|
Einleitung:
China steht im Mittelpunkt
des 3D-Echtzeit-Strategiespiel Dragon Throne. Um genauer zu sein versetzt
das Spiel von Modern Games die Strategiespielfans in das alte China, wo drei
Herrscher um die Kontrolle des Landes kämpfen. Der Spieler kommandiert drei
Armeen in Echtzeit-Schlachten, um das Land zu vereinen. Ob das Spielprinzip
mit einer historischen Story Fans des Genre ansprechen kann erfahrt Ihr in
unserem Review.
Zum Spiel:
Wir befinden uns in China des 14. Jahrhunderts. Diese Epoche dient als
Hintergrund für epische Auseinandersetzungen. Das Land ist in drei
Königreiche gespalten. Die Herrscher Liu Bei, Sun Quan und Cao Cao schicken
sich in turbulenter Zeiten an, dem Land die Einigung zu bringen, die
Jahrhunderte überstehen soll. In drei Kampagnen soll nun der Spieler auf
unterschiedliche Pfade das Schicksal des Landes bestimmen. Dragon Throne
vereint chinesische Kunst in Kampf und Strategie mit Gameplay und Steuerung
eines modernen 3D-Echtzeit-Strategiespiels. Die Handlung lehnt sich hierbei
an real existierende Figuren der Historie an. Die Story in Dragon Throne:
Battle of Red Cliffs hat ihren Ursprung in dem Roman Romanze der Drei
Königreiche. Kommen wir nun zum Spiel. Nachdem Dragon Throne gestartet wurde
werden wir durch ein ansprechendes Intro auf das Spiel eingestimmt.
Anschließend befinden wir uns im Hauptmenü. Hier findet Ihr u.a. die Punkte
Einzelspieler, Mehrspieler und Optionen. Unter Optionen dürfen wir alle
spielrelevanten Einstellungen vornehmen.
Neben dem Multiplayermodus, indem wir über LAN oder Internet mit anderen
spielen können, steht vor allem der Einzelspielermodus im Mittelpunkt. Hier
darf der Spieler dann z.B. "Neue Kampagne" anwählen. Anschließend wird der
Schwierigkeitsgrad bestimmt. Nun dürfen wir ein Hauptcharakter bestimmt, den
wir spielen möchten. Sollte der Spieler im Modus "schwer" alle Aufträge des
Kriegsherrn erfolgreich beendet haben, wird zusätzlich ein sehr schwerer
Schwierigkeitsgrad verfügbar. Anschließend beginnt die Kampagne. Daneben
gibt es noch den Spielmodus Mission. In diesem Modus können wir vorhandene
Missionen einzeln spielen. Bevor wir aber richtig in das Spiel einsteigen
widmen wir uns erst einmal dem Trainingsmodus zu. Hier können Anfänger das
Spiel kennen lernen. Hat man dieses hinter sich gebracht kann man ohne
Probleme die Kampagne angehen.
Im Spiel angekommen stehen zwei grundverschiedene Charaktere zur Verfügung.
Zum einen diverse Krieger und die Bauern. Diese werden benötigt um die
notwenigen Rohstoffe einzusammeln. Der Spieler muss darauf achten das die
Bauern den diversen Gebäuden zugewiesen werden. In denen ist Platz für fünf
Leute die dann für das Gebäude die Arbeit erledigen. Hinzu kommt noch das
sie unterschiedliche Berufe ausüben können. So kann man Bauern zu
Feldarbeitern aber auch zu Schweinezüchtern bestimmen. Wenn alles richtig
eingestellt wurde werden die fleißigen Helfer Holz hacken, Felder anlegen,
Schweine züchten, Erz abbauen, Wein herstellen und so weiter. So können die
nötigen Ressourcen beschafft werden um alle Baumaßnahmen zu tätigen. Die
Gebäude sind hierbei recht weit greifend. Von Wohnhäusern über Waffenkammern
bis hin zu Forschungseinrichtungen ist alles vorhanden. Grundlegend gilt für
das Spiel, genauso wie bei anderen Genrevertretern, erst Rohstoffe sammeln
um dann nötige Gebäude zu bauen, Forschung betreiben und genügend Einheiten
erschaffen. Mit diesen kann man dann defensiv sein Lager schützen oder
offensiv gegen Gegner vorgehen. Feindliche Lager benötigen dann noch
stärkere Einheiten wie unsere Bogenschützen, Schwertkämpfer usw., so dass
wir nötige Belagerungswaffen unbedingt haben müssen. Nun muss der Spieler
die richtige Mischung aus Wirtschaft und Kriegführung finden.
Nachdem Ihr Eure eigene Stellung gut abgesichert habt ist die Zeit der
offensive gekommen. Nun kommen die unterschiedlichen Einheiten und
Belagerungswaffen zum Zuge. Schwertträger, Bogenschützen und Lanzenträger
sorgen dafür, dass die Kriegsgeräte ungestört ans Haupttor der gegnerischen
Festung fahren können. Schafft man das Tor einzureißen darf der Spieler mit
allen Einheiten ins feindliche Lager eindringen und dieses zerstören. Ist
der Widerstand zu groß könnt Ihr auch mit Hilfe von Sturmleitern über die
Mauer klettern und so Einheiten auf die andere Seite schaffen. Wie in
anderen Spielen aus diesem Genre sind diese Geräte aber erst verfügbar, wenn
die Forschung diese Entwicklungen entdeckt hat. Ganz witzig ist dann noch
die Tatsache das Fußtruppen auf gefangenen oder selbst gezüchteten Pferden
zu Reitertruppen aufsteigen können. Allerdings muss man dazu sahen das es
einiges an Arbeit bedeutet bis man eine komplette Truppe so ausgestattet
hat. So agieren wir nun in den unterschiedlichen Missionen bzw. Kampagnen.
