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Einleitung:
Hack & Slay-Rollenspiele
gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Um sich von der breiten Masse
abzusetzen, muss ein Genrevertreter so einige Neuerungen mitbringen. Ein
recht interessanter Titel kommt jetzt über Koch Media auf den deutschen
Markt. Es handelt sich dabei um das Sky Fallen-Spiel Dawn of Magic. Wir
konnten uns das neuste Action-Rollenspiel ein wenig genauer ansehen. Ob sich
die PC-Version für Genrefans lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Genretypisch kommt so ein Spiel nicht ohne eine Story aus. Der unsterbliche
Modo wurde seiner Macht beraubt und zur Erde geschickt, um als Sterblicher
für seine Verbrechen im Jenseits zu büßen. Der sterbliche Modo ist über
diese Erniedrigung so verärgert, dass er beschließt, nicht nur all seine
ursprüngliche Macht wiederzuerlangen, sondern stark genug zu werden, um die
Erde ein für alle Mal auszulöschen, damit er nie wieder auf so profane Weise
bestraft werden kann. Als Held dieser Geschichte muss der Spieler Modos
abscheuliches Vorhaben verhindern und ihn endgültig vernichten - oder Modo
dabei helfen, seinen Plan in die Tat umzusetzen und die Erde auszulöschen.
In diesem mittelalterlichen Fantasy-Universum, wo die Zauberkunst zum Alltag
gehört, arbeitet der Spieler sich vom einfachen Handlanger zum mächtigen
Erzmagier hoch. Bevor wir allerdings in das actionreiche
Abenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem
das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint das obligatorische
Hauptmenü. Hier findet man die Menüpunkte Einzelspieler, Netzwerkspiel, Tutorial und Optionen. Unter zu letzt genannten Punkt darf der Spieler alle
spielrelevanten Einstellungen wie Grafik, Audio, Spiel-Einstellungen, Kamera
und Steuerung anpassen. Bevor Ihr Euch in ein erstes Spiel stürzt, sollte
jeder das Tutorial durchspielen. Dieser Übungsbereich ist eine kurze
Mission, in welcher Ihr schnell die Grundlagen des Spiels erlernt. Im
Anschluss werden die meisten erst einmal in den Singleplayermodus wechseln.
Bevor es losgeht, müsst Ihr allerdings noch ein Profil erstellen. Zur
Auswahl stehen vier Spielcharaktere, die selbstverständlich alle andere
Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen. Außerdem sollen wir u.a. der Figur
einen Namen geben und die Gesinnung (Gut/Böse/Neutral) bestimmen. Jede
dieser Gesinnungen steht übrigens für ein anderes Ziel, das der Spieler
verfolgt. Sind alle Einstellungen beendet, kann das actionreiche Spiel
endlich beginnen. In der virtuellen Welt wird unsere Spielfigur immer wieder
auf Gegner treffen, die uns an den Kragen wollen. Diese werden genretypisch
mit diversen Nah- und Fernkampfwaffen niedergestreckt. Hinzu kommen zahllose
mächtige Zauber. Dabei verfügt jede spielbare Klasse über andere
Fähigkeiten. Wirklich anders spielen sich diese allerdings nicht, denn wir
können unsere Figur später in jede erdenkliche Richtung weiterentwickeln.
Durch die Auseinandersetzungen erhalten wir obligatorische Erfahrungspunkte,
die unseren Charakter weiterentwickeln.
Das Abenteuer selber beginnt in einer Zauberschule, in der es erst einmal
gilt, einige Aufträge zu erledigen. Sind diese abgeschlossen, muss man sich
für diverse Magieschulen entscheiden. Von Luft- über Feuer- bis hin zu
Lichtbeschwörungen ist alles vorhanden und so steht es uns komplett frei, mit
welchen Zaubersprüchen wir weiterspielen möchten. Hinzu kommt später noch,
dass wir Zauber kombinieren können, wodurch besonders starke Zauber
entstehen. Durch die 12 verfügbaren Magieschulen sind übrigens 96
kombinierbare Zauber möglich. Allerdings klappen nicht alle Kombinationen, denn die
Magiesprüche werden in Primär- und Sekundärzauber unterteilt.
Die mächtigen Zauber darf man dann noch auf Tasten legen. So kann der Akteur
schnell drauf zurückgreifen. Im Mittelpunkt des Spiels stehen die
Aufträge bzw. Quest, die wir von diversen NPC erhalten. Gut 600 dieser
Figuren in über 100 Schauplätzen sorgen für genügend Abwechslung. Bei den
Unterhaltungen erfahren wir auch vieles Wissenswertes. Die wichtigen Dialoge
werden übrigens in englischer Sprache und deutschen Texten wiedergegeben.
Weniger interessante Gespräche dürft Ihr dagegen nur über Texte nachlesen. Bei den
Aufgaben handelt es sich um genretypische Jobs. Mal sollen wir Gegenstände
einsammeln oder Botengänge absolvieren. Hierdurch werden wir dann die recht
große Spielwelt gut kennen lernen, in der es immer etwas zu entdecken gibt.
So sammeln wir z.B. viele Items auf. Hinzu kommen Waffen und
Rüstungsgegenstände. Die über 1500 sockelbaren Items lassen jedes
Sammlerherz schnell höher schlagen. Außerdem kann unser Held ein Handwerk
ausführen, Reparaturen durchführen und Gegenstände verzaubern. Mithilfe von
Runen verleihen wir Gegenständen magische Eigenschaften, wodurch diese noch
mächtiger werden. Handel wird in dem RPG ebenfalls groß geschrieben.
