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Einleitung:
Hartgesottene Strategiefans werden die Europa
Universalis-Reihe bestimmt kennen. Alles begann vor gut 6 Jahren als der
erste Teil auf den deutschen Markt kam. 2002 folgte dann der Nachfolger.
Enormer spielerischer Tiefgang und viele strategische Möglichkeiten überzeugten damals
viele Hardcore-Gamer. Anschließend wurde es etwas still um die
Strategiespielserie. Jetzt
veröffentlicht Koch Media den dritten Teil mit dem passenden Titel Europa Universalis III. Entwickelt wurde das Spiel übrigens von Paradox Interactive,
die schon an erfolgreichen Titeln wie Hearts of Iron 2 arbeiteten. Wir
konnten das neuste Strategiespiel jetzt ausgiebig testen. Ob sich eine
Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Europa Universalis III ist ein Strategiespiel vor dem Hintergrund der
Renaissance und der Reformation. Der Spieler kann aus mehr als 200 Ländern,
die während dieser Zeit auf der Welt existierten, auswählen und eine Nation
durch mehr als 300 Jahre Diplomatie, Krieg, Handel, religiöse Umstürze,
wissenschaftliche Entwicklungen, Entdeckungen und Kolonisation führen. Das
Spiel beginnt kurz vor dem Untergang Konstantinopels im Jahr 1453 und spielt
sich durchgehend bis zu dessen Schluss im Dezember 1789. Im Laufe dieser
Zeit wird der Spieler sich vordergründig auf die Bedürfnisse seines Landes
konzentrieren, auf das Verhandeln mit seinen Nachbarn und das Führen von
Kriegen zur Selbstverteidigung oder zu Eroberungszwecken. Bevor wir
allerdings die Geschicke einer Nation leiten, wollen wir erst einmal ganz
von vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde,
erscheint ein einführendes Intro inkl. deutscher Sprachausgabe. Im Anschluss
erblickt man das Hauptmenü mit den Punkten Einzelspieler, Mehrspieler,
Einführung und Optionen. Wie gewohnt kann man unter zu letzt genannten Punkt
alle spielrelevanten Einstellungen wie Grafik oder Sound vornehmen. Zu
Beginn bietet sich selbstverständlich für jeden erst einmal das Tutorial an.
In diesem Einführungsbereich werden uns die grundlegenden Dinge des Spiels
in kleinen Schritten näher gebracht. Da Europa Universalis III ein recht
komplexes Strategiespiel ist, sollte jeder diesen Übungsbereich und das
deutsche Handbuch ausgiebig nutzen. Haben wir das grundlegende Spielprinzip
verstanden, kann man entweder ein Mehrspielerspiel gegen andere Menschen
beginnen oder ein Einzelspiel wagen. Die meisten werden sich natürlich am
Anfang auf den Einzelspielermodus stürzen. Nachdem wir auf den gleichnamigen
Punkt geklickt haben, folgt das Landesauswahlmenü. Hier wählt Ihr neben
einer Nation auch ein Startdatum aus. Zur Auswahl stehen u.a. historische
Ereignisse wie der "Dreißigjährige Krieg" oder der "Amerikanische
Unabhängigkeitskrieg". Wir erblicken nun eine große, scrollbare Weltkarte.
Europa Universalis III selber sieht aus wie ein rundenbasiertes
Strategiespiel, in Wahrheit läuft aber alles in Echtzeit ab. Wir dürfen zu
jeder Zeit das Tempo ändern oder das Spiel pausieren um in Ruhe unsere
Handlungen auszuführen. In dem Spiel ist alles möglich. Wir können wirklich
das machen, was uns gerade in den Sinn kommt. Vorgegebene Ziele gibt es
nicht. Der Spieler strebt einzig danach seinen Ruhm bzw. Reichtum zu mähren
und die ausgewählte Nation nach vorne zu bringen. Die Fülle an
Handlungsmöglichkeiten werden vor allem Anfänger schocken. Wer dagegen schon
Erfahrung mit den Vorgängerspielen gesammelt hat, wird schnell mit dem Spiel
klar kommen.
Wir agieren nun auf der oben schon erwähnten Weltkarte, die in mehrere
hundert Provinzen aufgeteilt ist. In den eigenen Ländern findet der Spieler
Städte, die er aufbauen und mit diversen Verbesserungen aufwerten kann. Von
Produktionsgebäuden über Handelshäuser bis hin zu Schutzeinrichtungen ist
alles vorhanden. Die Vielfalt geht auch bei den Einheiten weiter. Auch hier
darf der Akteur auf eine Reihe an unterschiedlichen Truppen zurückgreifen.
