Simulationsspiele gibt es
wirklich viele auf dem PC. Mittlerweile wird fast jede Nische durch diverse
PC-Spiele abgedeckt. Jetzt bekommen auch Segelflugfans ein passendes Game
spendiert. Es handelt sich dabei um das Sniper-Spiel Condor
Segelflugsimulator. Dieses kommt übrigens über Koch Media auf den deutschen
Markt. Wir konnten die fertige PC-Version jetzt ausgiebig testen. Ob sich
das Segelflugsimulationsspiel für alle angehenden Möchtegernpiloten lohnt,
erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Bevor wir in die Lüfte steigen, wollen wir allerdings erst einmal ganz von
vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, muss ein
neuer Pilot angelegt werden. Dazu geben wir einen Namen, eine
Registriernummer und eine Wettbewerbsnummer ein. Es folgt das Hauptmenü mit
den Punkten Pilot, Flugschule, Freiflug, Multiplayer, Wiederholung,
Fluganalyse, Setup und Handbuch. Unter zu letzt genannten Punkt wird das
Handbuch als PDF-Datei aufgerufen. Obwohl das Spiel selber übersetzt wurde,
ist dieses nur als englische Version verfügbar. Ihr könnt allerdings
beruhigt sein, denn beim Kauf des Spiels erhaltet Ihr auch ein
deutschsprachiges Handbuch. Unter Setup dürft Ihr
außerdem die spielrelevanten Optionen wie Grafik, Ton, Netzwerk usw.
einstellen. Wer seine Pilotendaten ändern möchte, darf dieses unter Pilot zu
jeder Zeit machen. Nett ist auch der Bereich Wiederholung. Jeder Flug kann
aufgezeichnet und später angesehen werden. Hinzu kommt die Fluganalyse, wo
wir unsere Flüge bis ins kleinste Detail analysieren können. Bevor Ihr
allerdings diese Features nutzt, müsst Ihr erst einmal ins virtuelle Cockpit
steigen. Kommen wir nun zu den eigentlichen Spielarten. Da wäre zum einen
der Mutiplayerbereich. Hier wird es uns ermöglicht, über LAN oder das
Internet mit anderen menschlichen Piloten zu fliegen bzw. kleinere
Wettkämpfe auszutragen. Viel interessanter wird für die meisten Spieler
natürlich der Einzelspielerbereich sein. Diesen sollte man auch ausgiebig
durchspielen, bevor man sich mit anderen Gamern misst. Spielt Ihr zum ersten
mal Condor, so sollte jeder zu Beginn die Flugschule besuchen. Dieser
Bereich bringt uns alle nötigen Informationen näher, um das Fliegen zu
erlernen. Die Flugschule basiert dabei auf diverse Lektionen. Nach
informativen Texten kann man das Erlernte mit Übungen gleich ausprobieren
und so werden selbst blutige Anfänger schnell ein Segelflugzeug unter
Kontrolle bringen. Haben wir das Spiel grundlegend verstanden, kann es
endlich in den Freiflug-Modus gehen. Bevor es allerdings in die Luft geht,
erscheint der Flugplaner. Hier definieren wir unsere Flugaufgabe. Das
geschieht durch die Wahl des Startflughafens und durch späteres hinzufügen
der Wendepunkte.
Das war selbstverständlich noch nicht alles. Daneben kann der Gamer auch das
Wetter frei bestimmen und ein Segelflugzeug aussuchen. Hinzu kommen diverse
Spieleinstellungen, wodurch wir den anstehenden Flug komplett nach unseren
Wünschen gestalten können. Haben wir alles eingestellt, so kann es endlich
in das Cockpit gehen. Jetzt sollen wir die gestellte Aufgabe bewältigen. Das
ist natürlich nicht so einfach, denn das Spiel ist eine reinrassige
Simulation. Der Hersteller hat auf wirklich alles geachtet. Grundsätzlich
agieren wir im Segelflugzeug, wo wir alle wichtigen Instrumente erblicken.
Daneben gönnt man uns auch noch diverse Außenansichten. Im Flugzeug kann der
Spieler sich frei umschauen und gegebenenfalls an Instrumente heranzoomen.
Zahllose Hilfefunktionen wie eine Anzeige für Aufwinde erleichtern unsere
Arbeit. Wir sollen nun wirklich alles selber machen. Nachdem wir in die Luft
gezogen wurden, lösen wir die Verbindung zum Schleppflugzeug bzw. der Winde.
