Vor gut vier Jahren
schlug das Crytek-Spiel Far Cry ein wie eine Bombe. Neben einer
imposanten Grafik konnte das Spiel vor allem durch sein
erstklassiges Gameplay viele Egoshooterfans begeistern. Die Fans
warten schon lange sehnsüchtig auf einen neuen Teil, der jetzt
endlich über Ubisoft auf den deutschen Markt kommt. Es handelt sich
dabei um das Spiel Far Cry 2 das von Ubisoft Montreal entwickelt
wurde. Erscheinen wird das Game übrigens für PC, Playstation 3 und
Xbox 360. Wir konnten uns jetzt die fertige PS3-Version ausgiebig
ansehen. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat und ob die hohen
Erwartungen erfüllt wurden, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Far Cry 2 kommt selbstverständlich nicht ohne eine Story aus. Diesmal
verschlägt es uns nach Afrika. Eingekesselt zwischen zwei rivalisierenden
Fraktionen im kriegsgezeichneten Afrika wird der Spieler ausgesandt, um den
"Schakal" auszuschalten, eine zwielichtige Gestalt, die den Konflikt
zwischen den Warlords wieder angefacht und dabei tausende von Menschenleben
aufs Spiel gesetzt hat. Um unsere Mission erfüllen zu können, müsst Ihr
beide Fraktionen gegeneinander ausspielen, indem Ihr ihre Schwächen
entdecken und ausnutzten. Die zahlenmäßige Überlegenheit und Feuerkraft des
Gegners kann der Spieler nur durch List, Überrumpelung, Täuschung und
natürlich brutale Gewalt wettmachen. Viel mehr wollen wir jetzt nicht
verraten, denn schließlich soll das Spiel noch einige Geheimnisse für Euch
bereithalten. Bevor wir loslegen können, muss das Spiel allerdings erst
einmal auf der Festplatte installiert werden. Im Anschluss erblickt Ihr das
Hauptmenü mit den Punkten Story Modus, Multiplayer, LAN, Karten-Community,
Optionen und zusätzliche Inhalte. Unter zu letzt genannten Punkt findet Ihr
dann nette Extras wie exklusive Inhalte, Werbe-Inhalte oder herunterladbare
Inhalte. Wie gewohnt darf man außerdem unter Optionen alle spielrelevanten
Einstellungen für das Spiel, Anzeige, Sound oder Steuerungseinstellungen
anpassen. Sehr interessant ist auch der Bereich Karten-Community. Hier darf
man mit einem Editor eigene Karten erstellen und diese dann veröffentlichen.
Selbstverständlich darf man auch Maps von anderen Leuten herunterladen.
Kommen wir nun zu den eigentlichen Spielarten. Da wäre zum einen der
Mehrspielerbereich. Über LAN oder Internet kann man sich mit anderen
menschlichen Spielern auf diversen Karten messen. Am Anfang sollte man
allerdings erst einmal den Singleplayermodus durchspielen. Schließlich muss
man das Spiel und die Steuerung gut kennen lernen. Also starten wir den
Story Modus.
Nachdem Ihr den Schwierigkeitsgrad (Einfach, Normal, Heftig und Berüchtigt)
eingestellt habt, wird der Charakter ausgewählt. Das Spiel bietet uns gleich
neun unterschiedliche Figuren an. Die anderen Charaktere werden wir übrigens
im Spiel treffen, denn sie werden uns im Verlauf der Story zugeteilt.
Teilweise kämpfen sie auch an unserer Seite. Außerdem retten sie unser
Leben, wenn wir zu Boden gehen. Im Gegenzug werfen wir auch ein Auge auf
unsere Mitstreiter und helfen ihnen, wenn sie in Bedrängnis kommen. Sie
wachsen einen später sogar richtig ans Herz und so lässt man sie nur ungern
sterben. Jetzt denkt allerdings nicht, dass wir nur im Team arbeiten. Die
meiste Zeit im Spiel sind wir alleine unterwegs. Nachdem wir eine Figur
bestimmt haben, kann das Abenteuer endlich beginnen. Das Storyspiel wird nun
nicht durch ein bombastisches Intro eingeleitet. Wir starten auf dem
Rücksitz eines Autos, das uns erst einmal minutenlang durch Afrika fährt.
Wir erblicken brennende Dörfer, nette Landschaften und eine Straßensperre.