Technik:
Ein wenig gewohnheitsbedürftig ist die Karte. Das Spiel verwendet eine ganz
eigene Aufteilung. Jedes Lager liegt in einer eigenen Karte die durch ein
Gebäude betreten werden darf. Anschließend trifft man, nach ein wenig
Gelände, eine vorhandene riesige Mauer mit einem Tor. Dahinter befindet sich
dann das jeweilige Lager mit den Gebäuden. Die Eingänge zu diesen
Lagerkarten liegen auf einer separaten Karte auf denen man offene
Feldschlachten ausführen kann. Bis der Spieler mit diesen Karten klar kommt
vergeht einige Zeit. Ein wenig kompliziert ist auch die Steuerung der
schweren Kriegsgeräte. Bis der Spieler erst einmal einen Leiterwagen so
ausgerichtet hat, dass er Truppen rüber schicken kann vergeht einiges an
Zeit. Mit einiger Übung klappt das dann auch mal, was aber nicht bedeutet,
dass wir Truppen rüber schicken können. Da auf der anderen Seite feindliche
Truppen sind, schießen diese wacker das Krieggerät ab, bevor wir dieses
nutzen können. Da die Verteidigung immer recht stark ist hilft nur eins -
der Spieler muss Masse schicken um das Bollwerk zu stürmen. Dadurch geht der
taktische Aspekt sofort unter. Probleme gibt es dann auch bei den offenen
Feldschlachten. So können eine kleine Gruppe von Bogenschützen ganze Heere
aufreiben. Hier muss man klar sagen, dass das Gleichgewicht der Einheiten
nicht stimmt.
Aber nicht alles ist schlecht. Ansonsten lässt sich das Spiel genauso gut
steuern wie genreübliche Spiele. Auch die anderen Funktionen wie z.B. die
der Gebäude sind so angelegt, dass jeder sich sofort damit zurecht findet.
Daneben kann die Vielfalt an Gebäude, Einheiten und Features überzeugen.
Außerdem ist auch eine recht nette Story vorhanden, die zum weiterspielen
motiviert. Ein wenig wird dieses allerdings durch die Stimmen vermiest.
Diese sind einfach zu überzogen. Dank vieler chinesischer Begriffe merkt man
schnell, das sich der Sprechern nicht wohl fühlt. Der restliche Sound ist
dagegen recht gut gelungen. Je nach aktueller Kartenansicht wird ein
passender Ton eingespielt der immer zur Situation passt. Bei der Musik
findet man überhaupt keine Kritikpunkte, da dieser perfekt zum Spiel passt.
Nicht ganz so gut fällt die Grafik aus, die zwar alles gut wiedergibt aber
ein wenig veraltet rüber kommt. In der heutigen Zeit erwartet man ein wenig
mehr. Zumindest wird man Wettereffekte und kleine Details wie Tiere erleben
können, die ein wenig über das öde Ambiente hinweghelfen. Die Animationen
dagegen sehen wieder ganz gut aus. Vor allem die Pferde werden sehr
detailliert dargestellt. Problematisch ist dann noch, die Einheiten
auseinander zu halten. Fasst man seine eigenen Truppen zusammen verschmelzen
sie in einen großen Haufen. Der Spieler braucht erst gar nicht versuchen
einen bestimmten Kämpfer anzuklicken. Genauso problematisch ist das
zusammentreffen mit gegnerischen Truppen. Die Einheiten unterscheiden sich
nur durch einen leichten farblichen Unterschied in der Kleidung. In einer
hektischen Schlacht kann das zum Chaos führen. Leider muss man feststellen
das Dragon Throne technisch durchwachsen ist, obwohl viele gute Ansätze zu
sehen sind.
Fazit:
Dragon Throne: Battle of Red Cliffs muss man zweigeteilt betrachten. Zum
einen bietet es eine interessante und authentische Geschichte die fesseln
kann. Diese wird aber durch die Sprecher schlecht rüber gebracht. Viel zu
verkrampft versuchen diese die Story zu vermitteln. Dadurch geht viel
Atmosphäre verloren. Das Gameplay ist genreüblich angelegt, so dass
erfahrene Spieler schnell mit der Spielweise klar kommen. Leider ist aber
die KI der Gegner nicht besonders groß. Dann geht der taktische Aspekt auch
noch ein wenig unter, da man gegen die guten Befestigungen nur ankommt, wenn
man eine große Masse von Einheiten rüber schickt. Mit kleinen Stoßtrupps
kann der Spieler nur wenig ausrichten. Optisch ist leider auch nicht alles
perfekt, da vieles ein wenig veraltet bzw. öde aussieht. Trotzdem wird so
manches wie Gebäude oder die Pferde gut wiedergegeben. Insgesamt gesehen
kommt das Spiel optisch nicht an die Topspiele heran, so dass es sich im
Mittelfeld einordnen muss. Fasst man alles zusammen ist das Dragon Throne
ein gutes Spiel was aber durch die Technik ein wenig abgewertet wird. Trotz
der diversen Kritikpunkte macht das Spiel aber Spaß. Vor allem die Spieler
die mal ein historisch genaues Spiel sehen wollten werden hier auf ihre
Kosten kommen. Sieht man dann den Anschaffungspreis von gerade mal 29,99
Euro sieht die Sache ein wenig anders aus. Dann wird schon wieder sehr viel
für das Geld geboten.
|