Seid einigen Jahren sind
die Spiele der DTM Race Driver-Serie eine feste Größe auf aktuellen
Spielesystemen. Nach den ersten beiden Teilen kommt nun mit DTM Race Driver
3 das dritte Rennspiel dieser Reihe auf den deutschen Markt. Neben einer
Xbox und Playstation 2-Version wird es auch eine PC-Version geben. Bei dem
Spiel stehen natürlich nicht nur die Deutschen-Tourenwagen-Meisterschaften
im Mittelpunkt, sondern viele weitere interessante Rennserien sind
vorhanden. Wir konnten jetzt die Xbox und PC-Version, des neusten
Codemasters-Rennspiels, ausgiebig testen. Ob sich eine Anschaffung für
Möchtegernrennfahrer lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Grundlegend sind beide Versionen von DTM Race Driver 3 gleich. Vor dem Start
der PC-Version wird allerdings erst einmal ein Systemcheck durchgeführt.
Hierdurch wird die optimale Systemeinstellung ermittelt. Anschließend kann
sich der Spieler bei beiden Versionen ein einstimmendes Intro ansehen. Bevor
wir nun in das eigentliche Spiel starten, muss erst einmal ein Profil
erstellt werden. Anschließend erblickt der Akteur das Hauptmenü mit den
Menüpunkten: DTM Schnellstart, Welttournee, Profikarriere, Simulationsmodi,
Optionen, Extras und Profil wählen. Wie gewohnt kann der Spieler unter
Optionen alle spielrelevanten Einstellungen vornehmen, unter "Profil wählen"
ein bestehendes Profil aktivieren oder unter Extras nette Bonis ansehen. Wer
ein schnelles Rennen bevorzugt, sollte dafür in den Spielmodus DTM
Schnellstart gehen. Hier dürft Ihr mit unterschiedlichen Fahrzeugen an
diversen Rennen teilnehmen. Viel interessanter sind natürlich die anderen
Spielmodis. Der Welttournee-Modus steht am Anfang von allem. Wenn der
Spieler die Karriereleiter erklimmt, kann er mehr Fahrzeuge und Strecken
freischalten, die er dann in den anderen Spielmodis zur Verfügung hat.
Dieser Spielmodus bietet uns eine Motorsport-Karriere, die uns durch eine
Vielzahl verschiedener Meisterschaften führt. Unsere Karriere beginnt mit
der Chance, an einer der beiden folgenden Meisterschaften teilzunehmen: der
GT Lights oder dem Autosport Clio Cup. Wenn wir in diesen Meisterschaften
erfolgreich sind, können wir an weiteren Motorsport-Serien - wie der
britischen GT-Serie, der DTM und der VB Supercar Championship Series -
teilnehmen. Am Ende erhalten wir schließlich die Chance, für das
BMW-Williams F1-Team zu fahren. Dabei dürfen wir in den einzelnen Gruppen
frei auswählen, welche Rennen wir bestreiten wollen. Liegt uns z.B. ein
Fahrzeugtyp nicht, so lassen wir diesen einfach links liegen. Natürlich können wir nicht gefahrene Meisterschaften
zu jeder Zeit nachholen.
Begleitet werden wir in diesem Spielmodus von Rick unserem Manager. Zwischen
den Rennen hält er uns in nett gemachten Filmen (mit deutscher
Sprachausgabe) auf Trab. Außerdem stellt er sicher, dass wir bei den
Wettkämpfen das Beste aus uns rausholen. In den Rennen steht er über
Boxenfunk mit uns in Verbindung, informiert uns über Probleme und teilt uns
wichtige Informationen mit. Treten technische Schwierigkeiten auf, so können
wir unseren Rennwagen in der Boxengasse natürlich reparieren oder auftanken lassen.
Im Simulationsmenü dürft Ihr außerdem noch aus den Spielarten "Freies
Rennen", "Zeitfahren" und Multiplayer eine passende Spielart aussuchen. Bei
der Spielart "Freies Rennen" kann der Spieler jede beliebige Meisterschaft
durchspielen, die er vorher im Welttournee-Modus oder Profikarriere-Modus
freigeschaltet hat. In diesem Modus dürfen wir selber das kleinste Detail
der Meisterschaft bestimmen - z.B. die Rennstrecke, die verwendeten Regeln
und Flaggen, die Gegner, etc. Spieler die auf Rundenrekorde gehen wollen,
können sich dann noch unter Zeitfahren so richtig auslassen. Hier darf man
auf jeder beliebigen Strecke die Bestzeit knacken. Wollte Ihr lieber gegen
menschliche Spieler fahren, so begebt Ihr Euch einfach in den Multiplayermodus. Bei beiden Versionen könnt Ihr Euch ausgiebig mit anderen
menschlichen Spielern - in diversen Rennen - messen. Dann gibt es noch den
Profikarriere-Modus. Hier können wir eine Rennsportdisziplin wählen und jede
Meisterschaft mit den gesamten Rennregeln, Kalendern, Flaggen usw.
realistisch durchspielen. Gut acht unterschiedliche Disziplinen stehen in
diesem Bereich zur Auswahl. Für jede gewonnene Meisterschaft erhält der
Spieler einen Pokal. Diese Pokale können dann zum Freischalten von
zusätzlichen Bonus-Inhalten verwendet werden.
