Ubisoft bringt mit
Enchanted Arms das erste japanische Rollenspiel für Microsofts Xbox 360 auf
den deutschen Markt. Entwickelt wurde das Spiel übrigens von From Software, die bekannt wurden durch Spiele wie Armored
Core oder Otogi. Das Rollenspiel-Abenteuer bietet einzigartige Charaktere,
bizarre Kreaturen und eine fantasievolle Welt. Als Zauberlehrling Atsuma
durchleben wir die Entwicklung vom naiven Studenten zum mächtigsten
Hoffnungsträger der Menschheit. Wir konnten das Next-Generation-Rollenspiel
jetzt ausgiebig testen. Ob sich Genrefans auf dieses Spiel freuen können,
erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Natürlich kommt so ein Rollenspiel nicht ohne eine anständige Story aus. Der
Golem-Krieg ist der Name, den die nachfolgenden Generationen einem Konflikt
gaben, der vor 1000 Jahren stattfand. Die Golems waren während des Krieges
künstlich geschaffene Diener. Diese Zerstörungsmaschinen führen
gewissenhaft jeden Befehl ihres Besitzers aus, selbst nach seinem Tod.
Infolgedessen verwüsteten sie alsbald die gesamte Welt. Niemand der heute
lebenden Bewohner hat eine Vorstellung, worum der Kampf ging und warum der
Krieg überhaupt zustande gekommen war. Es ist lediglich bekannt, dass die
Golems eines Tages aufhörten zu funktionieren und die Zerstörung somit
endete. Die Menschheit baute eilig die Welt wieder auf und nutzte hierfür
eine Kombination aus Technik und Zauberei, der einzigen Magie, die sie nicht
verloren hatten. Allerdings gierten einige danach, die verloren geglaubten
uralten Kräfte wieder zu entdecken. Und so kam es, dass die Katastrophe des
Golem-Kriegs immer mehr in Vergessenheit geriet und die Menschen sich immer
mehr daran machte, sie erneut aufflammen zu lassen. Bevor wir uns nun in das
epische Abenteuer stürzen, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen.
Nachdem das Spiel gestartet wurde, wird ein ansprechendes Intro eingespielt.
Anschließend folgt das Hauptmenü mit den Menüpunkten "New Game", "Load Game" und
"Xbox Live". Wie Ihr evtl. unschwer erkennt, wurde das Spiel nicht
lokalisiert. Das Menü, alle Texte und die Sprachausgabe wurden in englischer
Sprache gehalten und so sollte der Spieler einige Englischkenntnisse
mitbringen. Kommen wir zurück zum Hauptmenü. Zum
einen kann der Spieler unter "Load Game" ein zuvor gespeichertes Spiel
fortsetzen. Außerdem dürfen wir eine Golemschlacht über Xbox-Live spielen.
Hier kann man dann auch eine Rangliste mit den
besten Spielergebnissen betrachten. Die meisten
werden sich allerdings erst einmal für den Singleplayerbereich
interessieren. Am Anfang bleibt uns selbstverständlich nichts anderes übrig,
wie ein neues Spiel zu starten. Nachdem wir auf den Menüpunkt "New Game"
geklickt haben, sollen wir noch die Game und Sound Optionen (u.a.
Sprache: Englisch oder Japanisch)
einstellen. Sind auch diese Einstellungen fertig, kann
das Abenteuer endlich beginnen. Der Spieler schlüpft nun in die Rolle des
aufgeweckten aber auch etwas dürftigen Studenten Atsuma. Enchanted Arms
spielt in einer Fantasywelt, in der es Städte wie Yokohama oder London City
gibt. In diesen Städten finden wir jede Menge Bewohner, mit denen wir reden
können. Die Leute geben häufig wertvolle Tipps und so sollte der Spieler
sich nicht scheuen, diese immer wieder anzusprechen. Wirklich leicht fällt das
einem nicht, denn minutenlange Gespräche sind die Folge. In den Ortschaften
kann der Spieler selbstverständlich auch auf Erkundungstour gehen,
allerdings sind die meisten Häuser nicht begehbar. Unser Held agiert auch
außerhalb der Ortschaften. Grundlegend muss man aber feststellen, dass alles
sehr linear und einfach aufgebaut ist. So etwas wie eine riesige frei
begehbare Welt, werden wir leider nicht vorfinden.
