|
Einleitung:
Oft ist es so das Spieler
zusammenzucken, wenn Filmumsetzungen angekündigt werden. Gerade die Games
die bekannte Titel tragen sind oft nicht gerade die Spiele die das halten
was der Name verspricht. Diesmal soll alles anders werden, denn Atari
(Infogrames), Shiny und Warner Brother wollen nun gemeinsam zeigen, das
dieses Vorurteil nicht bei Enter the Matrix zutrifft. Im Vorfeld wurde schon
so einiges getan um das Spiel bei den Käufern beliebt zu machen. Eine
massive Werbekampagne begleitet den Verkaufsstart und die geschätzten
Verkaufszahlen von rund 4 Millionen sprechen auch für das Selbstbewusstsein
der Herstellerfirmen. Schlechte Karten hat dieses Vorhaben nicht, da das
Spiel zeitgleich zum Kinostart des Films "The Matrix Reloaded" auf
den Markt kommt. Die Konsolengemeinde darf sich diesmal auch gemeinsam auf
das Spiel stürzen - Enter the Matrix erscheint zeitgleich auf der
Playstation 2, Xbox, Gamecube und PC. Wir konnten nun alle drei
Konsolen-Versionen des Spiels testen und feststellen, ob sich der Kauf
lohnt.
Zum Spiel:
Ein interessantes Konzept steht hinter Enter the Matrix, denn der Kinofilm
The Matrix Reloaded ist eng mit dem Actionspiel von Shiny verflochten. Daher
handelt es sich bei dem Spiel auch nicht um eine reine Filmumsetzung, so wie
man es bis jetzt kannte. Diesmal ist es vielmehr eine Ergänzung die die
komplette Story erzählt. Für seine Crew hat Captain Thadeus sein Leben
geopfert denn Maschinen bohren einen Tunnel nach Zion um die Menschheit
auszurotten. Genau zu diesem Zeitpunkt setzt auch das Spiel und der Kinofilm
an. Der Spieler hat die Möglichkeit zwei unterschiedliche Charaktere zu
spielen. Zum einen wäre da Ghost der Experte im Kämpfen und bei Waffen ist
und die heldenhafte Niobe. Beide Figuren gehören der gleichen Organisation
an wie die Filmcharaktere Neo, Trinity und Morpheus. Die Wahl des Charakters
beeinflusst das weitere Spiel, denn jeder erlebt die Story anders und daher
hat jede Figur auch einen einzelnen Handlungsstrang. Am Anfang sind die
Missionen beider Helden noch weitgehend gleich. Später geht die Handlung
aber immer mehr auseinander. Bei einer Autoverfolgung z.B. übernimmt der
Spieler als Niobe die Steuerung des Autos, während Ghost zum Bordgeschütz
muß. Aber auch unterschiedliche Wege werden beide Figuren im laufe des
Spiels gehen. Im Flughafen kämpft sich Niobe durch die Gepäckbänder und
zum Vergleich darf hier Ghost einen Weg über das Dach des Gebäudes suchen.
Damit ergeben sich zwei unterschiedliche Teile der Story.
Zu Beginn des Spiels müssen beide Charaktere erst einmal einen Brief finden
den Thadeus in der Matrix versteckt hat. Dieser befindet sich in einem
Postamt das allerdings geschlossen ist und von Wachmännern beschützt wird.
Die Story des Spiels wird mit sehr vielen und vor allem auch langen
Filmszenen erzählt. Diese Filmszenen sind extra für Enter the Matrix
gedreht worden. Neben Originalschauspielern ist auch die Handlung eng mit
dem Film verbunden und so verschmelzen Spiel und Film. Kein wunder denn
Larry und Andy Wachowski - die als kreative Köpfe des Kinofilms bezeichnet
werden - haben an der Story des Spiels mitgewirkt und das Spieldesign maßgeblich
beeinflusst. Des weiteren war Yuen Wo Ping für die Choreografie
verantwortlich die mit Motion-Capturing umgesetzt wurde. Ein weiterer
hilfreicher Charakter in dem Spiel ist Sparks der mit der Spielfigur in der
Matrix in Kontakt steht. Er gibt wichtige Informationen, Tipps und leitet
die Helden zu den nächsten Knotenpunkten.
