Seit vielen Jahren zählt
die Final Fantasy-Reihe mit zu den bekanntesten und erfolgreichsten
Spielserien. Fast jedes Videospielsystem wird in regelmäßigen Abständen mit
diversen Ablegern verwöhnt. Aktuell bringt Square Enix Final Fantasy Crystal
Chronicles: Echoes of Time für Nintendo DS und Wii auf den deutschen Markt.
Diesmal mit einer kleinen Besonderheit, denn man kann das Spiel
systemübergreifend spielen. Wir konnten uns in den letzten Tagen beide
Versionen ausgiebig ansehen. Ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in
unserem Test.
Zum Spiel:
Da sich das Spiel auf beiden Versionen grundlegend gleicht, wollen wir in
unserem Review die NDS und die Wii-Version gleichzeitig besprechen. Wie bei
Final Fantasy-Spielen üblich kommt auch Final Fantasy Crystal Chronicles:
Echoes of Time nicht ohne eine Story aus. In unserem Heimatdorf werden die
Bewohner mit 16 Jahren erwachsen und müssen sich dieses Status in einer
Prüfung als würdig erweisen. So wagen auch wir uns an unserem 16. Geburtstag
tief in den Wald vor und strecken Scharen von Monstern nieder, die sich auf
uns stürzen. Nach dem Kampf gegen ein riesiges Ungetüm gelangen wir zu einer
Quelle, an der wir auf Sherlotta treffen … und einen riesigen Kristall. Als
Belohnung für die bestandene Volljährigkeitsprüfung überreicht Sherlotta uns
einen kleinen Kristall. Zurück im Dorf freuen wir uns auf das Fest zu
unseren Ehren, doch dann bricht ein dort lebendes Mädchen plötzlich
zusammen. Eine Bestimmung des Dorfes statuiert, dass seine Bewohner den
anliegenden Wald nicht verlassen dürfen. Doch um dem kranken Mädchen zu
helfen, entscheiden wir uns, unsere vertraute Umgebung hinter uns zu lassen.
Das erste Mal betreten wir die weite Welt dort draußen und erfahren, dass
die Krankheit, die das Mädchen im Dorf befallen hat, eigentlich längst als
besiegt galt und dass Kristalle schon vor vielen Jahrhunderten aus unserer
Welt verschwunden sind. Mehr wollen wir jetzt nicht verraten. Bevor das
Abenteuer allerdings startet, müsst Ihr erst einmal einen Charakter
erstellen. Dabei dürfen wir aus acht Charaktertypen frei wählen.
Unterschieden wir hierbei in die Typen Clavats, Yukes, Selkies und Liltys.
Jeweils eine weibliche oder männliche Form wird uns angeboten. Jedes Volk
unterscheidet sich natürlich ein wenig von den anderen. Die Clavats sind
z.B. sehr geübt im Umgang mit dem Schwert, während Yukes sich ausgezeichnet
aufs Zaubern verstehen. Je nach Volk unterscheidet sich außerdem die
anfängliche Ausrüstung, auf den Inhalt des Abenteuers hat die Charakterwahl
jedoch keinen Einfluss. Habt Ihr Euch für einen Charakter entschieden, müsst
Ihr diesem noch einen passenden Namen geben. Im Anschluss wird das Spiel
durch einen kleinen Film stimmungsvoll eingeleitet. Kommen wir nun zum
Gameplay. Gespielt wird in einer frei begehbaren 3D-Welt. Grundlegend wird
das Spiel in drei Bereiche aufgeteilt. Auf einer Weltkarte kann unsere
Spielfigur zu den einzelnen Orten und Städten gehen. Dann gibt es die vielen
Ortschaften und das Kampfterrain. Spielrelevante Sachen dürft Ihr
untersuchen und vorhandene Figuren ansprechen. Diese geben nicht nur
wichtige Informationen, sondern sie haben auch oft kleine Aufgaben für uns.
Daneben kann unsere Spielfigur noch springen und hängen. Das war noch nicht
alles. Im Wasser dürfen wir noch tauchen und mit einem Tastendruck können
Zauber ausgesprochen werden. Objekte hebt Ihr zusätzlich auf bzw. Ihr hebt
sie hoch um sie an anderer Stelle wieder hinzustellen. Das wird zum Beispiel
benötigt um kleinere Rätsel im Spiel zu lösen. In dem Rollenspiel gibt es
auch vieles was wir einsammeln sollen. Gegner lassen z.B. Objekte fallen,
wenn sie das Zeitliche segnen. Außerdem gibt es unzählige Kisten, in denen
wir nette Sachen finden. Im Einzelspielermodus kann man daneben noch einen
Charakterwechsel vollziehen.
