich Guild Wars Factions für
Online-Rollenspielfans lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Für die Spieler die Guild Wars noch nicht kennen, wollen wir das Spiel erst
einmal kurz erklären. Grundsätzlich ist Guild Wars Factions ein klassisches
Onlinerollenspiel. Unterschiedliche Klassen sind genauso vorhanden wie
Quests. Kämpfe gegen Monster oder menschliche Spieler dürfen ebenfalls nicht
fehlen. Das Beste an dem Spiel ist allerdings die Tatsache, dass keine
Monatsgebühren anfallen. Das ist schon eine Besonderheit, denn normalerweise
muss man bei fast jedem MMORPG einen monatlichen Obolus entrichten. Kommen
wir nun zum eigentlichen Spiel. In Guild Wars Factions muss sich der Spieler
am Anfang natürlich erst einmal für eine Charakter-Klasse entscheiden. Neben
den bekannten Krieger, Elementarmagier, Mönch, Waldläufer, Mesmer und
Nekromant stehen diesmal auch die beiden neuen Klassen Assassine und
Ritualist zur Auswahl. Jede Klasse hat ihre eigenen Stärken und
Eigenschaften, Waffen- oder Zauberbesonderheiten und verfügt über einen
einzigartigen Satz an Fertigkeiten, mit dem der Spieler Schaden zufügen,
Feinde bzw. die Umgebung manipulieren oder Verbündete schützen und heilen
kann. Außerdem bietet jede Klasse einen Attributsatz, der die Wirksamkeit
von Waffen und Fertigkeiten im Kampf festlegt. Dabei wird unterschieden in
primäre und sekundäre Klasse. Unsere primäre Klasse bestimmt das
grundlegende Aussehen unseres Helden sowie die Rüstung, die er tragen wird.
Außerdem bietet sie mehrere Attribute, die die Fertigkeiten im Laufe der
Zeit verbessern, einschließlich eines primären Attributs, das nicht
verfügbar ist, wenn die Klasse als sekundäre Klasse gewählt wird. Unsere
sekundäre Klasse rüstet unseren Helden ergänzend zum ersten Satz mit einem
zweiten Satz an Attributen und Fertigkeiten aus. Die jeweiligen
Attributpunkte lassen sich übrigens in Städten beliebig anpassen. Hierdurch
kann man seine Figur optimal auf die nächste Herausforderung einstellen.
Dabei stehen bis zu acht Attribute zur Wahl, die sich genretypisch
hochleveln lassen. Austauschen lassen sich ebenfalls die Fertigkeiten und so
kann man immer wieder komplett anders in eine Mission starten. Haben wir nun
eine Spielfigur erstellt, kann das eigentliche Spiel endlich beginnen.
Guild Wars Factions bietet natürlich einige Neuerungen. Neben neuen Monstern
und Zaubern hat uns der Hersteller auch diverse Items spendiert. Daneben
gibt es auch noch eine neue Kampagne, die uns auf den Kontinent Cantha
bringt. Bevor wir diesen betreten können, müssen wir erst einmal den Anfang
auf der Insel Shing Jea bestehen. Hier durchleben wir ein ausführliches
Tutorial, das uns das Spiel und die Steuerung in kleinen Schritten
beibringt. Selbstverständlich werden alle Lernbereiche durch praktische
Übungen verfestigt und so fällt einem der Einstieg sehr leicht. Nachdem wir
das Tutorial beendet haben, können wir uns aber noch lange nicht
zurücklehnen. Auf der Insel warten noch diverse Missionen auf uns, wodurch
der Spieler weitere Funktionen erlernt. Wir agieren in dem Spiel übrigens
durch eine atemberaubende Landschaft, die immer wieder etwas Neues zu bieten
hat. Wunderschöne Graslandschaften sind genauso vorhanden wie malerische
Dörfer, schneebedeckte Berge und lange Sandstrände. Menschliche Mitspieler
finden wir allerdings nur in Vorposten, Missionsorten und Städten. In den
dazwischen liegenden Gebieten treffen wir leider keine an. Natürlich werden
wir auch mit anderen Spielern Missionen bestreiten. Dafür müssen wir uns an
die speziellen Orte begeben, wo sich die anderen Helden aufhalten. Hier kann
man dann sehr schnell eine mit bis zu acht Leuten starke Truppe aufbauen.
Mit diesen darf der Akteur dann die anstehenden Missionen und Quests
bestreiten. Der Zusammenschluss ist auch dringend notwenig, denn die
bevorstehenden Aufgaben haben es in sich. Stehen aktuell keine menschlichen
Mitspieler zur Verfügung, kann man Missionen auch mit NPC-Charaktere
bestreiten. Diese sind allerdings kaum vergleichbar mit menschlichen
Spielern und so sollte man lieber eine gute Truppe mit starken Helden
suchen. Die Missionen wurden übrigens sehr abwechslungsreich gestaltet. Der
Spieler soll genauso Eskortierungsaufgaben wie z.B. Bosskämpfe meistern.
