|
Einleitung:
Nicht nur die Filmindustrie stürzt sich
aktuell auf diverse Superhelden. Auch Entwicklungsfirmen für Spiele haben
diese Figuren für sich entdeckt. Gerade bei diesem Thema bietet sich ein
Onlinerollenspiel förmlich an und so erschien vor geraumer Zeit das
MMORPG-Spiel City of Heroes. Obwohl der Markt eigentlich aktuell von wenigen
Spielen geprägt ist, konnte das Heldenspiel von Cryptic Studios viele
Spieler ansprechen. Diese bekommen jetzt neues Futter für ihren heimischen
PC. Bei City of Villains könnt Ihr endlich mal in die Haut eines echten
Antihelden schlüpfen. Wir konnten das Spiel jetzt ausgiebig testen. Ob sich
eine Anschaffung nicht nur für City of Heroes-Fans lohnt, erfahrt Ihr in
unserem Review.
Zum Spiel:
City of Villains ist allerdings keine Erweiterung im klassischen Sinn.
Anstatt ein Add-on auf den Markt zu bringen, spendiert Euch der Hersteller
ein Standalone-Spiel, das ohne das Hauptspiel auskommt. Allerdings werdet
Ihr hierdurch auch nicht die gute Seite spielen können. Alleine die
Bösewichte stehen bei City of Villains im Mittelpunkt. Am Anfang müssen wir
erst einmal einen Schurken erstellen. Dafür suchen wir uns einen Archetypen
aus. Zur Auswahl steht der Berserker, Stalker, Mastermind, Dominator und
Vernichter. Jeder hat natürlich andere Eigenschaften: Berserker oder Stalker
sind eher Nahkämpfer, während der Vernichter auf Distanz seine Vorteile
ausspielt. Die Masterminds sind der wahrscheinlich Komplizierteste Archetyp,
da die meisten zahlreiche "Pets" - so genannten Handlanger -
heraufbeschwören können. Die Handlanger können vier verschiedene Ursprünge
haben: Robotik, Nekromantie, Ninja und Söldner. Nachdem wir nun den
Archetypen festgelegt haben, müssen wir die Herkunft bestimmen. Die Herkunft
bestimmt letzten Endes, über welche Arten von Verbesserungen ein Schurke
verfügen kann. Sie hat allerdings keinerlei Einfluss auf die Kräfte oder
Fähigkeiten des Charakters - sie gibt ihm lediglich das gewisse Etwas, das
bestimmt, woher er seine diabolischen Kräfte bezieht. Sind wir damit fertig,
geht es mit der Auswahl von Kräfte-Sets und Ausgangskräften weiter. Das
Kräfte-Set ist eine Gruppe von neun zusammenhängenden Kräften. Wir beginnen
zunächst mit der Kraft, die sich an erster Stelle der Liste befindet und
erhalten dann mit zunehmendem Fortschritt im Spiel weitere Kräfte. Zunächst
können wir nur eine der beiden ersten Kräfte des primären Kräfte-Sets und
die erste Kraft im sekundären Kräfte-Set auswählen. Anschließend folgt die
Auswahl von Geschlecht und Körperbau. Ob klein und dünn oder groß und dick -
alles ist möglich. Hinzu kommt, dass der Spieler das Gesicht kreieren darf.
Dabei dürfen wir die Kopfgröße genauso beeinflusst wie die Braue, Wange,
Kinn, Schädel, Kiefer oder Nase. Ein passendes Kostüm darf ebenfalls nicht
fehlen. Dabei dürfen wir nicht nur das Design, sondern auch die Farbe
bestimmen. Der Hersteller hat sich bei der Vielfalt selber übertroffen, denn
es gibt fast kein Outfit, was nicht vorhanden ist. Es stehen insgesamt so
viele Möglichkeiten zur Auswahl, dass jeder seinen ganz persönlichen
Schurken zusammenstellen kann. Seid Ihr etwas kreativ, so werdet Ihr nur
selten auf einen anderen Charakter treffen, der Euch ähnlich sieht. Wir sind
aber noch nicht fertig. Was wäre eine Spielfigur ohne einen passenden Namen.
