Einleitung:
MMORPG -Fans können sich freuen, denn
NCSoft bringt ein etwas anderes Online-Rollenspiel auf den deutschen
Markt. Es handelt sich dabei um das Cryptic Studios-Spiel City of
Heroes. Wir konnten die fertige PC-Version vom ersten
Superhelden-Rollenspiel jetzt testen. Ob sich City of Heroes bei den
Massively-Multiplayer Online-Spielen durchsetzen kann, erfahrt Ihr
in unserem Review.
Zum Spiel:
City of Heroes ist ein reines Onlinerollenspiel das nur mit einer
Internetverbindung gespielt werden kann. Wie fast immer fallen dafür
Gebühren an. Die monatliche Grundgebühr beträgt bei diesem Spiel
12,99 Euro. Wahlweise kann sich der Spieler auch für 11,66 Euro im
Monat für drei Monate oder für 10,83 Euro im Monat für sechs Monate
anmelden. Allerdings fallen diese Kosten nicht sofort an. Wer sich
das Spiel neu kauft hat erst einmal 60 Tage frei. Kommen wir nun zum
eigentlichen Spiel. Bevor wir loslegen können muss erst noch einiges
eingestellt werden. Als erstes loggt sich der Spieler ein, um dann
einen Server auszusuchen. Die Sprache, in der wir spielen werden,
richtet sich nach der Wahl unseres Servers. Nachdem wir einen Server
bestimmt haben, können wir entweder einen vorhandenen Helden
auswählen oder einen neuen Superhelden erstellen. Dabei dürfen wir
auf jedem Server mehrere Spielfiguren ablegen. Am Anfang muss der
Spieler natürlich erst einmal einen Charakter kreieren. Das Spiel
führt uns dafür durch mehrteilige Prozesse. Wir sollen so erst
einmal entscheiden welche Herkunft wir haben. Zur Auswahl stehen
hier Mutanten, Wissenschaft, Technologie, Natur und Magie. Damit
bestimmen wir die Quelle unserer Kräfte. Anschließend muss der
Archetyp bestimmt werden. Unsere Entscheidung legt fest, welche
Kräfte-Sets uns für unsere primären und sekundären Kräfte zur
Auswahl stehen. Für diejenigen, die am liebsten mit Fausteinsatz für
Gerechtigkeit sorgen, eignen sich die Nahkämpfer und stahlharten
Brecher. Der Zerstörer dagegen lässt seine Superkräfte aus der Ferne
spielen. Meister der Gedankenmanipulation wählen den Beherrscher und
wer lieber heilen möchte nimmt den Beschützer. Das war aber noch
nicht alles. Anschließend folgen die Wahl der primären und
sekundären Kräfte-Sets und die Auswahl der Anfangskräfte. Bei
Kräfte-Sets handelt es sich um eine Gruppe von neun miteinander
verbundenen Fähigkeiten. Diese werden im Verlauf der Heldenkarriere
verfügbar. Unser primäres Kräfte-Set ist die größte Stärke unseres
Helden und bildet den Grundstein für die Kampfstrategie. Die
sekundären Kräfte unterstützen dagegen das primäre Kräfte-Set.
Klingt alles komplizierter als es in Wahrheit ist. Aber es geht noch
weiter. Der Spieler muss noch das Geschlecht und den Körperbau
bestimmen. Hinzu kommt ein individuelles Kostüm.
Als letztes noch den Namen und eine kleine Geschichte für unseren
Charakter und schon sind wir fertig. Endlich dürfen wir uns in Paragon
City in die ersten Abenteuer stürzen. In dieser Stadt herrscht das Chaos und nur die
Superhelden sorgen für Ordnung.
Um einen guten Einstieg zu erhalten bietet das Spiel ein ausgiebiges
Tutorial an. Hier erfahren wir nicht nur die Grundlagen hinsichtlich
Bewegung, Navigation, Kampf und Umgang mit
Nicht-Spieler-Charakteren, sondern nach Abschluss des Tutorials
werden wir bereits über genügend Erfahrung verfügen um auf
Sicherheitsstufe 2 aufzusteigen. Anschließend bestimmen wir unseren
Ausgangspunkt. Unser Held kann wahlweise im Atlas Park oder in
Galaxy City starten. Dort befindet sich in der Nähe ein angesehener
Trainer. In Atlas Park ist dies MS. Liberty und in
Galaxy City ist es Back Alley Brawler. Wenn wir uns bei diesen
Personen melden beginnt das Training für die Sicherheitsstufe 2.
Außerdem erhalten wir hier eine weitere Kraft und den Namen unserer
ersten Kontaktperson. Diese Figur wird uns eine Auswahl von
Missionen anbieten. Wir können nun entweder in den Straßen
patrouillieren und kriminelle Elemente bekämpfen oder direkt eine
Mission starten. Zur besseren Orientierung nutzen wir eine Karte,
die jeweils die Orte zeigt, die wir schon erkundet haben. Auf der
Karte sehen wir außerdem gelbe und rote Linien. Hierdurch werden die
gefährlichen Zonen markiert. Wir agieren nun in der sehr großen
Stadt
Paragon City. In dieser tummeln sich
zahllose Personen. Passanten
sind natürlich hilflose Leute die auf Euren Schutz angewiesen sind.
Diese werden von kriminellen Banden immer wieder bedroht. Hierdurch
werden wir überall etwas zu tun bekommen, denn Autoknacker müssen
genauso gestellt werden wie Diebe oder Räuber. Meistens treten diese
in Gruppen auf, wodurch es nicht immer leicht ist diese zu besiegen.