Unser Spielcharakter steigt durch errungene Erfolge natürlich auch auf. In
wenigen Tagen hat man seinen Charakter auf Level 20 gebracht und so kann man
sich fast jeder Aufgabe stellen. Habt Ihr das Charakter-Endlevel erreicht,
so ist das Spiel noch lange nicht vorbei. Erst jetzt schafft Ihr viele
Quests und so warten noch einige Herausforderungen auf Euch. Wie bei solchen
Spielen üblich, werden wir mit der Zeit auch Geld verdienen. Dieses kann der
Spieler überall bei Kaufleuten gegen Waffen und Rüstungen eintauschen.
Gegenstände die wir nicht mehr benötigen, darf unser Held auch verkaufen.
Der Hersteller hat hier sogar darauf geachtet, dass sich die Preise je nach
Angebot und Nachfrage anpassen. Somit kann man nie sicher sein, welche
Kosten auf eine zukommen oder welche Gegenstände aktuell viel Geld
einbringen.
Das war natürlich noch nicht alles. Wie der Titel des Spiels schon verrät,
sind Gilden ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Gilden sind Scharen von
Helden, die sich unter einem gemeinsamen Banner zusammenschließen. Tritt ein
Spieler einer bestehenden Gilde bei, erhält er u.a. eine fertige
Freundesliste. Hierdurch findet man sehr schnell passende Mitspieler - für
die ausstehenden Quests. Jede Gilde hat dann noch ihre eigenen Farben und
Wappen. Außerdem darf sich jede Gilde in einer privaten Gildenhalle treffen
- um Pläne zu schmieden. Daneben kann man auch noch Allianzen schließen.
Diese beinhalten dann gleich zehn Gilden, die zu Allianzkämpfen antreten
können. Im laufe des Spiels werden wir dann noch vor die Wahl gestellt, uns
einer Fraktion anzuschließen. Diese Fraktionen (Kurzicks und Luxon) sind
seid langer Zeit verfeindet und so stehen sie sich nicht sonderlich
friedlich gegenüber. Dementsprechend sind Auseinandersetzungen
vorprogrammiert. Je nach Wahl wird der Spieler außerdem andere Aufgaben
erhalten und Orte besuchen. Die meisten werden sich allerdings auf die
Fraktion gegen Fraktion-Kämpfe stürzen, die einen Heidenspaß machen.
Schließlich sollen Gebiete verteidigt, diverse Aufgaben erfüllt und wichtige
Siege errungen werden. Somit kommen wir nun zum PvP-Bereich. Auf diesen
Modus wird sich jeder Spieler spätestens stürzen, wenn der Storymodus
beendet ist. Jetzt kämpfen wir endlich nicht mehr gegen computergesteuerte
Feinde, sondern gegen echte menschliche Helden. Damit wir auch hier genügend
Abwechslung vorfinden, hat uns der Hersteller unterschiedliche Wettbewerbe
wie Turnierspiele, Vernichtung, Erobert die Reliquie oder König des Hügels
spendiert. Diese Spiele kann man wahlweise mit seiner Gilde oder mit einem
zufällig zusammengestellten Team spielen. Die Auseinandersetzungen haben
nicht nur spielerischen Sinn. Neben dem Aufbau seines Egos kann man auch für
seine Fraktion etwas tun, denn es werden Punkte vergeben, die dann die
Zugehörigkeit einiger Städte und Vorposten auf der Kampagnenkarte bestimmen.
Manche Spieler werden diesen Bereich sogar bevorzugen. Nicht selten wollen
Spieler direkt in diesen Modus starten. Das ist auch erlaubt, denn jeder
kann eine PvP-Figur erstellen und direkt auf eine dafür vorgesehene Insel
reisen. Somit muss man nicht unbedingt die Story durchspielen. Daneben kann
man auch Auseinandersetzungen von Gilden betrachten. Das geschieht im
Beobachtungsmodus, der mit 15 Minuten Verzögerung einen Kampf zeigt. Ihr
merkt schon, dass dieses Spiel viele nette Features bietet. Hierdurch kann
man sich über Monate mit dem Spiel beschäftigen.