Hinzu kommen diverse Schiffe. Unsere angeworbenen Truppen bzw. Einheiten
dürfen wir natürlich frei verschieben und ihnen unterschiedliche Anführer
zuweisen. Das war selbstverständlich noch nicht alles. Die Karte selber kann
unterschiedlich dargestellt werden. Terrain, Religion, Handel oder
politische Zugehörigkeit zeigen schnell an, in welche Richtung sich unsere
Nachbarn entwickeln. Hierdurch verschafft man sich einen schnellen
Überblick, über das aktuelle Geschehen. Gesteuert wird grundlegend mit der
Maus. Hinzu kommen viele Schalter, die diverse Menüs aufklappen. Mit diesen
verwalten wir unsere Provinzen, treiben Handel, bauen die Beziehungen zu
anderen Nationen aus oder führen Krieg. Dieser wird leider etwas
unspektakulär dargestellt. Wirklich viel werden wir bei den Schlachten
leider nicht zu sehen bekommen. Bei den kriegerischen Handlungen sollte
immer darauf geachtet werden, mit wem ein Land verbündet ist. Geht man gegen
den falschen Gegner vor, kann es weitreichende Konsequenzen haben. Genauso
wichtig sind unsere Finanzen, denn nur mit stabilen und üppigen Einnahmen
kann man nötige Ausgaben tätigen. Wer das nötige Kleingeld für seine Armee
oder Berater nicht hat, darf sich auch Geld leihen. Allerdings muss dieses
zurückbezahlt werden. Könnt Ihr das nicht, so ist der Staatsbankrott
vorprogrammiert. Zum Glück bietet uns das Spiel viele Möglichkeiten - wie
Steuern und Handel - um Geld zu verdienen. Nett ist auch das neue Feature
der nationalen Idee, welches uns im Bereich der Forschung diverse
Verbesserungen und Vorteile einbringt. An historische Personen (die als
Berater fungieren) oder Spione hat der Hersteller ebenfalls gedacht. Der
virtuelle Herrscher sollte auch immer zukunftsorientiert handeln. Nur wer später
Kolonien besitzt, wird zu einer wirklich mächtigen Nation aufsteigen. Ein
Seezugang ist daher immens wichtig. Haben wir diesen nicht, so sollten wir
schnellstmöglich einen schaffen. Krieg ist hierbei die schnellste und zum
Teil auch einfachste Methode. Allerdings bedeuten kriegerische Handlungen,
dass die Stimmung im Land sinkt und dass die Stabilität in Gefahr gerät. Hinzu
kommt ein negatives Ansehen bei anderen Nationen, wodurch die Diplomatie
weniger Wirkung zeigt. Unsere Handlungen sollten also immer gut überlegt
sein, schließlich müssen wir mit den späteren Konsequenzen leben. Kleinere
Länder setzen daher eher auf das Verhandlungsgeschick. Mit starken
Verbündeten kann man ebenfalls sehr erfolgreich sein. Außerdem gehen wir
diverse Handelsvereinbarungen ein, die uns wirtschaftlich nach vorne bringen. Ob und
wie viele Abkommen wir schließen, hängt klar von unserer Spielweise ab. Daneben gibt es selbstverständlich noch viele weitere Features, die wir
allerdings nicht alle aufzählen können. Es gibt ohne Zweifel kaum einen
Bereich der vernachlässigt wurde. Nur wer die richtige Mischung aus Handel,
Diplomatie und Krieg führen findet, wird am Ende seine Ziele erreichen.