Ein schöner Einstieg der recht authentisch rüber kommt. Unser Fahrer erzählt
uns auch einiges über das Land und so bekommen wir ein gutes Gefühl dafür,
was in dem Staat passiert. Schließlich kämpfen hier die verfeindete Parteien
APR und UFLL um die Vorherrschaft. Am Zielort angekommen erleiden wir dann
einen Malariaanfall. Nach einer kleinen Filmsequenz greifen wir dann endlich
zur Waffe. Wir schlüpfen nun in die Haut eines Söldners, der in einem
fiktiven Land einem Job nachgeht. Gespielt wird in einer riesigen frei
erforschbaren Spielwelt, die sich über 50 Quadratkilometern erstreckt. Hier
warten dann über 30 Missionen auf uns. Die Aufträge erhalten wir übrigens
von verschiedenen Leuten. Meistens von namhaften Figuren der APR oder UFLL.
Nach einen kleinen Gespräch bekommen wir dann den Einsatzort zugeteilt.
Jetzt brauchen wir uns nur noch dorthin zu bewegen und unsere Ziele
erfüllen. Diese sind recht vielschichtig, denn Ihr müsst viele
unterschiedliche Aufgaben erledigen. So befreien wir Geiseln, zerstören
Objekte oder säubern Gebiete von unseren Feinden. Damit wir genau wissen,
wohin wir müssen, wird unser nächstes Ziel auf einer Karte markiert. Daneben
gibt es übrigens auch noch alternative Aufträge, die nette Extras
einbringen. Hinzu kommen dann noch kleinere Botengänge, die meistens darin
enden, dass wir wieder Leute umlegen sollen. Auch hier erhalten wir dann
Belohnungen wie z.B. Malariatabletten. Diese sind wichtig, denn unser Held
muss regelmäßig welche einwerfen.
Neben diesen lebenswichtigen Extras sacken wir uns aber auch Diamanten ein.
Das ist die Währung in dem Spiel. Damit wir unsere Kasse prall füllen, kann
man auch noch auf die Suche nach über 200
versteckten Koffern gehen. Diese sind überall
in der virtuellen Welt verteilt. Zum Glück haben wir einen Detektor, der
anfängt zu blinken, wenn einer in der Nähe ist. Mit den wertvollen Steinen
darf man dann später in Waffenshops einkaufen gehen. Das Waffenarsenal ist
bei Far Cry 2 reichlich. Von Pistolen oder Maschinengewehren, Sniper,
Schrotflinte, Granaten bis hin zum Raketenwerfer ist alles vorhanden.
Maximal vier Waffen darf man übrigens mit sich herumschleppen. Wollt Ihr
eine andere, so wird die gleiche Waffenklasse - die man aktuell besitzt -
einfach weggeworfen. Im Spiel selber findet man übrigens auch viele Waffen.
Schließlich hinterlässt fast jeder getöteter Feind eine Knarre. Auch diese
darf man dann aufsammeln. Allerdings muss der Spieler hier aufpassen. Je
dreckiger und verkommender eine Waffe aussieht, desto eher hat sie eine
Ladehemmung oder geht kaputt. Neben den Waffen gibt es aber noch viel mehr,
was wir nutzen dürfen. So gönnt man uns z.B. Taschen, Handbücher oder
Spritzen. Mit letzteren heilen wir uns, wenn wir bei einem Gefecht Schaden
nehmen. Übrigens hat der Hersteller für eine witzige Sache gesorgt. Ist
unsere Lebensleiste fast verbraucht, muss unser Held erst einmal mit einer
Zange eine Kugel aus seinem Körper holen, bevor er seine Leiste mit einer
Spritze wieder auffüllt. Das war noch nicht alles. Kisten darf man dann auch
noch kaufen. Hierdurch finden wir in unseren Quartieren, unser eigens
angelegtes Waffenarsenal wieder. An diesen Orten kann man sich übrigens
nicht nur ausruhen, sondern auch seinen Spielstand sichern. Frisch
ausgerüstet und geheilt kann es dann endlich Richtung nächstes Missionsziel
gehen. Da die Orte sehr weit auseinander liegen, nutzt unser Held diverse
Fahrzeuge. Ist eines dieser Vehikel mal defekt bzw. raucht es, so kann man
den Wagen mit einem Schraubenschlüssel wieder auf Vordermann bringen. Mit
unserem fahrbaren Untersatz fahren wir nun die Straßen entlang und genießen
die schicke Aussicht. Die ruhige Fahrt ist allerdings schnell zu Ende, denn
an jeder Ecke warten fiese Gesellen auf uns. Wir werden also nicht nur am
Zielort ärger bekommen. Ob wir die Feinde jetzt ausschalten oder abhauen,
bleibt komplett uns überlassen. Bevor wir uns nun an unserem Bestimmungsort
auf unsere Feinde stürzen, sollte man im Vorfeld erst einmal die Gegend
erkunden. Also suchen wir uns einen erhöhten Punkt und sondieren mit einem
kleinen Fernglas die Lage. Nachdem wir uns eine kleine Taktik zurecht gelegt
haben, kann der Kampf Mann gegen Mann beginnen. Jetzt wird wie in einem
klassischen Egoshooterspiel gespielt. Ist eine Aufgabe erledigt, begeben wir
uns zu einem weiteren Charakter und erhalten dann den nächsten Job.