Technik:
Die technische Seite des Spiels kann locker mit dem tollen Gameplay
mithalten. Die Spielfiguren wurden gut animiert und modelliert und so sieht
man ihnen gerne beim Kämpfen zu. Außerdem werden wir eine wunderschöne
Landschaft mit Bergen, Wiesen und Dörfern zu sehen bekommen. Passende
Texturen fehlen genauso wenig wie atemberaubende Effekte bei den Kämpfen
oder gute Licht- und Schatteneffekte. Geht es in einem Kampf so richtig zur
Sache, wird ein wahres Grafikfeuerwerk auf den Bildschirm abgefeuert. Toll
ist vor allem, dass selbst bei älteren Rechnern kaum Ruckler zu sehen sind.
Der Sound kann mit dem guten Niveau der Grafik mithalten. An passende
Ingame-Geräusche hat der Hersteller genauso gedacht, wie an eine
stimmungsvolle Musik. Etwas nervig ist mal wieder die Tatsache, dass wir
öfters mal den Ladebildschirm sehen und auf Randbegrenzungen stoßen. Mit der
Kamera wird jeder schnell klar kommen. Diese lässt sich stufenlos ändern und
mit dem frei einstellbaren Zoom hat man alles im Blick. Die KI der
computergesteuerten Figuren ist ebenfalls ordentlich. Vor allem die
mitstreitenden Kämpfer verhalten sich relativ geschickt. Natürlich kommen
sie nicht an die Klasse von menschlichen Mitspielern heran. Hat man diese
allerdings nicht parat, so sind sie eine gute alternative. Die Gegner sind
dagegen hammerhart. Vor allem Neueinsteiger könnten Probleme bekommen. Zum
Glück tritt man nicht alleine gegen diese an und so kann man - mit dem
richtigen Team - jede Aufgabe lösen. Die Steuerung ist ebenfalls sehr
einfach ausgefallen. Schnell kommt man mit den Menüs und der Spielfigur klar
und so kann man direkt in das Spielgeschehen einsteigen. Fasst man nun alles
zusammen, so kann die technische Seite voll überzeugen.
Fazit:
Guild Wars Factions ist ein wirklich tolles Spiel. Die umfangreiche Kampagne
kann genauso überzeugen, wie die zwei neuen Spielklassen. Diese ergänzen die
schon bekannten Klassen ideal. Da sich das Spiel mit jeder Figur anders
spielen lässt, lohnt sich auch ein erneutes durchspielen. Noch bindender ist
allerdings der PvP-Bereich. Hier kann man sich so richtig mit seiner
Spielfigur auslassen. Die angeboten Spielmodis machen einfach nur Spaß und
selbst Gildenkriege fesseln einen förmlich am Bildschirm. Das ganze wurde
dann noch mit einer atemberaubenden Grafik versehen. In Kombination mit dem
grandiosen Sound entsteht ein wirklich beeindruckendes Ambiente. Allerdings
gibt es auch ein paar Punkte die stören. Etwas nervig ist die Tatsache, dass
wir eine beschränkte Bewegungsfreiheit haben. Hinzu kommen öfters
auftretende Ladezeiten. Auch Neueinsteiger werden evtl. über den heftigen
Schwierigkeitsgrad klagen. Gerade am Anfang sorgt dieser für einige
Frustmomente. Hat man dann den Einstieg in das Spiel geschafft und eine gute
Gilde gefunden, kann man so richtig in das Spielgeschehen einsteigen. Dann
entfaltet Guild Wars Factions seine wahren Stärken und so kann man über
Monate dieses Spiel spielen. Das Beste ist natürlich, dass dafür keine
Monatsgebühren anfallen. An diesem Beispiel sollten sich andere Hersteller
ruhig mal orientieren. Uns hat Guild Wars Factions wirklich gut gefallen. Es
kann ohne Probleme mit anderen Genregrößen mithalten. Wer also aktuell ein
gebührenfreies und vor allem erstklassiges MMORPG sucht, der kommt an diesem
Spiel nicht vorbei. Wir können auf jedenfall ohne Bedenken Guild Wars
Factions zum Kauf empfehlen. Selten hat ein Onlinerollenspiel so viel Spaß
gemacht und daher sollte jeder schnell zum nächsten Händler eilen.
Features:
- Eine neue Welt: das asiatisch anmutende Cantha südlich von Tyria
- Zwei neue spielbare Klassen: Assassin und Ritualist
- Über 300 neue Skills
- Über 100 neue Kreaturen
- Neue Gesichter, Frisuren und Rüstungen
- Epische Gildenkämpfe mit tausenden, internationalen Mitspielern
- Alle Spieler spielen auf einem Server und können uneingeschränkt
miteinander agieren
- Mit GW: Factions erreicht das kooperative PvP-Spiel eine neue Dimension
- Spieler erhalten Training, bevor sie sich in den Kampf geben
- Massiver Gildensupport: Ingame-Gildentreffpunkte, Foren, internationale
Turniere
|