Da es sich bei diesem Spiel um eine Simulation handelt, werden wir in den
unterschiedlichen Spielarten auch Flaggen zu sehen bekommen. Von der gelben
Flagge - die ein Überholverbot anzeigt - bis hin zur diagonal unterteilten
schwarz-weiß Flagge - die bei unsportlichem Verhalten gezeigt wird - ist
alles vorhanden. Das war natürlich noch nicht alles. In den Modis
Zeitfahren, Freies Rennen und Profikarriere kann der Spieler dann noch sein
Fahrzeug tunen. Angehende Mechaniker dürfen in diesem Bereich den Antrieb
genauso bearbeiten wie die Übersetzung, Stabilisatoren, Gummimischung,
Bremskraftverteilung, Bodenfreiheit, Federung oder den Spur-
und Radsturz. In bestimmten Weltmeisterschaften sollen wir außerdem
verschiedene Fahrzeugteile upgraden. Ansaugsätze, Bremssätze und Nocken
stehen hier genauso zur Auswahl wie die Elektronik, Moto-Tuning oder der
Turbolader. So dürfen wir uns nun mit gut 75 Rennwagen auf über 80
Rennstrecken (Nürburgring, Laguna Seca oder Indianapolis Motor Speedway)
wagen. Dabei sind 5 Basis-Rennsportarten wie z.B. Klassiker (Oldtimer, …),
Tourenwagen (DTM), Formelsport (Formel BMW) genauso vorhanden wie 116
Meisterschaften. Singleplayerrennen machen bei dem Spiel übrigens genauso
viel Spaß wie Multiplayerduelle - mit bis zu 12 menschlichen Spielern. Hier
darf man natürlich auch in diversen Meisterschaften sein Können zeigen.
Allerdings raten wir jedem den Online oder LAN-Modus zu spielen, denn der
Splitscreen-Modus macht im Gegensatz dazu nicht sonderlich viel Spaß. Ihr
sehr schon das dieses Spiel alle Features bietet, die sich ein Rennspielfan
wünscht.
Technik:
Die technische Seite sieht bei beiden Versionen ganz gut aus. Vor allem die
diversen Strecken können überzeugen. Von asphaltierten Rennstrecken bis hin
zu matschigen Offroadpisten ist alles vorhanden. Dabei wurden die meisten
Strecken nach realen Vorbildern gestaltet. Auch optisch werden wir hier
einiges zu sehen bekommen. Die vielen Details neben der Strecke kommen
genauso gut rüber, wie die üppige Vegetation. Etwas meckern kann man
eigentlich nur bei den verwendeten Texturen. Diese sehen bei beiden Spielen
etwas detailarm aus. Etwas dürftig sind dann auch noch die Zuschauer. Diese
stehen leider leblos am Streckenrand herum. In der heutigen Zeit erwartet
man doch ein wenig mehr. Wirklich störend ist dieses allerdings nicht, denn
wir werden dafür bis zu 20 Fahrzeuge gleichzeitig auf der Strecke zu sehen
bekommen. Diese wurden übrigens wunderbar modelliert. Viele Details und Glanzeffekte
verzaubern das Auge und so wird man gut von den kleinen graphischen Macken
abgelenkt. Hinzu kommt ein tolles Schadensmodell, das von kleinen Kratzern
bis hin zu abgerissenen Stoßstangen alles zeigt. Es sieht schon toll aus,
wenn bei einem Crash Scheiben zerbersten oder ein Flügel abreißt. Mit den
übrigen Effekten kann man ebenso leben. Aus dem Auspuff schlägt schon mal
eine Flamme oder beim starken bremsen fangen unsere Reifen an zu rauchen und
hinterlassen eine meterlange Bremsspur auf dem glänzenden Asphalt. Das
Schadensmodell hat übrigens auch Auswirkung auf das Fahrverhalten unseres
Boliden. Von der defekten Radaufhängung bis hin zu Getriebeproblemen werden
wir die ganze Palette der Fahrzeugprobleme kennen lernen. Die Autos selber
lassen sich natürlich alle ein wenig anders fahren. Die Fahrphysik ist
wirklich vorbildlich und so fährt man gerne über die diversen Pisten. Mit
der KI der computergesteuerten Fahrzeuge kann man ebenfalls zufrieden sein.