Technik:
Bei der Technik gibt es wenig zu meckern. Da wäre zum einen die Grafik. Wir
werden eine wunderbare Spielwelt erblicken. Unzählige Details hat der
Hersteller in diese eingebaut. Hinzu kommen wunderschöne Landschaften mit
einer dichten Vegetation, die vom dichten Dschungel bis hin zu kargen Wüsten
reichen. Das Beste an der Sache ist aber die Zerstörbarkeit. Fast alles
lässt sich zerlegen. Es sieht schon cool aus, wenn wir mit einem fetten
Maschinengewehr eine Baumkrone zerfetzen. Das war noch nicht alles. Einen
atemberaubenden Tag- und Nachtwechsel spendiert man uns genauso, wie fette
Feuereffekte. Man braucht nur etwas zur Explosion zu bringen und schon
breitet sich das Feuer über ein großes Gebiet aus. Das darf man dann auch
taktisch nutzen. Diverse Wettereinflusse und gute Wassereffekte sind
ebenfalls eine wahre Augenweide. Man kann sich schon alleine mehrere Stunden
damit beschäftigen, sich die optischen Highlights anzusehen. Gelungen sind
auch die Figuren die ansprechend modelliert und animiert wurden. Nicht viel
schlechter ist der Sound. Eine stimmungsvolle Musikuntermalung spendiert man
uns genauso, wie erstklassige und passend eingespielte Soundeffekte. Dank
unzähliger Tiergeräusche im Hintergrund kommt auch ein echtes Afrika-Feeling
auf. Die deutschen Synchronsprecher machen ihre Arbeit dann auch sehr
professionell. Man hört den Gesprächen gerne zu - auch wenn diese nicht
immer interessant sind. Mit der Steuerung kommt man ebenfalls sehr schnell
klar. Diese orientiert sich am Genre und so wird jeder direkt in das Spiel
einsteigen können. Selbst das Steuern der Fahrzeuge klappt erfreulich gut.
Der Schwierigkeitsgrad ist so, wie man ihn einstellt. Da vier
unterschiedliche Stufen vorhanden sind, werden Anfänger genauso gefordert
wie Genrekenner. Leichte Kritik kommt eigentlich nur bei der KI der
computergesteuerten Gegner auf. Teilweise verhalten sie sich wirklich
realistisch. Sie gehen in Deckung und kreisen uns geschickt ein. Gute
Aktionen wechseln sich allerdings oftmals mit totaler Verweigerung ab. Nicht
selten bleibt eine Figur in einem Fahrzeug sitzen oder macht überhaupt
nicht, wenn wir auf diese schießen. Hier hätte man ruhig mehr machen können.
Trotz kleiner Kritikpunkte kann man aber trotzdem sehr zufrieden mit der
technischen Seite sein.
Fazit:
Far Cry 2 ist schon ein wirklich gutes Spiel. Selten konnte man in einer so
schönen Spielwelt eintauchen. Die Landschaften mit den vielen Details haben
es uns genauso angetan, wie die unzähligen Effekte und Lichtspielereien.
Hervorragend ist dann noch das Spiel mit dem Feuer. Man möchte förmlich ganz
Afrika anstecken um zu sehen, wie die Umgebung brennt. Allerdings gibt es
auch kleinere Kritikpunkte. Neben der nicht immer guten KI der Gegner, nervt
vor allem das spielerische Grundgerüst. Eigentlich müssen wir immer wieder
das gleiche machen. Mit Personen reden, Auftrag entgegennehmen, minutenlang
durch die Gegend fahren um dann die Leute umzulegen. Da dann noch die
Speicherpunkte recht weit auseinander liegen, kann es schon sehr
frustrierend sein, wenn wir während einer Mission sterben. Ansonsten stimmt
aber alles in dem Spiel. Wer sich also ansatzweise für Egoshooter
interessiert, der wird an dem neusten Ubisoftspiel nicht vorbei kommen. Far
Cry 2 ist ein echtes Erlebnis, das Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet.
Uns hat das Spiel sehr gut gefallen und daher können wir eine klare
Kaufempfehlung aussprechen.