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Einleitung:
Schon seit vielen Jahren kann das Genre der
Adventurespiele unzählige Gamer begeistern. Fast jeden Monat kommt ein Spiel
nach dem anderen auf den deutschen Markt. Die Spiele überzeugen nicht nur
durch viele anspruchsvolle Knobelrätsel und einer guten Story. Auch grafisch
können viele Games mit anderen Genres locker mithalten. Einen etwas anderen
Weg geht jetzt Daedalic und Xider mit dem Spiel Edna Bricht Aus. In dem
Point & Click-Adventure wird auf die etwas altbackene 2D-Optik vergangener
Tage gesetzt. Dass dieses Konzept allerdings das Gameplay herunterzieht,
können wir schon im Vorfeld ausschließen. Wir konnten uns das witzige und
ideenreiche Spiel ausgiebig ansehen. Ob sich eine Anschaffung nicht nur für
Old-School-Adventure-Fans lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Ein Point & Click-Adventure-Spiel braucht selbstverständlich eine anständige
Story. Wir schlüpfen in dem Spiel "Edna Bricht Aus" in die Haut der
titelgebenden Hauptheldin. Edna wacht ohne jede Erinnerung in der Gummizelle
einer Nervenheilanstalt auf. Wie ist sie hierher gekommen? Sie hat nicht die
leiseste Ahnung, doch eines ist sicher: Sie wird zu unrecht festgehalten und
muss ausbrechen! Immerhin fühlt sie sich geistig vollkommen gesund - auch
ihr sprechender Stoffhase Harvey stimmt ihr da vollkommen zu. Gemeinsam
wagen sie die Flucht und treffen dabei auf die skurrilen Mitinsassen, vom
Mann im Bienenkostüm bis zu den siamesischen Zwillingen Hoti und Moti. Doch
Dr. Marcel, der Leiter des Sanatoriums, lässt nichts unversucht, sie
aufzuhalten. Was hat dieser böse Mensch bloß mit Edna vor? Nach und nach
erinnert sich Edna an die Zeit vor ihrem Aufenthalt in der Zelle zurück.
Bevor wir nun in das Abenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von
vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint
das Hauptmenü. Hier kann der Spieler zum einen die spielrelevanten
Einstellungen vornehmen. Außerdem darf er einen zuvor gespeicherten
Spielstand aktivieren oder ein neues Spiel beginnen. Am Anfang bleibt uns
notgedrungen nichts anderes übrig, als ein neues Abenteuer zu starten. Wir
schlüpfen nun in die Haut von Edna. Sie wacht ohne Erinnerung in der
Gummizelle auf und muss flüchten. Schon stehen wir vor dem ersten Problem,
denn wirklich klar ist nicht, wie wir aus unserem Gefängnis entfliehen
sollen. Kommen wir also zu unseren Möglichkeiten. Das Spiel wird
genretypisch mit der Maus gesteuert. Mit unserem Cursor können wir unsere
Heldin an jede Stelle des Bildes bewegen. Am unteren Bildschirm sehen wir
außerdem eine Interaktionsleiste. Hiermit können wir auswählbare Gegenstände
ansehen, in unser Inventar packen oder benutzen. Außerdem darf man mit
vorhandenen Charakteren reden. Hinzu kommt unser Inventar, dass wir über
einen Tastendruck separat aufrufen.
Wie in klassischen Adventurespielen üblich, drückt der Spieler auf das Verb
in der Aktionsleiste und dann auf den Gegenstand oder die Person, mit der
man interagieren möchte. Allerdings hat der Hersteller auch an eine
nützliche Funktion gedacht. Jedem Gegenstand ist eine nahe liegende Aktion
zugeordnet. Mit einem Klick auf die rechte Maustaste wird diese dann direkt
ausgeführt. So erkunden wir in einem neuen Spielabschnitt erst einmal die
Umgebung. Wer jetzt nicht alles haarklein absuchen möchte, der darf eine
Hilfefunktion nutzen. Sobald der Spieler die Leertaste drückt, werden alle
wichtigen Orte im Bild durch einen Schriftzug kenntlich gemacht. So erkennt
jeder schnell, was wichtig bzw. spielrelevant ist. Alle Objekte werden nun
ausgiebig angesehen und gegebenenfalls in unserem Inventar verstaut. An den
dafür vorgesehenen Stellen im Spiel werden die Gegenstände dann passend
eingesetzt. Nötige Informationen erhalten wir dann durch die vielen
erfrischenden Dialoge. Reden wir mit anderen Personen oder Gegenständen, so
wird ein Dialogmenü aufgerufen. Hier dürft Ihr nun verschiedene
Gesprächsoptionen anwählen. Wir erhalten dadurch nicht nur interessante
Informationen oder Hinweise, sondern häufig kommt man auch nur durch diese
Unterhaltungen im Spiel weiter. Außerdem sind die Gespräche sehr witzig und
so führt man diese recht gerne. Das war aber bei weitem noch nicht alles.
