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Einleitung:
Die Europa Universalis-Reihe werden Fans von
Strategiespielen bestimmt kennen. Vor gut acht Jahren wurde die Serie ins
Leben gerufen. Zwei Jahre später folgte dann der zweite und letztes Jahr der
dritte Teil. Vor allem die unendlich vielen strategischen Möglichkeiten und
der spielerische Tiefgang konnten Gamer in der Vergangenheit überzeugen. Koch Media bringt
nun mit Europa Universalis: Rome den nächsten Teil auf den deutschen Markt.
Entwickelt wurde das Strategiespiel wieder einmal von Paradox Interactive,
die u.a. durch Hearts of Iron 2 bekannt wurden. Wir konnten uns die fertige
PC-Version von Europa Universalis: Rome jetzt ausgiebig ansehen. Ob sich das
Spiel für Genrefans lohnt und ob die hohen Erwartungen erfüllt wurden,
erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Wie der Titel von Europa Universalis: Rome schon verrät, steht diesmal die
Antike im Mittelpunkt. Dabei könnt Ihr nicht nur mit Rom ein Weltreich
erschaffen. Die bedeutendsten kulturellen und militärischen Zivilisationen
der damaligen Zeit, darunter die römische, keltische, griechische sowie
ägyptische, stehen zur Auswahl. Bevor wir allerdings die Geschicke einer
Nation leiten, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das
Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint das obligatorische
Hauptmenü. Hier findet der Spieler die Punkte Einzelspieler, Multiplayer,
Tutorial und Optionen. Wie immer, dürft Ihr unter zu letzt genannten Punkt
alle spielrelevanten Einstellungen anpassen. Bei Multiplayer könnt Ihr
außerdem ein Spiel gegen menschliche Spieler wagen. Bis zu 32 Gamer dürfen
hier um die Weltherrschaft kämpfen. Bevor Ihr allerdings hier Land seht,
sollte jeder zu Beginn den Tutorialbereich aufsuchen. In vielen
Trainingsszenarien werden uns die Grundlagen des Spiels beigebracht. Diesen
Übungsbereich können wir nur jedem Neueinsteiger wärmstens empfehlen, denn
Europa Universalis: Rome ist ein sehr komplexes Spiel. Kommen wir nun zum
Einzelspielerbereich und den historischen Kampagnen. Hier treten wir als
Anführer einer von vielen Regierungen gegen Computergegner an. Die
Zeitepoche in der wir agieren reicht von 278 v. Chr. Bis 25 n. Chr.. Europa
Universalis: Rome selber sieht aus wie ein rundenbasiertes Strategiespiel,
in Wahrheit läuft aber alles in Echtzeit ab. Wir dürfen allerdings zu jeder
Zeit das Tempo ändern oder das Spiel pausieren um in Ruhe unsere Handlungen
auszuführen. Ihr erblickt nun die Hauptkarte, die im Geländemodus Ebenen,
Flüsse, Gebirge und Wüsten farbig darstellt. Gezeigt werden allerdings nur
die Länder der mediterranen Welt sowie das umliegende Territorium. Ihr könnt
übrigens zum ersten Mal bei einem Paradox-Spiel den Blickwinkel und die
Kartenperspektive verändern. Daneben werden uns unterschiedliche
Darstellungsformen für die Hauptkarte angeboten. Neben der Terrainkarte
gönnt man uns noch eine politische und religiöse Karte sowie eine Handels-
und Dimplomatiekarte. Über der Karte finden wir dann die Informationsleiste.
Sieben Symbole (Länderüberblick, Wirtschaft, Diplomatie, Religion, Militär,
Technologie und Forschung & Dynastie) erlauben uns ein Interface aufzurufen.
Unter der Karte befindet sich dann noch die Sondermenüleiste. Hier kann man u.a. mit Barbaren verhandeln, das Diplomatie-Interface aufrufen, Bauvorhaben
in Auftrag geben und Armee oder Flotte ausheben. Über Nachrichten werden wir
außerdem über alles informiert, was in unserem Land passiert.
Wie schon bei den Vorgängerspielen sind wir auch bei Europa Universalis:
Rome für alles zuständig. Wir kümmern uns um unsere Provinzen, heben Truppen
aus und bestimmen deren Anführer. Außerdem müssen wir dafür sorgen, dass
unsere Finanzen stimmen. Dafür sorgen u.a. unsere berufenen Stadthalter die
Steuern eintreiben. Hinzu kommen Tributzahlungen und der Handel, den wir in
Schwung bringen müssen. Nur wenn unsere Wirtschaft floriert, werden wir
nötigen Ausgaben tätigen können. An altbekannte Bereiche wie die Diplomatie
wurden genauso gedacht, wie an die Religion. Hier dürfen wir diesmal sogar
Omen beschwören. Ein sehr wichtiger Bereich ist das Militär. Schließlich
müsst Ihr Euch gegen andere Nationen verteidigen, Eure Interessen auf dem
Schlachtfeld durchsetzen oder feindlich gesinnte Nationen schwächen und
Provinzen erobern. Dazu stehen viele unterschiedliche Einheiten zur Auswahl,
die alle andere Vor- aber auch Nachteile haben. Neue Technologien soll der
Spieler dann auch noch erforschen. Das war bei
weitem noch nicht alles. Der Akteur muss außerdem die verschiedenen
Regierungsämter mit passenden Leuten besetzen. Jeder Charakter hat dabei
unterschiedliche Werte in den Bereichen Kriegskunst, Charisma, Raffinesse,
Beliebtheit, Loyalität und Korruption. Nur wenn wir die richtigen Leute auf
einen Posten setzen, werden diese auch anständige Arbeit leisten. Die
Schwierigkeit in dem Spiel besteht darin, die richtige Mischung in den
einzelnen Bereichen zu finden und passend auf Probleme zu reagieren. Setzt
Ihr zum Beispiel zu sehr auf das Militär, so kann es schnell zu einem
Aufstand kommen, weil die Bevölkerung unzufrieden ist. Hinzu kommen Bereiche
wie Diplomatie, Religion oder die innenpolitische Verwaltung. Daneben gibt es selbstverständlich noch viele weitere
Features, die wir allerdings nicht alle aufzählen können. Es gibt ohne
Zweifel kaum einen Bereich der vernachlässigt wurde. Damit uns nicht langweilig wird, muss man zusätzlich
permanent auf Ereignisse und Benachrichtigungen reagieren. Das kann mit der
Zeit schon sehr stressig werden. So verwalten wir nun unsere Provinzen,
treiben Handel, bauen die Beziehungen zu anderen Nationen aus oder führen
Krieg um unsere Ziele zu erreichen.