In Enter the Matrix wird der Spieler viele unterschiedliche Level sehen. So
muß die Figur mal in einem Postamt agieren, in einer Kanalisation kämpfen
und über Dächer vor Agenten flüchten. Alle Level sind dabei sehr großzügig
gestaltet und so kann sich der Spieler ausgiebig austoben. Immer stehen
Aufgaben an, die gelöst werden müssen. Natürlich kann der Spieler diese
Aufträge nicht ohne Gegenwehr lösen und so machen verschieden starke
Gegner dem Spieler das Leben genauso schwer wie die obligatorischen
Zwischen- und Endgegner. Im Mittelpunkt des Spiels steht vor allem die
Action. Diese kann durch drei Schwierigkeitsgrade auf das Können der
Akteure eingestellt werden. Besonders eindrucksvoll laufen die zahlreichen Kämpfe
ab. Hierbei kann der Spieler auf Waffen zurückgreifen die von Niobe und
Ghost eingesammelt werden. Neben der Schußfunktion kann die Figur die Waffe
auch als Prügelwerkzeug einsetzen. Wenn mal keine Waffen herumliegen dürfen
diese auch durch entwaffnen der Gegner besorgt werden. Leider stellt man
schnell fest das die KI der Gegner nicht gerade hoch ist. Zu oft verhalten
sie sich passiv - greifen gar nicht an oder zielen so schlecht das man sie für
blind halten könnte. Trotzdem sind sie nicht leicht zu besiegen und wer
nicht aufpasst wird schnell das Lademenue sehen.
Daneben dürfen die Helden auch ihre kämpferischen Fähigkeiten unter
beweis stellen. So können beide Charaktere treten und schlagen. Diese
Aktionen werden dabei genauso gut im Einzel- aber auch im Gruppenkampf
ausgeführt. Die Animationen sehen nicht nur fast so gut aus wie im Film,
sondern sie wurden auch mit einer Vielfalt versehen das der Spieler oftmals
den Mund nicht zubekommt. Diese werden mit der Zeit noch erweitert und so
bekommt der Akteur fast alles zu sehen was er aus dem Film kennt. Wie in dem
Filmstreifen wird man bei Enter the Matrix auch die bekannten Feature zu
sehen bekommen. Beide Charaktere haben die Möglichkeit, sich besonders
schnell zu bewegen und dadurch bekommen sie auch spezielle Fähigkeiten.
Dieses wird - wie aus dem Film schon bekannt - in Zeitlupe dargestellt. Das
Maß der Fähigkeit wird in dem Spiel mit dem Wort Focus gekennzeichnet.
Dadurch steht die Fähigkeit nur für eine bestimmte Zeit zur Verfügung.
Ist sie einmal verbraucht lädt sie sich mit der Zeit wieder auf und der Spaß
kann von vorne los gehen. In der Zwischenzeit müssen die Charaktere mit
normalen Mitteln weiterkämpfen.
Optisch sind die Zeitlupen mit zahlreichen grafischen Effekten aufgemotzt
worden, die besondere Fähigkeiten wie an der Wand entlanglaufen genauso
genial darstellen wie das abfeuern von Waffen. Bei manchen Gegnern müssen
Attacken mit dem Forus ausgeführt werden um sie überhaupt zu schlagen.
Agenten zum Beispiel werden ohne dieses Feature jeden Angriff mit
Leichtigkeit abwehren. Neben den normalen Leveln stehen auch Fahrzeuge zur
Verfügung. So steuert Ihr dann auch mal Autos, wobei bei einer Szene Niobe
das Fahrzeug steuert während Ghost aus dem Fenster die verfolgenden
Fahrzeuge beschießt. Die Mobilität setzt sich aber auch in Luftkämpfen
fort, wo feindliche Drohnen das Leben der Helden bedrohen. Rundum bietet das
Spiel sehr viele unterschiedlichen Level so das das Gameplay nie langweilig
wird.
Technik:
Die Vielfalt in dem Spiel ist gigantisch groß aber trotz der ganzen
Aktionsmöglichkeiten leidet die Steuerung nicht darunter. Der Spieler
agiert aus der Third-Person-Perspektive wobei die Kameraperspektive
automatisch an das Geschehen angepasst wird. Wer Objekte näher betrachten
oder sich mal umsehen möchte kann dieses in einer Egoperspektive machen.