Im Anschluss übernimmt der Spieler das Ruder, mit dem er das Flugzeug frei
in der Luft steuert. Hinzu kommen Luftbremse, Flügel hoch/runter, Trimmer
und so weiter. Außerdem kann der Pilot Wasserballast abwerfen oder Rauch an
der Flügelspitze aktivieren. Klappt mal etwas nicht, so ist das kein großes
Problem, denn mit Hilfe einer Taste darf man sein Fluggerät sofort
reparieren oder an Höhe gewinnen. Die voreingestellten Wettereffekte wirken
sich selbstverständlich direkt auf das Flugverhalten aus, denn Ihr müsst die
Windrichtung genauso beachten, wie die Temperatur oder die Thermik. Dazu
beobachten wir unsere Umgebung. Wolken geben uns z.B. schnell Aufschluss
darüber, wo man aufsteigen kann und selbst die Topographie spielt eine
wesentliche Rolle. So versuchen wir nun unser Fluggerät recht lange in der
Luft zu halten und die gestellten Aufgaben zu bewältigen.
Technik:
Mit der technischen Seite kann man eigentlich gut leben. Im Vorfeld muss man
allerdings erwähnen, dass dieses Spiel schon auf einem 1 GHz-Rechner läuft.
Dementsprechend bewegt sich die Grafik auf einem guten aber nicht auf einem
Topniveau. Wirklich toll sind die Flieger, die viele Details zeigen. Äußere
Teile wurden nett animiert und so sieht man sich gerne das Segelflugzeug von
außen an. Gefallen hat uns auch das Cockpit, das alle wichtigen Instrumente
beinhaltet. Abwechslungsreich sind auch die Landschaften. Fliegen wir in
einer gewissen Höhe, werden die Bodenlandschaften recht gut dargestellt.
Kommen wir dem Boden allerdings näher, so wird der Detailgrad immer
schlechter. Sehr ansprechend ist auch der Sound. Viele eingespielte
Soundeffekte klingen sehr authentisch und so kommt schnell ein gutes
Ambiente auf. Die Kamera hat grundlegend alles im Blick. Viele
unterschiedliche Ansichten lassen das Gamerherz schnell höher schlagen.
Hinzu kommt eine frei einstellbare Cockpitansicht, die wir sogar zoomen
dürfen. Die Steuerung ist ebenfalls in Ordnung. Alle Aktionen lassen sich
sicher ausführen. Da es sich bei dem Spiel um eine Simulation handelt,
wurden notgedrungen viele Tasten belegt. Das bedeutet natürlich, dass wir
uns erst einmal in die vielen Möglichkeiten einarbeiten müssen. Hinzu kommt,
dass unser Fluggerät sehr direkt auf die Anweisungen reagiert. Es ist nicht
immer einfach den Segelflieger unter Kontrolle zu halten. Mit ein wenig
Übung klappen später
aber auch gewagte Flugmanöver. Fasst man alles
zusammen, so kann die Technik grundlegend überzeugen.
Fazit:
Condor wird nicht jeden Gamer ansprechen. Allerdings dürfte das keinen
Spieler
wirklich überraschen. Der Segelflugsport hat nichts mit Action oder
spannenden Wettkämpfen zu tun. Vielmehr wird hier der Sport in seiner ganzen
Bandbreite simuliert. Wir müssen auf das Wetter und Aerodynamik genauso
achten, wie auf unser Fluggerät. Das bedeutet notgedrungen auch, dass durch
die vielen Optionen Anfänger schnell überfordert werden. Wer sich nicht
lange mit dem Spiel beschäftigt, wird kaum gestellte Aufgaben
bewältigen. Alle anderen, die schon immer einmal ein virtuelles
Segelflugzeug besteigen wollten, kommen dagegen kaum noch vom Rechner los.
Das Fliegen macht nach einer gewissen Zeit wirklich Spaß, denn alles verhält
sich so, wie man es erwartet. Das liegt nicht nur an der guten Physik-Engine,
sondern auch am realistischen Schadensmodell. Etwas Schade ist eigentlich
nur, dass relativ wenig am Himmel los ist. Hier hätte man sich ein wenig
mehr Vielfalt wie Gegner bzw. Mitflieger oder Vögel gewünscht. Auch eine
zeitgemäße Grafik wäre nicht schlecht gewesen. Wer also keinen High-Endrechner hat und gerne mal am PC in einen Segelflieger steigen
möchte, der hat jetzt die Gelegenheit dazu. Seid Ihr Fan von lautlosen
Flügen und bereit einige Stunden in das Spiel zu investieren, so werdet Ihr
eine wirklich gute Simulation erhalten. Bringt Ihr allerdings keine Geduld
für das Spiel auf, so wird Condor schnell wieder von Eurem Rechner fliegen.
Features:
- Detailliertes Flugverhalten berücksichtigt Aerodynamik und
Wetterverhältnisse
- Verschiedene Spielmodi sorgen für maximale Abwechslung über den Wolken
- Liebevoll gestaltete Landschaften laden zu Rundflügen ein
- Multiplayer Modus für bis zu 32 Spieler