Technik:
Die optische Seite hinkt der spielerischen Klasse ein wenig hinterher. In
dem Spiel werden wir eher eine schlichte und zweckmäßige Grafik erblicken.
Vor allem die Kartenansicht haut einen nicht wirklich vom Hocker. Bis auf
kleinere Details werden wir nur noch ein paar Einheiten und eine leichte
Vegetation sehen. Hinzu kommen allerdings übersichtliche und gut geordnete
Menüs und Statistikfenster. Diese trösten dann auch über die magere
Präsentation und die altbackene Grafik hinweg. Mit dem Sound kann man
zufrieden sein. Eine genretypische Musik ist genauso vorhanden, wie viele
kleine Ingamegeräusche. Gut gelungen ist außerdem die Steuerung. Wir können
so gut wie alles mit der Maus erledigen. Das klappt dank gut positionierter
Schaltflächen sehr gut. Allerdings darf man bei den ganzen Menüs und
Unterfenstern nicht den Überblick verlieren. Bis Ihr Euch komplett in dem
Spiel auskennt, werden Tage vergehen. Zum Glück gönnt uns das Spiel einen
netten Übungsbereich und ein detailliertes Handbuch. Ackert man diese zu
Beginn durch, so wird man recht schnell in das Spielgeschehen einsteigen
können. Mit der Ansicht kann man diesmal auch gut leben. Endlich dürfen wir
die Kamera drehen und uns selber eine gute Perspektive aussuchen. Zufrieden
muss man ebenfalls mit der KI der computergesteuerten Gegner sein. Diese
verhalten sich sehr menschlich und so machen Spiele gegen den Computer
genauso viel Spaß, wie gegen eine Person. Fasst man nun alles zusammen,
so kann man trotz einer eher dürftigen Grafik insgesamt mit der technischen
Seite sehr zufrieden sein.
Fazit:
Europa Universalis: Rome kann nahtlos an die Vorgängerspiele anschließen.
Wer sich gerne mit solchen komplexen Strategiespielen beschäftig, wird ohne
Probleme mehrere Woche mit dem Game verbringen können. Natürlich solltet Ihr
die Antike und deren Völker mögen. Das tolle an dem Spiel ist eindeutig die
Vielfalt und der spielerische Tiefgang. In kaum einem anderen Spiel kann man
so viel mit einer Nation machen. Wir müssen uns wirklich um alles kümmern
und keinen Bereich aus dem Auge verlieren. Nur wenn wir klug und weitsichtig
handeln, werden wir gegen die anderen Nationen bestehen können. Schade ist
eigentlich nur, dass der militärische Bereich nicht zeitgemäßer rüber kommt.
Es würde noch spaßiger sein, wenn man opulente Schlachten sehen oder noch
mehr beeinflussen könnte. Diese laufen leider etwas langweilig ab und so
können Möchtegerngeneräle direkt in den Ruhestand gehen. Dafür bekommen wir
aber in allen anderen Bereich mehr als genug zu tun. Das bedeutet
selbstverständlich auch, dass man eine gewisse Einarbeitungszeit überstehen
muss. Bis Ihr wirklich alles verstanden habt, werden viele Stunden vergehen.
Anschließend wird Euch das Spiel sofort am Bildschirm fesseln. Der
Suchtfaktor bei diesem Game ist ohne Zweifel enorm. Wer also auf sehr
komplexe Strategiesimulationen steht, die Antike mag und nichts gegen eine
eher mittelmäßige Grafik hat, der darf gerne bei diesem Strategiespiel
zuschlagen. Auch wenn nicht alles Perfekt ist, hat uns Europa Universalis:
Rome sehr gut gefallen und daher können wir das Game allen Genrefans ans
Herz legen.
Features:
- Wählen Sie aus 10 unterschiedlichen Zivilisationen, darunter die römische,
keltische, griechische sowie ägyptische
- Wählen Sie aus mehr als 53 spielbaren Fraktionen auf einer Karte mit
hunderten Provinzen
- Starten Sie zu einer beliebigen Zeit zwischen 280 v.Chr. und 27 v. Chr.
- Karte komplett mit 3D-Grafik und detailreicher Topografie
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