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Einleitung:
Mit
Great Invasions kommt das neuste Strategiespiel von Europa
Universalis-Schöpfer Philippe Thibaut auf den deutschen Markt. Das Spiel
bietet uns eine detailgetreue Umsetzung der großen Völkerwanderungen. Der
Schöpfer arbeitete dabei eng mit Historikern zusammen, um die
geschichtlichen Ereignisse möglichst realistisch umzusetzen. Wir konnten
Great Invasions jetzt ausgiebig testen. Ob das Spiel Strategiefans
ansprechen kann, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum
Spiel:
Wir befinden uns im Jahr 350 nach Christus. Die Barbaren pochen mit Macht an
die Pforten des Römischen Reiches. In dieser finsteren Epoche der Geschichte
machen Kriege, Glaubenskämpfe und machtbesessene Eroberer die Länder und
ihre Menschen zum Spielball launischer und grausamer Schicksalskräfte. Der
Spieler soll in dem Spiel Nationen durch die Wirren der Zeit bis zur Blüte
des Hochmittelalters geleiten. Zwischen 375 und 1066 n. Chr. entdecken und
lenken virtuelle Regenten 150 bedeutende historische Ereignisse. Außerdem
bietet das Spiel noch 3700 Charaktere sowie 160 Nationen. Für immense
Spieltiefe ist also gesorgt. Bevor wir unsere erste Nation übernehmen,
fangen wir aber erst einmal ganz von vorne an. Nachdem das Spiel gestartet
wurde, gelangen wir in das Hauptmenü. Hier können wir entweder in den
Einzel- oder Mehrspielerbereich gehen. Wer lieber mit Freunden spielen
möchte, kann dieses im Multiplayerbereich per LAN oder Internet machen. Bis
zu vier Spieler können hier an einem Spiel teilnehmen. Am Anfang sollte
jeder erst einmal den Einzelspielerbereich angehen. Hier warten drei
Kampagnen auf Euch. Zum einen wäre da die "Historische Kampagne". Alle
Nationen, die wir steuern, sind vorbestimmt und befinden sich in einem
historisch korrekten Verhältnis zueinander. Unsere Hauptaufgabe besteht
darin, die den einzelnen Nationen zugewiesenen Ziele zu erreichen. Bei
diesem Kampagnentyp brauchen wir keine Siegpunkte, um Nationen zu erwerben.
Normalerweise funktioniert es am besten, wenn der Spieler sich historisch
korrekt verhält. Daneben gibt es noch die "Halb-historische Kampagne". Der
Spieler erhält in diesem Modus einige Nationen (die wichtigsten kostenlos),
für die übrigen können wir Gebote abgegeben. Die Ziele sind die gleichen wie
in der anderen Kampagne, aber dieser Kampagnentyp stellt eine größere
Herausforderung dar, weil wir Siegpunkte ausgeben müssen, um neue Nationen
zu erwerben. Die letzte Spielart ist die Freie-Kampagne. Wir beginnen das
Spiel mit einer einzigen Nation. Der Spieler muss nun andere Mitstreiter
übertreffen, um neue Nationen zu erhalten. Sobald diese verfügbar werden,
müssen wir Gebote abgeben. Dieser Kampagnentyp ist nicht nur der
umfassendste, er stellt auch die größte Herausforderung dar, denn in ihm
kommen alle verfügbaren Features zum Tragen.
