Fans von Final Fantasy XII
dürfen sich freuen, denn endlich geht das Abenteuer weiter. Allerdings wird
die Story von Blondschopf Vaan nicht auf Sonys Playstation 2, sondern auf
Nintendos neustem Handheld weitererzählt. Bei Final Fantasy XII: Revenant
Wings kehren wir zurück in das Land von Ivalice und schließen an das
Geschehen des Vorgängers an. Wir konnten das exklusive NDS-Spiel jetzt
ausgiebig testen. Ob das neuste Square Enix-Spiel an alte Erfolge anknüpfen
kann und ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Die Geschichte von Final Fantasy XII: Revenant Wings schließt an die
Ereignisse des bekannten Final Fantasy XII an und beantwortet alle Fragen
über das weitere Schicksal der Helden Vaan, Penelo, Fran und Balthier. Ein
Jahr ist seit den Ereignissen in Final Fantasy XII vergangen. Der junge
Luftpirat Vaan und seine Navigatorin Penelo jagen noch immer ihren Träumen
nach, als sie auf das geflügelte Volk der Aegil stoßen. Deren Kontinent
Lemures wird von skrupellosen Schatzjägern bedroht, und es liegt an Vaans
Truppe, zusammen mit einigen alten Bekannten für Gerechtigkeit nach
Piraten-Art zu sorgen. Bevor wir in das Abenteuer einsteigen, wollen wir
erst einmal ganz von vorne anfangen. Im Titelbildschirm angekommen, kann der
Gamer wahlweise ein gespeichertes Spiel fortsetzen oder ein neues beginnen.
Im Spiel selber wird die Story über Texteinblendungen, vielen Dialogen und
vereinzelten Filmeinspielungen permanent vorangetrieben. Vor allem die
Videosequenzen können hier überzeugen, denn diese haben eine erstklassige
Qualität. Wer jetzt glaubt, das ursprüngliche Spiel kennen zu müssen, der
kann sich beruhigt zurücklehnen. Final Fantasy XII: Revenant Wings ist zwar
eine Ergänzung zum Playstation 2-Rollenspiel, aber es sind keine
Vorkenntnisse notwenig. Einzig die Charaktere und die Umgebung verbinden
beide Spiele. Das Game umfasst insgesamt 10 Kapitel, die wiederum diverse
Missionen beinhalten. Die unterschiedlichen Orte erreichen wir mit unserem
Luftschiff Galbana. Auf dem oberen Bildschirm wird bei der Reise die
Weltkarte eingeblendet. So haben wir stets einen Überblick darüber, wo wir
uns gerade befinden. Das Schiff selber steuern wir recht einfach auf dem
unteren Bildschirm via Stylus oder Steuerkreuz. Die Galbana dient allerdings
nicht nur als Transportmittel, sondern im Inneren können wir Missionen
annehmen oder uns mit unseren Mitstreitern ausgiebig unterhalten. Das
geschieht übrigens über deutsche Texte. Neben handlungsrelevanten
Gesprächen, kann der Akteur hier auch sein aktuelles Spiel speichern oder in
einen Shop wechseln. In dem Einkaufsladen darf man dann nach Herzenslust
Objekte erwerben und verkaufen. Diese erhält man auch in den Levels durch
aufsammeln von Gegenständen. Im Tomajs Laden kann man zusätzlich z.B. neue
Ausrüstungen kaufen. Nett ist auch das Ingredienzen-Depot, wo Ihr Material
zum Schmieden magischer Waffen bekommt. Das geschieht in der alchemistischen
Schmiede. Haben wir dann unsere Mannschaft ausgerüstet und für das nächste
Abenteuer vorbereitet, kann es in die einzelnen Levels gehen.
Im Spiel angekommen, erkunden wir nun - mit unserer Gruppe über dem
Touchscreen, mit Hilfe des Touchpen oder dem Steuerkreuz - die
diversen Umgebungen. Dabei markieren wir die Figuren und ziehen diese auf
gewünschte Punkte in der Umgebung oder auf ankommende Gegner. Unsere
grundlegende Aufgabe ist es, die Levels von fiesen Monstern zu säubern.
Außerdem sollen wir Gebiete erobern oder gegen monströse Bossgegner
antreten. Wir kämpfen allerdings nicht nur mit einer Figur gegen unsere
Widersacher. Unsere Truppe umfasst im späteren Spielverlauf mehrere Figuren,
die wir im Vorfeld aus den zur Verfügung stehenden Charakteren frei zusammenstellen können. Da
jeder Held andere Fähigkeiten, Talente, Ausrüstungen und Angriffe besitzt,
kann man diese individuell einsetzen. Die Waffen, Rüstungen und Accessoires
darf man für die einzelnen Figuren selbstverständlich frei bestimmen.
Wichtig ist auch, dass wir auf eine harmonische Truppenzusammensetzung
achten. Jeder sollte spezielle Aufgaben übernehmen und so die Gruppe
verstärken. Hinzu kommt, dass jeder Held andere Monster beschwört, die uns
in einer Schlacht zur Seite stehen. Die Vielfalt ist natürlich groß.
Mächtige Drachen sind genauso vorhanden, wie heilende Chocobos. Allerdings
kann man in einer Mission nur die Esper beschwören, die in unserem aktiven
Esper-Deck ausgewählt sind. Das Kampfsystem selber ist eine interessante
Mischung aus Strategie- und Echtzeitkämpfen. Wir befehligen oftmals eine
kleine Armee, die sich aus vielen unterschiedlichen Einheiten zusammensetzt.