Schließlich kann man viele gefundene Items gewinnbringend veräußern. Mit dem
erhaltenen Geld werden dann bessere Objekte gekauft. Das war natürlich noch
nicht alles. Unsere Spielfigur darf sich auch Tätowierungen zulegen, wodurch
ebenfalls neue Charakterfähigkeiten hinzugefügt werden. So erkunden wir nun
die riesige Spielwelt, nehmen diverse Aufgaben bzw. Quest an, kämpfen gegen
eine Vielzahl von Gegner und bauen unseren Charakter immer weiter auf. Haben
wir den Einzelspielermodus beendet, kann man diesen außerdem - auf eine dann
zur Verfügung stehenden höheren Stufe - noch einmal durchspielen. Wer genug
vom Singleplayermodus hat, sollte sich auch mal im Mehrspielerbereich
versuchen. Über das Internet oder LAN kann man mit bis zu 16 Spielern Modis
wie Free for All, Team-Deathmatch, Capture The Flag, Markt oder Survival
spielen.
Technik:
Die Grafik ist leider nicht erstklassig. Wir agieren in einfach gehaltenen
Umgebungen, die nur wenige Details aufweisen. Wirklich prickelnd sind auch
die Licht- und Schatteneffekte nicht, die vor allem bei Bäumen sehr grob
wirken. Etwas besser sind die Bodentexturen ausgefallen. Hier werden wir
viele unterschiedliche und scharfe Flächen zu sehen bekommen. Ordentlich
kommen auch die Ortschaften rüber, die eine nette Architektur aufweisen.
Etwas grobmotorisch bewegen sich dagegen die Spielfiguren durch die
Spielwelt. Hier hätte man eindeutig mehr machen können. Zumindest wurden die
Figuren ordentlich modelliert. Wirklich entschädigt werden wir dann durch
die vielen Effekte, die vor allem bei den Magiesprüchen ein wahres
Grafikfeuerwerk auf den Bildschirm zaubern. Lobend erwähnen muss man auch,
dass alles sehr flüssig läuft. Selbst wenn viele Gegner auftauchen und
mächtige Zauber ausgesprochen werden, wird kein Ruckler zu sehen sein. Nimmt
man nun alles zusammen, so wird insgesamt ein nettes Ambiente erschaffen.
Etwas magerer ist der Sound. Eine ruhige und stimmungsvolle Musik ist zwar
vorhanden, diese passt aber nicht immer zum actionreichen Geschehen. Hinzu
kommen dann noch passend eingespielte Soundeffekte und eine englische
Sprachausgabe bei spielwichtigen Charakteren. Spieler die der Sprache nicht
mächtig sind, dürfen übrigens alles über deutsche Texte nachlesen. Die
Steuerung ist grundlegend sehr einfach. Allerdings wird das Gameplay
oftmals durch die Kamera gestört. Diese müssen wir ständig nachjustieren.
Wahlweise könnt Ihr auch eine vorgegebene Ansicht wählen, die allerdings
nicht immer alles im Blick hat. Hinzu kommt dann noch, dass durch die vielen
Zauber oftmals die Übersicht verloren geht. Bis man sich daran gewöhnt hat,
werden Stunden vergehen. Ansonsten folgt die Spielfigur unseren Anweisungen
sehr direkt. Allerdings erschwert das anklicken von Gegnern unser Leben.
Nicht immer wird nach einem Klick eine Handlung ausgeführt. Das dürfte in
der heutigen Zeit nicht mehr vorkommen. Etwas lieblos gestaltet sind leider
auch die Menüs. Vor allem das unübersichtliche Inventar nervt mit der Zeit.
Die KI der Gegner ist ebenfalls nicht sonderlich gut. Kaum ein Feind agiert
intelligent und so sind sie ein gefundenes Fressen für unsere Waffen.
Fazit:
Dawn of Magic ist eigentlich ein recht spaßiges Action-Rollenspiel. Viele
unterschiedliche Magieausrichtungen, kombinierbare Zauber und unzählige
Items lassen jedes Rollenspielerherz schnell höher schlagen. Hinzu kommen
ein recht einfaches Gameplay, eine flüssige Spielweise und eine lange
Spielzeit. Bis wir wirklich alles erledigt und erkundet haben, werden Wochen
vergehen. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte die stören. So sind die
Quests recht einfach und langwierig ausgefallen. Hinzu kommt, dass wir
eigentlich immer das gleiche machen. Selbst die Story haut einen nicht vom
Hocker und so muss man sich schon selber motivieren, um weiter zu spielen.
Zum Glück bietet das Spiel - durch das Charakteraufbausystem und die
Handlungsmöglichkeiten - einige Motivationsgründe, um bis zum Ende
durchzuhalten. Da stören die etwas mageren Menüs genauso wenig, wie die
gewohnheitsbedürftige Steuerung oder die eher langweilige Grafik. Wer also
über so manche Kritikpunkte hinwegsehen kann, gerne Hack & Slay-Rollenspiel
spielt und sich gut selber motivieren kann, der darf gerne bei Dawn of Magic
zuschlagen. Auch wenn nicht alles Perfekt ist, kann das Spiel über viele
Stunden an den Bildschirm fesseln und so lohnt sich auch der Kauf für
eisenharte Genrefans.
Features:
- Hochdetaillierte Charakter- und Gebäudemodelle, dargestellt in einer
leistungsstarken 3D-Grafikengine
- Über 1500 Gegenstände, ergänzt durch Runen, Schmiedekunst und
Verzauberungen
- 12 verschiedene Magieschulen mit 96 Zaubern
- Zusätzliche Multiplayer-Modi für bis zu 16 Spieler über LAN und Internet
- Action-RPG in einer riesigen Spielwelt
- 3 Gesinnungen, 3 Wege: gut, böse, neutral
- Mehr als 600 NPCs, mehr als 100 Schauplätze
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