Damit der Spieler den Überblick nicht verliert, darf er eine nützliche
Minikarte nutzen. Hinzu kommt eine Komplettkarte, die wir separat aufrufen
dürfen. Daneben werden wir noch zahllose Kämpfe bestreiten. Das Kampfsystem
ist relativ einfach. Kommt es zu einer zufälligen Auseinandersetzung, wird
in den Kampfbildschirm gewechselt. Dieser besteht aus einem Kästchenfeld,
das in zwei Seiten unterteilt ist. Auf der einen Seite befindet sich unsere Party
und auf der anderen die Gegner. Rundenweise werden nun die Aktionen
ausgeführt. Ist der Spieler an der Reihe, so muss er als erstes seine
Figuren bewegen. Dabei sollte die jeweilige Reichweite berücksichtigt werden. Steht eine Figur zu weit weg, kann
diese spätere Aktionen nicht ansetzen. Ziel ist es dann auch noch, so viele
Gegner wie möglich zu treffen. Das schaffen wir allerdings nur durch
geschicktes ziehen unserer Spielcharaktere. Neben den normalen Attacken
können wir auch Heilzauber aussprechen und so angeschlagene Figuren heilen.
Außerdem darf der Akteur Items benutzen oder Beschwörungszauber verwenden.
Wie bei solchen Spielen üblich müssen wir während eines Kampfes diverse
Werte wie Healing Points, Ether Points, EX-Wert oder den Combobalken im Auge
behalten. Schließlich verbraucht eine Spielfigur - durch Aktionen
- Ether Points und wollen wir eine Beschwörung ausführen, wird ein hoher
EX-Wert benötigt. Die Extra-Anzeige füllt sich außerdem auf, wenn jemanden
einen Schaden zugeführt wird. Ist dann die Comboleiste gefüllt, dürfen alle
Partymitglieder einen Kombinationsangriff ausführen. Natürlich hat jedes
Teammitglied andere Fähigkeiten, die der Spieler geschickt einsetzen sollte.
Machen wir alles richtig, so sind die Gegner schnell besiegt und der Kampf
gewonnen. Ist die Schlacht dann beendet, wird unsere Truppe komplett
geheilt. Allerdings geschieht dieses nur, wenn genügend Vital-Punkte zur
Verfügung stehen. Zum Glück kann der Spieler teure Items verwenden, um diese
wieder aufzufüllen. Daneben gibt es noch Skillpoints, die unsere Statuswerte
erhöhen oder neue Fähigkeiten einbringen. Neben Erfahrungs- und
Fertigkeitspunkte erhalten wir oftmals auch nützliche Items. Brauchen wir
die Gegenstände nicht, so darf man diese in den obligatorischen Shops
verkaufen. Hier kann man außerdem nicht nur Gegenstände kaufen oder verkaufen,
sondern auch Zauberei benutzen - um Golems und Waffen herzustellen. Ein
Golem ist übrigens eine magische Puppe, die als Ersatz für menschliche
Arbeit gedacht ist. Er wird aus Core-Material und Gems hergestellt. Diese
Grundstoffe erhalten wir in den Schlachten oder Shops. Die Einheiten werden
grundlegend in Golem-Angriffs-Einheiten, Verteidigungs-Einheiten und
Rückgewinnungs-Einheiten unterschieden. Jeder Golem verfügt natürlich über
seine eigenen Fertigkeiten und Attribute. So erkunden wir nun die unterschiedlichen Landschaften bzw. Städte, führen
endlose Gespräche, erschaffen neue Waffen oder Golems und kämpfen alle Nase
lang gegen diverse Gegner. Wer ein wenig Abwechslung sucht, sollte auch mal
in das Casino gehen. Hier kann sich der Spieler mit verschiedenen
Minispielen wie Golem Battle, Bingo, Slot Game oder Roulette ausgiebig
beschäftigen.
