|
Einleitung:
Die Rollenspielgemeinde
wartet schon lange auf den dritten Teil der allseits bekannten Gothic-Reihe.
Die beiden Vorgängerspiele konnten damals neue Maßstäbe setzen und viele
Spieler begeistern. Daher ist schon jetzt klar, dass Gothic 3 den Genrethron
anpeilt. Eindrucksvolle Bilder und Filme ließen Genrefans schon im Vorfeld
das Wasser im Mund zusammenlaufen. Jetzt kann das neuste Piranha Bytes-Spiel
endlich zeigen, was es drauf hat. In unserem Review erfahrt Ihr, ob das
Spiel die hohen Erwartungen erfüllen kann und ob sich eine Anschaffung lohnt.
Zum Spiel:
Natürlich werden wir nicht grundlos in das Spiel geschickt. Die Story von
Gothic 3 setzt genau dort an, wo Gothic 2 endet: In Gothic 1 und 2 wurde der
Spieler vom verbannten Sträfling zum Held der Insel Khorinis, nun wird es
Zeit für uns und unseren Freunden den Weg zum Festland Myrtana anzutreten.
Orks haben die menschliche Armee von König Rhobar geschlagen und versklaven
nun die überlebenden Einwohner. Doch es gibt noch wenige freie Menschen in
der Welt von Myrtana, etwa im eisigen Norden oder in der Wüste im Süden.
Auch haben sich einige Rebellentruppen in den Wäldern versteckt, um so den
Orks noch Widerstand bieten zu können. Wir sollen nun den Rebellen im Kampf
um die Freiheit helfen oder uns mit den grausamen Orks verbünden. Bevor wir
in die virtuelle Welt starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint das
Hauptmenü mit den Punkten "Neues Spiel", "Spiel laden", "Spiel speichern"
und "Einstellungen". Wie gewohnt kann man unter Spiel speichern den
aktuellen Spielstand sichern und unter Spiel laden einen bestehenden
aktivieren. Daneben könnt Ihr die Optionen unter Spieleinstellungen
bearbeiten. Hier finden wir auch den Schwierigkeitsgrad. Dieser wurde in
drei Stufen unterteilt und so dürfte jeder Spieler eine passende
Herausforderung finden. Am Anfang bleibt uns selbstverständlich nichts
anderes übrig, wie ein neues Spiel zu starten. Nachdem wir auf den
gleichnamigen Menüpunkt geklickt haben, erscheint ein ansprechendes Intro.
Viel über die Story erfahren wir durch den Film allerdings nicht. Mit
unserer Spielfigur starten wir nun in das Spiel und durchlaufen erst einmal
ein kleines Tutorial. Nachdem unser Held die ersten Orks ins Jenseits
geschickt hat, dürfen wir die riesige Spielwelt frei erkunden. Dabei warten
viele Aufgaben und Nebenhandlungen auf uns. Hinzu kommt die Hauptstory, die
man am Anfang kaum verfolgen kann. Zum einen liegt es daran, dass zu Beginn
kaum Hinweise eingebaut wurden und zum anderen muss unser Held erst einmal
stärker werden. Das Spiel besticht natürlich durch die enorme
Handlungsfreiheit. Es bleibt komplett uns überlassen, was wir machen
möchten. Also erkunden wir die Umgebung und treffen unzählige NPCs die noch
mehr Quests für uns haben. Um diese zu erhalten muss unser Held diverse
Gespräche führen. Diese werden durch eine deutsche Sprachausgabe gut in
Szene gesetzt. Hinzu kommt, dass wir die Dialogfolge durch unterschiedliche
Sätze beeinflussen können. Die angenommenen Aufgaben werden dann im Questlog
aufgelistet und so weiß der Spieler immer, was er noch zu erledigen hat.
Allerdings werden hier nicht die wichtigsten Fakten zusammengefasst.
Lediglich die Dialoge darf man nachlesen. Die Aufträge selber wurden
breit gefächert. Von einfachen Besorgungen bis hin zu komplexen Quests ist
alles vorhanden.
Das war natürlich noch nicht alles, denn unsere Taten beeinflussen auch den
Ruf. Jede
Aktion und jeder Auftrag verändert unser Ansehen bei den einzelnen
Fraktionen. Somit können wir die Gesinnung durch unsere Handlungen komplett
beeinflussen. Allerdings braucht Ihr Euch jetzt keine Sorgen zu machen.