Dabei kann auch geschossen werden und so ist diese Ansicht auch als
Zielhilfe gedacht. Desweiteren kann der Spieler springen, Waffe ziehen bzw.
wegstecken und schießen, Oberkörperangriffe ausführen, treten und den
Focus einsetzen. Die Anzeigen in dem Spiel beschränken sich auf das
notwenigste und so wird auch nur eine Focus-Anzeige, die Gesundheit und die
aktuelle Waffe angezeigt. Die Lebensleiste erneuert sich nach harten Kämpfen
von selber außer es sind Schlüsselszenen die alles von dem Spieler
abverlangen. Die Figur läßt sich sehr direkt steuern und selbst
komplizierte Bewegungen in Zeitlupe lassen sich sicher ausführen. Genauso
einfach ist das Zielen mit den unterschiedlichen Waffen. Sobald ein Gegner
einmal markiert ist wird das Fadenkreuz automatisch an dem aktuellen Gegner
festgemacht und die Kugeln treffen automatisch das Ziel.
Optisch eindrucksvoll sind die zahlreichen Actionsequenzen. Sie wurden im
Motion-Capturing-Verfahren aufgenommen. Unzählige Martial-Arts-Bewegungen
sind in dem Spiel eingebaut so das der Spieler eine riesige Anzahl von
unterschiedlichen Moves zu sehen bekommt. Diese gehen dann so weit das
Entwaffnung und anschließende Aktion mit der Waffe ineinander übergeht.
Filmtypische Szenen sind ebenfalls zu sehen. So kann die Spielfigur an der
Wand endlang laufen und dann mit einem Sprung einen Gegner zu Boden
schicken. Leider wurde diese Perfektion nicht auf den normalen
Bewegungsablauf übertragen. Die Charaktere bewegen sich zwar sehr
lebensecht, sogar beim sprinten, aber sobald sie mal einen Zaun hochklettern
müssen nimmt das sehr hohe Niveau der Animation ab. Trotz dieser kleinen
Schwachpunkte sind die Bewegungen sehr gelungen. Die Charaktere Ghost und
Niobe werden dabei sehr detailliert dargestellt und zeigen sogar sehr gute
Gesichtstexturen. Auch die Kleidung sieht sehr gut aus und so kann der
Spieler auf den Lederklamotten das Licht sehen was reflektiert wird. Die
Gegner allerdings werden mit weniger Sorgfalt dargestellt.
Die Umgebung wurde bei dem Spiel übrigens zum Teil mit einbezogen. So kann
der Spieler Scheiben eintreten, Kartons wegtreten aber auch Schränke
bearbeiten die dann sogar Schäden bekommen. Aber auch hier kommt ein
kleines aber, denn wenn man bei Spinden gegen eine Tür schlägt fallen
gleich mehre Türen aus der Halterung, obwohl die Figur diese nicht berührt
hat. Über dieses kleine Manko kann man getrost hinweg sehen. Ebenfalls
positiv sehen Explosionen und spezielle Effekte bei der Zeitlupe aus, wie
z.B. bei den Kugeln - wenn sie verlangsamt durch die Luft fliegen. Trotz
aller Qualität kommt das Spiel nicht ganz an den Glanz von Splinter Cell
heran. Das liegt zum Teil auch daran das die Level manchmal ein wenig trist
wirken. Mit Licht und Schatteneffekten wurde aber auch hier gearbeitet, auch
wenn es nicht an das Referenzspiel heranreicht. Dafür bekommt der Spieler
zahlreiche Zwischensequenzen zu sehen die man wirklich nicht verpassen
sollte. Noch besser als die gute Grafik ist der fast perfekte Sound zu
nennen. Die Sprachausgabe wird von den Darstellern in einer genialen Qualität
wiedergegeben - allerdings nur in englischer Sprache. Die Umgebungsgeräusche
stehen da um nichts nach und so kann sich der Spieler auf ein schönes
Ambiente freuen.
Unterschiedliche
Versionen:
Wie schon oben erwähnt wird das Spiel Enter the Matrix für den PC, Xbox,
Playstation 2 und Gamecube erscheinen. Wir konnten uns jetzt die drei
Konsolenversionen ansehen. Inhaltlich sind alle drei Versionen identisch.