Das bedeutet allerdings auch, dass wir hin und wieder den Überblick
verlieren. Allerdings gewöhnt man sich mit der Zeit an das Chaos und so
kommt man trotz Einschränkungen gut mit der Steuerung zurecht. Mit
unseren Einheiten gehen wir nun taktisch klug gegen unsere Feinde vor. Dank
unterschiedlicher Angriffe und Fähigkeiten ist man schnell Herr der Lage und
so besiegt man recht einfach die bösen Gegenspieler. Dabei müssen wir immer
auf die Topographie achten, denn Steigungen sind genauso vorhanden, wie enge
Durchgänge. Man muss oftmals behutsam vorgehen und seine Truppe clever
aufteilen um zum Beispiel einen Feind in die Zange zu nehmen. Damit wir den
Überblick in einer Schlacht nicht verlieren, darf man die Kartenansicht frei
verschieben. Im Spiel gibt es außerdem Portale, die wir erobern sollten.
Dort bekommt man dann nützliche Verstärkungen. Allerdings versucht der
Gegner ebenfalls diese Orte zu erobern und so müssen wir diese ständig
beschützen. In einer Mission, halten wir zusätzlich Ausschau nach
Schlüsselaufgaben. Diese muss der Spieler ansteuern um im Spiel weiter zu
kommen. Es folgen kleinere Aufträge, die recht vielschichtig sind. Mal müsst
ihr hilflose Einwohner befreien oder von Feinden besetzte Orte erobern. Ist
eine Mission erledigt, erkunden wir die linearen Umgebungen weiter, bis der
nächste Kampf ansteht. Für gewonnene Schlachten erhält der Spieler übrigens
obligatorische Erfahrungspunkte, die uns neue Fähigkeiten einbringen.
Technik:
Die technische Seite kann mit dem guten Gameplay locker mithalten. Da wären
zum einen die sehr detailreichen Levels, die immer wieder anders gestaltet
wurden. Ansehnliche Kampfschauplätze sind genauso vorhanden, wie viele
kleine Effekte. Vor allem bei den Auseinandersetzungen wird ein kleines
Grafikfeuerwerk abgefeuert. Etwas magerer sehen allerdings die Charaktere
aus. Sie wirken klobig und weniger detailliert. Hinzu kommen etwas steife
Animationen, was allerdings nur wenig stört. Erstklassig sind auch die
eingespielten Sequenzen, die in altbekannter Qualität die Story immer wieder
vorantreiben. Leider sind diese aber eher selten. Auf einem ähnlichen Niveau
bewegt sich der Sound. Die stimmungsvolle Musik nervt selbst nach Stunden
nicht und so hört man den musikalischen Klängen gerne zu. Toll klingen auch
die passend eingespielten Soundeffekte, die das Geschehen wunderbar
untermalen. Etwas schade ist allerdings, dass keine Sprachausgabe vorhanden
ist. Die Steuerung klappt von der ersten Spielminute an. Die Lenkung ist einfach und
sehr intuitiv. Schon nach wenigen Minuten kommt man mit den Figuren, deren
Aktionen und den Menüs zurecht und so kann man sehr schnell in das
Spielgeschehen einsteigen. Die Kamera ist leider nicht ganz so gut. Vor
allem, wenn es hektisch auf dem Bildschirm zugeht, verliert man öfters mal
den Überblick. Die KI der Gegner ist genretypisch. Wirklich intelligente
Handlungen sieht man eigentlich nicht. Allerdings ist der angepasste
Schwierigkeitsgrad recht angenehm und so laufen die Kämpfe trotzdem spannend
ab. Fasst man nun alles zusammen, so kann man grundsätzlich mit der Technik
zufrieden sein.
Fazit:
Final Fantasy XII: Revenant Wings überzeugt von der ersten Spielminute an.
Die Story ist ansprechend, die Missionen fordernd und in den Levels gibt es
immer wieder etwas Neues zu entdecken. Hinzu kommen viele spannende
Schlachten, die alles von uns abverlangen. Dabei überzeugt vor allem das
intuitive Kampfsystem. Werden die Helden dann noch durch gewonnene
Schlachten besser, ergeben sich immer wieder andere taktische Möglichkeiten.
Es macht also unheimlichen Spaß, seine Truppe zu verbessern und gegen die
diversen Widersacher vorzugehen. Loben muss man den Hersteller auch für die
erstklassige Lokalisation und die tolle Präsentation. Hinzu kommt eine sehr
einfache Bedienbarkeit und so wird jeder direkt in das Abenteuer eintauchen
können. Natürlich gibt es auch ein paar kleinere Kritikpunkte wie die
Kamera. Auch ein netter Mehrspielermodus hätte dem Spiel nicht geschadet. Da
das Game aber ansonsten kaum Schwächen aufweist, kann man mit den negativen
Punkten gut leben. Wer also gerne auf Nintendos DS-Handheld in die Final
Fantasy-Welt eintauchen möchte, der darf das Spiel nicht beim Händler liegen
lassen. Uns hat Final Fantasy XII: Revenant Wings wirklich gut gefallen und
daher können wir eine klare Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
- Taktische Echtzeit-Gefechte mithilfe des bewährten Gambit-Systems
- Direkte Fortsetzung des PS2-Hits Final Fantasy XII
- State-of-the-Art in Grafik und Sound