Technik:
Die Grafik kann leider nicht mit der spielerischen Klasse mithalten. Europa
Universalis III zeigt leider eine eher schlichte und zweckmäßige Grafik. Bis
auf ein paar nette Extras - wie kleinere Verzierungen im Interface - werden
wir eigentlich nur unterschiedliche Kartenansichten erblicken. Hier darf der
Spieler dann heranzoomen und so werden - bei der Nahansicht - ein paar Soldaten,
Schiffe, leichte Vegetation und kleinere Effekte sichtbar. Etwas schade ist
auch, dass die Schlachten eher unspektakulär ablaufen. Hier hätte der
Hersteller eindeutig mehr machen können. Das gleiche gilt für die
Zwischensequenzen. Diese wurden komplett gestrichen und so fällt die
Präsentation eher mager aus. Zumindest muss man dem Spiel zugestehen, dass
die Menüs sehr aufgeräumt und übersichtlich sind. Mit diesen kommt der
Spieler sehr schnell klar. Vorausgesetzt natürlich, dass er den Überblick
nicht verliert. Was hier angeboten wird, sucht seines gleichen. Die Vielfalt
ist fast schon erdrückend. Hat man dann aber erst einmal alles kennen
gelernt, schätzt man die einfachen Funktionen. Da stört es auch nur wenig,
dass es ein paar kleinere Übersetzungsfehler gibt. Ansonsten agieren wir mit
der Maus, mit der wir eigentlich alles machen können. Mit dem Sound kann man
grundlegend leben. An eine nette Musikuntermalung wurde gedacht und so wird
das Spielgeschehen immer passend begleitet. Viele kleine Ingamegeräusche
sind ebenfalls vorhanden. Etwas störend ist natürlich, dass es keine
Sprachausgabe gibt. Allerdings kennt man das ja von solchen
Spielen. Toll ist dann noch die KI, die wirklich menschlich nach Macht
strebt. Überraschende Aktionen werden wir genauso erblicken, wie kluge und
vor allem strategisch richtige Entscheidungen. Vor allem im
Diplomatiebereich handelt der Computer sehr kompetent und so macht das
Spielen gegen den PC sehr viel Spaß. Besondere Freude kommt dann noch im
Mehrspielermodus auf. Über LAN oder Internet kann man gegen menschliche
Spieler sein Können unter Beweis stellen. Auch wenn es einige Kritikpunkte
gibt, kann man grundlegend mit der technischen Seite zufrieden sein.
Fazit:
Europa Universalis III erfüllt ohne Zweifel alle Erwartungen. Dass die
Grafik, Präsentation und der Sound einen nicht vom Hocker haut, wird
Genrekenner nicht verwundern. Schließlich glänzten die Vorgängerspiele
ebenfalls nicht mit einem Grafikfeuerwerk. Das Game kann dafür bei vielen
anderen Punkten überzeugt. Vor allem der Widerspielwert ist enorm hoch, denn
jedes Spiel wird - durch die vielen Einflüsse - komplett anders laufen. Hinzu
kommen eine fantastische spielerische Freiheit und eine tolle Komplexität.
Kaum ein anderes Spiel kann da mithalten. Nett ist auch, dass sich das Spiel
- nach einer gewissen Eingewöhnungszeit - sehr flüssig spielt. Habt Ihr erst
einmal den dreh raus, so werdet Ihr den etwas spartanischen Aufbau sehr zu
schätzen wissen. Einfache und übersichtliche Menüs sind genauso vorhanden,
wie aussagekräftige Statistiken. Toll ist dann noch, dass Matches gegen den
Computer genauso viel Spaß machen, wie gegen menschliche Gegner. Die KI ist
wirklich
erstklassig. Wirklich meckern kann man eigentlich nur über die etwas
mageren Schlachten. Diese laufen wirklich unspektakulär ab. Zumindest werden
wir durch viele interessante und vor allem sinnvolle Features anständig
entschädigt. Wer also gut durchdachte bzw. anspruchsvolle
Strategiespiele mag und mit einer eher dürftigen Technik leben kann, der
sollte unbedingt bei diesem Spiel zuschlagen. Uns hat Europa Universalis III gut gefallen und daher können wir
eine klare Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
o Spieler können über 300 Jahre Spielzeit genießen und an JEDEM Datum
zwischen 1453 und 1789 starten.
o Nationenentwicklung ist flexibel: entscheide deine eigene Regierungsform,
die Struktur deiner Gesellschaft, Handelspolitik und vieles mehr. Die
Möglichkeiten sind unendlich.
o Die großen Persönlichkeiten und Menschen der Vergangenheit stehen bereit
um dich zu unterstützen. Nimm die Geschichte in deine Hand und rufe
Persönlichkeiten wie Sir Isaac Newton, Wolfgang Amadeus Mozart oder René
Descartes an deinem Hof.
o Eine üppige topographische Karte in vollem 3D erlaubt einen reichhaltigen
und kompletten Weltblick und beinhaltet mehr als 1700 Provinzen und
Seezonen.
o Führe jede beliebige von mehr als 250 Nationen, die während des langen
Spielzeitraums wirklich existiert haben.
o Du hast mehr als tausend historische Anführer und über 4000 historische
Monarchen zu deiner Verfügung.
o Manage mehr als 100 individuelle Truppentypen um soviel Macht als möglich
anzusammeln.
o Kooperativer Multiplayer-Modus erlaubt mehreren Spielern
zusammenzuarbeiten um eine einzige Nation zu führen.
o Passe das Spiel deinen Wünschen an: Europa Universalis III gibt dir die
Möglichkeit, praktisch alles im Spiel zu verändern und anzupassen, was dein
Herz begehrt. Trete der großen und ständig wachsenden Gruppe von
talentierten Moddern in der Paradox Community bei!
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