Obwohl das Spiel Earth
Defence Force 2017 schon seit geraumer Zeit weltweit erschienen ist, mussten
deutsche Gamer bis jetzt auf das Actionspiel warten. Endlich kommt das Xbox
360-Game über Koch Media auch bei uns in den Handel. Die erste kleine
Überraschung erlebt Ihr beim Kauf, denn das Spiel kostet noch nicht einmal
50 Euro. Wir konnten die fertige Xbox 360-Version jetzt ausgiebig testen. Ob
sich das Spiel für angehende Alienjäger lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Natürlich darf eine Rahmenhandlung nicht fehlen. Wissenschaftler entdeckten
rätselhafte Funksignale aus dem All und bewiesen damit, dass wir nicht
allein im Universum sind. Schon kurz danach wird die Erde von den
Außerirdischen besucht. UFOs tauchen in den Städten auf und riesige
Insekten fallen über die Menschen her. Wir müssen nun als Mitglied der Earth Defence Force (EDF) gegen die Bedrohung vorgehen. Bevor wir allerdings als
Insektenvernichter in die diversen Missionen starten, wollen wir erst einmal
ganz von vorne anfangen. Zu Beginn erblickt der Spieler das Hauptmenü mit
den Punkten "Neues Spiel", "Spiel fortsetzen" und "Kampfmodus". Letzterer
Punkt erlaubt es zwei Spielern einem Gefecht beizutreten. Dazu stehen alle
Waffen zur Verfügung die im Missionsmodus freigeschaltet wurden. Dieser ist
auch das Herzstück des Spiels. Bevor wir nun in eine Mission starten,
erscheint das EDF-Menü. Hier kann man neben dem aktuellen Spielstand sichern
auch seine Spielfigur ausrüsten. Das Spiel erlaubt es uns zwei
Ausrüstungsgegenstände mitzunehmen. Es wird bei den Waffen unterschieden in
Sturmgewehr, Gewehr, Scharfschützengewehr, Raketenwerfer, Suchraketenwerfer,
Granaten und Spezialwaffen. Von jeder Waffenart gibt es viele
unterschiedliche, die allerdings erst mit der Zeit zur Verfügung stehen.
Haben wir nun eine Ausrüstung gewählt, kann es endlich auf das Schlachtfeld
gehen. Wir spielen nun mit unserer Spielfigur aus der
Third-Person-Perspektive. Die Gegner finden wir in den frei begehbaren
Levels recht schnell durch eine nützliche Minikarte. Dabei stürmt nicht nur
ein Alien auf uns zu. Wenn die fiesen Widersacher auftauchen, dann gleich in
einem ganzen Rudel. Schlimmer ist noch, dass sie riesige Ausmaße annehmen.
Aliens in Form von Ameisen können mehrere Meter groß sein und kommen gleich
Dutzende auf uns zugestürmt, so ist der Bildschirm schnell gefüllt. Das war
allerdings nicht das einzige bedrohliche, was wir erblicken. Roboter wirken
genauso erschreckend, wie die monströsen Raumschiffe am Himmel. Es wird eine
interessante und vor allem bedrohliche Situation erschaffen, die einen
sofort am Bildschirm fesselt. Mit unseren mitgenommen Waffen gehen wir nun
gegen die Bedrohung vor. Wirklich sparsam muss der Spieler nicht mit seinen
Mordwerkzeugen umgehen, denn wir schöpfen aus einem unendlichen
Munitionsdepot. Einzig zum nachladen pausieren wir unser Dauerfeuer. Ist
dann eine Gruppe von Gegnern gesichtet, geht es mit unseren Kollegen direkt
auf sie zu. Jetzt wird geballert bis der Arzt kommt. Das ändert sich dann
auch in späteren Missionen nicht. Einzig, dass wir auch mal Fahrzeuge
besteigen können, sorgt für ein wenig Abwechslung. Dabei gönnt uns der
Hersteller neben Panzern und Mechs auch Kampfhubschrauber. Bei unseren
Kämpfen kommt es natürlich auch vor, dass wir Schaden nehmen. Wirklich
schlimm ist das allerdings nicht, denn in den Levels liegen unzählige Items
herum. Damit füllen wir dann unsere Gesundheitsanzeige wieder auf oder
erhöhen die Panzerung. In dem Spiel gibt es dann noch verbündete
Einheiten. Diesen darf man sogar einfache Befehle geben. So durchkämmen wir
nun die weitläufigen Areale, sammeln viele nützliche Items auf, suchen die
Heerscharen von Gegnern, die wir dann mit unseren ausgesuchten Waffen
martialisch niederstrecken. Ist eine Mission erfüllt, rüsten wir unsere
Spielfigur mit den aktuell zur Verfügung stehenden Waffen neu aus und
starten in ein weiteres actionreiches Level.