Zur besseren Orientierung gönnt man uns eine nette Karte, wodurch man
eigentlich immer weiß, wohin man als nächstes soll. Relevante Orte wie Ein-
und Ausgänge werden separat angezeigt.
Wir bewegen nun unsere Spielfigur
frei in der virtuellen Welt. Diese sollen wir nach netten Sachen absuchen
oder mit Charakteren reden. In den Außenbereichen kommen dann noch diverse
Kämpfe hinzu, die in Echtzeit ablaufen. Unser Charakter hat mehrere
Möglichkeiten um Gegner zu besiegen. Da wären zum einen die normalen
Attacken mit der Waffe. Durch einfachen Knopfdruck kann man physische
Angriffe ausführen. Dank diverser Attacken wie Sprung-, Hebe-, Wurf-,
Tritt-, Hängeangriff oder Aufspießen dürfte jeder Gegner schnell besiegt
sein. Daneben gibt es noch den Fokusangriff. Diese Angriffe brauchen
allerdings MP. Nett sind auch die Zauber, die ebenfalls Magiepunkte
benötigen. Der Spieler kann hier diverse Zauber benutzen. Hitzebasierte
Angriffszauber sind genauso vorhanden, wie kältebasierte oder
elektrizitätsbasierte. Hinzu kommen TP-Regeneration, Wiederbelebung oder
heilende Zustandsveränderungen. Dabei muss der Gamer beachten, dass jeder
Gegner andere Schwächen hat. Manche Feinde sind anfälliger auf
Kälteangriffe, während andere eher die Hitze nicht mögen. Bei den
Auseinandersetzungen nimmt unsere Spielfigur auch Schaden. Zum Glück kann
man aber Verletzungen heilen oder Zustandsveränderungen mit einem passenden
Mittel behandeln. Ist ein Gegner dann besiegt, so gibt es nette Belohnungen.
Diese findet man auch in Schatzkisten oder man darf diese bei Händlern in
den Ortschaften kaufen. Objekte bzw. Items gibt es übrigens sehr viele in
dem Spiel. Man gönnt uns viele unterschiedliche Waffen, Kopfbedeckungen,
Rüstungen, Accessoires, Skizzen, Materialien, Edelsteine, Potion, Äther,
Proviant, Tropfen, Kugeln, Phönixfeder und so weiter. Witzig sind auch die
Rubbellose mit denen man einen netten Bonus bekommt. In den Städten kann man
noch mehr machen, wie nur neue Objekte kaufen. In der Stadt gibt es auch
noch einen Mogry, der im Auftrag der Gilde Missionen vermittelt. In der
Werkstatt darf man zusätzlich Bestellungen aufgeben und die dafür
notwendigen Skizzen und Materialien erwerben. Wir modifizieren hier unsere
Waffen oder wandeln Ausrüstungen in Edelsteine um. In einer Rüstungskammer
lagert Ihr übrigens Eure Gegenstände. Schließlich kann man nicht alles mit
sich herumschleppen. Rollenspieltypische Sachen wie Levelaufstiege und
unsere Statuswerte gibt es ebenfalls. Seine Werte schaut man sich in aller
Ruhe in separaten Menüs an. Unseren Charakter rüsten wir noch mit vorhandenen
Gegenständen und Waffen aus und in einem separaten Menü gibt man den Mitspielern Verhaltensbefehle. Außerdem gönnt man uns eine
Chronik. In diesen tagebuchartigen Aufzeichnungen werden alle wichtigen
Ereignisse festgehalten. Wir sehen also sehr schnell, was aktuell zu tun
ist. Neben den Einzelspielerbereich, gibt es auch noch die Möglichkeit eine
Mehrspielerpartie zu spielen. Via DS-Datenübertragung oder Nintendo Wi-Fi
Connection dürfen zum ersten Mal bis zu vier Nintendo DS und Wii-Spieler
gleichzeitig durch das Abenteuer streifen. Es gibt nun zahlreiche Missionen,
die entweder gemeinsam (KOOP) oder gegeneinander (VS) bestritten werden
können.
