|
Einleitung:
Das spanische Entwicklerstudio Pyro hat
nun endlich den dritten Teil ihres erfolgreichen
Echtzeit-Taktik-Spiels Commandos fertig gestellt. Über Eidos kommt
das Spiel mit dem Titel Commandos 3: Destination Berlin auf den
Markt. Vor gut fünf Jahren wurde die Serie ins Leben gerufen und
schon damals sorgte das Spiel für große Begeisterungsstürme. Wir
konnten nun die aktuelle Version testen. Ob das Spiel die hohen
Erwartungen erfüllen kann erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Wer die alten Teile kennt wird schnell feststellen, dass sich an dem
Spielprinzip nichts geändert hat. Wieder übernehmen wir das Kommando
einer Spezialeinheit die in Echtzeit diverse Missionen erfüllen
muss. Für die unterschiedlichen Aufgaben stehen uns die 6
Elitekämpfergattungen Green Beret, Scharfschütze, Dieb, Spion,
Sprengmeister und Taucher zur Verfügung. Jeder Soldat hat
unterschiedliche Fähigkeiten die der Spieler sinnvoll einsetzen
sollte. So führen auch immer verschiedene Wege zum Ziel, so dass es
an dem Spieler liegt wie er die Aufgabe erfüllt. Wichtig ist nur
eins - das Ziel muss erreicht werden. Soll eine Zielperson
ausgeschaltet werden ist es für das Missionsziel egal, ob die Person
mit einer Giftspritze des Spions oder mit einem Schuss des
Scharfschützen stirbt. So ergeben sich auch unterschiedliche
Möglichkeiten die der Spieler herausfinden darf. Bevor der Akteur
aber ein Spiel beginnt sollte er erst einmal das Tutorial angehen.
Hier wird die grundlegende Steuerung und die Fähigkeiten einiger
Elitekämpfer erklärt. Durch klassische Übungen wird diese Erklärung
gefestigt. Hat man diese kleinen Missionen erfolgreich beendet fällt
der Einstieg in das Spiel leichter. Anschließend können wir uns
sofort in den Einzelspielerbereich begeben. Bevor es aber los geht
muss der Spieler noch sein eigenes Profil erstellen.
Commandos 3 bietet insgesamt 3 Kampagnen, 14 Missionen, 6
unterschiedliche Charaktere, 15 Waffen und 11 Gegenstände. Bevor es
los geht wird der Spieler erst einmal mit einer kurzen Story auf das
anstehende Geschehen eingestellt. In den Kampagnen soll der Spieler
in Stalingrad einen deutschen Scharfschützen erledigen, in
Frankreich Kunstgemälde aus einem fahrenden Zug retten und in der
Normandie die deutsche Armee sabotieren. Nachdem man nun den
Scharfschützen in Stalingrad erledigt hat passiert etwas
Unvorhersehbares. Zuerst überleben wir noch einen gegnerischen
Fallschirmjägerangriff bevor wir verraten werden und in
Gefangenschaft geraten. Am Ende der Kampagne sind wir in Berlin, wo
wir uns nun an den Verräter rächen sollen. Die drei Kampagnen mit
den einzelnen Missionen werden durch nette Zwischensequenzen
verbunden, so dass man nicht ohne Grund in die nächste Mission
geschickt wird. Unterstützt wird dieses mit deutscher Sprachausgabe
und deutschen Texten.
In den Missionen selber treffen wir auf diverse Wachen. Diese
agieren nun viel aufmerksamer und dynamischer als früher. So sollte
der Spieler öfters mal seine Position wechseln, weil er nie sicher
sein kann, wann eine Wache zu der Stelle kommt, wo er sich gerade
befindet. Dabei ist das richtige Timing sehr wichtig und so braucht
Ihr oftmals viele Versuche bis das Missionsende erreicht ist. Ein
weiterer Druck kommt auf da oft ein Zeitlimit besteht. So wird man
derart unter Stress gesetzt das man kaum Zeit hat in Ruhe die
Umgebung zu erforschen. Selbst Commandos Veteranen werden hier ihre
Schwierigkeiten bekommen. Zum Glück besitzt das Spiel aber eine
Schnellspeicherfunktion. Nach jedem Aktion darf der Spieler
speichern so das er sich Schritt für Schritt ans Missionsende
vorarbeiten kann. Trotz dieser Speicherfunktion ist das weiterkommen
nicht einfach denn die Gegner sind wirklich schlau. Schüsse werden
von nahen Wachposten genauso gehört wie die Tritte beim Laufen und
so muss immer die passende Methode gewählt werden um weiter zu
kommen. Die Gegner darf der Spieler durch verschieden Möglichkeiten
ausschalten. Zum einen dürfen sie getötet werden. Außerdem darf man
Wachen auch durch eine Giftspritze betäuben oder durch einen
Faustschlag niederstrecken. Diese müssen aber anschließend gefesselt
werden, da sie sonst wieder aufwachen und Alarm schlagen. Hinzu
kommt das der Spieler darauf achten sollte, wo die Körper liegen.
Werden diese von anderen Soldaten entdeckt alarmieren sie ihre
Kollegen und das Ende ist nah. Da wir aber die Gegner auch aufheben
und zur Seite schaffen dürfen kann man dieses umgehen. Neben dem
Einzelspielermodus können sich Spieler auch im Mehrspielermodus
messen. Hier stehen die beiden Spielvarianten Deathmatch oder
Flaggensammeln zur Verfügung. Diese Spielarten werden auf den
Spielfeldern der Solokampagnen ausgetragen.
Zur Technik:
Optisch wir ein wahres Feuerwerk abgefeuert. Das Spiel wird mit
einer sehr detaillierten Grafik präsentiert. Ist man in einem
Gebäude so wechselt die Außenansicht in eine Gebäude- Innenansicht.