Nicht jeder Mord wird von anderen Charakteren bemerkt. Da Gothic 3 ein Rollenspiel ist, darf ein Charakter- und
Skillsystem nicht fehlen. Durch unsere Kämpfe bzw. erledigte Quests erhalten
wir Erfahrungspunkte, die mit der Zeit Aufstiege einbringen. Die erhaltenen
Lernpunkte kann der Spieler dann bei Ausbildern investieren. So erhöhen wir
unsere Ausdauer, Stärke, Mana- oder Lebensleiste. Außerdem darf man seine
Alchemie-, Diebstahl oder Jagdfähigkeit verbessern und die Schmiedekunst
erlernen. Unsere Attribute bestimmen, welche Waffen wir benutzen, wie hart
unsere Attacken sind und nicht zuletzt, was wir an neuen Talenten erlernen
können. Somit darf der Spieler frei entscheiden, wie sich der Spielcharakter
entwickelt. Im späteren Spielverlauf wird unser Held viele nützliche
Fähigkeiten erhalten - wie z.B. das Herstellen von Tränken oder Waffe. Alles
was dafür nötig ist, erhalten wir von getöteten Feinden oder finden es in
zahllosen Truhen bzw. in der Umgebung. Mit der richtigen Rezeptur und den
nötigen Fähigkeiten ist dann alles nur Vorstellbare möglich. Bei den
Erkundungstouren und Quests trifft unser Held immer wieder auf diverse
Gegner. Diese strecken wir zum einen im Nahkampf nieder. Dazu brauchen wir
einfach nur die Maustaste drücken. Mit einem schnellen Klick werden einfache
Schläge ausgeführt und drücken wir die Taste lange, macht unser Held harte
aber dafür langsame Angriffe. Natürlich sind Paraden und wirkungsvolle
Combos ebenfalls möglich. Daneben sollen wir auch Feinde aus der sicheren
Entfernung angreifen. Mit einem Bogen können wir z.B. auf lange Distanz
ordentlich
Schaden anrichten. Dank kleinen Quickslots dürfen wir im Kampf schnell auf
unsere Waffen bzw. lebenswichtigen Objekte - wie Heiltränke oder
Zaubersprüche - zurückgreifen. Diese werden aus unserem Inventar gespeist.
Das Menü ist übrigens recht groß ausgefallen, denn unser Held kann sehr
viele Gegenstände mit sich herumschleppen. Auf dem Spielbildschirm finden wir
dann noch weitere nützliche Dinge wie einen Kompass und die genretypische
Mana-, Ausdauer- und Lebenspunktanzeige. Außerdem wird immer die
Lebensleiste des Gegners angezeigt, der aktuell bekämpft wird. Über einen
Tastendruck darf der Spieler außerdem noch eine Weltkarte aufrufen. Diese ist zwar
etwas grob ausgefallen, dennoch kann man sich gut in der Spielwelt orientieren. So
agieren wir nun in der riesigen Welt, erkunden diese, führen viele
Gespräche, erledigen diverse Aufgaben, sammeln dabei viele nützliche Objekte
und Ausrüstungsgegenstände ein, handeln mit diesen und bauen unseren
Charakter bzw. seine Fähigkeiten immer weiter aus.
Technik:
Die Grafik sieht bombastisch aus. Wir agieren in einer riesigen Spielwelt,
die wirklich glaubwürdig rüber kommt. Neben einer üppigen Vegetation, mit
sich bewegenden Gräsern und Bäumen, werden wir auch viel Leben entdecken.
Gothic 3 bietet uns alles andere wie eine sterile und detailarme Welt. An
jeder Ecke gibt es etwas zu sehen und überall kann man verweilen und die
hübsche Landschaft betrachten. Es macht einfach nur Spaß die herum ziehenden
Tiere oder einen Wasserfall zu beobachten. Loben muss man auch die
Charakterdarstellung. Der Hersteller hat diese nicht nur gut modelliert,
sondern auch ansprechend animiert. Auch wenn diese etwas hölzern agieren,
kann man ihnen gut zusehen. Die Grafikpower hat selbstverständlich ihren
Preis. Nur mit einem wirklich leistungsstarken Rechner könnt Ihr das Spiel
in voller Pracht genießen. Habt Ihr keinen High-End-PC, so sind Ruckler und
Frameeinbrüche an der Tagesordnung. Zum Glück dürfen wir vieles einstellen
und so das Spiel leistungsgerecht an unseren Rechner anpassen. Etwas nervig
ist dann noch die Kollisionsabfrage. Nicht selten bleiben wir an obskuren
Objekten hängen oder treffen einen Gegner nicht, obwohl dieser direkt vor
uns steht. Hinzu kommt außerdem noch eine lange Ladezeit. Wirklich gut ist
der Sound ausgefallen. Ihr werden in dem Spiel neben diversen gut klingenden