Technik:
Grundsätzlich kann man mit der technischen Seite bei beiden Versionen gut
leben. Da wäre zum einen die Grafik. Wir agieren in einer kunterbunten Welt,
die viele Details zeigt. Nette Animationen in der Umgebung sind genauso
vorhanden, wie viele unterschiedliche Locations. Immer wieder agieren wir in
anderen Welten, was sehr viel Spaß macht. Nett sehen auch die Charaktere
aus, die allerdings etwas steif durch die Levels laufen. An diverse Effekte,
vor allem bei den Kämpfen hat der Hersteller auch noch gedacht. Optisch
kommt die DS-Version um einiges besser rüber. Das soll nicht heißen, dass
die Wii-Version wirklich schlecht ist. Vielmehr bewegt sich die
Handheldversion auf einem viel höheren Niveau, da die Hardware nicht so
leistungsstark ist wie die Wii-Konsole. Man hätte sich bei der Wii-Konsole
ein wenig mehr gewünscht. Hier wird aber nur eine Grafik gezeigt, die sich
auf dem NDS-Niveau bewegt. Auch das mit der Fenstertechnik ist auf dem
DS-Handheld etwas eleganter gelöst. Dort hat man zwei separate Bildschirme.
Bei der Wii-Version muss man dagegen mit nebenliegenden Bildschirmen leben.
Hierdurch wir das eigentliche Spielfenster künstlich verkleinert. Nicht
wirklich elegant. Der Sound bewegt sich auf einem vergleichbaren Niveau.
Eine stimmungsvolle Final-Fantasy typische Musik verwöhnt unser Ohr, genauso
wie viele passen eingespielte Ingamegeräusche. Eine wirkliche Sprachausgabe
ist leider nicht vorhanden. Nur hin und wieder erklingen englische
Synchronsprecher bei den Übergängen. Der Rest läuft dann über
Bildschirmtexte ab. Auch hier hat uns das NDS-Spiel besser gefallen. Die
Soundqualität ist beim Wii-Spiel sehr gering. Die Steuerung ist bei beiden
Games recht einfach. Die Tastenbelegung macht bei beiden Systemen Sinn und
geht auch schnell ins Blut über. Schon nach wenigen Stunden hat man die
Lenkung verinnerlicht und so kann man sich recht
schnell in das Abenteuer stürzen. Der Schwierigkeitsgrad ist recht einfach.
Eigentlich gibt es nur selten Gegner die einen zum Schwitzen bringen. Hinzu
kommt eine eher dürftige KI. Die Gegner verhalten sich leider nicht
intelligent.
Fazit:
Final Fantasy Crystal Chronicles: Echoes of Time ist ein gelungenes
Rollenspiel, dass auf beiden Systemen Spaß macht. Neben rollenspieltypische
gibt es in dem Spiel auch viele adventuretypische Spielinhalte. So müssen
häufig Schalterrätsel gelöst werden um weiter zu kommen. Aber auch das
Aufbauen und Ausrüsten der eigenen Figur macht jede Menge Spaß. Viele Items
und Erweiterungen laden hier zum experimentieren ein. Ganz nett ist auch die
Story, die einen schnell am Bildschirm bindet. Spaßig sind ebenfalls die
actionlastigen Kämpfe. Da man auch hier viel variieren kann, gibt es
unzählige Möglichkeiten um einen Gegner zu besiegen. Hin und wieder gönnt
man uns auch härtere Bossgegner, die nur mit der richtigen Taktik zu
besiegen sind. Das systemübergreifende Spiel mit beiden Versionen ist auch
eine nette Sache. Schließlich kann man so mit Freunden gemeinsam in das
Abenteuer starten. Auch wenn uns die NDS-Version einen Tick besser gefallen
hat, kann man dennoch beide Versionen zum Kauf empfehlen. Wer die Wahl hat,
der sollte allerdings ganz klar zur Handheld-Version greifen. Hier stimmt
einfach alles. Die Wii-Version hat leider einige Schwächen beim Sound
und bei der Grafik.
Features:
- Unterhaltsames Final-Fantasy-Abenteuer für bis zu 4 Spieler auf Wii
und/oder DS!
- Verschmelzung von Single- und Co-op-Multiplayer (lokal oder über WiFi-Conn.)
- Actionreiche Kämpfe und knifflige Rätsel in intelligent designten
3D-Levels