Egal wo wir uns befinden immer sehen wir eine Grafik die viele
Details zeigt. Das fängt bei herumfliegendem Zeitungspapier an und
endet bei imposanten Gebäudefassaden. Alle Objekte wurden mit
wunderbaren Texturen ausgestattet. Hinzu kommen diverse Licht,
Schatten und Explosionseffekte die das Geschehen sehr realistisch
aussehen lassen. Ebenso gut und flüssig wirken die Animationen der
Soldaten. Leider spielen wir nur bei einer Auflösung von gerade
einmal 800 mal 600 Pixel. Dadurch wirkt alles ein wenig
unübersichtlich. Zu der guten Optik kommt ein passender Sound der
das Geschehen mit den richtigen Tönen begleitet. Ebenso gut klingen
die deutschen Synchronstimmen - die allerdings oft wegen den
Emotionen übertrieben wirken.
Die Bedienung wurde ebenfalls bei dem Spiel überarbeitet. Befehle
geben wir über eine Leiste die sich am unteren Rand befindet. Die
Befehlstasten sind dann noch mehrfach belegt, so dass immer nur die
aktuell ausgesuchte Handlung oder Waffen mit einem Mouseklick
aufgerufen werden kann. Wir finden in Commandos auch ein Inventar,
wo wir Gegenstände mit uns führen können. Das sind mal Gegenstände
die die Handlung betreffen aber auch Waffen oder Kleidungsstücke.
Diese sammeln wir von Gegnern die vorher ausgeschaltet wurden. So
verschaffen wir uns auch zusätzliche Munition die der Soldat
dringend benötigt. Die Karte auf der sich die Spielfiguren befinden
wird in 90 Grad Schritten gedreht. Das ermöglicht zwar einen guten
Blickwinkel aus allen Positionen aber es hat den Nachteil, dass der
Spieler oft den Überblick verliert - da sich die eigenen Soldaten
ebenfalls drehen. Wird es hektisch müssen wir oft genug erst einmal
die eigenen Soldaten suchen. Hinzu kommt dann auch noch eine
vierstufige Zoomfunktion, die allerdings ausreichend ist um auch
kleine Gegenstände zu sehen. Selbstständig werden dann noch diverse
Ansichtsfenster geöffnet die ebenfalls etwas verwirrend sind.
Insgesamt ist das Spiel aber technisch ausgereift, so dass es nur
ein großes Problem gibt - der sehr hohe Schwierigkeitsgrad.
Fazit:
Man kann mit dem dritten Teil zufrieden sein. Es macht wirklich Spaß
die eigenen Elitesoldaten durch die feindlichen Reihen zu lenken um
die Missionsziele zu erfüllen. Vor allem das heraustüfteln der
richtigen Lösung macht bei dieser Grafik viel Freude, weil man immer
wieder neue Details entdeckt. Besonders lobenswert ist der Aspekt,
dass es dem Spieler frei gestellt ist, wie er die Aufgaben
bewältigt. So kann man später noch einmal Spaß haben, wenn man einen
anderen Lösungsweg sucht. Positiv ist auch das die Handlung in einer
ansprechenden Story verpackt wurde. So wird man nicht sinnlos in
einen Auftrag geschickt. Leider gibt es aber auch negative Punkte
die wir ansprechen müssen. Zum einen der Schwierigkeitsgrad der
nicht einstellbar ist. Es existiert nur ein einziger den Anfänger
und Profis bewältigen müssen. Eins ist bei diesem Schwierigkeitsgrad
sicher - jeder wird hier Probleme bekommen. Für manche wird es aber
auch ein Anreiz sein, weil sie endlich mal gefordert werden. Zum
Glück kann der Spieler zu jeder Zeit speichern. Auch die
Blickwinkel-Änderung in 90 Grad Schritten sorgt manchmal für
Probleme, da der Spieler seine eigenen Leute aus dem Auge verliert.
Gerade wenn es hektisch wird ist das orientieren kaum noch möglich -
sobald die Kamera dreht. Zusätzlich hätte der Hersteller auf das
Zeitlimit verzichten sollen, denn dadurch kommt zusätzlicher Stress
auf den viele Spieler nicht mögen werden. Insgesamt gesehen ist das
Spiel aber gelungen. Wer Spaß an kniffligen Aufgaben unter Zeitnot
hat wird hier wunderbar bedient werden. Für Strategieanfänger wird
Commandos 3 allerdings ein wenig zu schwer sein. Eingefleischte
Commandos-Veteranen wird dieses wohl weniger abschrecken und so
werden sie auch wunderbare Stunden erleben. Wer die alten Teile
mochte wird Commandos 3: Destination Berlin lieben und so können wir
das Spiel auch denjenigen empfehlen die schwierige Strategiespiele
bevorzugen.
Features:
- Eine Eliteeinheit bestehend aus 6 Commandos steht zur Verfügung
- Drei Kampagnen können in beliebiger Reihenfolge gespielt werden:
Stalingrad: Die russische Front
Zentral Europa: Ein Rennen gegen die Zeit auf einem fahrenden Zug
Normandie: Die Landung der Alliierten
- Einzigartige taktische Möglichkeiten und mehr Action als jemals
zuvor in Commandos
- Ein neues Tutorial System, um neue Rekruten von Grund auf
auszubilden
- Multiplayer mit bis zu 8 Spielern über LAN und Internet -
Deathmatch und Kooperativ-Modus
- Detaillierte Innen- und Außenumgebungen mit neuen Situationen, wie
Hinterhalte, Anschläge, zeitabhängige Missionen und Level-Bossen
|