Nachdem wir nun eine Kampagne ausgewählt haben, bestimmen wir noch das
Szenario. Gleich 10 stehen hier zur Auswahl. Nun können wir ein Spiel
starten. Ziel des Spiels ist, eine Anzahl Nationen durch 700 Jahre
europäischer Geschichte zu führen. Um zu gewinnen muss der Spieler so viele
Siegpunkte wie möglich anhäufen. Allerdings müssen wir die Siegpunkte
wiederum ausgeben, um verschiedene Ziele zu erreichen. Das Spiel enthält
fast 80 spielbare sowie nicht spielbare Nationen. Mit diesen Nationen sind
22 verschiedene Volksgruppen verbunden. Außerdem gibt es drei Stadien:
Barbaren, Königreich und Imperium. Wie oben schon erwähnt sind Siegpunkte
ein wichtiges Element in diesem Spiel. Die Erfolge und Fehlschläge einer
Nation werden anhand von Siegpunkten gemessen. Im Verlauf des Spiels
erscheinen neue Nationen. Wir werden in allen Modi - mit Ausnahme des
Geschichtsmodus - aufgefordert, Gebote für sie abzugeben. Gespielt wird dann
auf einer Karte, die in Provinzen unterteilt ist. Die Spieldynamik besteht
größtenteils darin, Provinzen zu bekommen und die Kontrolle darüber zu
behalten. Die Geländebeschreibung ist natürlich auch wichtig, denn sie hat
Einfluss auf Fortbewegung, Truppenbeweglichkeit und Schlachten. Manche
Provinzen verfügen außerdem über spezielle ökonomische Ressourcen. Regionen
sind dann größere Landabschnitte, die mehrere Provinzen zu einem
zusammenhängenden Gebiet zusammenfassen. Wenn wir eine komplette Region
kontrollieren, erhalten wir Bonus-Siegpunkte und Gold. Das war aber noch
nicht alles. Das Spiel bietet auch noch einen Diplomatiebereich. Nationen
sind die grundlegenden politischen und diplomatischen Größen des Spiels.
Diplomatische Beziehungen werden gewöhnlich durch Gesandtschaftsmissionen
aufgenommen. Der Spieler kann in diesem Bereich dann Allianzen oder große
Abkommen schließen. Beziehungen können wir auch durch Heirat, Tribut,
Korruption, Freundschaft, Botschafter usw. beeinflussen. Verbündete,
neutrale Nationen und Feinde sind dann die Folge unseres Handelns.
Der Krieg ist ein weiterer wichtiger Bereich in diesem Spiel. Es gibt zwei
Typen von militärischen Einheiten: kämpfende und nicht kämpfende. Es gibt
mehr als 20 Typen von Landeinheiten und 6 Typen von Marineeinheiten. Jede
hat natürlich ihre ganz eigenen Eigenschaften. Einheiten sind in Armeen oder
Flotten zusammengefasst, die wir nach Belieben umorganisieren können. Die
Einheiten haben immer einen Anführer, der entweder historisch oder zufällig
ausgewählt ist. Unsere Truppen können natürlich auf der Karte gezogen
werden. Allerdings benötigen wir dafür Proviant. Diesen beschaffen wir uns
von freundlich gesinnten, erreichbaren Städten oder Flotten. Die Zeit, die
eine Einheit benötigt, um ihren Zielort zur erreichen, hängt vom Tempo der
langsamsten Einheit, vom Geländetyp und von den klimatischen Bedingungen ab.
Ihr merkt schon, dass Ihr vieles beachten müsst. Irgendwann treffen wir dann
auf feindliche Truppen und die Schlacht kann beginnen. Wenn zwei Feinde
aufeinander treffen, läuft die Schlacht wie folgt ab: Die taktische
Überlegenheit wird bestimmt (durch die Werte der jeweiligen Anführer) und
ein Bonus wird ermittelt. Findet die Schlacht an Land statt, wird der
Geländetyp bestimmt. Dieser beeinflusst die Effektivität der Einheiten. Die
Schlachten gehen dann über mehrere Runden. Der Spieler kann die Entwicklung
der Moral und der Schlacht verfolgen und sogar einen Rückzug anordnen. Der
Rest erfolgt allerdings voll automatisch. Wirklich eingreifen kann der
Spieler also nicht. Ist eine Schlacht entschieden verlassen besiegte
Einheiten die Provinz, Siegpunkte werden verteilt und die Moral wird neu
berechnet. Selbstverständlich können wir auch Städte belagern und angreifen.
Eine Belagerung beginnt automatisch, wenn wir in eine Provinz
einmarschieren. Um eine Armee aufzubauen muss die Wirtschaft funktionieren.
Dazu gehören vor allem der Handel und die Entwicklung. Wir können z.B.
verschiedene Gebäude errichten um Provinzen zu verbessern. Das
erwirtschaftete Geld fließt allerdings nicht nur in unsere Armee, sondern
auch in die Verwaltung. Die Religion darf ebenfalls nicht vernachlässigt
werden. Diese hat Einfluss auf das Bevölkerungswachstum, die Aushebung von
Militär, die Steuererhebung, den Handel und das Risiko von Rebellionen.