Technik:
Die Grafik ist zwar ganz nett, allerdings haut sie einen nicht
um. Wir agieren zum einen in großen Arealen, die mit vielen Objekten
ausgestattet wurden. Leider ist hier nicht alles zerstörbar, was wirklich
schade ist. Geht dann doch mal etwas kaputt, wird das recht plump
dargestellt. Vor allem wenn Bäume umfallen, kommt man ins Schmunzeln. Zumindest gönnt man uns viele Effekte und eine ansprechende
Texturqualität. Hinzu kommen authentische Städte und gut modellierte Aliens.
Wenn diese in Massen auftauchen, sieht das schon furchterregend aus. Leider
sind deren Animationen nicht sonderlich zeitgemäß. Vor allen wenn sie zu
Boden gehen, wirkt das sehr steif. Nett kommen außerdem die fetten
Raumschiffe rüber, die sich am Himmel befinden. Hierdurch wird ein gutes
Ambiente erschaffen, das an B-Movies erinnert. Etwas Schade ist dann noch,
dass es viele grafische Macken gibt. Vor allem die Clippingfehler nerven mit
der Zeit. Der Sound kann mit der Grafik gut mithalten. Immer wieder werden
deutschsprachige Funksprüche eingespielt. Hinzu kommen dann noch
minimalistische Ingamegeräusche und ansprechende Waffeneffekte. Die
Steuerung ist leider auch ein zweischneidiges Schwert. Sind wir zu Fuß
unterwegs, kann man alle Aktionen sicher ausführen. Unsere Spielfigur
reagiert direkt auf unsere Anweisungen und selber das Zielen
und
Abfeuern der Waffe klappt auf Anhieb. Sind wir dann aber mit Fahrzeugen
unterwegs, müssen wir uns mit einer sehr schwammigen Lenkung
auseinandersetzen. Vor allem bei dem Hubschrauber dauert es lange, bis man
wirklich gut mit ihm klar kommt. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht sonderlich
hoch. Die Aliens verhalten sich strohdumm und dank vieler Items, wird man
kaum das zeitliche segnen. Fasst man
nun alles zusammen, so kann die Technik - trotz diverser Macken - grundlegend
überzeugen.
Fazit:
Earth Defence Force 2017 ist kein wirklicher Überflieger. Das Missionsdesign
wiederholt sich sehr oft und das Gameplay ist äußerst
monoton. Hinzu kommen viele Grafikfehler und eine etwas nervige
Fahrzeugsteuerung. Auch bei der Optik und dem Sound hätte man sich ein wenig
mehr gewünscht. Der Spielumfang ist ebenfalls nicht sonderlich groß. Schon nach wenigen
Spielstunden ist das Ende erreicht. Allerdings muss man auch den
Anschaffungspreis sehen. Für das Geld kann man keinen Genreprimus
erwarten. Allerdings hat das Spiel auch viele gute Seiten, die man nicht
verachten sollte. Der unkomplizierte Ballerspaß kann einen - durch die netten
Levels und die monströsen Gegnermassen - lange am Bildschirm binden. Außerdem
ist ein nettes B-Movie-Ambiente vorhanden. Es sieht schon cool aus, wenn die
Ufos am Himmel kreisen und Armeisen an den Hochhäusern klettern. Wer dann
noch mit einem Freund zusammen spielt, wird kaum noch das Tageslicht
erblicken. Wer also unkomplizierte Ballerorgien mag, keine anspruchsvolle
Story oder Gameplay braucht und kurzweilige Spiele nicht scheut, der wird
viel Spaß mit dem Spiel haben. Nimmt man dann noch den moderaten
Anschaffungspreis, so kann man das Spiel kaum noch liegen lassen. Auch wenn
vieles nicht Perfekt ist, hat uns das Game ganz gut gefallen und daher
können wir Earth Defence Force 2017 allen Genrefans ans Herz legen. Sind
Eure Erwartungen nicht allzu hoch, so werdet Ihr einen Kauf nicht bereuen.
Features:
- Dutzende durchschlagskräftige Waffen mit bis zu 170 verschiedenen
Kombinationen
- Über 50 atemberaubende Missionen in unterschiedlichen Umgebungen
- Gigantische Gegner wie Rieseninsekten, Roboter und Dinosaurier
- Bis zu 2 Spieler gleichzeitig