Nachdem wir einen schaurig schönen eingegeben haben, kann es endlich in die
Stadt der Schurken gehen.
Diesmal sind wir nicht in Paragon City, sondern auf den Rogue Isles
unterwegs. Wenn wir die Stadt der Schurken zum ersten Mal betreten, finden
wir uns mitten in einem Gefängnisausbruch wieder. Dieser Ausbruch ist eine
ausgezeichnete Gelegenheit, um sich mit der Mechanik des Spiels und den
Grundlagen vertraut zu machen. Außerdem ist dieser Bereich eine schnelle
(und ziemlich einfache) Art, Stufe 2 zu erreichen. Wenn Ihr also einen
schnellen Einstieg wollt, solltet Ihr unbedingt an diesem Tutorial
teilnehmen. In City of Villains wird eine neue Art des Kampfes eingeführt:
Spieler-gegen-Spieler-Kämpfe. Im Gegensatz zu Missionen und den
Straßenpatrouillen, wo wir gegen computergesteuerte Gegner kämpfen, treten
wir in PvP-Kämpfen gegen andere Spieler an. Es gibt drei verschiedene Arten
von PvP-Kämpfen: Erstens können Spieler sich in die Arenen begeben und dort
an Matches und Kämpfen teilnehmen. Zweitens haben Spieler die Möglichkeit,
in spezielle PvP-Zonen zu reisen. Und drittens können Supergruppen die
Stützpunkte anderer Supergruppen überfallen. In diesen Kämpfen können je
nach Situation Schurken gegen Helden, Schurken gegen Schurken, ja selbst
Helden gegen Helden antreten. Einer der spannendsten Aspekte von City of
Villains ist ohne Zweifel die Einführung von PvP-Zonen. Schurken können
nicht einfach nach Paragon City stürmen und Anfänger verprügeln. Solche
Vorgehensweisen werden nur in einer der drei Übergangs-"PvP-Zonen" geduldet.
In PvP erhält unser Charakter einen weiteren statistischen Wert - einen Ruf.
Damit werden unsere Fähigkeiten und unser Einsatz in PvP-Kämpfen gemessen.
Ruf-Punkte erhalten wir für Siege über andere Spieler in der Arena, in
PvP-Zonen und bei Überfällen auf Stützpunkten. Im Gegensatz zu Erfahrung ist
unser Ruf nicht von Dauer. Unser Ruf-Punktestand sinkt mit der Zeit - wenn
andere Schurken und Helden langsam vergessen, was wir geleistet haben. Ein
hoher Ruf ist wichtig, da er uns sowohl vorübergehende als auch permanente
Belohnungen einbringt. Ein nettes Feature ist auch, dass wir unendlich
anpassbare Festungen bauen können. In diesen darf man dann z.B. wichtige
Items einlagern. Spieler können Eindringlinge zusätzlich mit gemeinen
Waffensystemen und diabolischen Verteidigungsanlagen abwehren. Daneben gibt
es noch die PvE-Zone (Spieler gegen Umgebung). In diesen Zonen trachten wir
danach, computergesteuerte Gegner zu besiegen. Vor allem am Anfang werden
Spieler viel Zeit in diesen Bereichen verbringen. Natürlich können wir auch
die Inseln wechseln. Das geschieht mit Hilfe von Fähren. Zu Beginn des
Spiels darf ein Spieler nur mit der Fähre von Mercy Island nach Port Oakes
reisen. Später wird dieses natürlich noch anders, denn weitere Orte kommen
hinzu. Zusätzlich zu den Fähren erhalten Spieler früher oder später Zugang
zu Helikoptern und Flugzeugen, die ihnen das Reisen durch die Lüfte
erleichtern werden. So agieren wir nun durch die große virtuelle Welt,
nehmen Quests an, kämpfen gegen NPC´s bzw. menschliche Gegner und bauen
unsere Fähigkeiten immer weiter aus.