Jedes Fahrzeug verhält sich anders und so hat jeder Gegner seinen
individuellen Fahrstil. Hinzu kommt, dass die CPU-Fahrer sich nur selten
unfair verhalten und so sind Unfälle meistens eine Folge unserer Fahrkünste.
Ganz nett sind auch die Soundeffekte. Die Motorgeräusche klingen genauso
realistisch wie die Unfälle und selbst mit den Sprechern kann man gut leben.
Zufrieden kann man auch mit den diversen Ansichten sein. Mit der
Außenperspektive, Motor-, Stoßstangenansicht oder der hinter der Auto Kamera
hat jeder Spieler alles im Blick. Die Steuerung ist sehr einfach ausgefallen
- auch wenn sich nicht jedes Auto gut fahren lässt. Probleme kommen
allerdings nur dann auf, wenn wir das Gaspedal zu sehr malträtieren und
nicht rechtzeitig auf die Bremse gehen. Hier muss man auch mal klarstellen,
dass dieses Spiel eine Simulation ist. Vollgasfetischisten werden also
öfters mal die Leitplanke kennen lernen. Außerdem müssen wir erwähnen, dass
man beide Versionen mit einem Pad spielen sollte. Klar kann man die
PC-Version auch mit der Tastatur spielen. Allerdings ist dieses nicht so
komfortabel wie mit einem ordentlichen Controller. Nutzt Ihr diesen, so
werdet Ihr den vollen Spielspaß erleben. Fasst man nun alles zusammen, so
kann man grundlegend mit der technischen Seite zufrieden sein. Es gibt zwar
ein paar kleinere Probleme aber diese stören kaum das Gameplay.
Fazit:
DTM Race Driver 3 ist ein tolles Rennspiel. Vor allem der Umfang - bei den Spielmodis
- haut einen fast vom Hocker. Viele unterschiedliche Fahrzeuge und
Strecken lassen jedes Rennspielherz höher schlagen. Da man immer wieder
andere Fahrzeugtypen - auf den vielen unterschiedlichen Strecken - steuern muss,
wird sehr viel Abwechslung angeboten. Hierdurch kommt nie Langeweile auf.
Kein Wunder bei der großen Modellvielfalt, denn andere Hersteller hätten
daraus gleich mehrere Spiele gemacht. Codemaster packt dagegen alles in ein
Rennspiel und gönnt uns so ein tolles Spielerlebnis. Fantastisch sind neben
der Vielfalt auch die Fahrphysik und das Schadensmodell. Dieses wirkt sich
sogar auf das
Verhalten des Rennwagens aus. Wir werden dadurch automatisch gezwungen
Unfälle zu vermeiden. Das war aber noch nicht alles, denn Bastelfreaks
werden durch den Tuningbereich ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Hinzu kommt
ein gelungener
Mehrspielerbereich. Online aber auch Offline macht das Rennspiel sehr viel Spaß und
so kommt man kaum von diesem los. Dabei werden Anfänger genauso gefordert
wie Genrekenner. Dank enorm vielen Spieleinstellungen kann jedes Rennen
individuell an die Fähigkeiten des Spielers angepasst werden. Wer also
aktuell ein vielseitiges und natürlich auch spaßiges Rennspiel sucht, darf
gerne zu DTM Race Driver 3 greifen. Uns hat das Rennspiel sehr gut gefallen
und daher können wir die Xbox- bzw. PC-Version ohne Bedenken zum Kauf
empfehlen.
Die wichtigsten
Features:
- 75 Rennwagen
- alles Original-Lizenzen: Mercedes W25 Silberpfeil, Audi A4 DTM,
BMW-Williams FW 27, Ford Focus, VW Touareg …
- 80 Rennstrecken, detailliert nachgebaut: Nürburgring, Adelaide
Straßenkurs, Shanghai, Istanbul Park-Kurs, Donington Park, …
- 5 Basis-Rennsportarten: Klassiker (Oldtimer, …), Tourenwagen (z. B. DTM),
Formelsport (z.B. Formel BMW), Oval (z.B. Indy Racing League), Offroad (z.B.
Baja Motocross)
- 116 Meisterschaften: DTM, Formel 1, Indy Car Serie, Kart
- Wahlweise extrem realistische Simulation oder einsteigerfreundlicher
Fun-Racer
- Hochauflösende Highend-Grafik mit neuesten Spezialeffekten: unter anderem
Spiegelungen, Schatten, riesige Sichtweite Extrem
- komplexes Physik- und Schadensmodell - simuliert sogar den
Reifenverschleiß, Gewicht der Tankfüllung und Windschatten
- Umfangreiche Multiplayer-Modi: Playstation 2 -> 1 bis 8 Spieler, PC und
Xbox -> 1 bis 12 Spieler