Daher sollte der Spieler auch hier ein Auge drauf werfen. Obwohl wir schon
einige Bereiche aufgedeckt haben, bietet das Spiel noch viele weitere
Features. Wegen der großen Vielfalt können wir diese leider nicht alle
aufzählen. Eins ist auf jedenfall sicher, mit dem Spiel kann man sich sehr
lange beschäftigen.
Technik:
Technisch ist das Spiel leider nicht so gut. Vor allem optisch werden wir
nur wenig zu sehen bekommen. Mehr als eine Karte - mit kleinen Animationen -
und vielen Menüs wird ein Spieler nicht erblicken. Wir halten uns
fast ausschließlich auf der Karte auf und lesen eine Einblendung nach der
anderen. Durch unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten können wir uns hier
jeweils für eine Vorgehensweise entscheiden. Den Rest machen wir dann über
die vielen Menüs, die wir über Buttons erreichen. Zumindest muss man
erwähnen, dass die deutschsprachigen Menüs sehr übersichtlich sind. Trotzdem
wird es eine ganze Zeit dauern, bis wir das Spiel verstehen. Das liegt jetzt
nicht nur am spielerischen Umfang, sondern auch an der dürftigen Einführung.
Ein wirkliches Tutorial wird nicht angeboten und so müssen wir uns Stück für
Stück durch das Handbuch arbeiten. Zumindest finden wir dort eine kleine
Anleitung. Diese reicht allerdings nicht aus um einen schnellen Einstieg zu
bekommen. Der Sound ist ebenso dürftig ausgefallen. Neben ein paar kleinen
Soundeinspielungen werden wir nur noch eine nette Musik zu hören bekommen.
So etwas wie ein Sprachausgabe hat sich der Entwickler gleich gespart. Das
Spiel neigt auch öfters dazu abzustürzen. Obwohl wir einen absoluten
Gamer-PC haben, konnten wir kaum eine Kampagne bis zum Ende durchspielen.
Haben wir dann nicht rechtzeitig gespeichert, sind unsere kompletten
Fortschritte verloren. Man kann nur hoffen, dass bald ein Patch erscheint,
der diese Probleme behebt. Fasst man nun alles zusammen, so kann das Spiel
technisch leider nicht überzeugen. In der heutigen Zeit erwartet man doch
ein wenig mehr von einem Spiel.
Fazit:
Aus dem Spiel hätte wirklich etwas werden können. Der Umfang und die
Aktionsmöglichkeiten sind einfach gigantisch und auch das Spielprinzip kann
überzeugen. Allerdings vergeht die Freude schnell, wenn man die Technik
sieht. Eine wirkliche Präsentation ist nicht vorhanden, die Grafik ist viel
zu veraltet, der Sound macht kaum was her und dank diverser Abstürze kommen
schnell Frustmomente auf. Auch der Einstieg ist nicht gerade einfach. Bis
Ihr das Spiel versteht, werden Stunden vergehen. Hier hätte der Hersteller
wirklich mehr machen können. Seid Ihr dann irgendwann hinter das
Spielprinzip gekommen, müsst Ihr Euch durch etwas langweilige Menüs kämpfen,
die immer wieder von Einblendungen überdeckt werden. Zumindest muss man dem
Spiel zugestehen, das es sehr komplex und vielschichtig ist. Hat man erst
einmal den Einstieg gefunden, so wird man auch die Vorzüge kennen lernen.
Mögt Ihr Spiele wie Europa Universalis, so könnt Ihr Euch gerne auf dieses
Strategiespiel stürzen. Alle anderen sollten lieber die Finger von dem Spiel
lassen oder vor einer Kaufentscheidung ein Probespiel wagen.
Features:
- Multiplayer-Modus: via Internet oder bis zu vier Personen im LAN Modus:
- In enger Zusammenarbeit mit Historikern wurden über 150 geschichtliche
Ereignisse und 3.700 bedeutende Persönlichkeiten nachgebildet
- Tiefgreifendes Gameplay mit vier unterschiedlichen Game-Modi (Diplomatie,
Administration/Ökonomie, Religion, Militär)
- Geschickter Mix aus Strategie und Action
- Spieler lenken bis zu zehn Völker gleichzeitig
- Zehn Szenarien und eine große Kampagne
- Dutzende von Barbaren, Reichen und Gebieten stehen zur Auswahl
- Über 160 Nationen finden sich im Spiel wieder.
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