Hinzu kommt das sie nicht nur Nah- sondern auch Fernangriffe
ausführen können. Der Schwierigkeitsgrad ist dadurch relativ hoch. Ihr müsst
daher gut überlegen wie Ihr gegen diese Schurken vorgeht. Natürlich
sollt ihr nicht nur alleine durch die Gegend ziehen. Noch mehr Spaß
macht das Spiel, wenn Ihr mit anderen Spielern loslegt. Als Gruppe
können auch stärkere Feinde und schwierigere Missionen bewältigt
werden. Grundsätzlich wird man wunderbar durch das Spiel und die
gestellten Aufgaben unterhalten. Allerdings könnten die Missionen
ein wenig abwechslungsreicher sein. Viel zu oft muss der Akteur die
gleichen Aufgaben erledigen. Spielt Ihr mit Freunden wird dieses
allerdings durch den gemeinsamen Spaß kaum auffallen. Durch die
Missionen und erfolgreichen Kämpfe erhalten wir
Erfahrungs- und Einflusspunkte. Außerdem erweitern wir immer mehr
unsere Fähigkeiten. Im späteren Spielverlauf können wir sogar
fliegen. Das Spiel wird dadurch allerdings nicht einfacher, da die
Gegner auch immer stärker werden. Es motiviert trotzdem unheimlich
immer weiter zu machen. Wir starten nun eine Mission nach der
anderen, patrouillieren in der Stadt und sorgen dort mit unseren
Superkräften für Ordnung.
Technik:
Auch wenn das Spiel optisch an anderen Top-MMORPG´s nicht herankommt
wird doch eine annehmbare Grafik gezeigt. Kritikpunkte gibt es vor
allem bei den Umgebungen. Diese sehen einfach zu monoton aus. Ebenso
hätten die Texturen besser ausfallen können. Das gleiche gilt für
die Areale bei den Missionen, die vor allem am Anfang zu gleich
aussehen. Zumindest braucht man keinen wirklich starken PC um das
Spiel problemlos zu spielen. Ein kleiner Rechner mit einem 800 MHz
Prozessor und 256 MB RAM reichen schon aus. Besser ausgefallen sind
die Animationen. Diese sehen genauso gut aus wie die dazu gehörigen
Figuren. Toll sind vor allem die vielen unterschiedlichen
Möglichkeiten um einen ganz eigenen Charakter zu erschaffen. Fast
nie trifft man auf einen Superhelden der genauso aussieht wie die
eigene Spielfigur. Mit der Musik kann man eigentlich genau so gut
leben wie mit den restlichen Soundeffekten. Zur richtigen Zeit wird
immer ein passender Ton eingespielt. Mit der Steuerung wird jeder
schnell klar kommen, denn die Lenkung ist einfach und direkt. Selbst die unterschiedlichen Fortbewegungen wie
Sprünge oder das Fliegen sind kein Problem. Alle nötigen Anzeigen sind
dann auch noch
vorhanden. Hierdurch verschaffen wir uns zu jeder Zeit einen guten
Überblick über unseren aktuellen Status. Ein wirklich neues und vor
allem sinnvolles Feature ist das Sidekick System. Hierdurch darf
sich ein Anfänger einer erfahrenen Gruppe anschließen. Bei
City of Heroes können so schwache Figuren ohne Probleme mit
stärkeren mithalten. Dafür wird das Niveau einer schwächeren Figur
einfach angehoben oder bei einer stärkeren Figur gesenkt. Egal
welche Variante Ihr nun wählt, ein gemeinsames Spiel steht nichts
mehr im Wege.
Fazit:
City of Heroes kann insgesamt voll überzeugen. Vor allem muss man
das Spiel loben weil es mal was anderes bietet wie gängige
MMORPG-Spiele. Es macht sehr viel Spaß als Superheld durch Paragon
City zu streifen und für Recht und Ordnung zu sorgen. Mit 50 Levels,
über 25 großen Arealen und hunderten von Superkräften hat man auch
genug Abwechslung in dem Spiel um sehr lange dabei zu bleiben.
Schade das gerade am Anfang viele Missionen recht gleich ablaufen.
Ein wenig Abwechslung hätte hier wirklich nicht geschadet. Das stört
genauso wie die etwas dürftige Grafik und der knackige
Schwierigkeitsgrad. Hat man sich damit erst einmal zurecht gefunden
beginnt der eigentliche Spielspaß. Lobenswert ist dann auch noch das
Sidekick System. Hierdurch findet man zu jeder Zeit einen passenden
Mitspieler. Außerdem muss man nicht unzählige Stunden mit dem Spiel verbringen. Es reichen locker drei bis vier Stunden in
der Woche aus um im Spiel zu bleiben. Wer also aktuell ein etwas
anderes Onlinerollenspiel sucht sollte sich
City of Heroes auf
jedenfall zulegen.
Features:
- 50 Ruhmstufen von "unbekannt" bis "legendär"
- Riesige 3D-Stadt
- Interessantes Sidekick System
- Unbegrenzte Möglichkeiten bei der Charaktererstellung
- Missionen alleine oder zusammen mit anderen Superhelden spielbar
- Ruhm-Punkte anstatt Erfahrungs-Punkte
Die limitierte Deluxe-Edition enthält folgende Extras:
- 3 Content Updates für City of Heroes
- 32 Seiten umfassendes Handbuch
- 2-seitige Spielhilfeübersicht mit den wichtigsten Befehlen und
eine Tastaturübersicht
- Karte von Paragon City, inkl. aller Zonen
- 16-seitiger PvP online Comic von Scott R. Kurtz
- 88 Seiten starke City of Heroes Comic Sammlung