Ingamegeräuschen auch eine stimmungsvolle Musik zu hören bekommen. Außerdem
dürfen wir professionellen deutschen Synchronsprechern lauschen. Fasst jeder
hat etwas zu sagen und da die Dialoge in einer guten Qualität abgespielt
werden, kann man ihnen wunderbar folgen. Die Steuerung ist relativ einfach
ausgefallen. Da wir nur wenige Taste benutzen und ein übersichtliches
Interface bzw. gut sortierte Menüs vorhanden sind, wird jeder sehr schnell
mit der Bedienung klar kommen. Einzig unser Charakter lässt sich etwas
schwerfällig lenken. Nach einer gewissen Zeit kommt man aber mit seinen
Eigenarten zurecht. Die Kamera ist ebenfalls in Ordnung. Den Blickwinkel
dürfen wir zu jeder Zeit ändern und so sind wir allein für eine gute Ansicht
zuständig. Etwas mager ist dann noch die KI. Gegner verhalten sich nur
selten intelligent und so laufen die Kämpfe immer wieder gleich ab. Hinzu
kommt, dass die Fights nicht ausbalanciert sind. Oft reicht es aus, einfach
auf den Gegner einzuhacken. Landen wir dann noch den ersten Schlag, hat
dieser kaum eine Chance. Dann werden wir von einem schwächeren Gegner
niedergemetzelt, weil wir nicht in seine Attacken rein kommen. Der
Schwierigkeitsgrad ist allerdings grundlegend in Ordnung. In der Regel wird
jeder mit den gestellten Aufgaben klar kommen. Da der Schwierigkeitsgrad
außerdem frei einstellbar ist, werden Anfänger aber auch Genrekenner eine
passende Herausforderung finden. Zum Glück dürfen wir auch zu jeder Zeit
speichern. Leider gibt es dann noch viele kleine Bugs, die zwingend nach
einem Patch rufen. Zwar ist der erste schon erhältlich, dennoch wurden viele
Fehler noch nicht behoben..
Fazit:
Grundlegend ist Gothic 3 ein würdiger Nachfolger. Allerdings ist nicht alles
Perfekt und so gibt es doch einige Punkte die stören. Neben vielen kleinen
Bugs, die hoffentlich bald behoben werden, gibt es immer wieder kleinere
Logikfehler. Außerdem nervt die grottenschlechte KI. Gegner verhalten sich oftmals nur strohdumm. Da reicht
nicht die Erklärung, dass es Orks sind oder minderbemittelte Tiere bzw.
Menschen. Gerade bei so einem Spiel will man intelligent handelnde Wesen
sehen, die nicht sofort auf einen los stürmen oder solange stehen bleiben,
bis wir sie töten. Zum Glück bietet das Spiel auch viele positive
Seiten, die eindeutig überwiegen. Da wäre zum einen die unglaublich große
und realistische Spielwelt, in der man sich wunderbar aufhalten kann. Was
hier an Detailreichtum und lebendiger Umwelt gezeigt wird, sucht seines
gleichen. Hinzu kommen dann noch die immense Handlungsfreiheit und ein
nettes Fraktionssystem. Was wir machen und in welche Richtung wir unseren
Charakter entwickeln, bleibt komplett uns überlassen. Hier kann sich jeder
Rollenspielfan so richtig auslassen. Da dann noch alles recht einfach
gehalten wurde, werden selbst Genreneulinge sofort mit dem Spiel klar
kommen. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es ebenfalls ohne Ende. Wir dürfen
vieles erlernen und vor allem unzählige unterschiedliche Aufgaben erledigen.
Immer wieder gibt es etwas anderes zu tun und so wird der Spieler niemals
gelangweilt durch die Gegend laufen. Außerdem verfolgen wir eine
ansprechende Story, die allerdings am Anfang recht träge in fahrt kommt. In
der Zwischenzeit gibt es aber viele Nebenaufgaben und Gespräche und so fällt
dieses kaum auf. Wer also einen leistungsstarken PC besitzt und gerne
Rollenspiele spielt, der sollte unbedingt dieses Spiel kaufen. Allerdings
solltet Ihr bugresistent sein und Euch nicht so schnell aus der Ruhe bringen
lassen. Insgesamt hat uns Gothic 3 gut gefallen und so können wir das Spiel allen Rollenspielfans ans
Herz legen.
Features:
- Erhöhte künstliche Intelligenz für hunderte verschiedener Charaktere
welche alle volle Sprachausgabe besitzen
- Mehr als 50 magische Sprüche und über 100 verschiedene Waffen stehen zur
Verfügung
- Über 50 verschiedene Monster und Tiere und unzählige menschliche Gegner
- Einzigartige freie Spielwelt - keine Barrieren behindern das
Spielvergnügen
|