Technik:
Enchanted Arms hat eine ganz ordentliche Grafik. Eine wirkliche Next-Gen-Optik werden wir
allerdings
nicht zu sehen bekommen. Wir agieren zum einen in netten Ortschaften. Diese
wirken allesamt etwas steril und leblos. Hinzu kommen weitläufige
Außenbereiche. Etwas besser sehen die Charaktere und Kreaturen aus, von
denen es gut 100 unterschiedliche gibt. Diese wurden nett modelliert und
animiert. Außerdem werden wir einige Effekte zu sehen bekommen. Bei den
Kämpfen wird dann noch ein wahres Grafikfeuerwerk abgefeuert. Es sieht schon
toll aus, wenn unsere Spielfiguren Angriffe ausführen. Der Sound
bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Zum einen wird eine passende Musik
eingespielt, die allerdings mit der Zeit nervt. Hinzu kommt, dass sich die
Musikstücke oft wiederholen. Ein wenig mehr Abwechslung wäre nicht schlecht
gewesen. Daneben werden viele passende Ingamegeräusche eingespielt. Die
Sprachausgabe ist grundlegend in Ordnung. Gute englische Synchronsprecher
verleihen den Charakteren eine Persönlichkeit. Allerdings dauern die
belanglosen Gespräche oftmals mehrere Minuten. Mit der Zeit werden diese
Dialoge zur wirklichen Qual. Etwas
schade ist ebenfalls, dass keine deutsche Übersetzung angeboten wird. Seid ihr
der englischen Sprache nicht mächtig, werdet Ihr wenig von der Story
mitbekommen. Zumindest dürft Ihr Euch auf ein deutsches Handbuch stürzen,
dass das Spiel und die Steuerung gut erklären. Mit der Steuerung kann man
gut leben. Die Charaktere lassen sich alle präzise lenken und selbst mit den
Menüs kommt man sofort klar. Da alles recht einfach gehalten wurde, werden
selbst Anfänger schnell in das Spiel einsteigen können. Recht fair ist auch
der Schwierigkeitsgrad. Dieser ist so ausgewogen, dass Anfänger aber auch
Genrekenner eine passende Herausforderung finden. Fasst man nun alles
zusammen, so kann die technische Seite - trotz diverser Kritikpunkte -
überzeugen.
Fazit:
Viele freuen sich bestimmt darüber, dass endlich ein japanisches Rollenspiel
auf der Xbox 360 erscheint. Allerdings müssen wir die Euphorie ein wenig
bremsen. Zum einen wird keine deutsche Übersetzung angeboten. Texte, Menüs
und die Sprachausgabe werden in Englisch wiedergegeben und so schauen Leute
- die der Sprache nicht mächtig sind - in die Röhre. Nur ein deutsches
Handbuch leitet Euch in das Spiel passend ein. Auch grafisch hätte man
einiges mehr aus dem Spiel rausholen können. Eine wirkliche Next-Gen-Grafik
werden wir leider nicht zu sehen bekommen. Nervig ist außerdem noch, dass
wir uns nicht wirklich frei in der Welt bewegen können. Ein nettes
Leveldesign ist zwar vorhanden, allerdings läuft das Spiel recht linear ab.
Dennoch ist nicht alles schlecht. Enchanted Arms hat auch viele gute Seiten.
Da wäre zum einen das nette Kampfsystem. Dieses bietet viele Möglichkeiten
und so sind spannende und vor allem taktische Kämpfe vorprogrammiert. Ebenso
können die vielen Charaktere überzeugen. Jeder hat eine andere
Persönlichkeit, welche auch gut herausgestellt wurden. Witzig sind dann noch
die Nebenbeschäftigungen - wie das Casino. Mit den Minispielen kann man sich
ebenfalls mehrere Stunden gut beschäftigen. Ebenso können die Xbox-Live
Battles einige Zeit unterhalten. Wer also auf klassische japanische
Rollenspiele steht und
mit ein paar Macken leben kann, der darf gerne zuschlagen. Sind Eure
Erwartungen nicht zu hoch, so werdet Ihr für gut 40 Stunden gut unterhalten.
Uns hat das Spiel eigentlich ganz gut gefallen und so können wir Enchanted
Arms allen Japan-Rollenspielfans zum Kauf empfehlen.
Features
- Schnell erlernbares Kampfsystem: Ein einfach zu bedienendes Interface, die
Möglichkeit Charaktere während eines Kampfes zu bewegen, sowie der Einsatz
von Distanzwaffen garantieren ein schnelles, actiongeladenes Gameplay.
- Tiefe Storyline mit über 50 Stunden Gameplay: Erleben Sie zusätzliche
Spieltiefe und erfahren Sie im Spiel mehr über alle neuen Charaktere. Das
Spiel bietet Ihnen die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wie und in welcher
Reihenfolge Sie die Levels mit jeweiligen Mehrfachzielen und Nebenmissionen
erledigen wollen.
- Freischaltbare Kreaturen & Wesen: Finden und schalten Sie über 75
spezielle Kreaturen frei, die Sie dann steuern und in Kämpfen als
Mitstreiter in ihrem Team einsetzen können. Jedes Wesen ist hinsichtlich
seines Aussehens, als auch seiner speziellen Fähigkeiten einzigartig.
- Online Duelle über XBOX Live®: Loggen Sie sich über das XBOX Live® Online
Gaming-Portal ein und fordern Sie andere Spieler zu spannenden Duellen
heraus. Wählen Sie Ihren besten Charakter und kämpfen Sie sich in der
Online-Rangliste an die Spitze.