Der größte Unterschied ist bei der Optik zu finden. Besonders groß ist
dieser aber nicht, da als Entwicklerplattform die Playstation 2 herhalten
durfte. Trotzdem kommen die Texturen bei der Gamecube- aber auch in der Xbox
Version besser rüber. Daher ist das optisch schwächste Spiel bei der
Playstation 2 zu finden, was auch an den berühmten Treppeneffekten liegt,
die hier am deutlichsten zu sehen sind. Diese Version ist aber trotzdem sehr
gut und daher stellt es keinen spielerischen Nachteil da, wenn man das Spiel
auf Sony´s Konsole sieht. Ansonsten ist die Menueführung bei allen drei
Spielen identisch genauso wie die Aktionsmöglichkeiten. Naturgemäß ist
die Tastenbelegung auch nicht hundertprozentig gleich aber mit allen drei
Spielen wird der Käufer wunderbar zurecht kommen. Rundum kann man wohl ohne
Probleme feststellen das es eigentlich egal ist welche Version des Spiels
man spielt. Die Qualität und die Inhalte sind bei allen drei Konsolen
gleich gut.
Fazit:
Das Spiel dürfte wohl ein neuen Maßstab im actionreichen Gameplay
darstellen. Noch nie konnte man so viel mit seiner Spielfigur machen. Alle
Bewegungen sehen dabei so realistisch aus, das man schon fast meinen könnte,
es handelt sich hierbei um den Film. Das liegt natürlich auch daran das die
Entwickler des Spiels sehr stark mit der Filmcrew zusammengearbeitet hat. So
entstand ein Spiel das sich vor keinem anderen Actionspiel verstecken muß.
Eine gute Story eingepackt in einem actionreichen Gameplay mit sehr guter
Animation und guter Optik machen das Spiel zu einem Highlight in diesem
Jahr. Diesmal kann man wirklich sagen das die Qualität des Titels auch in
dem Spiel steckt. Gerade die Slowmotion-Kämpfe machen wirklich Spaß und
nie wird man müde neues Moves heraus zu finden. Gut ist auch die
Abwechslung in den Kämpfen, da Ihr nicht nur Moves ausführen könnt,
sondern auch Waffen verwenden dürft. Dank der Verfolgungsjagden wird auch
genügend Abwechslung geboten, so das nie Langeweile aufkommt. Positiv fällt
auch auf, das Ihr das Spiel zweimal durchspielen könnt, denn je nach Wahl
des Charakters ändert sich der Spielablauf. So kann man als Ghost mal einen
Scharfschützen spielen während Niobe im Kampf gegen ein paar Bösewichtern
alles geben muß.
Da diese beiden Spielverläufe zur Verfügung stehen ist es auch nicht ganz
so schlimm das Enter the Matrix nur sieben Level und gerade mal pro Figur 8
Stunden Spielzeit bietet. Witzig ist dann auch noch das Ihr im Spiel
gesammelte Codes und Stichwörter in einem DOS-Eingabe-Modus eingeben könnt
um verschiedene Goodies freizuschalten. Rundum kann man sagen das dieses
Spiel eine würdige Umsetzung des Films darstellt und nicht nur ein muß für
Matrix-Fans ist. Allerdings kann man auch festhalten das nicht alles Perfekt
ist. Einige Macken muß der Spieler schon ertragen wie die Clipping Fehler,
verwaschene Texturen oder die etwas kargen Level. Insgesamt stören diese
technischen Mängel aber nicht das Gameplay. Es handelt sich hierbei halt
nicht um ein Spiel das technisch an Titel wie Splinter Cell heran reicht -
trotzdem wird Enter the Matrix nie langweilig und dank der guten Präsentation
ist es eine ideale Ergänzung zum Film. Wer Actionspiele mag und einige
technischen Probleme übersehen kann wird mit diesem Spiel zufrieden sein
und für uns ist Enter the Matrix auf jedenfall ein Pflichtkauf der in
keiner guten Sammlung fehlen darf.
Features:
- Tief gehende Story
- Packende Kampfszenen in nie dagewesenem Martial-Arts Stil
- Actionreiche Schiessereien
- Rasante Verfolgungsjagden
- Schwindelerregende Flugszenen
- Hacking in die Matrix
- Extra gedrehte Realszenen für das Spiel mit Original-Schauspielern
- Original Szenen des Kinofilms
|