Edna begibt sich im Spiel oft auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit.
Mit Hilfe von Harvey, unserem getreuen Stoffhasen, kann sie sich an
bestimmten Stellen im Spiel tempomorphen (eine Art Zeitreise) und erfährt so
mehr über die Zeit vor ihrem Aufenthalt im Irrenhaus. In diesem Modus ändert
sich die Benutzerführung des Spiels ein wenig. Zum einen kann man zwischen
Edna und Harvey wechseln. Manche Aufgaben im Spiel lassen sich nur lösen,
wenn unsere Helden zusammenarbeiten. Allerdings kann der Hase keine
Gegenstände einsammeln, sondern nur Gesprächsthemen in seine Leiste ziehen.
Bei Edna angekommen werden diese Themen dann aufgegriffen, was
schlussendlich neue Fähigkeiten frei schaltet. So
erkunden wir nun die diversen Orte, suchen diese nach wichtigen Sachen ab,
reden mit Leuten, reisen in die Vergangenheit, erlernen neue Fähigkeiten,
lösen eine Aufgabe nach der anderen und folgen der witzigen Story.
Technik:
Bei der technischen Seite erwartet jetzt nicht zu viel. Da wäre zum einen
die Grafik. Wir werden recht spartanische Hintergrundbilder zu sehen
bekommen, die nur wenige Details beinhalten. Zumindest muss man dem Spiel
zugestehen, dass der Grafikstil recht gut gelungen ist. Vor allem die
diversen Charaktere können hier überzeugen. Auf einem ähnlichen Niveau
bewegt sich der Sound. Neben einer stimmungsvollen Musik, werden wir auch
vereinzelten Ingamegeräuschen lauschen. Hinzu kommen viele deutsche
Synchronsprecher, die den einzelnen Charakteren Leben einhauchen. Leider
muss man dazu sagen, dass nicht jede Stimme überzeugt. Oftmals sprechen die
Leute etwas überzogen. Nett ist allerdings der Humor im Spiel, der vor allem
bei den Dialogen zum tragen kommt. Viele witzige Gespräche können einen gut
am Bildschirm binden. Etwas nervig ist dann noch die Steuerung. Die
Schaltflächen und das Inventar sind zwar übersichtlich und ordentlich
aufgebaut, allerdings ist die grundlegende Bedienung recht umständlich. Wie
in früheren Zeiten muss man permanent Schaltflächen drücken, das Inventar
aufrufen und dann einzelne Aktionen ausführen. Was früher gut war, muss
heute noch lange nicht Spaß machen. Spätestens nach ein paar Stunden wünscht
man sich die Steuerung aktueller Adventurespiele zurück. Der
Schwierigkeitsgrad ist recht angenehm. Die Rätsel selber sind logisch und so
bleibt man nur selten im Spiel hängen. Fasst man nun alles zusammen, so kann
die Technik als solide aber auch verbesserungswürdig angesehen werden.
Fazit:
Edna Bricht Aus ist ein erfrischend anderes Point & Click-Adventure-Spiel.
Grundlegend kann das Old-School-Gameplay überzeugen. Der Grafikstil passt
zur Geschichte bzw. den verrückten Charakteren und dank einer ordentlichen
Portion Humor, kann das Spiel einen lange am Bildschirm binden. Natürlich
werden die optische Aufmachung und vor allem die etwas gewohnheitsdürftige
Steuerung nicht jeden ansprechen. Hat man sich allerdings damit abgefunden,
so kann man sich wunderbar bei den vielen Rätseln und Gesprächen auslassen.
Eine verrückte Story braucht wohl eine etwas andere Aufmachung und das der
Stil stimmig ist, kann man dem Spiel nicht absprechen. Wer also mit so einer
Zeichentrickgrafik klar kommt, nichts gegen eine etwas umständliche
Steuerung hat und klassische Comic-Adventures mit einer netten Story und
einem hervorragenden schrägen Humor mag, der darf beruhigt bei diesem Game
zuschlagen. Vor allem da der Anschaffungspreis von unter 35 Euro ebenfalls
sehr ansprechend ist. Uns hat das Game trotz kleinerer Kritikpunkte sehr gut
gefallen und daher können wir Edna Bricht Aus allen Fans von klassischen
Adventurespielen ans Herz legen.
Features:
- Ein Point&Click-Adventure, wie es klassischer nicht sein könnte - wie in
der guten alten Zeit der Adventure-Spiele
- Einzigartiger Comic-Stil, komplett von Hand gezeichnet und vollständig in
2D gehalten
- Skurrile, teils komplett durchgedrehte Charaktere - schräger Humor
garantiert!
- Extrem lange Spieldauer dank knackiger Rätsel, umfangreicher Dialoge und
über 120 begehbarer Räume
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