Technik:
Die Grafik wurde noch einmal kräftig aufpoliert. Die einzelnen Umgebungen
sind nicht mehr so steril und so werden unsere Augen viele Objekte und
harmonische Umgebungen zu sehen bekommen. Hinzu kommen bessere Texturen, die
alles interessanter aussehen lassen. Das gilt jetzt nicht nur für
Innenbereiche sonder auch für die Außenareale. Vor allem die Gebäude sehen
jetzt noch düsterer aus. Daneben dürfen sich Spieler auf viele Licht-,
Schatten und Feuereffekte freuen. Die Animationen sehen außerdem sehr
geschmeidig aus. Hierdurch macht es sehr viel Spaß die Umgebung zu erkunden.
Nett ist auch die Physikengine, die getroffene Gegner meterweit
wegschleudert. Der Sound kann gut mit der Optik mithalten. Zur richtigen
Zeit wird immer ein passender Ton eingespielt und so entsteht eine gute
Atmosphäre. Mit der Steuerung wird ebenfalls jeder schnell zurecht kommen.
Alle Aktionen lassen sich sicher ausführen. Selbst mit dem Helden kommt man
sofort klar. Hin und wieder macht die Kamera zwar ein paar kleine Probleme
aber ansonsten hat sie alles gut im Blick. Die spielrelevanten Anzeigen sind
auch noch vorhanden und so verschaffen wir uns - zu jeder Zeit - einen guten
Überblick über unseren aktuellen Status. Über die KI der Gegner kann man
natürlich streiten. Wirklich menschlich reagieren sie nicht. Allerdings
kennt man das ja von Onlinerollenspielen. Fasst man nun alles zusammen, so
kann man mit der technischen Seite durchaus zufrieden sein.
Fazit:
City of Villains ist ein tolles Onlinerollenspiel. Viele Spieler werden
alleine Stunden damit verbringen können, einen individuellen Charakter zu
erstellen. Dank vieler Unterscheidungsmöglichkeiten wird jeder Spieler die
Chance haben, eine fast einzigartige Spielfigur zu kreieren. Das macht auch
Sinn, denn wer will online andauernd auf seinen eigenen Charakter treffen.
Neben der optischen Vielfalt können wir auch auf eine Vielzahl von
unterschiedlichen Fähigkeiten zurückgreifen, wodurch ganz eigene
Spielfiguren entstehen. Nett ist auch, dass der Hersteller die Optik
verbessert hat. Jetzt macht es noch mehr Spaß sich durch die virtuellen
Welten zu bewegen. Klar kann man sich auch sehr lange in den PvE-Zonen
aufhalten. Allerdings kommt der ganz große Spielspaß bei den PvP-Kämpfen
auf. Hier kann man nun zeigen, was man aus seiner Spielfigur gemacht hat.
Dank eines guten Kampf- und Levelaufstiegssystems wird sich jeder Spieler
sehr lange mit dem Spiel beschäftigen können. Insgesamt ist City of Villains
ein erstklassiges MMORPG. Es reicht zwar nicht an Genre-Schwergewichte wie
z.B. World of Warcraft heran, allerdings ist das nicht sonderlich schlimm.
Endlich dürfen wir mal in die Rolle eines bösen Superhelden schlüpfen. Wer
hat nicht schon mal davon geträumt, als virtueller Schurke sein Geld zu
verdienen. Uns hat das Onlinerollenspiel sehr gut gefallen und daher können
wir das Spiel auch jedem ans Herz legen.
Features:
- Eigenständige Fortsetzung des Erfolgsspiels City of Heroes
- Neuartiges Massive Multiplayer Online-Rollenspiel auf der anderen Seite
der Maske
- Große 3D-Stadt mit einer Menge an Verstecken und Geheimnissen
- Frisches Charakter-lineup, wie etwa die nie da gewesene Verbrecherbande
Arachnos
- Spieler steigen vom gewöhnlichen Räuber zum kriminellen Genie auf
- Große Vielfalt an Missionen, wie Infiltrationen und Entfühungen
- Neue Archetypen, Kräfte und Schurkenkostüme
- Atemberaubende Kämpfe mit anderen MMORPG-Fans im Internet
- Neuartiger Basenbau.
|